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Die Zustände in der Hausindustrie.
zuheimsen. Daß die Bürsteneinzieherinnen in Donaueschingen an mancherlei Beschwerden leiden, ist unverkennbar Folge der Kumulation von Haus- Haltungsgeschäften und anstrengender Heimarbeit. In Zeiten starken Bedarfes wird in einzelnen Heimarbeitsbetrieben der Blumenindustrie in die Nacht hinein gearbeitet. Von den Schneidern wird die Saison durch Ausdehnung der Arbeitszeit möglichst ausgenützt, 13 bis 16, auch 18 Arbeitsstunden kommen dann vor; auch wird gelegentlich die ganze Nacht durchgearbeitet: häufig helfen die Frauen mit, deren Arbeitszeit auf 4 bis 10, auch auf 12 Stunden steigt. Die starken Arbeitsanhäufungen im Herbst bis Weihnachten und im Frühjahr haben eine übermäßige Ausnutzung der Heimarbeiterinnen zweier Kleider- und Wäfchefabriken im Gefolge. Eine Skapu- liernäherin ruinierte ihre Gesundheit durch jahrelanges Nachtarbeiten; die Heimarbeiterinnen werden durch die Firma fortwährend zu Mehrleistungen angespornt. In einzelnen Fällen sind die Ehemänner so verständig, den Frauen allzulanges Arbeiten nicht zu gestatten.
Lo hnzahIung.
Der Verkehr zwischen Unternehmern und Heimarbeitern ist im allgemeinen ein unmittelbarer. Die bekannt gewordenen Ausnahmen sind die folgenden: Die Fabrik von Porzellanknöpfen in Freiburg unterhält auf dein Lande eine größere Anzahl Agenturen, welche die Arbeit ausgebeu und in Empfang nehmen; die Zahlung erfolgt durch die Agenten Zug um Zug auf Grund der an den Ausgabestellen ausgehängten Lohntabelle; für ihre Mühewaltung erhalten dis Agenten von der Firma eine Entschädigung, die nach der vermittelten Arbeitsmenge berechnet wird. Ter Verkehr zwischen den Pforzheimer Unternehmern und den Kettenmacherinnen in einzelnen Landgemeinden wird durch Agentinnen vermittelt, welche den Heimarbeiterinnen Stücklohnsätze auszahlen, die niedriger als die ihnen von den Fabrikanten gewährten sind; die Agentinnen sind selbst Heimarbeiterinnen, ihr Zwischengewinn ist bekannt und nicht erheblich. Von den vier Nähseidefabriken verkehrt die zu Freiburg mit ihren Winderinnen durch eine Arbeitsverinittlerin, die von der Firma für jede „Rechnung" eine Provision erhält; da ihr diese Entschädigung nicht genügt, kürzt sie die von der Fabrik ausgezahlten Stücklöhne noch um etwa 6^.. Eine Seidenbandfirma in Gückingen läßt in der Hausindustrie noch „Zapfen" machen, wie dies früher im allgemeinen üblich ivar. Der mit der Herstellung der Zapfen beauftragte Hausgewerbetreibende läßt Teilarbeiteil durch Heimarbeiterinnen ausführen, die er entlohnt. Während die Trikotnäherinnen auf dem Heuberg im allgemeinen mit den Arbeitgebern — Fabrikanten in Ebingen (Württemberg ) — unmittelbar Verkehren, schiebt sich zwischen die Näherinnen zu Heinstetteil und den Auftraggeber ein in der württem- bergischen Gemeinde Meßstetten ansäßiger Zwischenmeister ein, der den Arbeiterinnen geringere als die im direkten Verkehr üblichen Stücklöhne zahlt. Ter in Stetten a. k. M. ansässige Fergger einer Schweizer Firma vermittelt den Verkehr zwischen dein Unternehmer und den Vorhangstickerinnen; er erhält zehn Prozent Provision, die er an den Arbeitslöhnen kürzt. Eine Kartonagefabrtk in Trossingen (Württemberg ) verkehrt mit ihren in badischen Gemeinden ansässigen Heimarbeitern durch Lagerhalter, die voll