wohnt, vorgeſchlagen, von Serrn Gberbaudirector aber ein etwas lichteres Grau vorgezogen und beſchloſſen, daß hierüber vorerſt der Überſchlag gefertigt und zu weiterer Entſchließung vorgelegt wer den ſolle beſonders, da die Steinhauerarbeit mit Oehlfarb angeſtri chen werden müſſe. Dieſe Wiederſchrift iſt in verſchiedener Fin ſicht höchſt beachtlich. Wo Guignard gewohnt hat, iſt nicht feſtſtell bar. Es darf wohl angenommen werden, daß mit ſeinemGuartier nicht etwa in des Wortes urſprünglicher und im mittelalter übli cher Bedeutung das Stadtviertel, ſondern das Saus gemeint iſt, das er bewohnt hat. Und wenn die Farbe dieſes Sauſes von den Mit gliedern des Kirchenvorſtandes als Vorbild für die Stephanskirche vorgeſchlagen wird, dann muß es in einer andern, als der im Jahre 8j in Karlsruhe üblich geweſenen Farbe angeſtrichen geweſen ſein. Wach der von Gipſer J. Scheiber aufgeſtellten Rechnung vom ten Mai 3834 hat dieſerdie Kierch außerhalb ganz angeſtrichen und pro Klafter 32 Kreuzer erhalten. Die Ausführung der Arbeit iſt von Bauaufſeher Weiß und die richtige Ausmeſſung von Archi tekt Waldmann beſtätigt worden. Als Taglohn wurde bezahlt für den Sipſergeſellen 3 fl, für den Maurergeſellen 46 Kr. und für den Zandlanger 32 Kr. Ein ZJentner Sips hat 54 Kr. gekoſtet. Laut Rechnung vom jzten Jan. 3183j5 hat Berckmülleraußer dem Accord am Thurm und Sakriſtey zwey mal mit gelbgraulichter Waſſer farb angeſtrichen am Thurm§4 lang z6 hoch j890 Schu, an den beeden Sakriſteyen 96 lang 49 hoch 4704 Schu zuſammen 6593 Schu geben 3830 Klafter wegen der Söhe à 52 Kr. ſamt Materia⸗ lien 36 fl 38 Kr. Verwendet wurden4 Pfd. Frankfurter Schwarz à 24 Kr., 5 Pfd. Oker à 6 Kr.,)) Kiebel Kalk à 30 Kr. u. Liter Gips zu j8 Kr. Man könnte danach den gelbgrauen Farbton heute noch nachmiſchen. Es iſt alſo durch Vorſtehendes bewieſen, j. daß die Stephans kirche verputzt und in ihren Putzflächen mit Waſſerfarbe, an den Hauſteinen mit ölfarbe angeſtrichen war, 2. daß die Wahl des da mals für Rarlsruhe nicht üblichen gelbgrauen Tones nicht durch Weinbrenner, ſondern durch den Kirchenvorſtand getroffen worden waren der geh. Keferendär im Miniſterium des Innern Caſpar Dühmig und der geh. Referendär im Miniſterium der Juſtiz Jacob, Sdler von Traitteur.(Totenbuch der Kath. Pfarrgemeinde St. Stephan und Nachruf in der Uarlsruher Zeitung v. 19. Jan. 1818 Nr. 19.) Am 21. Jan. 1818(Karlsr. Stg. v. 25. Jan. 1818 Nr. 25) hat das großh. Stadtamtsreviſorat alle diejenigen, welche irgend einen An- ſpruch auf die Verlaſſenſchaft hatten, aufgefordert, innerhalb von 6 Wochen ihre Beweisurkunden vor⸗ zulegen, wobei auch zugleich diejenigen Freunde des Verſtorbenen, die aus deſſen Bibliothek Bücher entlehnt haben, erſucht wurden, dieſelben zurückzugeben.