— 410Welches Intereſſe die weiteſten Kreiſe der Bevölkerung dem viel⸗genannten Gaſte entgegenbrachten, ergibt ſich daraus, daß dieVelten'ſche Kunſthandlung um„einem gefühlten Wunſche des verehr⸗lichen Publikums entgegenzukommen“, das„wohlgetroffene“ Porträtdes Prinzen erſcheinen ließ.Ein Jahr früher hatte ein andererer fürſtlicher Beſuch dieErinnerung an vergangene höchſt bewegte Tage in ſchweren Kriegs—⸗zeiten wieder belebt. Am 30. Mai 1826 war der Erzherzog Karlvon OSſterreich mit ſeiner Gemahlin und dem Herzog von Naſſauzum Beſuche der großherzoglichen Familie in Karlsruhe eingetroffen.Nachdem das Mittagsmahl im Schloſſe eingenommen worden war,wurde die Reiſe nach Baden fortgeſetzt.Vom 21. bis 23. November 1829 hielten ſich der Erbgroß—herzog und die Erbgroßherzogin von Mecklenburg-Schwerin, vonParis kommend, in Karlsruhe auf, wo ſie im Gaſthofe„zum ſchwarzenBären“ unter dem Inkognito eines Grafen und einer Gräfin vonGrabow ihr Abſteigequartier genommen hatten.Aus der großen Zahl hervorragender Perſönlichkeiten, derenAufenthalt in der Reſidenzſtadt die Fremdenliſten des Intelligenz—und Wochenblattes nachweiſen, ſeien hier nur der Herzog vonWellington erwähnt, der am 25. September 1822, über Straßburgkommend, auf der Reiſe nach Stuttgart Karlsruhe paſſierte, und derFürſt Metternich, der in Begleitung ſeines Sohnes des PrinzenViktor am 11. September 1826 eintraf, bei Hofe ſpeiſte, die Stadtbeſichtigte und ſich gegen Abend zu einem Beſuche des Kabinets-⸗miniſters Freiherrn von Berſtett auf deſſen Landgut bei Ettlingenbegab.Lebhaften Anteil nahm die Bevölkerung Karlsruhes an demAbleben zweier Fürſten, welche die badiſche Reſidenzſtadt häufigbeſucht hatten, des Königs Maximilian von Bayern, der am 13. Okt.und des Kaiſers Alexander I. von Rußland, der am 1. Dez. 1825ſtarb. Beiden dem großherzoglichen Hauſe verſchwägerten Monarchenwidmete die Karlsruher Zeitung in warmen Worten einen Nachruf.Die Thronbeſteigung Kaiſer Nikolaus I. wurde dem Großherzogdurch den Kaiſerlich Ruſſiſchen Senator Geheimen Rat v. Poleticaangezeigt, aus deſſen Händen er am 2. Februar 1826 in feierlicherAudienz das Notifikationsſchreiben entgegennam. Zur Beglück⸗