Donnerstag, 10. Juli 195*

Nummer M

Rekordfahrt über den Atlantik

Die amerikanische „United States " fuhr -7 km/std. Durchschnitt

An Bord der „United States “. Der amerika­ nische Ozeanriese „United States “ hat den At­lantik mit einer Stundengeschwindigkeit von 66,9 Kilometern (35,59 Knoten) in neuer Rekord­zeit überquert. Das 53 000-Tonnen-Schiff pas­sierte am Montagmorgen Bishops Rock bei den englischen Scilly-Inseln und legte die Strecke von Amforose vor Neuyork, die für das Blaue Band der schnellsten Ozeanüberquerung gewer­tet' wird, in drei Tagen, zehn Stunden und vier­zig Minuten zurück. Die „United States “ hat da­mit auf ihrer Jungfernfahrt den bisherigen Re­kord der britischen Queen Mary aus dem Jahre 1938 um zehn Stunden zwei Minuten unterboten. Die „Queen Mary“ hatte eine Durchschnittsge­schwindigkeit von 31,69 Knoten erreicht. Als die „United States “ Bishops Rock passierte, tobte ein wütender Sturm, der die Passagiere auf dem Deck fast fortriß. Das einsame Leucht­feuer auf dem steilen Felsen war bei dem strö­menden Regen nicht zu sehen. Die Begeisterung der Passagiere wurde jedoch nicht beeinträch­tigt. Auf dem Deck herrschte Silvesterstimmung, Champagner wurde getrunken, Konfetti ge­streut und Conga getanzt. Als die Schiffssirene die neue Rekordzeit verkündete, spielte die Ka­pelle auf dem Promenadendeck „Stars and Stri­pes“, „God save the Queen“ und die „Marseil­ laise “.

Die Geschichte des Blauen Bandes begann im Jahre 1838, als der hölzerne Raddampfer „Great Western“ zum erstenmal ohne Hilfe des Segels in 15 Tagen über den Atlantik fuhr. Um die Jahrhundertwende erhielten die deutschen Schiffe „Kaiser Wilhelm der Große“ und „Deutschland“ das Blaue Band, das auch die „Titanic“ bei ihrer Unglücksfahrt angestrebt hatte. Spätere Gewinner des Blauen Bandes waren die britische „Mauritania “, die Lloyd­dampfer „Bremen “ und „Europa“ und die fran­zösische „Normandie “. Commodpre Harry Man- ning, der Kapitän der „United States “ will ver­suchen, den Ozean auch auf der Rückfahrt in Rekordzeit zu überqueren.

Erich Oelke wurde ermordet

Großsachsenheim. Der Leichnam des seit dem 22. Juni vermißten 12 Jahre alten Schülers - Erich Oelke aus Großsachsenheim im Kreis Ludwigsburg ist am Dienstagmorgen bei einer Großfahndung der Polizei in einem Walde bei Großsachsenheim aufgefunden worden. Es liegt ein Verbrechen vor. Der noch unbekannte Täter hatte die Leiche des Jungen im Walde in der Nähe des Festplatzes verscharrt, auf dem am

22. Juni ein Waldfest stattgefunden hätte. An diesem Fest hatte der 12jährige Junge teil­genommen.

An der Großfahndung, die am Djenstagfrüh begann, beteiligten sich zwei Hundertschaften der Bereitschaftspolizei mit Funkwagen und 25 Spürhunden sowie zahlreiche Beamte der Lan­despolizei.

Tod in der Kiesgrube

Harlingerode (Niedersachsen ). In einer Kies­grube in Harlingerode kamen zwei Menschen ums Leben. Der 15jährige Vitus Schleier aus Oker badete in der Grube, obgleich es verboten ist. Dabei kam er einem zum Teil im Wasser liegenden Drahtseil zu nahe, das aus bisher unerklärlichen Gründen unter Strom stand. Schleier wurde sofort getötet. Der 38 Jahre alte Arbeiter Karl Wetter aus Harlingerode sah das Unglück, sprang dem Verunglückten nach, kam dabei ebenfalls mit der Stromleitung in Berüh­rung und erlitt Verletzungen, denen er auf dem Transport ins Krankenhaus erlag.

Erfolg eines Freiburger Graphikers

Wie in den beiden Vorjahren wurde auch in diesem Jahre im Zusammenhang mit der Haupttagung des Bundes Deutscher Gebrauchs­graphiker der Wettbewerb „Die besten Plakate des Jahres“ durchgeführt. Unter den 16 für die Prämiierung aus 280 Einsendungen ausgewähl­ten Plakaten befindet sich das von Gerd Grimm , Graphiker BDG, Freiburg , gestaltete Plakat „Valmeline-Skikleidung“.

Unter den Preisträgern befindet sich als wei­terer badischer Graphiker Sepp Huber, Gra­phiker BDG, Konstanz , mit seinem Plakat für die 30. Internationale Ruderregatta 1951, Kon­ stanz . Gleichzeitig mit der Leistung des Gra­phikers wird in diesem Wettbewerb auch der Anteil des Druckers und das Maß des Verständ­nisses für den Wert künstlerisch gestalteter Werbung seitens des Auftraggebers bewertet. Somit haben an den hier genannten Wett­bewerbserfolgen auch die Auftraggeber Val. Mehler AG., Fulda , und der Konstanzer Ruder­verein „Neptun“ sowie die Druckereien Württ. Kunstdruck Paul Möschei und Druckerei J. Kuttruff, Konstanz , einen Anteil.

Omnibus stürzte Böschung hinab

Fahrgäste wurden aus dem sich öberschlagenden Wagen hinausgeschleudert

Bühl . Im Schwarzwald ereignete sich am Montagvormittag ein schweres Omnibusunglück, das 25 Verletzte forderte. Auf der Schwarzwaldhochstraße stürzte beim Kurhaus.Unterstmatt ein Ausfidgomnibus über die Böschung ab und überschlug sich. Die 28 Fahrgäste aus Bühl , die nach Biberach fahren wollten, wurden durch das geöffnete Dach hinausgeschleudert. Sieben wurden schwer, 18 leicht verletzt. »

Das Unglück ereignete sich, nachdem der Ausflugsomnibus auf der nur 5,60 m breiten Straße einen entgegenkommenden Postomnibus gestreift hatte. Der Ausflugsomnibus geriet dabei zu weit nach rechts an den Abhang und fuhr etwa 20 m auf dem Bankett. Dann rammte er zwei Einfassungssteine, rollte 10 m die Bö­schung hinunter und überschlug sich. Etwa 25 m unterhalb der Straße blieb er liegen. An der Unglü<tkstelle ist eine Aussichtsschneise in den Wald geschlagen. Nur diesem Umstand ist es nach Ansicht von Sachverständigen zu verdan­ken, daß der Unfall keine Todesopfer forderte, da viele Fahrgäste schwerer verletzt oder gar getötet worden wäsen, wenn Bäume an der Unfallstelle gestanden hätten. Die sieben Schwerverletzten wurden vom Roten Kreuz in die Krankenhäuser von Bühl und Achem ge­bracht. Der Fahrer des verunglückten Omni-

Die Lokomotive im Schlafzimmei;

Ehepaar sprang geistesgegenwärtig aus den Betten

Uhingen . Die Lokomotive eines Kohlenzuges, der bei Uhingen auf ein Abstellgeleis geleitet worden war, überfuhr am Dienstagmorgen den Prellbock und durchstieß die Wand eines ein­stöckigen Wohnhauses der Bundesbahn. Knapp 30 cm vor den Betten eines in dem Hause woh­nenden Ehepaars blieb das Ungetüm stehen. Der Vorbau der Lokomotive verhinderte, daß das Haus sofort einstürzte. So konnten die Ehe­leute, die geistesgegenwärtig gleich aus den Betten sprangen, sich noch retten. Einige Se­kunden später waren die Schlafzimmereinrich­tung von herabstürzenden Steinen der Haus­wand bedeckt. Der 52 Jahre alte Bahnbeamte, in dessen Schlafzimmer die Lokomotive lan­dete, erlitt einen Nervenzusammenbruch. Von den übrigen fünf Hausbewohnern wurde zwei Kinder leichter verletzt. Der Lokomotivführer war nach dem Überfahren des Prellbocks ab­gesprungen und blieb unverletzt.

Das Haus, das aus vier Wohnräumen und einer Küche bestand, ist völlig zerstört Der Kohlenzug hatte eine Geschwindigkeit von 30 bis 40 Kilometern.

Drei Tote durch Explosionsbrand

Schweinfurt. Ein schweres Brandunglück for­derte am Montagabend in Schonungen bei Schweinfurt drei Todesopfer. Als der 39 Jahre alte Schreinermeister Georg Werner in seiner Werkstatt einen Motor anstellte, entzündeten sich explosive Dämpfe und setzten die Werkstatt in Brand. Durch die Gewalt der Explosion wurde eine Seitenwand des Gebäudes heraus­gerissen. Der Schreinermeister und seine beiden Söhne im Alter von 16 und 12 Jahren wurden in den angrenzenden Garten geschleudert. Ihre Kleidung brannte. Obwohl sofort Hilfe zur Stelle war, erlagen alle drei wenige Stunden später ihren schweren Brandwunden. Ein drit­ter Sohn entging dem gleichen Schicksal da­durch, daß er wenige'Augenblicke vor der Ex­plosion seinen Hund auf die Straße geführt hatte. Die Werkstatt und das angrenzende Mö­bellager brannten innerhalb von einer halben Stunde nieder.

Mosel-Weinkönigin hat es satt

Trier . „Ich habe die Weinfeste und vielen Re- präsentationsfeiem gründlich satt“, erklärte die Weinkönigin der Mosel , Bernanda von Nell auf der Siebenhundertjahrfeier der St-Paulus- Schiffer-Bruderschaft in Trier . Die jetzt 19jäh- rige betonte, sie werde sich auf keinen Fall „wiederwählen“ lassen. Sie möchte endlich ihr begonnenes Dolmetscherstudium fortsetzen. Bei den vielen Weinfeiern sei sie nicht zum Lernen gekommen.

Brandstifter wurde sein eigenes Opfer

Heilbronn . In einem Reihenhaus in Heilbronn erfolgten am Montagvormittag zwei heftige Ex­plosionen. Unmittelbar üarauf schlugen aus eini­gen Fenstern des Hauses Flammen. Die Haus­besitzerin rettete sich durch einen Sprung aus dem Fenster. Ihr geschiedener Mann, der im

Hinterhaus wohnte, erlitt schwere Verbrennun­gen und starb im Krankenhaus. Die Ermittlun­gen ergaben, daß er das Haus nach einer Aus­einandersetzung mit seiner früheren Frau in Brand gesteckt hat. Nachbarn hatten beobach­tet, wie er am frühen Morgen mit zwei Benzin­kanistern das Haus betrat. Der Mann hatte ver­schiedentlich gedroht, er werde das ganze Haus in Brand stecken.

„Rhön vater“ Ursinus f

Frankfurt a. M. „Rhönvater “ Oskar Ursinus ist am Montag im Frankfurter Städtischen Krankenhaus im Alter von 74 Jahren gestor­ben. Eine Lungenentzündung setzte seinem Le­ben ein Ende. Ursinus ist als Schöpfer des Se­gelfluges bekanntgeworden. Er hat die Wasser­ kuppe in der Rhön dem Segelflug zugänglich gemacht und dort nach dem Ersten Weltkrieg das Segelfliegerlager gegründet. Bereits 1909 hatte er mit einem selbstgebauten Flugapparat die ersten Flugversuche in der Nähe von Frank­ furt unternommen. Im gleichen Jahre rief er den „Flugsport“, die älteste flugtechnische Zeit­schrift, ins Leben. Die erste internationale Luft­fahrtausstellung in Frankfurt , die ILA, hat er mitorganisiert. Auch nach dem Zweiten Welt­ krieg nahm Ursinus wieder an Segelflugveran­staltungen teil.

busses konnte noch nicht vernommen werden, da er selbst schwer verletzt ist.

Ratschreiber and Rechner schließen sich zusammen

Offenburg . Die Ratschreiber- und Rechner­vereine Nord- und Südbadens haben sich dieser Tage in Offenburg zu einem gemeinsamen Ver­band zusammengeschlossen. Die bisherigen Ge­samtvorstände und Verwaltungsräte sollen bis zur nächsten Hauptversammlung noch im Amt bleiben. Die Jahresversammlung der Ratschrei­ber soll am 21. September, die der Gemeinde­rechner voraussichtlich im Oktober in Bühl stattfinden. Uber die Bildung eines Gesamtver­bandes der Gemeindebeamten und -angestellten Badens soll zu einem späteren Zeitpunkt beraten werden.

Strohhut leichter als Gamsbart Die seit Tagen anhaltende tropische Hitze bringt selbst wetterharte Bayern aus dem Gleichgewicht. Sollte man den traditionellen Gamsbart nicht mit einem federleichten Strohhut vertauschen — über­legt dieser zünftige Gebirgler

Musikfreunde kommen auf ihre Kosten

Internationale Musiktage Konstanz vom 13. Juli bis 12. August Eine Einführung und Programm-Vorschau

Von Karl Gerhard Bnzengelger

Zum dritten Male 1 ähren sich die Internationalen Musik-Tage Konstanz. Aus den bescheidenen An­fängen eines ersten Versuchs sind diese Wochen fest­licher Musiktage zu einer wahrhaft internationalen Geltung gediehen. Konstanz , das zur Zeit des Konzils die größte europäische Fremdenstadt war, beweist damit seine Bedeutung als kulturelles Zentrum des Bodenseegebiets und schaltet sich wesentlich in das internationale Musikgeschehten unserer Zeit ein. Anders als die Musikfeste der I. G. N. M. , die sich im Hauptsächlichen an den Fach-Musiker wenden und leicht eine Übersättigung mit neuer Musik nach sich ziehen, zeigt das Konstanzer Programm eine sehr glückliche Dosierung von bewährtem Altem und interessantem, vorwärtsweisendem Neuem. Musiker und Musikfreunde werden in diesen festlichen Musik­tagen eine Fülle von Anregungen finden können und durch den Wechsel des landschaftlichen und architek­tonischen Rahmens werden See und Stadtbild mit einbezogen, so daß dem Gast Gelegenheit geboten Ist, neben Ruhestunden auf dem See auch innerhalb der Konzerte die Mainau , Insel-Saal und Konzil kennen- zulemen.

Die Eröffnungs-Matinee am Sonntag im Saal von Schloß Mainau bringt vornehmlich Werke des Heidel­ berger Komponisten Wolfgang Fortner , darunter als Uraufführung die „Trauer-Ode“ für Klarinette und Streichquartett, in memoriam Werner Reinhards, des großen Förderers von Kunst- und Kulturschaffenden. Dann die „Shakespeare-Songs“ und abschließend Mozarts Klarinetten-Quintett. Mitwirkende: H. O. Hudemann (Baß), w. Fortner (Klavier), das Winter- thurer Streichquartett mit G. Contelen (Klarinette). Am Abend ist das erste Sinfoniekonzert des Städt. Orchesters Konstanz unter Dr. Richard Treiber, der auch für die Gesamtleitung zeichnet, im Konzil. Solist ist Hansheinz Schneeberger , Violine (Zürich ). Er

bringt das von Sacher erst kürzlich uraufgeführte Violinkonzert von Frank Martin mit. Weitere Werke: Schuberts C-dur-3infonie Nr. 7, die „große C-dur- Sinfonie“ und eine Sinfonia von Joh. Seb. Bach .

Am Mittwoch, 16. Juli, ist Mainau -Serenade im Ehrenhof des Schlosses (bei schlechter Witterung im Insel-Hotel-Saal). Wiederum spielt das Städt. Orchester Konstanz unter Dr. Richard Treiber. Zum Vortrag gelangen die „Serenade für Flöte, Klarinette und Streichorchester“ des zu den führenden Köpfen zäh­lenden Schweizers Conrad Beck ; „Da donce France“ eine Orchestersuite von Jean Fransais, und an be- wärhtem Altem Mozarts „Konzert für Flöte und Harfe “ und seine g-moll-Sinfonie. So wird sich in diesem rein landschaftlich schon bezauberndem Rah­men Neues bewähren müssen und dem Musikfreund wird das Erlebnis „Mozart und Mainau “ zuteil. Solisten: E. Huerixmann, Harfe (Zürich ), H. Novitzke (Flöte) und H. Dahnke (Klarinette), beide Konstanz. Am Sonntag, dem 20. Juli, 20.30 Uhr, findet im Konzil das Sinfoniekonzert der Wiener Sinfoniker statt. Leitung: Staatskapellmeister Professor Robert Heger (München ). Im Mittelpunkt steht Werner Egks „Fran­ zösische Suite “, umrahmt von Mozarts „Haffner-Sin- fonie“ und Beethovens „Eroica “. Am Mittwoch. 23. Juli, singt einer der bedeutendsten Kammerchöre Europas, der Chor des Bayrischen Rundfunks, am Dirigenten­pult Josef Kugler . An zeitgenössischer Musik hört man „Madrigale“ von Werner Egk , vier Sätze aus „Catulli Carmina “ von Carl Orff , und vier Gesänge aus der Chorkantate „Andreas Gryphius “ von Heinr. Sutermeister. Daneben erklingen Madrigale der italienischen Renaissance und die „Fest- und Gedenk­sprüche“ von Johannes Brahms .

Montag, 26. Juli, konzertiert das Koeckert-Quartett im Insel-Hotel-Saal mit Schuberts Es-dur-Quartett und Beethovens op. 123, dazu das erste Streichquartett des

Aus aller Welt

25 Mädchen fielen in Ohnmacht

De» Haag. In einer Dampfwäsdierei in Rijs- wijk bei Den Haag fielen am Montagmorgen ' nacheinander 25 Mädchen in Ohnmacht. An­fangs wurde angenommen, daß sie ein Opfer der Hitze geworden seien. Als jedoch immer mehr Mädchen ohnmächtig wurden, leitete man eine Untersuchung ein. Sie ergab, daß eine Kol­lektion Pullover mit Chemikalien präpariert war, die beim Bügeln betäubende Gase entwik- kelten. Die Pullover sind beschlagnahmt wor­den.. Den meisten der Mädchen geht es inzwi­schen wieder gut.

Falschgelddruckerei ausgehoben

Hamburg . In Hamburg-Altona nahm die Po­lizei in der Nacht zum Sonntag fünf Männer fest, die den Drude von 50 000 falschen Zwan­zigmarkscheinen vorbereitet hatten. Mit einer Schnellpresse hatten sie bereits das Papier mit Seriennummem bedruckt. Offensichtlich woll­ten sie in den nächsten Tagen mit dem Vertrieb des Falschgeldes beginnen. Die Kriminalpolizei hatte die Fälscher bereits seit längerer Zeit be­obachtet. Alle Festgenommenen sind vorbe­straft

Sonnenschirm für Verkehrsschntzmann

Nürnberg. Viele Nürnberger hielten am Mon­tag den Verkehrspolizisten auf dem Plärrer, dem Hauptverkehrszentrum der Stadt für einen Eismann, da er seinen Dienst unter einepn gro­ßen rot-weiß-getupften Gartenschirm versah. Das Sonnendach hatte eine Nürnberger Firma zur Verfügung gestellt. In einem Brief des Fir­meninhabers an die Polizei heißt es: „Wenn man einen Hund nur eine Stunde der Sonne ausset­zen würde, bekam man es todsicher mit der Po­lizei zu tun, die ihre eigenen Beamten in dieser mörderischen Hitze schmachten läßt“

Kreuzdtterbifi in den Rücken Hof

. Beim Heuaufladen fiel dem Bauern Adolf Goller aus Saalenstein bei Hof eine Kreuzotter von der Heugabel auf die Schulter. Das Reptil biß sich sofort im Rücken des Bauern fest der mit schweren Lähmungserscheinungen in das Hofer Stadtkrankenhaus eingeliefert werden mußte.

Habwkt griff neunjähriges Mädchen an

Paderborn , In der Nähe von Paderborn griff ein Habicht mehrere Male aus der Luft sto­ßend ein neunjähriges Mädchen an, als es einen kleinen Spitz vor dem Raubvogel" in Sicherheit bringen wollte. Das Mädchen hatte beobachtet, daß der Habicht auf den weißen Spitz stieß; Als der Vogel wieder in die Luft stieg, um zum neuen Angriff anzusetzen, nahm das Mädchen den Hund auf den Arm und lief davon. Auf dem Weg vom Wald zur Straße stieß der Habicht dann dreimal auf das fliehende Kind, verletzte es am Kopf und ließ erst von ihm ab, als ein Mann zu Hilfe eilte. _

Toditer mit dem Springseil erdrosselt

Berlin . Mit einem Springseil erdrosselt wurde die siebenjährige Doris Urbaneck aus Britz auf einem Feld in Buckow im amerikanischen Sek­tor Berlins aufgefunden. Die dreißigjährige Mutter des Mädchens, Maria Urbaneck, war am Abend vorher bei Spandau in die Unterhavel gesprungen und später von der Feuerwehr tot geborgen worden. Nach Ermittlungen der Kri­minalpolizei hat die Mutter ihre Tochter ver­mutlich in einem Anfall geistiger Umnachtung ermordet. Am Samstag war sie bereits unter dem Verdacht der Geistesgestörtheit in ein Krankenhaus gebracht, jedoch später wieder entlassen worden.

Selbstmord auf dem Bahnkörper

Sigmaringen . Auf dem Bahnkörper am soge­nannten „Hirschsprung“ im Stadtgebiet von Sigmaringen wurde in den Morgenstunden des Montags die Leiche einer 52 Jahre alten Haus­gehilfin aus Engelswies (Kreis Stockach ) ver­stümmelt aufgefunden. Die kriminalpolizeilichen Ermittlungen ergaben, daß die Frau sich in einem Anfall von Schwermut in der Nacht zum Montag vermutlich vor den um Mitternacht in Sigmaringen eintreffenden Städteschnellzug aus Stuttgart geworfen hat.

Münchner Komponisten Carl Amadeus Hartmann . — Zwei der bedeutendsten Pariser Nachwuchskräfte Janine Andrade (Violine) und Reine Glanoli (Klavier) geben am Donnerstag, 31. Juli, im „Insel-Saal“ einen Sonatenabend. An französischer Neuer Musik spielen sie Jean FranQaise „Sonatine“ und Claude Debussys Violin-Sonate, außerdem Beethovens op. 12 Nr. 2, Brahms op. 168, und aus den „Englischen Suiten“ von J. S. Bach für Klavier, die ln a-moll. — Am Dienstag, 5. August, Ist das in ganz Europa berühmte „Stutt­ garter Kammerorchester “ mit seinem Dirigenten Karl Münchtnger im Konzil zu Gast. Münctünger bringt Honeggers „Streichersinfonie“, Beethovens große Quartettfuge op. 133, von Mozart das „Divertimento in D-dur und die „Kleine Nachtmusik “. — Zum Abschluß, einer alten Tradition folgend, bringt Dr. Rieh. Treiber mit dem Städt. Orchester Konstanz am Dienstag, 12. August, Beethovens „Neunte Sinfonie “. Solisten: CL Ebers (Hamburg ), G. Pltzinger (Stuttgart ), W. Geißler (Hamburg ) und R. Watzke (Wuppertal ). Chor: der Gemischte Chor des „Bürgervereins Bodan“ (Konstanz ).

Diese Programm-Vorschau beweist zur Genüge, mit welcher Sorgfalt und Weitsicht Dr. Treiber im Verein mit der Leitung des Städt. Verkehrsamtes disponiert hat. Die Verteilung auf rund vier Wochen ermöglicht dem Hörer eine Frist, die einzelnen Konzerte voll zu genießen und ln sich zu verarbeiten. So ist es nicht verwunderlich, daß die „Internationalen Musik-Tage Konstanz“ im In- und Ausland schon Jetzt größtem Interesse begegnen. Vorverkaufsstellen sind ln Kon­stanz: städt. Verkehrsamt und Mullkhaus Lemper; in Radolfzell : Reisebüro Rapp; ln Singen; D. E. R. Reisebüro; ln Uberlingen: Reisebüro Müller; in Meersburg : Städt. Verkehrsamt, und für die Schweiz das Touristenbüro der A. C. S. in Kreuzungen.

Musikfreund, Musiker und Fachpresse erwarten mit Spannung und Interesse diese festlichen Musikwochen, bei denen das kulturelle Wollen der Stadt eine der vollendetsten Künste, die Musik — klassisches und zeitgenössisches Schaffen — zu einer Einheit mit Landschaft, Stadt und See verschmilzt.

Mögen die Konstanzer „Internationalen Musik-Tage* nicht rauschende Feste sein, sondern Wochen Innerer Besinnung auf unsere Aufgabe bei der kulturellen Neugestaltung Europas, dann werden sie ihren Sinn erfüllen, gleichermaßen Kulturschau und Kultur­schaffung zu sein!