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SOdwestdeotscbe Volkszeltonr

Mittwoch, 30. Oktober 1948

Kein Lohnstopp

In dem Maße, in welchem die politischen Er­schütterungen an persönlicher Unmittelbarkeit verlieren, tritt das Lohnproblem in den Vor­dergrund. Diese Tatsache wird uns auch ab­solut erklärlich, wenn wir bedenken, daß kein Volksglied: ob Arbeitnehmer oder Arbeitgeber, ob Produzent oder Konsument, ob Hand- oder Geistarbeiter von einer Veränderung des Lohn­wesens in irgend einer Weise unberührt bleibt.

Wir wissen, daß die zuständige Militärregie­rungen großen Wert darauf legen, daß unser gegenwärtiges Preissystem erhalten bleibt. Den verantwortlichen deutschen Verwaltungsor­ganen wurde daher allerorts zur Pflicht ge­macht, gerade auf diesem Gebiete ein ganz be­sonders wachsames Auge zu haben. Die Grund­lage jeder erfolgreichen Preispolitik wird aber eine entsprechende Lohnpolitik bilden müssen. Die Wechselwirkung zwischen Löhnen und Prei­sen ist eine so unabdingbare, eine so unmittel­bare, daß man sagen kann : „Die Ordnung und Stabilität des einen bedingt die Ordnung und Stabilität des andern.“ Ein Beispiel hierfür bieten uns die Vorgänge der letzten Monate in den USA . Obwohl dieses Land als Sieger aus dem Krieg hervorgegangen ist und seine wirt­schaftlichen Voraussetzungen verhältnismäßig günstig sind, konnten wir in der letzten Zeit die unerbittliche Gesetzmäßigkeit der Wechelwir- kung zwischen Löhnen und Preisen beobachten. Gleich einer Schraube ohne Ende, bedingte auch in diesem Lande, das den absoluten Waren­mangel europäischer Prägung nicht kennt, eine Erhöhung der Löhne automatisch eine entspre­chende Preissteigerung.

Uns sollen hier jedoch in erster Linie die in Deutschland gegebenen Verhältnisse interes­sieren. Mancher Leser wird jetzt antworten : „Warum trägt man diesen Gedanken überhaupt in die arglose Öffentlichkeit ? Bei uns ist doch auf diesem Gebiete im großen und ganzen alles in bester Ordnung ! Unsere Bevölkerung hat größere Sorgen, als sich in Lohnkämpfen zu er­gehen l“ Wenn diese Ansicht für den Menschen des Alltags auch gerechtfertigt erscheint, so be­weist dies gerade, daß es sehr fraglich ist, ob dieser Standpunkt allgemein geteilt werden darf. Gerade die Tatsache, daß heute für den einzelnen die Sorge um das nackte Dasein alle anderen Überlegungen überdeckt, birgt in sich große Gefahren, wenn die lebensnotwendigen Grunderfordernisse der Gemeinschaft gegenüber nicht beachtet werden. Auch hier besteht eine gegenseitige Wechselwirkung. Auf lange Sicht gesehen, ist das Schicksal des Einzelnen und das der Allgemeinheit ein unteilbares, und zwar nicht nur in den Beziehungen des einzelnen In­dividuums zu seinem Volke, sondern auch in den Beziehungen der Völker untereinander. Die Vergangenheit hat uns schon mehrere Male so eindeutig darauf hingewiesen, daß man allen Grund hätte, den Grundsatz der unabdingbaren Sch'cksalsverbundenheit zumindest für die eu­ropäischen Völker, zum zwingenden Gesetz allen Handelns zu machen.

Es ist ganz selbstverständlich, daß nach den großen Umwälzungen der letzten Zelt auch ein so zentrales Problem, wie es die Lohnfrage nun einmal darstellt, reformbedürftig ist. Selbst wenn

Die neue Branntweinsteuer

Von zuständiger Stelle wird mitgeteilt:

Bekanntlich hat der Kontrollrat durch das Gesetz Nr. 27 (Branntweinsteuer) die bisherigen Steuersätze auf Branntwein beträchtlich er­höht Das Bad. Finanzministerium dem Um­stand, daß die neuen Branntweinsteuersätze für die Branntweinerzeuger schwer, tragbar sind, durch folgende Maßnahmen Rechnung ge­tragen : Der Brenner (Erzeuger) wird bei der Herstellung zwar mit dfer hohen Steuer belastet, muß sie aber vorläufig nicht bezahlen. Sämt­licher Branntwein ist bekanntlich ablieferungs­pflichtig. Er muß an die vom Ministerium für Landwirtschaft und Ernährung bestimmten Sammelstellen abgeliefert werden. Ausgenom­men ist nur der den Obstbrennem zugestan­dene Haustrunk, der zu einem ermäßigten Satz zu versteuern ist.

Sobald der Branntwein an die Sammelstellen abgeliefert iit, wird der Brenner entlastet, d. h. die Steuerschuld geht an die Sammelstelle über. Die Sammelstelle hat bei der Auslieferung den Branntwein je nach dem Bestimmungszweck zu versteuern oder steuerfrei abzugeben.

Hieraus ergibt sich, daß dem Brenner nicht zugemutet wird, die hohe Branntweinsteuer im voraus zu bezahlen. Die Militärregierung und das Finanzministerium haben ihre Maß­nahmen vielmehr weitgehend den Bedürfnissen der Steuerpflichtigen angepaßt. Der Brenner hat nur die wohl auch erhöhte, aber im Ver­gleich zur regulären Branntweinsteuer mäßige Steuer für den Teil seines Branntweins zu be­zahlen, der ihm bestimmungsgemäß zum eige­nen Hausgebrauch verbleibt.

Ein Saatbanamt in Donaueschingen

Eine der wichtigsten Aufgaben der südbadischen Landwirtschaft Ist die Versorgung der “Igenen Zone mit Kartoffeln als dem wlcbtigs en Nah-jng mittel der Bevölkerung Die zu*n Zie gesteckte Anbau­fläche von 38 500 Hekta kanr nur erreic it werden, wenn das dafür benötigte Saatgu’ zur Veif gung steht. Mit der Anfuhr vor Saatgut au« üe*t früheren Bezugsgebieten Ist kaum zu technen Die besten Saatgutgebiete Hegen Jenseits der Oder, das verhält­nismäßig kleine Anbaugebiet ir der Provinz Han­ nover kann kaum den Saatgutbedarf für das Rhein­land decken, der bayerische Donauraum hat nur ört­liche Bedeutung. Um Sücbsder von der Einfuhr unabhängig zu machen bleib* nur üor,g, Saat selbst ln den hlerfüi gee.gn._ten Gegenden des Schwarzwaldes hochzuziehen

Zu diesem Zweck wird vom Ministerium für Land­wirtschaft und Ernährung elr. Saatbauam» in Donau - eschingen errichtet Seine Aufgabe ist. cue Erzeu­gung von Saatkartoffelr. in den Geoie en ln die Wege zu leiten und zu fördern *n denen nach den bisherigen Beobachtungen die Kartoffeln verhältnis­mäßig widerstandsfähig gegen Viruskrankhelten ge­blieben sind Es wird die Erfüllung dieser Aufgabe durch die Vorträge uno Beratungen der Lar dwli te einleiten, Anbauverträge ml* Saateutz'lcht .rr. schlie­ßen, diese in örtlichen Vereinen und einem Kartof­felsaatbauverband Zusammenschlüßen, d-*' später die Aufgabe der Saatzucht und der Erlassung und V-r -

ohne Preisstopp

wir von den durch den Krieg und das Kriegs­ende naturnotwendig bedingten Folgewirkungen absehen, können wir noch auf eine genügende Anzahl von Vorgängen hinweisen, welche die Re- formbedüritigkeit unseres Lohnsystems ein­deutig heraussteilen. Da ist zunächst auf der einen Seite die nicht zu bestreitende Verteue­rung der Lebenshaltung, hinsichtlich der Ernäh­rung und Kleidung hinzuweisen. Wohl haben die Nahrungsmittel, wie Brot, Fleisch und an­deres eine kaum ins Gewicht fallende Preisstei­gerung erfahren. Allein wie stellt es mit dem Gemüse, dem Obst, ja, sogar mit den Kartoffeln? Haben sie für den Verbraucher im Vergleich zu dem Jahre 1936, aus dem bekanntlich der heute noch bestehende Lohnstopp datiert, nicht — wir denken hier noch einmal an das lebensnotwen­dige Gemüse — eine zum Teil mehr als 100 prozentige Teuerung erfahren ? Dann die Klei­dung ? Wem ist nicht bekannt, daß man für einen Arbeiteranzug, der zur Zeit des Inkraft­tretens des Lohnstopps sechs Mark kostete, heute heute zwanzig bis dreißig Mark anlegen muß? Denken wir weiter an die Verdoppe­lung der Post- und Bahngebühren, die den klei­nen Einkommensempfänger insoweit mehr be­lasten, als sie keine Staffelung kennen und da­her in jedem Falle einen verhältnismäßig grö­ßeren Teil seines Einkommens in Anspruch nehmen Wenn wir hier an das an anderer Stelle schon diskutierte Beispiel einer Arbei­te! _n in einer westdeutschen Kleinstadt denken, die als Ostflüchtling alles verloren hatte, nun bei einem Stundenion von RM. 0,41 arbeitete, so auf ein wöchentliches Bruttoeinkommen von 19,48 Mark kam, wovon 2,30 Mark für Sozial­versicherung und Steuern und nicht weniger als 6,25 Mark für die Arbeiterwochenkarte rb- gingen, dann tritt uns die oben angedeutete Problematik in einem praktischen Beispiel sehr deutlich vor Augen. Weiterhin ist es unbe­streitbar, daß ein Einkommen von etwa zwanzig bis achtundzwanzig Mark wöchentlich, das bei heutigen Verhältnissen keine Seltenheit ist, für die Ernährung, Unterbringung und Bekleidung einer mehrköpfigen Familie nicht ausreicht. Man wird den Gewerkschaften recht geben müssen, wenn sie darauf hinweisen, daß der Lohnstopp nur dan weiter aufrecht erhalten werden könne, wenn auchder Preisstopp strickte eingehalten würde. Das Gleichgewicht zwischen Lohn- und Preisgefüge müsse unter allen Um­ständen gewahrt bleiben. Lohnstopp verlangen bedeute zugleich auch Preisstopp fordern. Der Lebenshaushaltungsindex erhöhte sich aber von 125,7 im September 1939 auf 144,4 im Mai 1945 und 157,2 im Juni 1946 (1913/14 = 100).

Hieraus ergibt sich die Forderung nach einer tatkräftigen Preispolitik. Die Aufgabe ist bei dem heutigen Mißverhältnis von Geld- und Güterstrom schwer. Allein man wird sie nicht scheuen dürfen, wenn man die grundsätzlichen Voraussetzungen des Wiederaufbaues nicht r huldhaft vernachlässigen will. Es müßte ver­mieden werden, daß in den Amtsstuben noch über etwa notwendig erscheinende Maßnahmen berät, während die Praxis unter dem unaus­weichlichen Druck der Verhältnisse bereits eir « eigene Lösung finden mußte. Eine so nach­hängende Planung nähme sich selbst die uner­läßliche Durchschlagskraft -dwe-

teilung des gewonnenen Saatgutes Obern enmen soll- Mit der vorläufigen Leitung des Saatbauamtes in Donaueschingen wurde Reg.-Landwirtsehaftsrat Hol­felder betraut.

Pflanzkartoffeln für 1947

Die Versorgung Südbadens mit Saatlcartoffeln wird auch für 1947 fast ganz aus ausgewählten Feld­beständen der diesjährigen Ernte erfolgen müs en. Zur Sicherstellung des Pflanzgutes wer ien daher schon Jetzt anerkannte Feldbestände erfaßt Wo die Pflanzgut um läge etwa da.- Ablieferungssoll von Speise­kartoffeln überschreitet, weiden für den Überschuß Speise- bzw. Futterkartoffeln zurüekgei'efert Bei der Erfassung wird ln erster Linie der Eigenbedarf der betreffenden Gemeind» berücksichtigt. Die Er­fassung und Lieferung det Pflanzgutes wird durch die Landwirtschaftliche Zentialgenossenscnaft be­werkstelligt. Der Preiszuschlag für Pflanzkartoffeln aus anerkannten Feldbeständen beträgt 2.— Mark Je Doppelzentner

Das für den künftigen Vermehrungsanbau zu sichernde Vermehrungspflanzgut wird ebenfalls bei der Umlage gesichert. Der Erzeuger desselben über-

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nimmt dabei die Verpflichtung eine gewisse Fläche selbst weiter anzubauen und den Uber seinen Be­darf vorhandenen Uberschuß abzuliefern. der dann anderen Vermehrungsbetrieber zuge'eilt wird, welche dieselbe Verpflichtung Übernehmer»

Die näheren Bestimmungen sind bei den Land­wirtschaftsämtern zu erfahren, die auch für die Ein­setzung von Sachverständigen zuständig sind.

Studii-ngesellschaft für Trümmerbesettigung

Die bisherige Arbeitsgemeinschaft „Deutscher Ax- beitsring für Trümmerbfc^ejtigung und Trümmerver- wertung“ hat aul ihrer zweiten Tagung, die vom IG. bis 18. Oktober in Königswinter stattfand, die .»Stu­diengesellschaft für Trürnmerbeseitigung und Trtim- merverwertung“ mit dem Si*z in Wuppertal errich­tet. An der Tagung nähmet übe* 150 Vert.eier von Länderbehörden, zerstörten Städten, de? Bau virt- schaft und der Maschin^niwfiutrie teil L»er Zweck dieser überzonalen Studiengoselischaft ist ein umfas­sender Erfahrungsaustaurch zur Förderung eines planvollen Wiederaufbaues.

Der Tabak der Kleinpflanzer

Da gegenwärtig überall der zurr Eigenverbrauch gepflanzte Tabak geerntet wird muß jeder K ein- pflanzer noch über die wichtigsten Bestimmungen des Tabaksteuergesetze» im k.aier sei:», wenn e.' sich vor Unannehmlichkeiten schützen wt-1 Zu den Klelnpflanzern zählen alle Pflanzer, die nicht menr

als 200 Tabakstöcke zum Eigenverbrauch angepflanzt haben. Sie haben Ihre Tabakpflanzen dem zustän­digen Zollamt anzumelden und dort von den Klein­pflanzern mit weniger als 16 Stöcken abgesehen, eine Steuer zu bezahlen, die nach de Zahl 1ar von ihnen gesetzten Stöcke gestaffeJ ist ne- KleinDhanzer muß ferner wissen, daß er sein« ge' inte Ernte ln ge­trocknetem Zustand bei einer Umtausch» 1 eile abzu­liefern hat, wo er für ein Kilc Tabak 2 - RM in bar und daneben fertig verpackte Tabakwaren auf der Grundlage von 50*e des Gewichts des abgelieferten trockenen Tabaks im Austa sch erhält der Gewichts­abzug Ist durch den be- der Verarbeitung des nicht immer gut gepflegten TaDaks entstehenden beträcht­lichen Schwund bedingt Die Fertigwar o. die dir Kleinpflanzer im Umtausch erhält sind durch beson­deres Entgegenkommen der Militärregierung von der Banderolensteuer befreit

Jeder Kleinpflanzer erhält von seinem Zollamt eine Ausweiskarte, die Ihn auf dem Weg zur Umtausch­stelle über den rechtmäßigen Besitz seines Taba s ausweist Wer Tabak ohne diesen Ausweis mi sich führt, macht sich strafbar: denn der geamte Tabak Ist beschlagnahmt und unterliegt der Bewirtschaf­tung.

Die nächste Umtauschstelle ist beim zuständigen Zollamt zu erfragen.

Rohmaterial für Industrie and Handwerk

Das Badische Wirtschaftsministerium teilt allen groß- und kleingewerblächen Betrieben mit, daß Rohmaterial nur noch Übei die zuständigen Faehver- elnigungen, Handwerkskammern usw. angefordert werden soll. Das Wirtschaftsministerium kann un­mittelbare Anforderungen künftig nicht mehr bear­beiten.

Pokal-Vorrunde abgeschlossen

VfL Freiburg — SV Emmendingen 2:1 (1:1) abgebr.

Beide Mannschaften begannen das Spiel mit etwas überhasteten Aktionen, der VfL wurde noch eine Nuance nervöser als nach zwe Minuten die Emmendtnger durch Ihren Rechtsaußen Zehner ln Führung gegangen waren D s Spiel nahm dann mehr und mehr Former a l. die eigentlich nichts Gutes erwarten ließen nachdem auch Schi.dsrich- ter W a 1 d r a f f die Zügel nicht straff genug ange­zogen hatte. Seine Abseitsentsche düngen, die nicht immer richtig schienen, trugen weiter dazu bei, öl aui das Feuer zu gießen da-’ außerhalb des Spielfeldes bereits gl mmte In der 24 Minute konnte Paulus schließlich, dem Spielveilauf gerecht wer­dend, den Ausgleich erzielen Nach der Pause setzte der VfL gleich wieder mächt g Dampf drauf und schon nach drei M.nuten hieß es 3:1 durch Breitenberger. Nach etwa 15 Minuten SD'elzeit ver­schuldete Frltschi ein Foul ar dem Emm.ndin- gex Rechtsaußen Zehner aas d.e Volksseele zum Kochen brachte Das Publikum strömte auf den Platz — warum eigentlich'’ — und es kam zu Sz :nen, die eines Platzes, der der Leibesübung und der Er­holung dienen soll, nicht würdig waren. Ordrer waren eifrig bemüht, das Publikum wieder ln d a Schranken zu verweisen, was auch soweit gelang, daß das Spiel seinen Fortgang nehmen konnte. Die Emmendinger Spieler allerdings hatten sich nu- zu einem Teil für die Fortsetzung entsenieden so daß die Gäste nur noch mit acht Mann auf dem Spielfeld waren. Aber die mühsam hergeriellte Ruhe dauerte nicht lange Nach wenlg»n Minuten l.ef Kleser die Linie entlang da entstand plötzlich — der Grund war fü: den Berichter nicht zu erken­nen — ein neuer Zwischenfall Nach einigem Zögern gab Schiedsrichter Waldraff das Zeichen zum Spiel­abbruch.

• Blauweiß Freiburg — Oberwinden 4:0 (1:0). Ober­ winden hatte in der zweiten Pokalrunde die Wald- kircher mit 4:2 Toren klar aus dem Rennen gewor­fen, kamen also mit einer guter Empfehlung nach Frqibürg Was sie aber in dem Vormittagssolei gegen Blauweiß Freiburg zeigten, kann kaum einen An­spruch auf besonders große Fertigkeiten ln der Fuß- ballkunst erheben: lediglich de, Torwart der Gäste machte eine Ausnahme Er tat was er konnte, aber die vier Tore der Blauweißer waren nun einmal nicht zu halten. Er kann froh sein, daß der Has- lf her Sturm so unentschlosser und unproduktiv spielte, sonst hätte er vermutlich noch ötter das Nachsehen gehabt. Die Platzherren »pleiten ganz ordentlich, sie machten in. Gesamten einen besseren Eindruck als am Vorsonntag gegen Zährmgen. Aber im Sturm war das Spie! überhastet und auch nl ht rationell genug, um zu größeren Erfolgen zu kom­men. Ein gutgemeinter Rat sei den blauweißen Stürmern gegeben: nicht in den Fehler verfallen, das ganze Spiel auf einen einzigen Mann zvzuspitzen, zumal dann nicht, wenn dieser Mann ständig abseits steht. Die beiden Flügelstürmer haben das Zeug in sich, auch von sich aus einmal einen herzhaften Schuß zu wagen Hoffmanr hatte auf di se Welse ein schönes dritte» Tor. und dazu noch aus einem fast unmöglichen Wink 1 gesch >s«en. Bei etwas mehr Verständnis untereinander und vor allem bei der Pflege des Flachpasses dürften die Freiburger Vorstädter einen achtbaren Gegner absehen — Eine halbe Stunde dauerte es, bis Klenzle dae 1:0 er­zielte. Damit war es dann schon aus vo» der Pau-e. W e h r 1 e und Hofftr. ann schraubten dann das Ergebnis ln den ersten 15 Minuten na»h der Pause auf 3:0 und erst vier Minuten vor Schluß gelang es nochmals Wehrte, eine der ungezählten Gelegen­heiten zum vierten Treffer auszuwerten Schieds­richter Weiß, Freiburg leitete aufmerksam.

Fortuna Fretbnrg — SG Müllhelm 6:1 (3:0). Das Pokalspiel im Fortunastadion zeigte keine Höhe­punkte. Die MÜllheimer Gäste überraschten wohl durch ein solides Können aber bir zur letzten Krö­nung, nämlich dem erfolgeichen Torschuß, reichte es noch nicht. Die Fortuna-Mann=chaft hatte wieder Z e 11 n e r als Stopper zur Verfügung, während im Sturm zunächst Wemet ln der Mlt*e spielte, wo er nach der Pause von Scherer abge öst wurde. Für den Pausenstand von 3:C hatten Warnet (2) und Scherer gesorgt Nach dem Wechsel waren diese beiden Torschützen wiederum dreimal erforireich, wobei diesmal Scherer zwei Treffer auf seir Konto brachte. Ein Deekungsfehler der Fortuna-Verteidi­gung verhalt dann den Gästen zum Ehrentreffer. Schiedsrichter Gehring - Elzach leitete gut.

Bahllngen — ASV Freiburg 0:J. Der AS V Freiburg hatte auch am Kaiserstahl keine Mühe, ln die erste Zwischenrunde um den Pokal vor Baden zu k.m- men. Das Ergebnis von 6:0 spricht für die spieleri­sche Überlegenheit der Freiburger die nun alle drei Vorrundenspiele mit hoben Torquoten für sich ent­scheiden konnten.

VfR Klrchzarten — Sportfi Krozingen (:2 (4M).

Zahlreiche Zuschauer sahen einen temperamen wol­len t’okalkampf, der den VfR Klrchzarten eine Runde weiter brachte Die Platzbesitz=r waren stets tonangebend und konnten bereits in den ersten 45 Minuten vier Tort Vorleger. Nac* der Pa*ue kamen die Gäste besser ins Spiel es gering *hnen, auch zwei Tore aufzuholen, aber Klrchzarten konnte bis zum Schluß die alte Tordifferenz wieder hersteilen. — Der Schiedsrichter hatte be: dem fairen Treffen keinen schweren Stand

Der VfR Riegel mußte sein rückständiges Po- kalpiel aus der zweiten Vcrrund» gegen E u g g i n - gen nachholen. Mit knapper Mühe und No* ge a.ig dem neuen Oberligister. ein 2:1 und damit der E n- tritt in die 1 Zwischenrunde — Der bereits am Vor­sonntag aus dem Pokal Wettbewerb ausgeschiedene SV Waldklrch hatte der VfR Zähringen zu einem Freundschaftsspie, verpflichtet das er mit 4:1 gewinnen konnte.

Mit Überraschungen ir der drit-en Pokal­vorrunde wartete der Bezirk B ’ d <= n Baden auf. Die Mannen aus der Bäderriad* unterlagen tu Lei­berstung mit nicht weniger als 1:6 Toren und der Neuling Ottenau muß*« die Üb^rlegennelt Kuppenheims mit 3:4 Toren anerkennen Der Badische Fußballmeister S \ Rastatt hatte in Kappelrodeck kein Hindernis zu überwinden, wie aus dem 6:0 eindeutig her'orgeht Jer zweite Neuling der badischen Öberl.ga OberVirch, wurde von Offenburg mi 2:7 Toren ausgesehal- tel Neustadt 1 Schw das durch em-n 1.0-Sieg über Donaueschirger, de dritte Runde er­reicht hatte, kam in T r t b b e ** g über em 2:2 trotz Verlängerung nlchi hinaus.

Ablieferung von Faserpflanzen

Das Flachsstzoh der Ernte 1846 unterliegt wie in früheren Jahren der Zwangsbewlrtschuftung. Es ist an die Lagerhäuse* der B&dischen landw rt- schafLiehen Zentraigenossenschaft abrul’efem und wirrt in der Flachsröste ln Ittenbeuren bei Ravens­ burg verarbeitet, die dam dem abliefen.den Land­wirt einen Einkaufsscheir. für Leinenproaikte in Höhe von 8 bis 10 Prozent der abgeliefer'm Faser­menge zustellt und ihm mitten* wo er diesen Schein einlösen kann.

Hanfstroh unterlieg* nicl.* der Bewirtschaf­tung, kann aber an dieselbe Stelle abgeltefert wer- den, wobei der Ablieferer 3« Prozent d=*r von Ihm abgelieferten Faser (nicht Stroh) zurück erhält.

Flachs nicht dreschen

Das Badische Ministerium für Landwirtschaft und Ernährung teilt mit:

„Die Zentralstelle für Textilwirtschaft führt auf Grund zahlreicher Feststei'ungen Beschwerde dar­über, daß von den Landwirten vielfach Flachs in unerwünschtem Zustand abgel’efart wird. Es wird deshalb darauf hingewiesen, daß die Enttarnung des Flachses nur durch Abriffeln erfolgen darf, daß da­gegen der Hand- und Maschin endrusen un*er allen Umständen abzulehnen ist Derart.ge durch fa-senen Drusch beschädigten Fiächse körnen nur mit großem Verlust an Faser welterverrrbeitet werden Die Zen­tralstelle für Textilwirtschaft wird deshalb zukünf­tig für alle unsachgemäß behandelten Fiächse nur . och 50 Prozent der festgesetzten Rücklief erungs wäre aushändigen.“

Bambergs erste Niederlage

Das überraschendste Ergebnis der süddeut­schen Meisterschaftsrunde ist die 0:2-Nled riage des FC Bamberg, die dieser auf eigenem Plitz dur.h die Augsburger Schwaben bezogen hat Durch einen hohen 7:0-Erfolg über Aschaffenburg hat sich der VfL Neckarau in die erste Hä.fte der Tabelle bege­ben, während die Splelvereinigur.g Fürth aurch ihre 1:2-Niederlage gegen BC Augsburg auf den 15. Ta­bellenplatz zurückgefalleD ist Im übr.gen gab es noch folgende Ergebnisse*

Phönix Karlsruhe — Schweinfurt 0 1, Eintracht Frankfurt — VfB Stuttgart 1:1 1860 München —

Karlsruher FV 2:1, Stuttgarter Kickers — K.ckers Offenbach 3:3, Waldhuf — Bayern München 1:1, Nürnberg — FSV Frankfurt 4:0, Ulm 46 — VfR Mann­heim 2:0.

Nach dem fünften Spielsonntag ist nur noch der erste FC Nürnberg ohne Punktverlust.

Handball

Siege der Favoriten

Die badische Handball Oberliga setzte am Sonntag ihre Pflichtspiele mit einem viae-i Pro­gramm fort, wobei es die erwart *ten Ergebirise gab. Der VfL Freiburg hatte ix Schutterwald einen spielerisch gleichwertiger Partner le.igl ch das entschlossenere Handelr der Freiburger Stürmer bi-chte diesen schließlich einen 9:5-Sieg ein Rot­weiß Lörrach war in Nieaerbüh’ erfolgrei­cher, als man angenommer hatte* der 11:7 Sieg stel.t die Überlegenheit der Lörracher eindeutig unter Be­weis. Fortunas Elf gastierte in Lahr and holte sich mit 12:8 Toren den zweiten sieg. AP»: dinge soll es hier zu recht unschönen Szenen auf dem Platz gekommen sein. Mit o ' f t n b " r g und Rastatt ■standen sich die beiden Tabellenletzten gegenüber. Das Ergebnis von 9:8 zugunsten Offenburgs spiege t •die Ausgeglichenheit der beiden Mannschaften wider.

Das einzige Pflichtspiel der Frauen brachte den Mädels vom VfR Zährtngen mit 4:1 einen wei­teren Erfolg, der über die Frauen von Breisach errungen wurde.

Wieder Hockeysport ln Freriurg Der Rasensport in Freiburg ha. durch die Wieder­aufnahme des Spielbetriebs de. Hockeyabtei- 1 u n g der Fortuna eine we'tere Be.ebung er­fahren. Zum ersten Wettspiel fuhren lie Freiburger mit einer Herren und einer Damenma*'nsehaft nach Hlnterzarten, wo die Blrkleboiscbule der Gegner war. Die Männer gewannen hoch mit 5 fl Toren, während sieb die Frauen mit einem 1:1 be­scheiden mußten Bereits am kommenden Sonntag Anden in Freiburg die RQckspie'e state.

Der kommende Sporisonntag Der erste Novembersonn tag steh in Freiburg im Zeichen des Hanab ills und der Leicht­athletik, nachdem im Wettbewerb um den Po­kal von Baden eine Pause eingelegt wird Am Sonntagnachmittag finden wie bereits kurz berichtet, die Badischen Wa ldlau fraei- sterschaften mit Start und Ziel im Foituna- Stadion statt. Diese letzte leichtathletische Veran­staltung dieses Jahre6 bildet den Rahmen zu dem Handball-Rundenspiel Fortuna Freiburg — Nieder­bühl. Die Zeiteinteilung für die einzelnen Klassen der Waldlaufmeisterschaf* wurde so gelegt, daß der Hauptlauf über 5 km in der Pause des Handball­spieles stattfindet.

Bereits am Vormittag findet in Zähringen das Pflichtspied der Handballer gegen Teningen statt. In Lörrach wird Rot-Weiß zu einem weiteren Er.olg über Steinbach kommer und auch der VfL Freiburg ist in Offentourg kaum gefährdet. Die Lahrer Sport­freunde fahren nach Rastatt und sollten dort, gemes­sen an den bisherigen Leistungen, zu Ihrem ersten Erfolg kommen.

Kurze Auslandsnachrichten In der französischen Fußballmeisterschaft wurde der Tabellenführer Roubaix am Sonntag von St. Etienne mit 2:0 geschlagen Roubaix behält aber seine führende Tabellenpositlor. bei *ta Re,-ns gegen Le Havre mit 0:1 unterlag Strasbourg—Lille trenn­ten sich unentschieden lfl.

Das südwesfdeufsche Funkprogramm

Samstag, 2. Nov. (Allerseelen) s 10 und 115: Mor­genkonzert; 7.30* Froher Klang zur Morgenstunde: 12: Mittagsxonzert, Lokalnachrichten; 1515: Musik nach Tisch; 14: Wir Jungen Menschen: 16 30 Mozart — bekannt und unbekannt* 19: Unterhaltungsmusik; 19.15: Das aktuelle Thema: 20.15* Streichquartett von Maurice Ravel ; 20.45*. AndrO Gide: Cer verlorene Sohn; 21.30: 15 Minuten eite Musik; 22 15: Das kleine Orchester; 23.15: Die die guten willens sind Moderne Gesänge Zirm Lobe Gottes Sonntag, 3. Nov. 6.10 und 7 15* Morgenkonzert; 7,30: Froher Klang zur Morgenstunoe* 11: Morgen‘e er; 11.45: Religiöse Musik; 12* Mittagskonzert lokalna- h- richten; 13.15: Musik nact Tisch; 14* Geschichten für große und kleine Kinder* 14.3( • Solistische Kleinigkei­ten; 15: Büeherschau, 15.30: „Sang und Klang“; 16 30: Karl Peter Blitz. „Der Nebe' steif — et fällt das Laub“; 17: Konzert de» Großen Orchesters; 18. 5: Musikalischee Zwischenspie': 19 Prof Arihaus: Lu­ther und das öffentliche Leben; 1915* Me odsen auf der Kino-Orgel; 20 15. Musikalisches Rendez-vous; 21: Aus der Welt der Oper. 22.15 Tanzmusik

Montag, 4. Nov.. 6.10 und 7.15 Morgenkonzert; 7,30: Froher Klang zut Morgenstunde* 7.50: Fa-nllienfunk: Wasser als Heilmittel; 11 J ** Mittagskonzert, Lokal- nachrlchten; 13.15: Musik nach Tisch*. 14: Unterhal­tungskonzert; 18.30. Schl gerp’.aud -ei; 19. Unterhal­tungsmusik; 19 15: Sportschau am Montag; 20 15. Tau­send bunte Noten: 21 13: H»ns Sn-ng'er, Cello, am Flügel: Maria Bergmanr, 22.15 „Johanna aaf dem Scheiterhaufen“, Oratorium von Paul Claude) M sik von Arthur Honegger ; 23* Rainei Maria Rilke : ..B 1 fe über Gott “; 23.15: „Tanzende Tasten“: 23.30* Neue Tanzmusik.

Dienstag, 5. Nov : 6.10 und 7.15* Morgenkonzert; 7.30: Froher Klang zur Morgenstunde, t?: Mittags­konzert. Lokalnachrichten' 13.15' Musik nach risch; 14: Unterhaltungskonzert. 16 30 Musis zur Tee­stunde; 19: Unterhaltungsmusit * 19 ’5' Kar. Fuß' „Francois Rabelais “ — dt* Dichter fraozösis hen Humors; 20 15: Lieder von H»y„ und Mozart ; 20 30: Hörspiel: „Die Illegalen von Günther Weißenbo n; 21.30: Fünfzehn Minuten alte Musik; 22 15: Tanz; 23.15: Das Kleine Orchester spielt.

Sptot-HacUcicUteti dec // I/E //