Donnersteg, Ml. Juli 1452

Dar TBoik

Wummer 83

Der kleinste Funke zfindet

Das Thema Nr. 1 ist in diesen Tagen unstrei­tig die Hitze, die man in diesem Ausmaß selbst in Freiburg , der zweitwärmsten Stadt Deutsch­lands, zum ersten Male die Ehre hatte, sie ken- nenzulemen. Wie ein Star ist sie in aller Munde und die Redaktionen müssen sich mit ihr — ob sie wollen oder nicht — befassen. Nun wissen wir, daß auch ein Star Allüren hat und bei seinem Auftreten nicht selten Gefahr im Verzüge ist.

Auch die Hitze ist keineswegs gefahrlos. Wjr müssen dabei zunächst an die vielen Bade­unfälle, an Hitzschläge und dergleichen, den­ken. Mit ihrem Bundesgenossen Wind beschwört sie ferner eine Trockenheit herauf, die geradezu „feuergefährlich“ wirken kann. Der kleinste Funke genügt schon, um in der Reife stehende Getreidefelder, große Rasenflächen usw. in Brand zu setzen. Sehr gefährdet sind durch die Trockenheit unsere Wälder. Ein unachtsam weggeworfener Zigarettenstummel oder ein noch glühender Streichholzkopf können die Ur­sache unübersehbarer Schäden sein.

Daß im Wald oder am Waldrand nicht ge­raucht, nicht abgekocht und auch kein Lager­feuer gemacht' werden darf, ist eigentlich all­gemein bekannt. Dennoch muß auf die strenge Beachtung dieser Vorschriften — gerade in die­sen Tagen — besonders hingewiesen werden. Es bedeutet ja schließlich kein Opfer, wenn man im Wald einmal ohne den unvermeidlichen Glimmstengel auskommen muß. Im Gegenteil, die gesunde Waldluft tut der Lunge besser als Nikotin. Auch auf Feldwegen ist beim Rauchen besondere Vorsicht geboten; denn im Nu bren­nen die ausgedorrten Halme eines Ährenfeldes, wie die Vorkommnisse der letzten Tage gezeigt haben.

Auch wenn es zwischendurch einmal einige Tropfen geregnet hat, lasse man sich nicht ver­führen, die Verbote eigenmächtig etwas zu „lockern“. Die Wärme des Bodens und die nach­folgende Sonne trocknen das bischen Feuchtig­keit im Nu wieder auf, so daß die Gefahr einer Entzündung nach wie vor besteht.

Rasenbrände

Am Dreisamdammin der Höhe des Fau­lerbades entstand aus unbekannter Ursache ein Rasenbrand, der von der Feuerwehr gelöscht wurde.

Im Mooswald bei der MundenhofStraße ent­stand ein Brand, durch den eine Grasfläche mit Jungpflanzen in Mitleidenschaft gezogen wurde. Auch hier war der Einsatz der Berufsfeuerwehr notwendig. Zwei junge Burschen wurden unter dem Verdacht der Brandstiftung festgenommen.

Ein weiterer Rasenbrand brach am Dienstag­vormittag am Bahndamm rechts der Merz­hauser Straße aus. Eine Alarmgruppe der Berufsfeuerwehr beseitigte in kurzer Zeit die Gefahr.

Zwei 14 Jahre alte Burschen setzten eine Grasfläche zwischen der Urach - und Adalbert- Stifter-Straße vorsätzlich in Brand. Das Feuer konnte von Passanten gelöscht werden.

Freiburg hält Hitzerekord

Mit fast 40 Grad Wärme im Schatten hat Freiburg i. Br. am Sonntag die bisher wohl höchste Temperatur dieses Sommers im Bur* desgebiet erreicht. Die Klimastation Mengen, 10 Kilometer westlich von Freiburg , maß 39,8 Grad.

Amerikanische Spende

Der Kindergarten der Katholischen Kirchen­gemeinde „Heilige Familie“ in der Mooswald­siedlung in Freiburg erhielt 30 amerikanische Feldbetten von GYA (German Youth Activi- ties), der Jugend-Hilfsorganisation der ameri­kanischen Armee. Die Leiterin des Freiburger

Amerikahauses, Dr. Gabrlella Metcalf, durch deren Initiative die Betten zur Verfügung ge­stellt wurden, übergab die Spende an den Kin­dergarten.

Die amerikanischen Feldbetten sind für das Heim, das 90 bis 1 Off Kinder betreut, wertvoll, da für die Kinder bisher keine Liegemöglichkei­ten vorhanden waren. Ein neues Gebäude für den Kindergarten wird zur Zeit aus Soforthilfe­geldern, aus dem Fonds der Pfarrgemeinde und Spenden unter tätiger Mithilfe der Eltern er­richtet und soll bis zum August im Rohbau fertiggestellt sein.

Änderung der Dienstzeiten

Solange die heißen Tage anhalten, ist die offizielle Dienstzeit bei den städtischen Ämtern (von Montag bis Samstag) auf 7 bis 14 Uhr fest­gesetzt. Für dringende Fälle ist ein Bereit­schaftsdienst eingerichtet. Die Stadtkassen sind jeden Werktag ab 12 Uhr geschlossen.

Eine Warnung an die Hühnerhalter

In Zähringen wurden in einer der letz­ten Nächte sämtlich# sechs Hühner eines Hüh­nerhofes in der Blasiusstraße von einem Mar­der getötet. Der Hühnerstall war wegen der Hitze nicht geschlossen worden.

Basler Landstraße ab 10. Juli frei

Am Donnerstag, 10. Juli, im Laufe des Abends, wird die Baustrecke der Basler Landstraße für den Verkehr in beiden Richtungen frei­gegeben. Für die kommende Woche erfolgt eine weitere Regelung.

Probleme der Jugendfflhrung

Die gemeinsamen Aufgaben von Elternhaus, Schule und Jugendamt

In der vergangenen Woche sprachen der Lei­ter des Jugendamtes, Krebs, und Kreisjugend­pfleger Fischer vor der Haslacher Elternschaft über Probleme der Jugendfürsorge. Die beiden Schulleiter der Pestalozzischule, Frau Rektorin Bellinghausen und Rektor Müller hatten je für einen Abend die Eltern ihrer Schülerinnen und Schüler zu diesen Vorträgen gebeten, um einmal aus berufenem Munde über die Aufgabengebiete des Jugendamtes unter­richtet zu werden.

Den Eltern, die dieser Einladung gefolgt wa­ten, gab Jugendamtsleiter Krebs aus seiner reichen Erfahrung ein umfassendes und teil­weise erschütterndes Bild der Gefährdung un­serer Jugend. Die Ursachen dieser wachsenden Schwierigkeiten sah der Redner einmal in der drückenden wirtschaftlichen Not, besonders der kinderreichen Familien, dann in der großen Wohnungsnot, in der Berufsnot der Heran­wachsenden, von denen viel zu viele keine Lehrstellen fänden, und vor allem in dem fort­schreitenden Zerfall von Familie und Ehe, der geradezu verheerenden Wirkungen auf die Ju­gendlicken zeige.

Die Ausführungen über das neue Jugend­schutzgesetz, das am 3. Januar 1952 in Kraft getreten ist, fanden das besondere Interesse der Eltern. Dieses „Gesetz zum Schutze der Ju­gend in der Öffentlichkeit“ sei kein Polizei­gesetz, sondern wolle der heranwachsenden Jugend Schutz und Hilfe geben. Darum soll sie von allen Orten ferngehalten werden, an denen

Rund um unser Stadtgeschehen

Übermäßige Geschwindigkeit. Auf der Kreu­zung Sand—Rich.-Wagner-Str. stießen ein Last­zug und ein Motorrad zusammen, weil der Motorradfahrer angeblich mit übermäßiger Ge­schwindigkeit fuhr. Der Motorradfahrer und sein Sozius wurden auf die Fahrbahn geschleu­dert, wobei der Fahrer verletzt wurde.

Der liebe Alkohol. Während der Dunkel­heit fuhr ein Motorradfahrer auf einen beleuch­teten Lkw auf. Bei dem Sturz zog er sich einen Oberarmbruch und andere Verletzungen zu. Da er unter dem Verdacht der Alkoholeinwirkung stand, wurde er einer Blutprobe unterzogen. Der Führerschein wurde ihm abeenommen.

Vorsicht bei geöffneten Wagentüren. Auf der

Gundelfinger -Straße fuhr ein Pkw gegen die halbgeöffnete Wagentür eines Lkw, die aus den Bändern gerissen wurde. Der Fahrer des Lkw, der auf dem Trittbrett stand, erlitt einen Bluterguß in der Kniekehle.

Fahrräder stark „gefragt"

Der Polizeibericht der letzten Tage meldet das Abhandenkommen von nicht weniger als drei­zehn Fahrrädern. Es hat ganz den Anschein, als ob hinter diesen Diebstählen eine gewisse Methode steckt, so daß es sich für die Velo- Besitzer empfiehlt auf ihr Eigentum besonders zu achten. In vielen Fällen wird den Dieben das Stehlen auch sehr leicht gemacht. Wie oft wird geradezu achtlos das Fahrrad an eine Hauswand oder an den Straßenrand gestellt und ohne es abzushließen, entfernt sich der Be­sitzer, um irgend eine Besorgung zu macken. Die Verwunderung ist dann sehr groß, wenn beim Zurückkommen das Stahlroß verschwun­den ist. Auch für Einzelteile sind die Lang­finger Abnehmer. So wurde von einem im Keller der Adelhauser Schule abgestellten Fahrrad die Lampe, an einem auf dem Franzis­

kanerplatz abgestellten Damenfahrrad die Fel­genbremse abmontiert.

Für die Fahrradbesitzer ist also besondere Vorsicht geboten!

Im Dezember bezugsfertig

Das von der ArbeiterwohMahrt in der Runz- straße gebaute Altersheim ist nunmehr im Roh­bau fertiggestellt. Nach Vollendung der Innen­arbeiten kann die Eröffnung des Heims vor­aussichtlich im Dezember dieses Jahres vor sich gehen. Das Haus bekommt in technischer Bezie­hung mustergültige Einrichtungen, besonders in den Heizungsanlagen. In dem Heim können 90 bis 100 alte Leute aufgenommen werden. Bei der Aufnahme werden Personen bevorzugt, die eine nur geringe Rente oder Unterstützung be­ziehen oder als Ausgebombte und Sozialrentner nur notdürftig, untergebracht sind. S--

ihr gesundheitliche oder sittliche Gefahren drohen. Es soll die Eltern in der Erziehung unterstützen und richte sich nicht gegen den gesunden und natürlichen Betätigungs- und Er­lebnisdrang der Jugend. Darum sollen auch die Jugendlichen, die gegen das Gesetz verstoßen, nicht mehr vom Richter bestraft werden, son­dern unter Mitwirkung von Eltern und Erzie­hern und im Notfall durch behördliche Erzie­hungsmaßnahmen vor Gefährdung und Ver­wahrlosung geschützt werden. Die Strafandro­hungen des neuen Gesetzes richten sich jedoch gegen Gewerbetreibende und Veranstalter, die aus Gründen der Gewinnsucht gewissenlos die Jugend gefährden.

Der Redner richtete warmherzige Worte an die Eltern, ein wachsames Auge auf ihre Kinder zu haben und Mißstände, die sie in der Öffent­lichkeit bemerkten, der Schule oder dem Ju­gendamt zu melden, auch wenn sie die eigenen Kinder nicht bedrohten, denn nur durch auf­merksame und verantwortungsbewußte Zusam­menarbeit aller mit der Erziehung Beauftrag­ten sei es möglich, der zunehmenden Gefähr­dung der Jugend zu steuern.

Kreisjugendpfleger Fischer berichtete so­dann über die Arbeit des Jugendbildungswer­kes, das sich bemüht, in positiver Weise der Ju­gend zu halfen, der Schwierigkeiten Herr zu werden. Er gab einen Überblick über die Pläne für den Winter. Das Jugendbildungswerk wolle in Zukunft Arbeitsgemeinschaften für Werk­arbeit, Stoffarbeiten, Laienspiel und Musik ein- richten. Vor allem solle das Singen gepflegt werden, aber auch Einzelunterricht an allen In­strumenten werde von ausgezeichneten Fach­kräften erteilt. Eine Arbeitsgemeinschaft über Film werde eingerichtet, zu der Fachleute und Filmschaffende sprechen sollen. Durch eine gründliche Unterrichtung über alle Fragen des Films verspreche man sich, die Fähigkeit zur Kritik zu schulen, damit die jungen Menschen die Erzeugnisse der „Traumfabriken“ kritischer betrachten lernen, um Wertvolles von Schlech­tem unterscheiden zu können.

Zur Ergänzung seiner aufrüttelnden Worte über die Gefahren, die von der „Schmutz- und Schundliteratur“ her drohen, hatte der Red­ner eine Ausstellung guter Jugendhücker und -Zeitschriften aufgebaut, die den Eltern 'einen Einblick in die Mannigfaltigkeit wertvoller Ju­gendliteratur gab.

Die rege Diskussion, die sich — vor allem am zweiten Abend in der Pestalozzi-Knabenschule ergab, zeigte, daß die Eltern den angeschnitte­nen Fragen großes Interesse emtgegenbrachten.

m. g.

Weiterer Rückgang der Arbeitslosenzahl

Mangel an Arbeitskräften im Bau- and Gaststättengewerbe

Stiftungsfest des Freiburger Männergesangvereins

Zahlreiche Ehrungen verdienter Sänger und Mitglieder

Trotz der subtropischen Hitze und drückenden ßchwüle am Abend des 5. Juli konnte l. Präsident Wild die überaus zahlreich erschienenen Vereinsmitglieder und Gäste im vollbesetzten großen Saale des Kolping­hauses zur Feier des 69. Stiftungsfestes begrüßen und in einer kurzen Festansprache den Gründern des Ver­eins für ihr Werk danken, das gerade in der jetzigen harten und hastigen Zeit eine besonders wichtige Aufgabe für den Frieden und die Freude der Men­schen zu erfüllen hat.

Nach einem Vorspiel des Vereinsorchesters sang der starke Männerchor unter Chormeister Weis Beet­hovens „Die Himmel rühmen“ und leitete die Ehrung und Auszeichnung der verdienten aktiven und passi­ven Mitglieder würdig ein. Durch den Badischen Sängerbund wurden für 60jährige Sängertätigkeit mit Dankschreiben und Ehrenbrief ausgezeichnet der Sänger v. Garben; für 5 0 J a h r e aktiven Dienstes am Lied Max Zimmermann; für 40jährige Sängertätigkeit B. Kemkämmerer und W. Win­ter; für 25 Jahre A. Duffner, Aug. Grimm, Joh. K r i t z e r , Franz Beck U, W. Faller, Karl kränze, Otto Horn und Karl Roman.

Den Jubilaren mit 40 bzw. 50 Sängerjahren -wurden mit den Besitzurkunden goldene Nadeln des Badischen Sängerbundes, den Sängern mit 25 Sängerjahren die Bundesnadel in Silber überreicht. Mit der goldenen Vereinsnadel und Besitzurkunde wurden geehrt für 40jährige aktive Tätigkeit für Lied und Musik Willi Winter ; für 15 Jahre aktiven Dienstes mit der sil­bernen Vereinsnadel nebst Urkunde die Herren Alfred Duffner und Hermann F e s e r.

Urkunden für 60jährige Passivmitgliedschäft erhiel­ten Witwe Rudolf Fischer, Emil Haberstroh Und Familie Dr. Kopf. Der Ehrenbrief für 50 Jab re der Passivität wurde überreicht Witwe Eugen Kal m- baeber, Ad. Hügle, Ad. Kühn, Fritz Leuth- n e r , Josef Leuthner, Ed. Müller und Familie Julius R u e f. Die Urkunde für 40jährige Mitglied­schaft wurde ausgehändigt Familie B r a c k-W ester­mann, Alfred Eckert, Hermann Helm, C. H. K ü n z, Herrn Mors, Witwe Franz Wieland, Joh. Wiegand, H. F. Kaltenbach (Strittmatt), P. Kuenz (Emmendingen ) und Alex Spiegelhal­te r in Biengen . Mit der Urkunde für 25jährige Mit­gliedschaft im FMGV wurden ausgezeichnet Fritz Albrecht, Jos. Bern, Witwe Jos. Bierling, Herr Jos. D uf n e r , Jos. E i s e 1 e , Theodor Bier- holzer, Emil Httbschle, Willy Hügle, Karl

Knoll, Witwe Karl L a u c k , Otto Scheuring und Karl Schüler.

Der Badische und Vereins-Sängerspruch erklang zu Ehren aller verdienten Vereinsmitglieder. Mit dem Chor „Heilig Heimatland“ von Chormeister W. Weis wurde der Ehrungsakt beschlossen,

Musikstücke des Orchesters, Sololieder des Opern­sängers M. Schiweck und des Bassisten Franz Beck, Tänze der kleinen Heidi und ihrer Gespielin, Lieder des Vereinsdoppelquartetts und des Man- schurenquartetts, süße Grüße für die anwesenden Damen, das Auftreten des Musikclowns mit Partnerin und der zwei Oberwiehrener Humoristen sorgten un­ter der Leitung des 3. Präsidenten Wißler für gute und gediegene Unterhaltung und Stimmung, so daß man sich nur ungern aus dem frohen Kreise der Ver­einsmitglieder löste.

Volkschor Freiburg i. Br.

Am Montag, 14. Juli, um 19.30 Uhr, gemischte Probe Im Gewerkschaftshaus. — Sangesfreudige Damen und besonders Herren sind herzlich will­kommen!

Freiburger Kammerchor

Der 1951 gegründete gemischte Chor (etwa 40 Mit­glieder) zeigt für den kommenden Donnerstag, 10. Juli, 20.15 Uhr, im Augustinermuseum seine erste Aufführung an. Das Programm weist nur Chormusik etwa der letzten 30 Jahre auf, dazu neuere Orgelmusik, gespielt von Rudolf Schlageter. Von besonderem In­teresse dürfte sein, daß hier die Bahnen des üblichen „Konzertes“ verlassen werden, und die schwerer zu verstehenden Wterke von dem Leiter des Abends durch kurze einführende Worte und Vorsingenlassen der wichtigsten Themen vor der eigentlichen Darbietung dem Hörer nahegebracht werden sollen. Der Chor will also nicht nur „konzertieren“, sondern sich vor allem werbend einsetzen für das Verständnis hier bis­her noch nicht gehörter Chormusik. U. a. wird auch eine Uraufführung von Franz Philipp zu hören sein, ferner die großen Chorvariationen von Lendvai, klanglich besonders interessante Chöre von K n a b. und als Abschluß zwei Chorzvklen mit kleinem Orchester von Kurt Rasch und B res gen. Diese nicht alltägliche Vortragsfolge dürfte dazn an­getan sein, viele Interessenten anzuziehen. Leitung: Emst Keltere r.

Im Juni sank in Freiburg -Stadt und -Land die Zahl der arbeitslosen Männer von 835 auf 749 und die Zahl der arbeitslosen Frauen von 402 auf 388. Dieser Rückgang ist um so beacht­licher, als im Juni rund 100 Heimatvertriebene und rund 70 illegale und sonstige Flüchtlinge hinzukamen, die. noch nickt in den Arbeitspro­zeß eingegliedert werden konnten. Den Haupt­anteil an diesem Rückgang der Arbeitslosenzahl haben das Bau- und Baunebengewerbe sowie das Hotel- und Gaststättengewerbe. Die Nach­frage in diesen Berufsgruppen stieg derart, daß ein Mangel an geeigneten Arbeitskräften auftrat und nur ein Teil der benötigten Kräfte gestellt werden konnte. Mangel besteht auck an Kräf­ten in der Landwirtschaft; es wurden deshalb bereits einige italienische Landarbeiter einge­setzt. Die Zahl der Hausgehilfinnen ging aus saisonbedingten Gründen zurück, und bei den Industrie- und Gewerbebetrieben war ein leich­ter Auftrieb festzustellen. Der Auftragsschwund j ließ etwas nach, und auch die Rohstoffschwie­rigkeiten wurden, namentlich in der Beklei­dungsindustrie, behoben. Infolgedessen konnten Kurzarbeit und Entlassungen verhütet werden. Dagegen hat sich die Lage in der Sägeindustrie und im Holzhandel im Zusammenhang mit der Preisgestaltung etwas verschlechtert. Es wur­den 625 Männer (778 im Mai) und 368 Frauen (458 im Mai) vermittelt.

Kurzarbeit leisteten in Freiburg -Stadt und -Land noch zwölf Betriebe, darunter zwei Tex­tilbetriebe, fünf holz- und zwei metallverarbei­tende Betriebe.

Arbeitslosenunterstützung erhielten im ge­samten Arbeitsamtsbezirk Freiburg 324 Männer (366 im Mai) und 232 Frauen (239 im Mai). Ar- beitslosen-Fürsongeunterstützung bekamen 480 Männer (548 im Mai) und 160 Frauen (167 im Mai).

9000 besuchten die Ausstellung

Die im Kaufhaussaal aufgebaute Ausstellung; „Kriegsgefangene reden“ hat nach siebzehn­tägiger Dauer ihren Abschluß gefunden. Vom 20. Juni bis zum 6. Juli wurde sie von rund 9000 Personen besucht. Die in dem Besucherbuch ein­getragenen Randbemerkungen bekunden, wel­chen eindrucksvollen Widerhall die Dokumente, Photobilder und Zeichnungen in allen Bevölke­rungsschichten gefunden haben.

Der Ingarten des Formulars

Vor einiger Zeit fand eine vom Zentralverband der Fliegergeschädigten durchgeführte Tagung' statt, die der Aufklärung der Teilnehmer hin­sichtlich der Feststellung der Kriegsschäden diente. An dieser Tagung nahmen auch drei Vertreter des Bundes der Fliegergeschädigten aus Südbaden teil. Außerdem waren je zwei Referenten des Bundesinnenministeriums und

vorgelegte Entwurf-eines Formulars zur Antrag­stellung gab zu vielen Zweifelsfragen Anlaß, so daß die Vertreter der beiden Ministerien eine teilweise Abänderung des Antragformulars in Aussicht stellen mußten.

Die Tagung erbrachte aber auch den Beweis, daß trotz der Aufklärung durch die Referenten der Ministerien die Beantwortung der im For­mular vorgesehenen Fragen so große Schwierig­keiten bereiten wird, daß es den einzelnen Mit­gliedern ohne ausreichende Beratung nicht mög­lich sein wird, dieses Formular sachgemäß aus­zufüllen. Eine fehlerhafte Ausfüllung könnte unter Umständen zu weitgehenden Nachteilen führen, da die festgestellten Schäden dem Lastenausgleich zugrunde gelegt werden.

Das Freiburger Amerikahaus

Das Freiburger Amerikahaus wird, wie Ober­bürgermeister Dr. Hoffmann am Dienstag be­kanntgab, auf dem Trümmergrundstück des ehemaligen Berthold-Gymnasiums, gegenüber dem Stadttheater, erstellt werden. Für den Bau sind etvta eine Million DM vorgesehen. Mit den Bauarbeiten soll noch in diesem Jahr be­gonnen werden.

Nähmaschinen für Freiburger Jugendheime

Mrs. John O. Riedl, die Gemahlin des Lei­ters des amerikanischen Büros für öffentliche Angelegenheiten in Freiburg , übergab zwei Näh-' maschinen an das Katholische Lehrlingsheim und das Mädchenheim St. Luitgard in Freiburg . Die Maschinen stammen aus einer Stiftung von Mrs. McCloy, der Gemahlin des amerikanischen Hohen Kommissars für Deutschland, und von deutsch -amerikanischen Frauenklubs in Stutt­ gart an Heime des Jugendaufbauwerkes.

In beiden Freiburger Heimen fand die Über­gabe der Nähmaschinen in feierlichem Rahmen statt. Mrs. Riedl erklärte in ihren Ansprachen, die Maschinen seien vom materiellen Standpunkt aus gesehen zwar nur eine geringe Unter­stützung. Darüber hinaus aber sei es unsere Auf­gabe, das „zerrissene Kleid unserer Zeit“ wieder zu nähen. Nur durch die Liebe und die gegen­seitige Hilfe der Menschen könne dieses Werk vollbracht werden.

Im Lehrlingsheim sprach Rektor Willi Schmutz den Spendern seinen Dank aus. Bei der feierlichen Übergabe der Nähmaschine im Mädchenheim St. Luitgard brachte Rektor Adal­bert Striebel seinen Dank an das amerikani­sche Volk für die bisher geleistete Hilfe zum Ausdruck.

des Bundesfinanzministeriums sowie ein Vertre­ter des Finanzamtes Stuttgart anwesend. Der

Von der Universität Freiburg

In der Naturwissenschaftlich -mathematischen Fakul­tät der Universität Freiburg wurde Professor Dr. Gustav D o e t s c h von der Spanischen Akademie der Wissenschaften zu Madrid zum Korrespondierende® Mitglied ernannt.