mich etwas rechtfertigen. Ja, es ist wahr, ich hätte die grösste Lust, mich von Deinen zeichnerischen Einfällen inspi- riren zu lassen und denselben ein poetisches Geleit in die Welt zu geben. Aber ob es mir ge- lingt, das letztere würdig und entsprechend zu gestalten, das weiss ich gar nicht. Darf ich einmal ganz im stillen(so dass Niemand etwas von der hand erfährt) es versuchen? Was denkst Du, was meinst Du— mich machte der Einfall etwas toll! Gerade jetzt aber habe ich rechte Lust. Die Universitäten verschmähen mich: nach Wien kam Leipzig. Das wählte Janit- schek. Nun würde Strassburg frei— gestern trifft die Nach- richt ein, dass ein Dr. Dehio dorthin berufen wird. Mich will man nirgends. So verfolgt mich eine Enttäuschung nach der an- deren— denn trotz Allem, das ich mir immer im Voraus gesagt:„es wird ja doch nichts werden"— so stellt sich bei der Entscheidung ein eigenthümliches Gefühl ein.— Die einzige Antwort und zugleich die einzige innerliche volle Beruhigung die ich habe, ist der ungestörte Anbeitsdrang. Und so lasse ich denn die Welt ihren Gang, der mich vorläufig auszuschliessen scheint, gehen und arbeite weiter.— Hoffentlich erholt sich Deine liebe Mutter, der wir wie allen den Deinen unsere Herzens- grüsse senden, bald vollständig!

Das war gewiss eine rechte Sorge für Euch!— Also Wenzlein! Grau in grau. Der Staedel bleibt halt allerlei genial!