nung haben könnte; und es iſt ſich nicht zu verwundern, daß das ſelbe bey den hieſigen Evangeliſchen und Katholiſchen Einwohnern gleiche Senſation erregte; auch müßte es jeden der Religions-Eigen⸗ ſchaft dieſer Kirche unkundigen Fremden ohnfelbar auf die Ver muthung leiten, daß ſie dem katholiſchen Religionskultus im ganzen oder doch zum Theil gewidmet ſeye, da ihm die Deutung des jetzt ſo beliebten Eiſernen Kreuzes, als einer politiſchen Idee, nur aus un ziemlichem Spott oder Scherz oder in ſehr ungeſchickter Beziehung an dieſem Orte gegeben werden könnte. Unter dieſen Umſtänden muß daher die diesſeitige evangeliſche Gberkirchenbehörde allen Ernſtes darauf beſtehen, daß dieſes Kreuz ohnverzüglich beſeitigt, und durch irgendeine andere auch an ſich äſthetiſche Verzierung des eiſernen Gitters erſetzt werde, bey welchem Anlaß man zugleich überhaupt wünſchen muß, daß künftig alles, was in näherer Beziehung auf Religions⸗Cultus ſteht, nicht als blos architectoniſcher Gegenſtand behandelt, ſondern immer zur vorgängigen Rückſprache mit der dies ſeitigen oberſten Aufſicht über Religions- und Rultſachen gebracht werde, um ſolchen von Ein- und anderer Seite immer unannehm lichen Zwiſchenſprachen und Maßregeln ex poſt dadurch zuvorzu kommen. Karl Schäfer pflegte beim Empfang beläſtigender Erlaſſe mit hoheitsvoll gleichgültiger Miene und in einem Ton, deſſen köſtlich harmloſer Sarkasmus leider ſchriftlich nicht wiedergegeben werden kann, zu ſagenJeder Tag bringt ſeine Sorgen! Weinbrenner wird in dieſem Fall mit ähnlichen Gefühlen zur Feder gegriffen haben. Er ſchreibt am 33. Wov. 38j5:Die großh. Bau Commiſſion hat zu dieſem Grillage 2 Jeichnungen gefertigt und ſolche der höchſten Grtes für die Exekution aufgeſtellten Kirchenbaukommiſſion, bey welcher außer den Baukommiſſions Mitgliedern auch Herr Gberhofprediger Walz, Serr Kirchenrath Knittel, Serr geheimer Finanzrath Bern hardt und err Domänenverwalter Käsberg ſich befinden, vorgelegt. Von dieſen Zeichnungen, wovon die eine ohne und die andere mit einem Kreuz verſehen waren, hat nun dieſe Commiſſion die letzte für die nach der höchſten Idee Sr. Königlichen Hoheit adäquateſte an geſehen und ſolche auch zur Ausführung gewählt. Ich begreife da her nicht, wie Ein hohes Miniſterium des Innern Evang. Sektion die Baukommiſſion oder aber mich einer Einſeitigkeit beſchuldigen will, da wir doch dieſes Grillage nicht auf eigene Autoriſation, ſondern mit Zuzug des dazu aufgeſtellten in jedem Fache competenten Per