254 Rheinfahrt von Bingen fand, die zum Stifte Siegburg bei Bonn gehörte. Das Gebirge hinter demſelben iſt reich an Schiefer, Baf alten, Kalk, Marmor und andern Mineralien. Indem man dem Strome folgt, welcher nun ſeine Richtung öſtlich nimmt, zeigt ſich dicht am rechten Ufet das freundliche Dörfchen Niederkeſter, und etwas land einwärts Oberkeſter. Weiter unterhalb ſieht man rechts Salzig, ein preußiſcher Flecken mit etwa 900 Ein⸗ wohnern, und hinter dieſem Orte breitet ſich eine ſehr fruchtbare und reiche Ebene aus, die namentlich viele Kirſchen erzeugt, welche meiſtens nach den Niederlanden gehen. Von da zeigen die beiden Stromufer eine große Mannigfaltigkeit. Indem das Gebirge auf dem linken zu rücktritt, und ſich das fruchtbarſte Gefilde entfaltet, wo die üppigſten Felder abwechſelnd mit den mit Blumen und Bäumen bepflanzten Wieſen prangen; gewahrt man auf dem rechten Ufer dicht an dem Waſſer nur felſige, meiſtens mit Reben bekränzte Berge. Auf einer dieſer Höhen ſtehen auf zwei nicht weit von einander liegenden Bergkegeln die grauen Trümmer der Burgen Sternberg und Liebenſtein, genannt die Brüder. Am Fuße dieſes Berges liegt das ehemalige Kapuziner⸗Kloſter Born⸗ hofen, welches 1676 von Hugo von Orsbeck, Erz biſchof und Kurfürſt zu Trier, geſtiftet, und 1813 auf gehoben ward. Die Kirche, vom Nitter Brömſer von Rüdesheim geſtiftet und erbaut, nach welcher von jeher viel gewallfahrtet wurde, beſonders zur Zeit der Maria⸗ Feiertage, behielt indeſſ fortwährend ihren Gottesdienſt.