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Angeklagte Koch , welchen Buffa zur Betreibung der Photo- grapbirkunst seit mehreren Monaten bei sich angcstellt hatte, das Gettändniß ab, daß Busfa ihn schon lange mit der Zu- muthung verfolgt habe, falsches Papiergeld photographisch anzufertigen, weil man damit „viel gewinnen" könne. Zuerst habe er mit einem badischen Zweiguldenscheine den Versuch machen sollen, desien Ausführung jedoch wegen der Beschaffen­heit des Papieres zu schwierig gewesen sei, dann aber habe er aus Geheiß seines Dienstherr» die 7 negativen Glasbilder von einem ihm durch Buffa übergebene» Fünsguldenscheine angefertigt, und davon auch zwei positive Abdrücke auf Papier gemacht, welche Buffa zu sich gesteckt habe. Diese 2 Papierabdrücke wurden nirgends ausgefunden, es ergab sich jedoch aus den von Koch gemachten Enthüllungen als wahrscheinlich, daß Buffa , welcher noch am Tage der Ferti­gung zugleich mit Koch arretirt wurde, dieselben kurz vor seiner Arretirung vernichtet hatte. Ein Ausgeben der falschen Scheine war noch nicht erfolgt, dagegen fanden sich im Labo­ratorium, sowie in der Privatwohnung des Buffa verschiedene Blättchen Postpapier vor, Welche ganz in dem Formate der Hess. Fünsguldenscheine zugeschnilten waren, und auch die lichtblaue Färbung dieses Papiergelds besaßen. In Benützung dieser Thatsachen und mit besonders markirter Darstellung des früheren Lebenswandels des Angeklagten Buffa, der schon vor 2 Jahren wegen Ausgebens von falschen preußi­schen Thalerscheinen vom kurfürstlichen Criminalgericht in Marburg zu mehrmonatlicher Zwangsarbeitshausstrase ver- urtheilt worden war, begründete der Großh. Staatsanwalt, Hofgerichtsratb Haast, die Anklage dahin, daß Buffa als Urheber und Anstifter des Verbrechens der Fertigung falschen Papiergelds, der junge Koch aber nur als Gehülse des Buffa zu betrachten und zu bestrafen sei. In diesem Sinne fiel auch, trotz der von beiden Vertheidigern lebhaft gewahrten Interessen ihrer Schutzbefohlenen, im Wesentlichen der Wahr­spruch der Geschworenen aus, wornach zwar kein gänzlich vollendetes Verbrechen, wohl aber der beendigte Versuch eines solchen angenommen, dem Angeklagten Buffa die Anstiftung und Mitwirkung zu demselben, und dem Angeklagten Koch die wiffentliche Beihülfe dazu zur Last gelegt wurde. Die Verhandlung, welche Vormittags 8 Uhr begonnen und nach kurzen Unterbrechungen erst Nachts 10 Va Uhr ihr Ende er­reicht hatte, schloß mit der Verkündung des Urtheilspruches, welcher den Angeklagten Buffa zu einer 3jährigen Zuchthaus­strafe. den Angeklagte» Koch dagegen zu einer lOmonatlichen Arbeitshausstrafe verurtheilte. Damit hat die erste Quartal­sitzung des lausenden Jahres ihre Arbeiten beendigt. Ein Rückblick aus dieselben zeigt, daß hinsichtlich aller Angeklag­ten eine Schuldigerklärung erfolgt ist.

Bayern . München , 30. März. (F.J.) In der hie­sigen Münzanstalt arbeitet man bereits an der Prägung der neuen Vereinsthaler zu I st. 45 kr., sodann der ganzen und halben Goldkronen zu 16 fl. und 8 fl., welche vom 1. Mai an in Circulation kommen werden. Die Geschäftswelt genießt mit diesem Zeitpunkt den wichtigen Vortheil, daß in dem ganzen, 70 Millionen Seelen umfassenden Vereinsge­biete die neueren Münzen Geltung haben und hiermit jede Zahlung geleistet werden kann. Zur Ausgleichung werben sür Süddeutschland zu den bisherigen Eingulden- und Halb- guldenstückcn noch Emviertelsguldenstücke fFünszehner) geprägt.

Augsburg , 30- März. Die „Augsb . Postz." schreibt: Einige neugeweihte Priester unserer Diözese haben an die Regierung die Bitte gestellt, der Einladung des Erzbischofs von Freihurg zur temporären Aushülfe in der Seelsorge in deffcn Sprengel Folge leisten zu dürfen. Wie wir nun vernehmen, soll dieses Gesuch abschlägig beschieden worden sein, sür den Fall, daß die gedachten Geistlichen nicht einen vollständigen Austritt aus dem bayrischen Unterthanenver- bandc beabsichtigen.

Straubing , 25.März. (Paff. D.-Z.) Glaubwürdigen Berichten zufolge hat letzten Sonntag in dem Markte Pilsting

S . Straubing) ein arger Tumult stattgesunden. Ein ,arm hatte nämlich an diesem Tage Nachmittags ein übelbeleumundetes, als bösen und gefährlichen Raufer be­kanntes Subjekt arretirt. Alsbald verlangten fünf Bursche deffcn Freigebung vom Gendarmen. Dieser aber fertigte

sie energisch ab. Daraus entfernten sie sich unter heftigen Drohungen und der Ankündigung alsbaldiger Wiederkehr. Der Gendarm mochte einen Weitertransport nicht gerathen finden, transportirte seinen Gefangenen in ein Zimmer des Schäser'schen Brauhauses, das zu Parterre gelegen und seine Ausgangsthüre auf den Hof hat. Kaum war Dieses geschehen, so füllte sich der Hof mit Burschen, die unter Anführung der Obenerwähnten die Freigebung verlangten. Der Gendarm forderte sie zur Ruhe und zum Nachhausegehen auf, wurde aber mit Steinwürfen traktirt und zog sich in's Zimmer zum Arrestanten zurück, die Thüre hinter sich verschließend. Nun erfolgte unter fürchterlichem Lärm, Drohungen rc. der An­griff aus die verschloffene Thüre, um die Befreiung des Ge­fangenen zu bewirken. In der höchsten Gefahr nun, als die Thüre den vereinten Bemühungen und geführten Streichen nachgegeben, schoß der bedrohte Gendarm auf die Angreifer heraus, hatte aber das Unglück, den die wüthenden Bursche abwehrenden Schäser'schen Hausknecht derart in den Leib zu treffen, daß er lebensgefährlich verwundet niederstürzte. Ein zweiter Schuß tras einen der tumultuirendsten Burschen. Der Lärm war so arg geworden, daß die geängstigten Bewohner des Marktes die Glocken läuteten und die Bürger zu den Waffen griffen. Erst dem Einschreiten der Landwehr und einer zu Hülfe gekommenen Patrouille der Gendarmerie ge­lang die Besiegung des Tumultes und nicht ohne Benützung des Seitengewehrs von Seite der Gendarme», wodurch noch einer der Exzedenten zwei Hiebe über den Kops bekam.

Preußen. Magdeburg , 29. März. <Fr. I.) Wie wir verbürgen können, hat die Wittwe des im Duell ge­bliebenen Polizeipräsidenten v. Hinckeldey zu Berlin gerade am Todestage ihres Gatten <am 10. März- das Begnadigungs­gesuch sür den auf hiesiger Zitadelle seine Strafe einer vier- zährigen Festungshaft verbüßenden Hrn. v. Rochow-Pleffen bei dem Könige eingereicht. Dem Vernehmen nach hat sich Hr. v. Rochow nicht unbedeutend an dem durch freiwillige Beiträge erwachsenen Unterstützungsfond für die Hinter­bliebenen des Hrn. v. Hinckeldey, welcher sich auf die ansehn­liche Summe von etwa 22,000 Thlr. belaufen soll, betheiligt.

Sachsen . Dresden , 27. März. Vor Kurzem ward in einem Bezirksgericht des Landes ein Strassall verhandelt, in welchem die Lust, reich und vornehm zu heirathen, eine strenge Lehre bekam. Einem Bauern an der böhmischen Grenze, der von ihr befallen ist, waren seit Jahren von einer Schwindlerbande durch die Vorspiegelung, ein großer adeliger Rittergutsbesitzer setze ihn zum Erben ein und gebe ihm seiner Tochter Hand, weit über 1000 fl. abgenommen worden. Da­bei hatten sich jene Gauner rer seltsamsten Verkleidungen und Vorwände bedient, eine ihrer Zuhälterinnen spielte die reiche Braut, ein Anderer trat als König von Sachsen aus, um seine Zustimmung auszusprcchen und dem glücklichen Freier silberne Sporen, die er sich eigenhändig vom Fuß abgeschnallt, und ein Pferd, letzteres freilich nur io partikua, denn es war nicht da, zu schenken und so ihn zum Ritter zu erheben. König und Adelsräulein wurden dem Arbeits­pause überwiesen, die übrige Bande gehört vor österreichische Gerichte. Der als Zeuge aufgetretene Bauer glaubt auch noch jetzt an die Wahrheit des ihm gespielten Betrugs.

Frankreich . Paris , 31. März. Ihre Kais. Hoheit die Großherzogin Stephanie von Baden wurde vom Kaiser gestern Abend am Straßburger Bahnhofe empfangen. Wie es heißt, wird Ihre Kais. Hoheit einige Zeit in Paris blei­ben: auch wird ihre Tochter, die Herzogin von Hamilton, welche den Winter in Pau verbrachte, dieser Tage hierher kommen.

Italien . Sicilien. Die Morning-Post enthält traurige Berichte über die in Sicilien gegen die politischen Gefangenen angewendctcn Mittel. Begreiflicherweise ist nicht zu ermitteln, ob die Schilderungen, denen in einem Holz­schnitte die Darstellung eines neuen Folterwerkzeugs der neapolitanischen Polizei, nach einer Federzeichnung geschnitten, die der Redaction in einem Privatbrief aus Palermo durch außerordentliche Gelegenheit zukam, beigegeben ist, vielleicht übertrieben sind. Die Lage jener Unglücklichen mag traurig genug sein. Das englische Blatt sagt u. A.: „In den Ge-