Der 1. Abgeſang. Dieſez warerdichte ſachen Von der Seelen freud und pein Sollen uns eyn beiſpihl machen/ Die wir Chriſten wollen ſein Zu verſorgung unſrer ſeelen Auch das baͤſte zu erwoͤhlen: Haben ſie die Weiſen leut Welche doch nur heyden waren Sich mit tugend ſo bereyt Seeliglich eynmal zu fahren? So iſts mehr ja unſrer pflicht Die wir baͤſſer ſeind bericht. Oer 2 abgeſang. Doch iſt das der baͤſte kaͤrnen Auß dem vorigen gedicht/ Daß daraus wir koͤnnen laͤrnen Dieſe ſchiff⸗faͤhrt waͤhre nahr Annoch zu viel hundert jahren Wie die erſte waͤlt gefahren/ Sondern nur eyn kleyne zeit: Kommeſt du auf achtmal zehen (Wenig bringen es fo weit) Wirſtu bald zu grunde gehen! Wie dann Herꝛ Dreizehner Heus Es erfahren gleicher weis. Derz abgeſang. Seelig iſt der wohl zu ſchaͤtzen Der auß dieſem labyrinth Fahren kan/ ſich zu ergoͤtzen An dem port/mit gutem wind: Allhie darff ſich niemand ſaͤhnen Nach den bruͤdern der Helenen! Er fahrt richtigh und gewig Nicht zu den Elyſer;freuden Sondern in das paradiß/ Da ihn Gott wird ſelber weyden? Eben auch auff dieſe weis Fuhr der Herꝛ Dreizehner Heus. —— Grabſchrifft. Er viel geld und gut gehabt/ der eyn groſſe zahl geſaͤhen GYE kinder/ der die pfaltz etlich fuͤnfftzig jahr geziehrt/ Der in guter erbarkeyt laͤbte wie ſeim ſtand gebuͤhrt/ Den man etlich achtzig jahr auff der erden ſahe gehen; Der zu ſeinem lieben Gott offtermahlen ſich mit flehen Hat geſaͤhnet/ welcher ihn ſeiner hertzlichen begierd Auch gewaͤhrt/ und nach der ſeel in das himmelreich gefuͤhrt/ Wa die Heylgen allzumal in den hoͤchſten freuden ſtehen/ ligt in dieſem Gottes/feld eingeſaͤet und verſcharꝛt/ Da er dann der maͤnſchen⸗ernd jenes groſſen tags erwartt! Der du dieſes lieſeſtſhie daͤnke daß dir gleicher maſſen Dein verſcheyden vor noch ſteh/ ſihe daß du wie Herꝛ Heus Dich darzue bereyteſt recht! ö, da wirſtu gleicher weis Fahren in die ewigkeyt/ und die eutelkeit verlaſſen! Sterben letterwexel. ſtreben/ breſten/ erb⸗nẽſt. Wir ſtreben durch viel breſten in unſer erb⸗neſt hin So iſt uns ja das ſterben eyn ewiger gewin! Von Johann⸗Chriſtian Kecken. „Der 4. abgeſang. Nun ſo laͤbe dann daroben aͤdle Seele! gute nacht⸗ Itzund kanſtu Sott recht loben/ Da du ſeelig recht gemacht: Gleich in deinerletzten ſtunden Iſt dein truͤb⸗ſaal⸗meer verſchwunden! Underdeſſen laſſen wir/ Weil du ſchon am ſichren haafen Angelaͤndet/ nach gebuͤhr/ Dein gebeyn hie ruhig ſchlaafen! Ruh Herꝛ Heus in dieſem hauß Biß du wieder trittſt heraus⸗ Straßburg/ Getruckt bey Johann Andrer Sel. Erben. Im Jahr 1647.
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