K2878,7 1104 a
Johann Georg Hamann,
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underts
der Magus im Norden, der" Unbekannte in der Gleichung des 18. Jahrh ( Zu Josef( Nadler Johann Georg Hamann, der Zeuge des Corpus Mysticum. 518 S., Otto Müller, Salzburg, 1949)
Die Stadt Königsberg wurde nach ihrem Untergange als" Stadt der reinen Vernunft" verteidigt oder auch beschuldigt. Es fehlte sogar nicht an Stimmen, die meinten, ein Gericht darin sehen zu sollen, daß die Stadt Kants in dem, was sie einmal war, ausgelöscht wurde. Aber Königsberg war viel mehr als die Stadt der reinen Vernunft. Kant hatte zunächst ja nur die Grenzen der reinen Vernunft bestimmt. Als er am Ende seines von unerhörter Arbeit verbrauchten Lebens von den" dunklen Gründen" sprach, als die Natur, der er sich so lange ferne gehalten, den Greis wieder leise anredete mit den Vogelstimmen vor seinem Fenster, da scheint er uns jenseits dieser Grenzen zu stehen. In der Romantik sollte Königsberg eine bedeutende Aufgabe zufallen, wie es ja auch in der Zeit des Barock und Pietismus seine große Bestimmung erfüllt hatte. Was will es aber erst sagen, daß in der" Stadt der reinen Vernunft" neben Kant und in Freundschaft mit diesem, in der Stadt des Preußenkönigs als dessen Untertanxx und schlecht besoldeter Beamter, der leidenschaftlichste Widersacher der reinen Vernunft lebte: Johann Georg Hamann, der den ihm von einer Flugschrift zugeworfenen Namen " Magus im Norden" aufnahm und als solcher auf mächtige, aber zum guten Teil verborgene Weise wirkte; ein Magus in der Tat, umhüllt von einem Geheimnis, dessen Lichtung, nicht Aufhellung wir nun vielleicht erwarten dürfen!
Es war als Sohn des Baders in der Altstädtischen Badestube geboren, vor der eine Holzbrücke über den Pregel führte, und zwar im Jahre 1730, sechs Jahre nach Kant. Aber- das trennt ihn von seinem großen Freund und Widersacher-: Hamann wurde geboren und wiedergeboren. Die Wiedergeburt erlebte er in London, im Jahre 1758. Nachdem er in seiner Vaterstadt Theologie, Philosophie, Rechtswissenschaften studiert, daneben Naturwissenschaften und Mathematik getrieben, hatte er sich auf Gütern Livlands und Kurlands als Hauslehrer versucht. Im Auftrage eines ihm befreundeten Rigaer Handelsherrn reiste er im Frühjahr 1757, zu Anfang des Siebenjährigen Krieges, der seine Heimat bedrohen sollte, über Berlin und Amsterdam nach London. Wir wissen nicht genau, welcher Art sein Auftrag war, der ihn an die russische Gesandtschaft