4J1˙ wünſchung des Kaiſers war der Markgraf Leopold in Begleitung des Rittmeiſters v. Rotberg nach St. Petersburg geſandt und dort von der geſamten Kaiſerlichen Familie mit der größten Auszeichnung aufgenommen worden. Nur wenige Monate ſpäter kam eine neue Trauerkunde aus Rußland nach Karlsruhe. Am 16. Mai 1826 war auf der Reiſe von Tagaurog nach Kaluga zur Kaiſerin-Mutter, in Beleff, einem Städtchen im Gouvernement Tula, die Kaiſerin Eliſabeth, nachdem ihre leidende Geſundheit ſchon ſeit geraumer Zeit zu ernſten Beſorgniſſen Aulaß gegeben hatte, geſtorben. Der Kaiſerliche Flügeladjutant Oberſt Manſuroff überbrachte am 3. Juni die Todesnachricht. Die innigſte Teilnahme der ganzen Bevölkerung wandte ſich der ſchwergeprüften greiſen Mutter der entſchlafenen Kaiſerin, der Markgräfin Amalie zu. Ihr Befinden verurſachte zwei Jahre ſpäter, 1828, ſowohl der großherzoglichen Familie als auch der herzlichen Anteil nehmenden Einwohnerſchaft lebhafte Sorge. Kaum von einer ernſten Erkrankung geneſen, ſah ſich die Markgräfin, da ſich zu der ſeit Jahren be ſtandenen Schwäche des einen Auges der graue Staar geſellt und zuletzt das Licht beider Augen verdunkelt hatte, zur Vornahme einer Operation genötigt. Durch den von dem Großherzog aus Bonn nach Karlsruhe berufenen Geheimen Rat Dr. von Walther wurde am 6. Oktober 1828 vormittags 11 Uhr die Operation auf beiden Augen mit dem beſten Erfolge vollzogen. Doppelt freudig begingen darum am 7. Oktober die der fürſtlichen Frau unverbrüchlich an hänglichen Karlsruher deren Namensfeſt. Aber erſt im Juni 1829 konnte die Markgräfin wieder den Gang zur Kirche wagen und am 28. dieſes Monats zum erſtenmale im Hoftheater erſcheinen, wo ſie von den lebhaften Huldigungen des über ihre völlige Geneſung hoch erfreuten Publikums begrüßt wurde. Im gleichen Jahre hatte die Anweſenheit des Königs von Frankreich, des Dauphins und der Dauphine im Elſaß einen Beſuch des Großherzogs, des Markgrafen und der Markgräfin Leopold in Straßburg und des Markgrafen Wilhelm im Lager von Lunerille veranlaßt. Karl Friedrichs Säkularfeier. Ein Feſt, zu dem die erſten Anordnungen vom Hofe ausgingen, das ſich aber bald zu einem echten und wahren Volksfeſte aus⸗