274 Erſcheinung Jeſu am galilätſchen Meer. Jeſus an dem Ufer, und fragte:„Kinder, habt ihr nichts zu eſſen?“ Er liebte ſie, als wenn ſie ſeine Kinder wären. Wen man herzlich und vertraulich liebt, den nennt man ſein Kind. Die armen Jüuger hatten nichts, womit ſie ihren Herrn bewirthen konnten. Sie hatten die ganze Nacht hindurch nichts gekangen. Aber wo Jeſus iſt, da iſt kein Mangel. Es war bald für ein Mahl ge⸗ forgt. Als ſie das Mahl genoſſen hatten, ſchaute er unter andern vertraulichen Geſprä⸗ chen den Jünger an, der ihn dreimal verläug⸗ net hatte, und ſprach zu ihm mit beweglichen Worten:„Simon, haſt du mich lieber, als mich dieſe haben?“ Denn vor der Gefangen⸗ mehmung Jeſu hatte Petrus geſagt:„wenn dich alle verlaſſen, ſo will ich dich nicht ver⸗ laffen;“ als wenn er eine größere Liebe zu Jeſu hätte, als Johannes und die andern Fünger. Deswegen fragte er ihn: Haſt du mich lieber?“ Er wollte ihn zur Erkenntniß ſeiner ſelbſt, zur Demuth und zur Gerechtig⸗ keit gegen die andern Jünger führen. Selbſt⸗ erkenntniß führt zur Demuth und zur Gerech⸗ tigkeit. Petrus begehrte nicht mehr beſſer zu ſeyn, als die andern Jünger. Er ant⸗ wortete demüthig und währ:„Herr, du weißt, daß ich dich lieb habe.“ Jeſus ſprach zu ihm:„Weide meine Lämmer!“ Zum zwei⸗ tenmal fragte er ihn:„Haſt du mich lieb?“ Petrus gab ihm die nämliche Antwort. Je⸗ ſus ſprach zu ihm:„Weide meine Schafe.“ Er fragte ihn zum drittenmal:„Haſt du mich lieb?“ Petrus gab ihm zum drittenmal die
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