Freitag, de» 4 . August 1650

Kreuz und quer durchs Badnerland

Jetzt sprechen sogar die Fische .

. und im Sturzflug wird die

Vor dem größten Volksfest der Bergstraße W e i n h e i m. (lwb). Die ' „Weinheimer Woche“, das größte Volksfest der Bergstraße , das mit einer Ausstellung des Weinheimer Handwerks und Gewerbes verbunden ist, wird n diesem Jahre zum zweiten Male nach dem Kriege veranstaltet. Ein \jmfangreiches Pro­gramm wurde für die Zeit vom 4. bis 14. August ausgearbeitet.

Fünf Gebäude medergebrannt Tauberbischofsheim (lwb). In der Gemeinde Großrinderfeld bei Tauberbischofs­ heim brach ein Großfeuer aus, dem in kürze­ster Zeit zwei Wohnhäuser und drei Scheunen zum Opfer fielen. In den Scheunen war be­reits ein Teil der diesjährigen Ernte unter­gebracht worden. Der Sachschaden beträgt rund 80 000 DM. Über die Brandursache sind noch Ermittlungen im Ganue

3 Tote durah KwdesKhmung in Mannheim Mannheim (iwb). Von 21 im Stadt- und Landkreis Mannheim an spinaler Kin­derlähmung im Laufe dieses Sommers er­krankten Personen sind fünf gestorben. Drei der Todesopfer waren Erwachsene. Wie vom staatlichen Gesundheitsamt in Mannheim milgeteilt wunde, kann auf Grund'der bisher bekanmtgewordenen Erkrankungen nicht von einer Epidemie gesprochen werden.

Mannheim will Pendler aufnehmen Mannheim , (lwb). Die Stadt Mannheim hat sich bereit erklärt, von 430 Pendlern, die im Kreis Buchen leben, 50 aufzunehmen. Für diesen Zweck wurden der Stadt Geldmittel, die ursprünglich für den Kreis Buchen be­stimmt waren, zur Verfügung gestellt. Die Mannheimer Stadtverwaltung setzte bei der Auswahl durch, daß von den 30 Pendlern, die durchweg nicht an einer Bahnlinie wohnen, nur 37 Flüchtlinge sind, der Best dagegen Ev akuie rte, die auf diesem Wege wieder nach Mannheim zurückkorrwnen.

Gewerkschaft will Tarifverträge kündigen Mannheim (Id). Die erweiterten Kreis­vorstände der Gewerkschaften in Ludwigs­ hafen und Mannheim beschlossen, kl beiden Städten alle Lohnabkommen sofort zu kün­digen. Sollten die Unternehmer dieser Absicht Schwierigkeiten entgegensetzen, so wollen die Gewerkschaften in den betreffen­den Betrieben die „äußersten gewerk­schaftlichen Kampfmittel“ anwenden. Die bei­den Ortsausschußvorsitzenden machten in ihren Reden die Bundesregierung für die wirt­schaftlichen Folgen dies» Lohnbewegung ver­antwortlich, denn in Bonn sei die Preisschraube zu heftig angezogen worden

Wohieb und Zureiter sprechen in Heidelberg Heidelberg (lwb). Staatspräsident Woh­ieb und Oberiandesgerichtspräsident Zürcher werden am Donnerstag auf einer Kundgebung der „Notgemeinschaft der vertriebenen Deut­ schen “ in Heidelberg sprechen.

Wirte verlangen sofortige Biersteuersenkung Karlsruhe , (lwb). Die Karlsruher Gast­wirte forderten, daß die Biersteuer sofort herabgesetzt werde. Auf eia» Mitgliederver­sammlung der Bezirksstelle Karlsruhe des Landesverbandes für das Hotel- und Gast­stättengewerbe wurde die Behauptung des Bimdesfinanzmanisters Schaffer auf einer CDU - Kundgebung in Karlsruhe , daß die Herabset­zung der Bierpreise an der Haltung der Gast­wirte gescheitert sei, weil diese nicht von ihrem Schanknutzen abgehen wollten, ent­schieden zurückgewiesea. Im weiteren Verlauf der Versammlung wurde der Vorschlag des Bezirksvorsitzenden Kart Bachteler, Karlsruhe , befürwortet, den Verbandstag kn nächsten Jahr in Karlsruhe zu veranstalten.

McCioy besucht Pforeheim Pforzheim, (lwb). Der amerikanische Hohe Kommissar John J. McCioy wird am Freitag, 4. August, Pforzheim besuchen. Nach einer Dienstbesprechung mit dem amerlkan-i- jehen Kreisvertreter Pforzhei ms , Laseoe, wird McCioy in Königetoach ein Jugendforum be­suchen.

Pforzbekuer GoMwaren mH Schmuggel wegen Pforzheim . Die österreichische

Grenzpolizei hat an der Grenze bei Rosen - heim einen 26 Jahre alten Pforzheim « Ge­schäftsmann und einen 32jährigen Angestell­ten aus Pforzheim festgenommen, die GoM- sduniedewaren kn Wert von 18 006 DM nach Österreich geschmuggelt hatten. Die beiden Schmuggler hatten sich unter dem Deckman­tel einer Badereise an die Grenze begeben. Bei ihrer Durchsuchung fand man Rechnun­gen für an österreichische Finnen gelieferte öoidschmiedewaren m Höbe von 65 Millionen Sch’n’f''»

Drei Tote bei Verkehrsunglück in Ackern A c h e r n. (Id). Beim Zusammenstoß zwi­schen einem mit drei Personen besetzten drei­räderigen Kraftfahrzeug und einem mit Stei­nen. beladenen Lastauto geriet das gerammte Dreirad in Flammen. Einer der Insassen ver­brannte, die beiden anderen wurden schwer verletzt und starben bald nach dem Unfall kn Krankenhaus "

Gefährliches Spiel mit der Schlinge Freiburg . (hpd). Ein lljähriger Junge geriet beim Spielen mit dem Kopf in die Schlinge einer Leine, die vom Balkon herun­terhing, so daß sich die Schlinge zuzog. Als man den Jungen befreit hatte und er wieder zum Bewußtsein gekommen war, mußte man feststellen, daß der Unglückliche jegliches Er­innerungsvermögen verloren hatte. Er wurde ki eine Nervenklinik eingeliefert, wo man hofft, ihn wieder heilen zu können.

Die Sprache ist das „Sesam , öffne dich!“ zur Erschließung der Herzen. Nicht einmal alle Fische machen darin während ihres Früh­lings eine Ausnahme. Es geht im Wasser nicht zo jubelnd zu, wie im Wald und auf der Flur. Das nasse Element erlaubt das nicht. Und doch hat sich die Natur sogar dorthin noch den Laut als Sprache der Liebenden ge­rettet.

Können die „tauben“ Fische denn hören? Ihr „sechster Sinn“, die sinnvolle Ergänzung ihrer verschlossenen Ohren, ermöglicht es ihnen. Das Ohr des Fisches ist lediglich ein Organ zur Tiefenlotung, zur Erhaltung des Gleichgewichts und gleichzeitig ein Geschwin­digkeitsmesser. Aber durch die Schuppen trei­ben sich kleine Röhrchen nach außen, die als Wellenmesser funktionieren. Sie reagieren auf die feinsten Rückprallungen der selbst­erzeugten Wellenbewegung und zeigen auf diese Weise alle Annäherungen an. Mit die­sem Radiogerät nehmen die Fische auch Laute wahr, und zwar in Form von Wellen­schwingungen. Einige von ihnen nutzen diese Hörfähigkeit aus, indem sie werbende Laute aussenden, auf deren Erhörung sie hoffen.

Bis in die westliche Ostsee treibt der Knurrhahn sein Wesen. Er versteht es, seine Muskeln so ruckartig zu bewegen, daß da­durch brummende Geräusche entstehen. Die Schwimmblase wirkt als Resonanzboden und verstärkt sie. Der gepanzerte Malarmat der südwesteuropäischen Meere und die Welse

Himmelsziege zur Organistin

der amerikanischen GeWässer tun es Ihm gleich. Diesen schließen sich der Gurami, aer Igelfisch, der Killifisch und noch eine ganze Legion von Fischen an, die durch Reibung ■Ait Flossenteilen, der Kiemen, der Schulter­gürtelknochen der Zähne oder durch Luft­kompression kn Maul ihren Fischdamen mu­sikalische Ständchen bringen. Diese „singen« den“ Fische stellen uns noch vor vielfach« ungelöste Rätsel der belebten Welt.

Aber diese primitive Sprache der Wasser­welt ist nicht etwa zu belächeln. Es gibt mehr gefiederte Freunde, die nicht singen können, als andere. Auch ihnen steht sehr oft kein Kehllaut zur Verfügung, und wenn schon, dann klingt er für das menschliche Ohr nicht schöner als etwa das Klappern des Storchs. Wie macht er das eigentlich? Mit dem Schna- bell Sonst ist er stumm wie der Strauß, der nur in der Brautzeit zu brummen vermag (also umgekehrt als der hotno sapiens, wer­den manche nun sagen), stumm wie der weib­lich« Wiedehopf. Und was bringen schon die Gänse, Enten und Hühner zustande! Un­artikulierte Laute, wie die vielen anderen. Der Buntspecht macht nur „kick“ und ver­läßt sich im übrigen auf seine Trommelei an trockenen Ästen. Und mancher, der Mn Sumpf die in den Lüften meckernde Himmelsziege belauscht, weiß vielleicht nicht, daß die Be­kassine nur eine Art Orgarfistin ist, die den Flugwind die Schwanzfedern anschlagen läßt. Übermütige Sturzflüge betätigen dieses In­strument ständig aufs neue. Ringtäuoeneh uni Taube klatschen mit den Flügeln und di« Baumente pfeift mit der dafür ausgebuohis- ten ersten Schwungfeder. Nicht immer, aber meist, / wird damit von der Liebe gere­det, und wie schön die Welt im Frühling ist. Der Ton macht also auch hier die Musik, was soviel sagen will, als daß es auf den ehrlichen Sinn der Sprache mehr als auf ihre Schön« heit ankommt. Nein, die Ehrlichkeit ihrer lau* ten Beteuerungen müssen ja diese Freier mjf m oft noch eigens durch Geschenke bewei­sen. Die Vogel- und Fischdamen sind näm-

t di nicht sehr leichtgläubig und verlangen aufig eine Morgengab«.

Wenn also mit einziehendem Lene <he Be­wohner von Wald und Wiesen zfritsärtriw trällern, pfeifen und flöten, wenn dieses tau* lendstixnmige fröhliche Musizieren mit U«te* ren eigenen gesteigerten Wünschen und Hoff* nungen zusammenklingt, dann wollen wfj datob nicht die davon verdeckten, Äset up* hörbaren Stimmen vergessen, die dasselbe lagen wollen. Vielleicht finden wir bei seg»

S ien Gedanken auch einmal Verständnis Jü| le stillere Sprache von Mensen#u die Ww tonet auch überhören . . . Clara RwaWeh

„Landflucht“ auf dem Fahrrad

Bei Bauern in Gemmingen suchten dieser Tage „Landarbeiter“ Beschäftigung. Zwei der Arbeitssuchenden wurden von den Bauern ein­gekleidet. Ehe die vermeintlichen Landarbei­ter einen Finger gerührt hatten, verschwanden sie mit den Kleidern der Bauern. Bei densel­ben Bauern meldeten sich bald darauf zwei andere Landarbeiter. Der eine lieh sich ein neues Fahrrad, weil er bei der Polizei einen Antrag auf eine Kennkarte ausfüllen müsse. Der Radfahrer verschwand auf Nimmerwie­dersehen. Der andere, der neue Kleider be­kommen hatte, zog sich von dannen, ohne wie­derzukommen.

Revision Gustav Dehrns zurückgewieses Karlsruhe (lwb). Der zweite Strafsenat des Oberfhndesgerichts Karlsruhe verwarf di« Revision des wegen dreifachen Mordes nun Tode verurteilten Gustav Dehm aus Jöhlin- gen. An Stelle der ursprünglich verkündeten Todesstrafe sprach der Strafsenat eine lebens­längliche Zuchthausstrafe aus. Gustav Dehm war am 13. April 1949 durch Indizie nb eweise wegen dreifaches Mordes an seiner Schwäge­rin und deren beide Kinder zum Tode verur­teilt worden.

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Kopf de« Apollo, ois J^eUlerwerk der Aatike

Fotot Pergamon-Archiv

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Mimet eigenem Mietfit

Roman v o n Edmund Sabott

Copyr. 1948 by Verlag Reutlingen Oertel & Sporer

15 Fortsetzung

,Was würde geschehen, wenn die Beamten nerkämen? Man würde uns vermutlich alle­samt verdächtigen, würde uns isolieren, uns getrennt verhören, oder uns Schlingen stellen, einen gegen den andern ausspielen und — kei­nem glauben, sondern annehmen, daß wir alle Mitwisser und Mithelfer seien. Die Folgen? Ich will nicht von den Quälereien sprechen, die diese Verhöre für jeden von uns bedeuten würden, viel wichtiger ist mir, daß vermutlich alles zwischen uns zu Ende wäre. Was uns heute noch ganz lose aneinander bindet, wür­de für alle Zeiten zerreißen. Darüber seid ihr alle wohl einer Meinung mit mir. Oder nicht?“

Sie richtete diese Frage hauptsächlich an Frau Tilmann. „Nur weiter, Ulla!“ sagte die, und es war nicht zu erkennen, wie sie Ullas Worte bisher aufgenommen hatte.

„Deshalb schlage ich vor—mit Alfred habe ich schon darüber gesprochen — daß wir nicht sofort die Polizei benachrichtigen, wie wir es eigentlich tun müßten. Ich weiß, daß wir dadurch ein Gesetz verletzen, daß wir vielleicht alles verschlimmerr, aber ich finde, es kommt nun schon nicht mehr darauf an. Es ist ein Mord bei uns ges chehe n, oder rin Totschlag — ich weiß es nicht, wie die Jö- risten das nennen werden — und wir sind ohnehin alle in einer furchtbaren Lage. Ver­suchen wir also, wenigstens einiges daraus zu retten, und das könnten wir tun, indem wir

selbst mit den schrecklichen Ereignissen ins Reine kommen — ohne die Polizei!“

Noch immer war Anita still, und nicht ein­mal aus ihren Mienen war zu erkennen, daß sie den Verdacht hegte, die Geschwister woll­ten sich aus der Schlinge ziehen.

„Ich denke, daß auch der Täter begreift, was alles davon abhängt, ob er schweigt und uns im Ungewissen läßt oder ob er den Mut zu einem Geständnis findet. Es muß sein! Um der andern "willen muß er sprechen! Um der Schuldlosen willen! Um wenigstens deren spätere Gemeinschaft zu retten! Vergeßt nicht, wie wir gelebt haben! Wie schön es gewesen ist! Es wird nie mehr so werden! Gewiß nicht! Aber wir wollen mindestens wieder zu­sammenfinden und versuchen, einander zu vertrauen. Dies wäre dann der Anfang! Das ist mein Vorschlag! Ihr könnt nun darüber entscheiden! Rufen wir jetzt sofort die Polizei oder nicht?“

„Vorher möchte ich euch noch einiges fra­gen“, begann Frau Tilmann, und ihre Be­herrschung, die so widernatürlich wirkte, be­gann den andern immer unheimlicher zu wer­den. „Angenommen, der Täter meldet sich wirklich, — was geschieht mit ihm?“ „Darüber müßten wir befinden, Tante Sophie.“

„Ah! Das heißt, du hallst es für möglich, daß wir Hm nicht seinen Richtern ausliefern?"

„Ich halte es für möglich, daß wir zu einer Auffassung über seine Tat kommen, die...“ „Darauf habe ich gewartet, Ulla! Daß wir den Mord begreiflich finden, nicht wahr? Daß wir ihn verzeihen, und das heißt, daß wir ihn vertuschen? Daß es wirklich dahin kommt, daß wir Brender ln einer Ecke verscharren und seinem Mord» erlauben, weiterzuleben, als sei nisbts geschehen. Darauf kommt es euch an, nicht wahr? Nur darauf?“

„Nein. Tante Sophie! Du irrst dich! Wenn

wir den Schuldigen kennen und seine Ge­ständnis angehört haben, werden wir auch wissen, wie wir über ihn zu urteilen haben. Das meine ich, als ich eben sagte, wir wür­den gemeinsam über ihn befinden. Liefern wir ihn dann meinetwegen den Richtern aus, ge­ben wir ihm Gelegenheit, an sich selbst die Sühne zu vollziehen oder tun wir sonst ir­gendetwas, das uns richtig erscheint, aber ur­teilen wir doch nicht jetzt, nicht zu voreilig! Warten wir doch! Hören wir ihn an!“

„Ja, hören wir ihn an...“ sagte Frau Till­mann . leise und blickte von einem zum an­dern. „Es widerspricht dir anscheinend nie­mand. Ulla? Hattet ihr das schon so abge­macht?“

„Ich habe nur mit AM darüber gesprochen!“

„Wirklich? Nun gut! Dann scheint es also, als hättet ihr allesamt einen triftigen Grund, die Polizei aus dem Spiel zu lassen. Ich ver­steht. Ich habt fast erwartet...“ Ihre Stim­me hob sich und wurde lauter. „Aber wenn ihr hofft, euch dadurch der Sühne zu ent­ziehen, wenn ihr glaubt, daß ihr in mir eine milde Richterin findet — ihr irrt euch! Ihr irrt euch sehr! Ihr habt so schändlich gehan­delt, so schändlich gedacht, so Schändliches gewünscht, daß nichts anderes als diese schänd­liche Tat zu erwarten war. Jetzt soll das Schändliche auf euch zurückfallen. Gut, ver­zichten wir auf die Polizei — einstweilen! Mir ist es nur recht, daß ich euch anklagen kann und nicht irgendein gleichgültiger Beamter, der nicht weiß und nie begreifen wird, was ihr getan habt, für den es nur ein Mord oder ein Totschlag ist, wie er tagtäglich geschieht. Vielleicht würde er euch sogar noch mildern­de Umstände zubilligen, weil er genau so denkt wie ihr; daß ich euch unrecht getan habe und nicht ganz bei Verstand gewesen sei, als ich diesen armen heimatlosen Men­schen endlich eine Heimat gab und ihnen ein

paar Freuden verschaffte, die das Leben ihnen bisher verweigert hatte. Nein, lieber will ich euer Ankläger sein, und ich euer Richterl Seid ihr noch immer dafür, euch vor der Po­lizei zu drücken?“

Ursula antwortete heftig: „Und wenn nur deshalb, um dich ins Unrecht zu setzen, Tante Sophie, — ja, ich bin dafür! Auch jetzt noch! Und du Alf? Peer? Und ihr beide da drüben, Christa und Hans? ARe? Gut! Das also ist wenigstens nun klar! Eignes Recht! Eignes Gesetz! Warten wir ab, wen es trifft! Du als Anklägerin, Tante Sophie! Wer hätt« das gedacht! Gegen uns!“

„Habt Shr es nicht so gewollt?“

„Laß uns darüber nicht streiten! Ich glau­be, es gibt jetzt Wichtigeres.“

„Allerdings, Ulla, denn ich will euch nun die Frage stellen die euch oder mir recht gibt und die schon in diesem Augenblick alles ent­scheidet: Wer hat es getan?“

Die Frage ging wie ein Pritschenhieb über die Köpfe aller hin, und sie duckten sich gleichsam. Sie sahen zu der alten Frau hin, die mit ihren scharf und böse gewordenen Augen von einem zum andern blickte, sie spähten vorsichtig und angstvoll scheu zu den andern hin, rührten rieh aber nicht.

Frau Tilmann verzog höhnisch den Mund. „Ich frage noch einmal, und ich frage nun jeden einzelnen von euch: Wer hat Karlo erschossen? Ehr selber gebt ja zu, daß es einer von euch getan hat. Wer also? Alf, du? Sieh mich an, mein Junge! Du? Er war dir doch so im Wege! Du hast mich vor die Wahl ge­stellt: entweder auf dich oder auf ihn zu verzichten! Du hast mir das Geld vorgehalten, das ich Han gegeben und euch also entzogen habe! Hast du ihn also getötet, aus dem Wege geschafft, — diesen Mann, der dir *o lästig geworden war?“

(Fortsetzung ' ' )