412 geſtaltete, war die Feier des 22. November 1828, als des feſtlichen Tages, an welchem Karl Friedrich vor hundert Jahren geboren wurde. Schon am 1. November erließ der Großherzog an den Staats⸗ miniſter des Innern, Freiherrn von Berckheim, ein am 3. November zur öffentlichen Kenntnis gebrachtes Handſchreiben, welches die An⸗ ordnungen für eine würdige Feier dieſes denkwürdigen Tages im ganzen Lande enthielt und ſchon am 5. November konnte die Karls⸗ ruher Zeitung darauf hinweiſen, daß allenthalben der Wunſch laut werde,durch Stiftungen im Geiſt und Sinn des unvergeßlichen Fürſten, alſo durch Anſtalten für Volksbildung und Volkswohl mit neuem Schmuck ſeinen Namen den kommenden Geſchlechtern zum Bild der Eintracht, der Liebe und Verehrung zu überliefern, ſowie daß ſich bereits in Karlsruheein freiwilliger Verein von Einwohnern aus allen Ständen und Gegenden des Landes gebildet habe, damit durch Einheit des Planes und der Beſtrebung ein großartiges, allen Bürgern Badens frommendes, hauptſächlich aber der ärmeren Klaſſe nutzbringendes Werk ins Leben trete. Am 6. November wurde ein von 23 angeſehenen Männern unterzeichneter Aufruf veröffentlicht, der zunächſt zur Zeichnung von Beiträgen zur Begründung einer Karl⸗Friedrichs⸗Stiftung einlud, wobei noch unentſchieden blieb, ob die beſtehende Abſicht, das An⸗ denken des beſten Fürſten zu ehren,durch beſondere Schuleinrichtungen zu beſſerer Bildung des Handwerkerſtandes oder durch Verwendung der jährlichen Zinſen zu Lehrgeldern oder durch Gebrauch zur Er⸗ ziehung armer hilfloſer Waiſen oder zur Ausſtattung unbemittelter tugendhafter Bürgerstöchter oder ſonſt durch irgend eine wohlthätige Anſtalt am beſten erreicht werden könne. Nach einer den Aufruf einleitenden Bemerkung der Redaktion der Karlsruher Zeitung ſcheinen ſich die meiſten Stimmen für die Errichtung von Lehranſtalten aus⸗ geſprochen zu haben,in welchen die zu Gewerben jeder Art be ſtimmte Jugend, hauptſächlich der künftige Handwerker und Landwirt genügende Vorbereitung erhält. Zu gleicher Zeit wurdennähere Beſtimmungen über die Einſammlung und Verwendung der Beiträge veröffentlicht. Am Samatag den 22. Novemberſtieg wie die Karlsruher Zeitung in ihrem Feſtartikel ſchreibt nach trüben Novembertagen majeſtätiſch und freundlich, wie einſt Karl Friedrich über ſein Volk