Donnersteg, Ml. Juli 1452
Dar TBoik
Wummer 83
Der kleinste Funke zfindet
Das Thema Nr. 1 ist in diesen Tagen unstreitig die Hitze, die man in diesem Ausmaß selbst in Freiburg , der zweitwärmsten Stadt Deutschlands, zum ersten Male die Ehre hatte, sie ken- nenzulemen. Wie ein Star ist sie in aller Munde und die Redaktionen müssen sich mit ihr — ob sie wollen oder nicht — befassen. Nun wissen wir, daß auch ein Star Allüren hat und bei seinem Auftreten nicht selten Gefahr im Verzüge ist.
Auch die Hitze ist keineswegs gefahrlos. Wjr müssen dabei zunächst an die vielen Badeunfälle, an Hitzschläge und dergleichen, denken. Mit ihrem Bundesgenossen Wind beschwört sie ferner eine Trockenheit herauf, die geradezu „feuergefährlich“ wirken kann. Der kleinste Funke genügt schon, um in der Reife stehende Getreidefelder, große Rasenflächen usw. in Brand zu setzen. Sehr gefährdet sind durch die Trockenheit unsere Wälder. Ein unachtsam weggeworfener Zigarettenstummel oder ein noch glühender Streichholzkopf können die Ursache unübersehbarer Schäden sein.
Daß im Wald oder am Waldrand nicht geraucht, nicht abgekocht und auch kein Lagerfeuer gemacht' werden darf, ist eigentlich allgemein bekannt. Dennoch muß auf die strenge Beachtung dieser Vorschriften — gerade in diesen Tagen — besonders hingewiesen werden. Es bedeutet ja schließlich kein Opfer, wenn man im Wald einmal ohne den unvermeidlichen Glimmstengel auskommen muß. Im Gegenteil, die gesunde Waldluft tut der Lunge besser als Nikotin. Auch auf Feldwegen ist beim Rauchen besondere Vorsicht geboten; denn im Nu brennen die ausgedorrten Halme eines Ährenfeldes, wie die Vorkommnisse der letzten Tage gezeigt haben.
Auch wenn es zwischendurch einmal einige Tropfen geregnet hat, lasse man sich nicht verführen, die Verbote eigenmächtig etwas zu „lockern“. Die Wärme des Bodens und die nachfolgende Sonne trocknen das bischen Feuchtigkeit im Nu wieder auf, so daß die Gefahr einer Entzündung nach wie vor besteht.
Rasenbrände
Am Dreisamdammin der Höhe des Faulerbades entstand aus unbekannter Ursache ein Rasenbrand, der von der Feuerwehr gelöscht wurde.
Im Mooswald bei der MundenhofStraße entstand ein Brand, durch den eine Grasfläche mit Jungpflanzen in Mitleidenschaft gezogen wurde. Auch hier war der Einsatz der Berufsfeuerwehr notwendig. Zwei junge Burschen wurden unter dem Verdacht der Brandstiftung festgenommen.
Ein weiterer Rasenbrand brach am Dienstagvormittag am Bahndamm rechts der Merzhauser Straße aus. Eine Alarmgruppe der Berufsfeuerwehr beseitigte in kurzer Zeit die Gefahr.
Zwei 14 Jahre alte Burschen setzten eine Grasfläche zwischen der Urach - und Adalbert- Stifter-Straße vorsätzlich in Brand. Das Feuer konnte von Passanten gelöscht werden.
Mit fast 40 Grad Wärme im Schatten hat Freiburg i. Br. am Sonntag die bisher wohl höchste Temperatur dieses Sommers im Bur* desgebiet erreicht. Die Klimastation Mengen, 10 Kilometer westlich von Freiburg , maß 39,8 Grad.
Der Kindergarten der Katholischen Kirchengemeinde „Heilige Familie“ in der Mooswaldsiedlung in Freiburg erhielt 30 amerikanische Feldbetten von GYA (German Youth Activi- ties), der Jugend-Hilfsorganisation der amerikanischen Armee. Die Leiterin des Freiburger
Amerikahauses, Dr. Gabrlella Metcalf, durch deren Initiative die Betten zur Verfügung gestellt wurden, übergab die Spende an den Kindergarten.
Die amerikanischen Feldbetten sind für das Heim, das 90 bis 1 Off Kinder betreut, wertvoll, da für die Kinder bisher keine Liegemöglichkeiten vorhanden waren. Ein neues Gebäude für den Kindergarten wird zur Zeit aus Soforthilfegeldern, aus dem Fonds der Pfarrgemeinde und Spenden unter tätiger Mithilfe der Eltern errichtet und soll bis zum August im Rohbau fertiggestellt sein.
Änderung der Dienstzeiten
Solange die heißen Tage anhalten, ist die offizielle Dienstzeit bei den städtischen Ämtern (von Montag bis Samstag) auf 7 bis 14 Uhr festgesetzt. Für dringende Fälle ist ein Bereitschaftsdienst eingerichtet. Die Stadtkassen sind jeden Werktag ab 12 Uhr geschlossen.
Eine Warnung an die Hühnerhalter
In Zähringen wurden in einer der letzten Nächte sämtlich# sechs Hühner eines Hühnerhofes in der Blasiusstraße von einem Marder getötet. Der Hühnerstall war wegen der Hitze nicht geschlossen worden.
Basler Landstraße ab 10. Juli frei
Am Donnerstag, 10. Juli, im Laufe des Abends, wird die Baustrecke der Basler Landstraße für den Verkehr in beiden Richtungen freigegeben. Für die kommende Woche erfolgt eine weitere Regelung.
Probleme der Jugendfflhrung
Die gemeinsamen Aufgaben von Elternhaus, Schule und Jugendamt
In der vergangenen Woche sprachen der Leiter des Jugendamtes, Krebs, und Kreisjugendpfleger Fischer vor der Haslacher Elternschaft über Probleme der Jugendfürsorge. Die beiden Schulleiter der Pestalozzischule, Frau Rektorin Bellinghausen und Rektor Müller hatten je für einen Abend die Eltern ihrer Schülerinnen und Schüler zu diesen Vorträgen gebeten, um einmal aus berufenem Munde über die Aufgabengebiete des Jugendamtes unterrichtet zu werden.
Den Eltern, die dieser Einladung gefolgt waten, gab Jugendamtsleiter Krebs aus seiner reichen Erfahrung ein umfassendes und teilweise erschütterndes Bild der Gefährdung unserer Jugend. Die Ursachen dieser wachsenden Schwierigkeiten sah der Redner einmal in der drückenden wirtschaftlichen Not, besonders der kinderreichen Familien, dann in der großen Wohnungsnot, in der Berufsnot der Heranwachsenden, von denen viel zu viele keine Lehrstellen fänden, und vor allem in dem fortschreitenden Zerfall von Familie und Ehe, der geradezu verheerenden Wirkungen auf die Jugendlicken zeige.
Die Ausführungen über das neue Jugendschutzgesetz, das am 3. Januar 1952 in Kraft getreten ist, fanden das besondere Interesse der Eltern. Dieses „Gesetz zum Schutze der Jugend in der Öffentlichkeit“ sei kein Polizeigesetz, sondern wolle der heranwachsenden Jugend Schutz und Hilfe geben. Darum soll sie von allen Orten ferngehalten werden, an denen
Rund um unser Stadtgeschehen
Übermäßige Geschwindigkeit. Auf der Kreuzung Sand—Rich.-Wagner-Str. stießen ein Lastzug und ein Motorrad zusammen, weil der Motorradfahrer angeblich mit übermäßiger Geschwindigkeit fuhr. Der Motorradfahrer und sein Sozius wurden auf die Fahrbahn geschleudert, wobei der Fahrer verletzt wurde.
Der liebe Alkohol. Während der Dunkelheit fuhr ein Motorradfahrer auf einen beleuchteten Lkw auf. Bei dem Sturz zog er sich einen Oberarmbruch und andere Verletzungen zu. Da er unter dem Verdacht der Alkoholeinwirkung stand, wurde er einer Blutprobe unterzogen. Der Führerschein wurde ihm abeenommen.
Vorsicht bei geöffneten Wagentüren. Auf der
Gundelfinger -Straße fuhr ein Pkw gegen die halbgeöffnete Wagentür eines Lkw, die aus den Bändern gerissen wurde. Der Fahrer des Lkw, der auf dem Trittbrett stand, erlitt einen Bluterguß in der Kniekehle.
Fahrräder stark „gefragt"
Der Polizeibericht der letzten Tage meldet das Abhandenkommen von nicht weniger als dreizehn Fahrrädern. Es hat ganz den Anschein, als ob hinter diesen Diebstählen eine gewisse Methode steckt, so daß es sich für die Velo- Besitzer empfiehlt auf ihr Eigentum besonders zu achten. In vielen Fällen wird den Dieben das Stehlen auch sehr leicht gemacht. Wie oft wird geradezu achtlos das Fahrrad an eine Hauswand oder an den Straßenrand gestellt und ohne es abzushließen, entfernt sich der Besitzer, um irgend eine Besorgung zu macken. Die Verwunderung ist dann sehr groß, wenn beim Zurückkommen das Stahlroß verschwunden ist. Auch für Einzelteile sind die Langfinger Abnehmer. So wurde von einem im Keller der Adelhauser Schule abgestellten Fahrrad die Lampe, an einem auf dem Franzis
kanerplatz abgestellten Damenfahrrad die Felgenbremse abmontiert.
Für die Fahrradbesitzer ist also besondere Vorsicht geboten!
Im Dezember bezugsfertig
Das von der ArbeiterwohMahrt in der Runz- straße gebaute Altersheim ist nunmehr im Rohbau fertiggestellt. Nach Vollendung der Innenarbeiten kann die Eröffnung des Heims voraussichtlich im Dezember dieses Jahres vor sich gehen. Das Haus bekommt in technischer Beziehung mustergültige Einrichtungen, besonders in den Heizungsanlagen. In dem Heim können 90 bis 100 alte Leute aufgenommen werden. Bei der Aufnahme werden Personen bevorzugt, die eine nur geringe Rente oder Unterstützung beziehen oder als Ausgebombte und Sozialrentner nur notdürftig, untergebracht sind. S--
ihr gesundheitliche oder sittliche Gefahren drohen. Es soll die Eltern in der Erziehung unterstützen und richte sich nicht gegen den gesunden und natürlichen Betätigungs- und Erlebnisdrang der Jugend. Darum sollen auch die Jugendlichen, die gegen das Gesetz verstoßen, nicht mehr vom Richter bestraft werden, sondern unter Mitwirkung von Eltern und Erziehern und im Notfall durch behördliche Erziehungsmaßnahmen vor Gefährdung und Verwahrlosung geschützt werden. Die Strafandrohungen des neuen Gesetzes richten sich jedoch gegen Gewerbetreibende und Veranstalter, die aus Gründen der Gewinnsucht gewissenlos die Jugend gefährden.
Der Redner richtete warmherzige Worte an die Eltern, ein wachsames Auge auf ihre Kinder zu haben und Mißstände, die sie in der Öffentlichkeit bemerkten, der Schule oder dem Jugendamt zu melden, auch wenn sie die eigenen Kinder nicht bedrohten, denn nur durch aufmerksame und verantwortungsbewußte Zusammenarbeit aller mit der Erziehung Beauftragten sei es möglich, der zunehmenden Gefährdung der Jugend zu steuern.
Kreisjugendpfleger Fischer berichtete sodann über die Arbeit des Jugendbildungswerkes, das sich bemüht, in positiver Weise der Jugend zu halfen, der Schwierigkeiten Herr zu werden. Er gab einen Überblick über die Pläne für den Winter. Das Jugendbildungswerk wolle in Zukunft Arbeitsgemeinschaften für Werkarbeit, Stoffarbeiten, Laienspiel und Musik ein- richten. Vor allem solle das Singen gepflegt werden, aber auch Einzelunterricht an allen Instrumenten werde von ausgezeichneten Fachkräften erteilt. Eine Arbeitsgemeinschaft über Film werde eingerichtet, zu der Fachleute und Filmschaffende sprechen sollen. Durch eine gründliche Unterrichtung über alle Fragen des Films verspreche man sich, die Fähigkeit zur Kritik zu schulen, damit die jungen Menschen die Erzeugnisse der „Traumfabriken“ kritischer betrachten lernen, um Wertvolles von Schlechtem unterscheiden zu können.
Zur Ergänzung seiner aufrüttelnden Worte über die Gefahren, die von der „Schmutz- und Schundliteratur“ her drohen, hatte der Redner eine Ausstellung guter Jugendhücker und -Zeitschriften aufgebaut, die den Eltern 'einen Einblick in die Mannigfaltigkeit wertvoller Jugendliteratur gab.
Die rege Diskussion, die sich — vor allem am zweiten Abend in der Pestalozzi-Knabenschule ergab, zeigte, daß die Eltern den angeschnittenen Fragen großes Interesse emtgegenbrachten.
m. g.
Weiterer Rückgang der Arbeitslosenzahl
Mangel an Arbeitskräften im Bau- and Gaststättengewerbe
Stiftungsfest des Freiburger Männergesangvereins
Zahlreiche Ehrungen verdienter Sänger und Mitglieder
Trotz der subtropischen Hitze und drückenden ßchwüle am Abend des 5. Juli konnte l. Präsident Wild die überaus zahlreich erschienenen Vereinsmitglieder und Gäste im vollbesetzten großen Saale des Kolpinghauses zur Feier des 69. Stiftungsfestes begrüßen und in einer kurzen Festansprache den Gründern des Vereins für ihr Werk danken, das gerade in der jetzigen harten und hastigen Zeit eine besonders wichtige Aufgabe für den Frieden und die Freude der Menschen zu erfüllen hat.
Nach einem Vorspiel des Vereinsorchesters sang der starke Männerchor unter Chormeister Weis Beethovens „Die Himmel rühmen“ und leitete die Ehrung und Auszeichnung der verdienten aktiven und passiven Mitglieder würdig ein. Durch den Badischen Sängerbund wurden für 60jährige Sängertätigkeit mit Dankschreiben und Ehrenbrief ausgezeichnet der Sänger v. Garben; für 5 0 J a h r e aktiven Dienstes am Lied Max Zimmermann; für 40jährige Sängertätigkeit B. Kemkämmerer und W. Winter; für 25 Jahre A. Duffner, Aug. Grimm, Joh. K r i t z e r , Franz Beck U, W. Faller, Karl kränze, Otto Horn und Karl Roman.
Den Jubilaren mit 40 bzw. 50 Sängerjahren -wurden mit den Besitzurkunden goldene Nadeln des Badischen Sängerbundes, den Sängern mit 25 Sängerjahren die Bundesnadel in Silber überreicht. Mit der goldenen Vereinsnadel und Besitzurkunde wurden geehrt für 40jährige aktive Tätigkeit für Lied und Musik Willi Winter ; für 15 Jahre aktiven Dienstes mit der silbernen Vereinsnadel nebst Urkunde die Herren Alfred Duffner und Hermann F e s e r.
Urkunden für 60jährige Passivmitgliedschäft erhielten Witwe Rudolf Fischer, Emil Haberstroh Und Familie Dr. Kopf. Der Ehrenbrief für 50 Jab re der Passivität wurde überreicht Witwe Eugen Kal m- baeber, Ad. Hügle, Ad. Kühn, Fritz Leuth- n e r , Josef Leuthner, Ed. Müller und Familie Julius R u e f. Die Urkunde für 40jährige Mitgliedschaft wurde ausgehändigt Familie B r a c k-W estermann, Alfred Eckert, Hermann Helm, C. H. K ü n z, Herrn Mors, Witwe Franz Wieland, Joh. Wiegand, H. F. Kaltenbach (Strittmatt), P. Kuenz (Emmendingen ) und Alex Spiegelhalte r in Biengen . Mit der Urkunde für 25jährige Mitgliedschaft im FMGV wurden ausgezeichnet Fritz Albrecht, Jos. Bern, Witwe Jos. Bierling, Herr Jos. D uf n e r , Jos. E i s e 1 e , Theodor Bier- holzer, Emil Httbschle, Willy Hügle, Karl
Knoll, Witwe Karl L a u c k , Otto Scheuring und Karl Schüler.
Der Badische und Vereins-Sängerspruch erklang zu Ehren aller verdienten Vereinsmitglieder. Mit dem Chor „Heilig Heimatland“ von Chormeister W. Weis wurde der Ehrungsakt beschlossen,
Musikstücke des Orchesters, Sololieder des Opernsängers M. Schiweck und des Bassisten Franz Beck, Tänze der kleinen Heidi und ihrer Gespielin, Lieder des Vereinsdoppelquartetts und des Man- schurenquartetts, süße Grüße für die anwesenden Damen, das Auftreten des Musikclowns mit Partnerin und der zwei Oberwiehrener Humoristen sorgten unter der Leitung des 3. Präsidenten Wißler für gute und gediegene Unterhaltung und Stimmung, so daß man sich nur ungern aus dem frohen Kreise der Vereinsmitglieder löste.
Am Montag, 14. Juli, um 19.30 Uhr, gemischte Probe Im Gewerkschaftshaus. — Sangesfreudige Damen und besonders Herren sind herzlich willkommen!
Freiburger Kammerchor
Der 1951 gegründete gemischte Chor (etwa 40 Mitglieder) zeigt für den kommenden Donnerstag, 10. Juli, 20.15 Uhr, im Augustinermuseum seine erste Aufführung an. Das Programm weist nur Chormusik etwa der letzten 30 Jahre auf, dazu neuere Orgelmusik, gespielt von Rudolf Schlageter. Von besonderem Interesse dürfte sein, daß hier die Bahnen des üblichen „Konzertes“ verlassen werden, und die schwerer zu verstehenden Wterke von dem Leiter des Abends durch kurze einführende Worte und Vorsingenlassen der wichtigsten Themen vor der eigentlichen Darbietung dem Hörer nahegebracht werden sollen. Der Chor will also nicht nur „konzertieren“, sondern sich vor allem werbend einsetzen für das Verständnis hier bisher noch nicht gehörter Chormusik. U. a. wird auch eine Uraufführung von Franz Philipp zu hören sein, ferner die großen Chorvariationen von Lendvai, klanglich besonders interessante Chöre von K n a b. und als Abschluß zwei Chorzvklen mit kleinem Orchester von Kurt Rasch und B res gen. Diese nicht alltägliche Vortragsfolge dürfte dazn angetan sein, viele Interessenten anzuziehen. Leitung: Emst Keltere r.
Im Juni sank in Freiburg -Stadt und -Land die Zahl der arbeitslosen Männer von 835 auf 749 und die Zahl der arbeitslosen Frauen von 402 auf 388. Dieser Rückgang ist um so beachtlicher, als im Juni rund 100 Heimatvertriebene und rund 70 illegale und sonstige Flüchtlinge hinzukamen, die. noch nickt in den Arbeitsprozeß eingegliedert werden konnten. Den Hauptanteil an diesem Rückgang der Arbeitslosenzahl haben das Bau- und Baunebengewerbe sowie das Hotel- und Gaststättengewerbe. Die Nachfrage in diesen Berufsgruppen stieg derart, daß ein Mangel an geeigneten Arbeitskräften auftrat und nur ein Teil der benötigten Kräfte gestellt werden konnte. Mangel besteht auck an Kräften in der Landwirtschaft; es wurden deshalb bereits einige italienische Landarbeiter eingesetzt. Die Zahl der Hausgehilfinnen ging aus saisonbedingten Gründen zurück, und bei den Industrie- und Gewerbebetrieben war ein leichter Auftrieb festzustellen. Der Auftragsschwund j ließ etwas nach, und auch die Rohstoffschwierigkeiten wurden, namentlich in der Bekleidungsindustrie, behoben. Infolgedessen konnten Kurzarbeit und Entlassungen verhütet werden. Dagegen hat sich die Lage in der Sägeindustrie und im Holzhandel im Zusammenhang mit der Preisgestaltung etwas verschlechtert. Es wurden 625 Männer (778 im Mai) und 368 Frauen (458 im Mai) vermittelt.
Kurzarbeit leisteten in Freiburg -Stadt und -Land noch zwölf Betriebe, darunter zwei Textilbetriebe, fünf holz- und zwei metallverarbeitende Betriebe.
Arbeitslosenunterstützung erhielten im gesamten Arbeitsamtsbezirk Freiburg 324 Männer (366 im Mai) und 232 Frauen (239 im Mai). Ar- beitslosen-Fürsongeunterstützung bekamen 480 Männer (548 im Mai) und 160 Frauen (167 im Mai).
9000 besuchten die Ausstellung
Die im Kaufhaussaal aufgebaute Ausstellung; „Kriegsgefangene reden“ hat nach siebzehntägiger Dauer ihren Abschluß gefunden. Vom 20. Juni bis zum 6. Juli wurde sie von rund 9000 Personen besucht. Die in dem Besucherbuch eingetragenen Randbemerkungen bekunden, welchen eindrucksvollen Widerhall die Dokumente, Photobilder und Zeichnungen in allen Bevölkerungsschichten gefunden haben.
Der Ingarten des Formulars
Vor einiger Zeit fand eine vom Zentralverband der Fliegergeschädigten durchgeführte Tagung' statt, die der Aufklärung der Teilnehmer hinsichtlich der Feststellung der Kriegsschäden diente. An dieser Tagung nahmen auch drei Vertreter des Bundes der Fliegergeschädigten aus Südbaden teil. Außerdem waren je zwei Referenten des Bundesinnenministeriums und
vorgelegte Entwurf-eines Formulars zur Antragstellung gab zu vielen Zweifelsfragen Anlaß, so daß die Vertreter der beiden Ministerien eine teilweise Abänderung des Antragformulars in Aussicht stellen mußten.
Die Tagung erbrachte aber auch den Beweis, daß trotz der Aufklärung durch die Referenten der Ministerien die Beantwortung der im Formular vorgesehenen Fragen so große Schwierigkeiten bereiten wird, daß es den einzelnen Mitgliedern ohne ausreichende Beratung nicht möglich sein wird, dieses Formular sachgemäß auszufüllen. Eine fehlerhafte Ausfüllung könnte unter Umständen zu weitgehenden Nachteilen führen, da die festgestellten Schäden dem Lastenausgleich zugrunde gelegt werden.
Das Freiburger Amerikahaus
Das Freiburger Amerikahaus wird, wie Oberbürgermeister Dr. Hoffmann am Dienstag bekanntgab, auf dem Trümmergrundstück des ehemaligen Berthold-Gymnasiums, gegenüber dem Stadttheater, erstellt werden. Für den Bau sind etvta eine Million DM vorgesehen. Mit den Bauarbeiten soll noch in diesem Jahr begonnen werden.
Nähmaschinen für Freiburger Jugendheime
Mrs. John O. Riedl, die Gemahlin des Leiters des amerikanischen Büros für öffentliche Angelegenheiten in Freiburg , übergab zwei Näh-' maschinen an das Katholische Lehrlingsheim und das Mädchenheim St. Luitgard in Freiburg . Die Maschinen stammen aus einer Stiftung von Mrs. McCloy, der Gemahlin des amerikanischen Hohen Kommissars für Deutschland, und von deutsch -amerikanischen Frauenklubs in Stutt gart an Heime des Jugendaufbauwerkes.
In beiden Freiburger Heimen fand die Übergabe der Nähmaschinen in feierlichem Rahmen statt. Mrs. Riedl erklärte in ihren Ansprachen, die Maschinen seien vom materiellen Standpunkt aus gesehen zwar nur eine geringe Unterstützung. Darüber hinaus aber sei es unsere Aufgabe, das „zerrissene Kleid unserer Zeit“ wieder zu nähen. Nur durch die Liebe und die gegenseitige Hilfe der Menschen könne dieses Werk vollbracht werden.
Im Lehrlingsheim sprach Rektor Willi Schmutz den Spendern seinen Dank aus. Bei der feierlichen Übergabe der Nähmaschine im Mädchenheim St. Luitgard brachte Rektor Adalbert Striebel seinen Dank an das amerikanische Volk für die bisher geleistete Hilfe zum Ausdruck.