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wüſtet, die Kirche von Raſchau niedergeriſſen. Edelleute und Geiſtliche flohen in die feſten Städte. Die Richter von Königswalde, Mildenau, Schönbrunn, Arnsfeld bei Annaberg, die Rückerswalder und Lauterbacher um Marienberg, die Dörfer um Wolkenſtein ſammelten ſich um ein Fähnlein und vertrieben oder brandſchatzten Geiſtliche und Edelleute, von denen Wenige in gutem Vernehmen mit ihren Hinterſaſſen ſtanden.

Die Bauern dieſer Lande waren ſehr gedrückt. Es gab zwar hin und wieder noch freie Leute, die für ihre Perſon keine Dienſte zu leiſten, aber doch auch für ihre Güter zu Abgaben verbunden waren; auch ſie waren durch allerlei Mittel unterwürfig gemacht worden. Sonſt waren es Eigenleute, Leibeigene, oder wenigſtens unfreie Bauern, dieNothbede geben, Bannwein trinken und nach Gnaden der Herrſchaft dienen mußten. Die koburgiſchen Bauern waren außer den beſtimmten Naturalabgaben und gewöhnlichen Beden(der rechten Gült) noch zur Nothbede verbunden, die der Landesherr ganz nach Willkür von Jedem fordern konnte. Wein oder Bier durfte er nur von ſeinem Herrn und ſonſt nirgends kaufen (Bannwein), in jedem Dorfe hatte nur der Herr das Schenkrecht. Dazu kamen ungemeſſene Spann⸗ und Handfrohnen. Klagen der Unterthanen über neue Auflagen als Gewalt und Unrecht wurden nicht beachtet, ſondern auf die Landesbeſchreibungen verwieſen, wo geſchrieben ſtand: Dies Dorf iſt meines Herrn, er mag ihnen thun, was er will; oder: die Bauern müſſen thun, was meinem Herrn lieb iſt; oder:dem Gute mag man Gnade oder Gewalt thun.

Solcher Druck war geeignet, den armen Mann, als die Pfeife des Aufſtandes durch ſeine Berge gellte, ſchnell in die Waffen zu bringen; und ſeit mehr als einem halben Jahrhundert hatten die Bauern als Fuß⸗ volk in ihrer Herren Fehden mit Armbruſt und Pfeil, mit Spieß und eiſernem Dreſchflegel, zuletzt wohl auch theilweiſe mit der Büchſe gedient. Längſt gab es bei ihnen eine Art Landſturm, und Jeder hatte ſeine be⸗ ſtimmte Rüſtung und Waffe.

Die koburgiſchen Bauern waren auch früh auf, ihre Zwinger zu brechen, die weltlichen wie die geiſtlichen. Der Abt zu Veilsdorf, der dem Evangelium und ſeinen Verkündigern beſonders unhold ſich gezeigt hatte, floh auf das Schloß Heldburg. Das Auguſtinerkloſter zu Königsberg flüchtete Briefe, Kleinodien, all ſein Silbergeſchirr auf die Veſte Koburg; eben dahin flüchteten ſich die Edeln; und wie der Abt ſein Veilsdorf und andere Klöſter, ſo ſahen ſie ihre Burgen in Flammen aufgehen; mehr als 24 an der Zahl; nur die feſteſten Plätze retteten ſich aus der allgemeinen Verwüſtung. Selbſt das uralte Bergſchloß Struf, das ſeit dem achten Jahrhundert ins Thal herabtrotzte, fand durch die Bauern ſeinen Untergang.

5 37 Zimmermann,Der Bauernkrieg.