Sein Weib hieß Eva Mener (1507 verwittwet), sein Sohn Hans Rulmann Taedinger, bischöfl. Straßburgischer Lehensmann und (1565) Vormund der Kinder des Michael Botzheim.
Honesta et pia Brigida Dedingerin, st 8. Juli 1496.
Honsstus st providus Johannes Jngolt, ihr Gatte, st 18. November 1507.
Das Bürgerrecht zu Offenbürg empfing 1524 Hans Taedinger von hier wegen seiner Hausfrau Apollonia, Tochter des Philipp Ritter sei., und wollte auf der Zunftstube zum Anker dienen.
1518 erwarb Rulmann Taedinger von Offenburg das Schlößchen in Schultern.
Honesta äomina Ursula Taedingerin rel. qu. providi Georii Müg, civis argent. kaufte im Jahre 1552 Gülten in Willstett .
Im goldenen Wappenschild« führten die Tädinger den Rumpf eines Mohren in rother Kleidung mit weißem Brustlatz und weiß aufgeschlagener rother Mütze. Derselbe Rumpf saß auf dem Stechhelm. _
Werner von Dyche, residens in Offenburg (1481 zuerst erwähnt) wird 1509 als validus vir bezeichnet und war 1513 in Durbach begütert. Das erst bürgerliche, dann adelige Geschlecht derer „zum Teich" oder „am Teich" stammt aus Straßburg , woselbst „Werner zem Tiche" schon 1334 vor» kommt. Sie erwarben im 15. Jahrhundert Grundbesitz jenseits des Rheines: um die Mitte des 16. Jahrh. scheint das Geschlecht mit Jacob zum Teich erloschen zu sein.
Die Dors oder Dorse. In den Jahren 1395 und 1421 wird hier ein Bechtold Dors erwähnt; 1423 ist Johann Dorse ein Zwölfer des Gerichts zu Offenbürg; vielleicht gehört zu diesem Geschlecht auch der Bechtold Dorsner, welcher 1428 hier Zwölfer war.
Der älteste Dors führte im Schilde vier quer übereinander liegende Bällchen, jeder obere kürzer, der oberste dicker als die anderen Die heraldischen Sachverständigen erblicken darin ein redendes Wappenbild, das auf dorsum (Rückenwirbel) deutet.
Drach ist ein altes, angesehenes Geschlecht, dessen Name zuerst 1407 durch den Zwölfer Hans Drach und seine Gattin Metze auflritt.
Jordan Drach wird in den Jahren 1407, 15, 16 als Priester und Pfleger, als Schaffner des Spitals und später als Kämmerer und Dekan der Kirche St. Thomas zu Straßburg erwähnt und starb 1458.
Im Jahre 1431 wurde zu Heidelberg ein Conrad Draeche oder Trach aus Offenburg immatriculirt.
Leonhardus Trach armiger argentinensis 1491.
Otomarius Trach verließ 1548 neben vielen anderen katholischen Bürgern die Stadt Straßburg .
Rathhausjustiz. Die Frevler und Gesetzesverächter brachten im Jahre 1901, soweit Geldstrafen ihnen zur Buße auferlegt wurden, der Stadtkasse rund 560 Mark mehr ein, als vorangeschlagen waren; 1800 Mark für Polizei- und 212 Mk. für Feldfrevelstrafen, zusammen 2042 Mk. Die Ordnungspolizei ist in 271 Fällen, die Sittenpolizei 70, die Gesundheitspolizei 60 mal, die Wasser-und Straßenpolizei 490 mal eingeschritten, während auf Anzeigen der Feldhut 112 Strafen verhängt wurden. Im Ganzen sind 1030 Straffälle verzeichnet, also mehr als 3 an jedem Arbeitstag des Bürgermeisters.
Das städtische Lesezimmer erfreut sich fortwährend einer lebhaften Frequenz aus allen Kreisen der Einwohnerschaft, nicht zum wenigsten auch seitens des weiblichen Geschlechts. Es ist erfreulich, beobachten zu können, mit welcher Ruhe und Aufmerksamkeit die Besucher in die Lektüre der Zeitungen aller politischen Richtungen vertieft sind. Wie wir hören, wird nächste Zeit auch das bedeutende Werk .Welt und Menschheit" aufgelegt. In neuerer Zeit sind freilich auch einige Ungezogenheiten vor- gekommcn durch Herausreißcn von Zeitschriften ans den Mappen. Die Kommission, der an Stelle des Herrn Merkel nunmehr Herr.Landgerichtsrath Ernst angehört, wird berathen, wie solchem Unfug gesteuert werden kann. An Schenkungen für das Lesezimmer ist die Zuwendung mehrerer neuer Jahrgänge diverser Zeitschriften durch Herrn Bahningenieur Böning zu erwähnen. Herr Buchhändler Trübe hat, wie schon mitgetheilt, mehrere Tausend Bände gute Bücher zur freien Verfügung gestellt, so daß eine städtische Leihbibliothek in nicht zu ferner Zeit zustande kommen wird.
Ein städtisches Elektrizitätswerk anzustreben, ist die ernste
Absicht der Gemeindebehörde. Um weitere Kreise dafür zu interessiren und um über die hier vorhandenen Verhältnisse betreffs der Wasserkraft, des Kostenpunktes re. Aufklärung zu geben, hat sich der beim Staat an- gestellte Ingenieur Zander in Stratzburg bereit erklärt, in nächster Zeit einen instruktiven öffentlichen Vortrag zu halten.
Die St. Andreasrebe» ergaben in diesem Jahr im Vergleich zu anderen Geländen, ein sehr günstiges Resultat. Im Ganzen wurden 1026 Fährt geherbstet, was einem Weinergebniß von ca. 300 Ohm entsprechen dürfte. Die Qualität der sorgfältig sortirten Gattungen: Rother, Weißherbst, Clevner, Klingelberger, Ruländer und gemischte Weine, kann als befriedigend bezeichnet werden ; das höchste Mostgewicht betrug 92 Grad. Bei der vorzüglichen, fachkundigen Pflege der Reben, wie , auch insbesondere der Weine im Keller durch Küfer und Respicient, kann man erwarten, daß auch der heurige Jahrgang dem Renomme der St. Andreasweine zur Ehre gereichen wird. Die Herbstarbeit war in den anfangs naßkalten Tagen für die Winzer und Aufsichtspersonen eine strapaziöse; es hatten sich dem Herbstgeschäft während 17 Tagen etwa 28 Arbeiter und Arbeiterinnen gewidmet. Die Schlußfcier, welche am Dienstag stattfand, war eine höchst fröhliche und animirte. Leider sind uns die näheren Details vorenthalten geblieben, wir hörten nur, daß bei vorzüglichem Imbiß und gewähltem Spitalwein die Herren Räthe mit den schmucken Winzerinnm emsig dem Tanz gehuldigt hätten und den Mädchen die grauen Häupter und die jugendlich galante Tanzkunst der Rathsherren fast unvereinbar schienen. Wir brachten noch in Erfahrung, daß Photograph Demuth ein gelungenes Gruppenbild ausgenommen habe. Wir kommen vielleicht in die Lage, mit dem näheren Bericht unseren Lesern das Bild vorzusühren.
ÄS Jahre Bolksschullehreri». Durch die große Bescheidenheit einer hochverehrten Mitbürgerin erfuhren wir erst post festum von einem Jubiläum, das weite Kreise in Rah und Fern gern theilnehmend mit begangen hätten. Es waren dieser Tage fünfundzwanzig Jahre, seitdem Fräulein Sophie Dusbergerin den schweren Beruf der Jugenderziehe rinnen eingetreten ist. Zweiundzwanzig Jahre dieser Tbätigkeit fallen auf. die hiesige Mödchenvolksschule. Wer Fräulein Dusberger kennt, wer als Schülerin zu ihren Füßen gesessen, oder neben ihr am Kochherd der Fortbildungsschule hautirend lernen durfte, wird mit uns sich des Festes freuen. Die große Anhänglichkeit mit der die ehemaligen Schülerinnen von der treuen Lehrerin-Freundin sprechen, trägt die Bürgschaft in sich, daß Fräulein Dusberger es versteht, die Kinderherzen an sich zu ziehen, durch eine Autorität der Herzensgüte und Gerechtigkeit, gepaart mit ernstem Wissen und Weiterstreben. Möge der Volksschule noch lange das Glück beschieden sein, eine Kraft wie die der Jubilarin im Lehrkörper zu besitzen! Der Jubilarin selbst entbieten wir die herzlichsten Glückwünfche! Wie wir sie kennen, trägt sie die Anerkennung und den Dank für ihre Pflichttreue in sich selbst; wir würden fürchten, sie unangenehm zu berühren, wollten wir unserem Herzensbedürfniß folgen und mehr von ihr erzählen. Drum für heute nur: „Ad multos annos!“ — Seitens des Gemeinderatbes wurde Fräulein Dusberger in einem ihre Verdienste anerkennenden Schreiben die besten Glückwünsche dargebracht.
Das Original-Weltpanorama bringt vom 9. bis 15. November: ..Ostasien ". Ansichten von China , Korea und Japan . Die Aufnahmen aus China werden noch aus der Zeit stammen, wo noch nicht des „rauhen Krieges Horden, dieses stille Thal durchtoben" und so werden wir noch die Eindiücke in uns aufnehmen können, wie sie die unzerstörten Stätten alter, hochentwickelter Kultur boten. Das Astrolabium der Sternwarte in Peking in seinem unberaubten Zustande, wird wohl eines der interessantesten Bilder der Serie sein. Sollte man ein Urthcil abgeben, welche Reise die sehenswertheste war, der Richterspruch würde schwer fallen. Es bleibt immer bei dem alten Ausspruch: Ein billigeres und belehrenderes Vergnügen kann nicht leicht geboten werden.
Die Gastspiele nahmen im Stadttheater ihren Anfang. Herr Hofschauspieler Reiff von Karlsruhe gastirte am Freitag Abend mit gewohntem Erfolg als Organist Goldner in „Das große Licht" v. Philipp!. Herr Schutzmann, Herr Jban, Herr und Frau Dockers stunden dem Gaste würdig zur Seite. Frl. Alsen hätten wir gerne mehr Wärme gewünscht. Die Dame, die sehr begabt ist, hochtragische Rollen mit Begeisterung zu spielen, versteht noch nicht die Kunst des „stummen"' Spieles, sie muß noch lernen theilnehmend zuzuhören. Der letzte Akt deck Stückes fällt stark ab. Die Woche brachte uns noch zwei vorzügliche Darstellungen des Fischerdramas „Hoffnung auf Segen" von Heyersmann jr. Leider litten beide Vorstellungen schwer unter einem llnstern. Der Genuß an der ersten Aufführung wurde von einem Theile des Publikums in unqualifizirbarer Weise gestört. Bei den ergreifendsten und künstlerisch dargestellten Scenen brachen wahre Lachsalven los. Allerdings verträgt das Stück keine Stimmung, wie sie die sehr zahlreich anwesenden Jünger des Mars mit ihren Schönen mitbrachten, zumal an einem Sonntage, an welchem der Neue „reißt". Das verständige Publikum sollte aber gegen solch grobe Belästigungen geschützt werden. Die Wiederholung des Stückes stand unter dem Zeichen der bedauernswerthesten Verödung des Zuschauerraumes. Das Kostümlustspiel „Frau Königin", in Versen, von Koppel-EIfcld, war brillant in Ausstattung der Kostüme re. Das Spiel der Damen Erfurth, Alsen und Faust tadellos. Einzelne Mit- wirkende verstanden nicht die Verse zu ihrer richtigen Geltung zu bringen und durch die Undeutlichkeit des Vortrages ging so manche hübsche Pointe verloren. Der 2. Akt war besser. — Wir vermissen die Ankündigung der versprochenen regelmäßigen Volksoorstellungen zu Einheitspreisen.
China-Caliseya-Elixir fabrizirt unser Landsmann K. Stigler' zur Zeit in Freiburg . Das Elixir ist nach ärztlichen Gutachten als Stärkungsmittel nach schweren Krankheiten sehr zu empfehlen.
Herbst und Heiratb. Wenn der Reue im Keller gährt, ist im Rebgebirg frohe Zeit. Da löst man auch die Eheversprechungen ein, die der Frühling und Sommer vernommen. Am Sonntag wurden im Wein garten 10 Hochzeitspärle von der Kanzel geworfen, wie man scherzweise im Volksmund zu sagen pflegt, d. h. es wurden vom Pfarrer so viele Eheschließungen als bevorstehend verkündet; etliche andere harren noch der Publikation. Im Gasthaus zur „Laube" in Zell finden nun für die Zeit bis zur Fasten wöchentlich 2 Hochzeiten statt.