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HANDEL UND WIRTSCHAFT

Dienstag, 23. Dezember 1952

IWF -Mission zurOckgekehrt

Eine Mark = 0,211588 Gramm Feingold?

Eine Kommission des Internationalen 'Währungs­fonds (IWF ), die letzte Woche* nach zweiwöchigem Aufenthalt aus der Bundesrepublik abreiste, hat die deutsche Außenhandelsbilanz im allgemeinen, das deutsche Aktivum gegenüber Brasilien , die deutsche EZU-Position und andere Fragen der deutschen Au­ßenwirtschaft studiert. Gutunterrichtete Kreise in Bonn messen diesem ersten Besuch einer IWF -Mis­sion in Westdeutschland insofern besondere Bedeu­tung’zu, als er unmittelbar vor der Festsetzung der deutschen Währungsparität stattfand. Regierungs­kreise rechnen damit, daß im Januar oder Februar der deutsche Vorschlag, eine Mark gleich 0,211588 Gramm Feingold zu setzen, vom IWF anerkannt werden wird.

Nachkriegshöchststand der Industrieproduktion

Der Index der industriellen Produktion der Bun­desrepublik (einschl. Bau) erreichte im November nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamts mit 167 (1936) gegenüber 158 im Okto­ber (+ 6 Prozent) einen neuen Höchststand der Nach­kriegszeit. Dieser Indexstand liegt um neun Prozent über dem Ergebnis des gleichen Vorjahresmonats. Zu dem Produktionsanstieg trugen alle Industriezweige gleichmäßig mit Ausnahme der Bauwirtschaft bei. Die Investitionsgüterindustrien steigerten ihre Erzeu­gung um acht Prozent auf 190, die Konsumgüter­branchen um sechs Prozent auf 169. Der Bergbau folgte der Aufwärtsbewegumg mit einer Produktions­erhöhung um sechs Prozent auf 136, die Grundstoff­industrien mit einer Zunahme um zwei Prozent auf 144, während die Bauproduktion wegen frühen Ein­setzens des Frostwetters um drei Prozent abfiel. Die Energieerzeugung steht mit einer Kennziffer von 218 an der Spitze aller Indexgruppen.

Industrie-Institut: Alte deutsche Osthandels­position muß wiedergewonnen werden

Das deutsche Industrie-Institut erklärte angesichts der immer größer werdenden Schwierigkeiten, im Außenhandel die notwendigen Dollars für die Nah­rungsmittel- und Rohstoffversorgung zu verdienen, sei die Wiedergutmachung der alten deutschen Ost­handelsposition ein besonders dringliches Ziel. In einer Stellungnahme zur Konstituierung des „Ost­ausschusses der deutschen Wirtschaft" betonte das Industrie-Institut (Sprachrohr der industriellen Un­ternehmerschaft), daß mit dem Wegfall der Regie­rungshilfe der USA die Notwendigkeit, den Außen­handel neu zu strukturieren, noch brennender werde. Dabei dürfe man nicht übersehen, daß das west­deutsche Interesse an den Einfuhren wichtiger Er­gänzungsgüter aus den Ostblockstaaten mindestens nicht geringer sei als umgekehrt deren Interesse an deutschen Einfuhren. Von der Vorkriegsausfuhr nach dem gesamten Ostblock von 372 Millionen Dollar sei­en heute mühsam 101,4 Millionen Dollar wieder er­reicht, während andere Länder, wie Schweden , Groß­ britannien und Frankreich viel stärker auf das Ost­geschäft geschaltet hätten. Wenn auch vor übertrie­benen Expansionshoffnungen im Hinblick auf den Osthandel gewarnt werden müsse, so habe West­ deutschland doch noch beträchtlich aufzuholen, wenn es auch nur einen beachtlichen Teil seines früheren Warenaustausches mit dem Osten Wieder erreichen wolle.

Die Wahlen zur Sozialversicherung

Die Vorbereitungen zu den Wahlen von Selbstver­waltungsorganen für die Sozialversicherung sind so- : weit gediehen, daß der Bundestagsabgeordnete Arnd- geri als Bundeswahlbeauftragter die Vier-Wochen­frist für die Einreichung von Vorschlagslisten be­kannt geben konnte. Diese Frist beginnt am 5. Janu­ar 1953. Für die Versicherten können Vorschlagsli­sten von den Gewerkschaften und von selbständigen Vereinigungen von Arbeitnehmer mit sozialen oder berufspolitischer Zwecksetzung eingereicht werden. Für die Arbeitgeber sind die Arbeitgebervereinigun­gen für die Einreichung der Vorschlagslisten zustän­dig. Außerdem können Vorschlagslisten auch von Gruppen von Versicherten und Arbeitgebern einge­reicht werden, soweit diese Gruppen eine im Selbst- verwaltungsgesetz festgelegte Zahl von Unterschrif­ten nachweisen können. Die Zahl der Unterschriften richtet sich nach der Größe des Versicherungsträgers. Eine tatsächliche Wahl der Versicherten, findet nur statt, wenn mehrere Vorschlagslisten vorliegen. Das gleiche gilt für die Arbeitgeber. Soweit nur eine Vor­schlagsliste einigereicht wird oder durch Listenver- binduhg eine Einheitsliste zustande kommt, gelten die Vorgeschlagenen als Versicherten- bzw. Arbeit­gebervertreter ohne Abstimmung als gewählt. Es ist anzupehmen, daß durch diese Regelung bei vielen Versicherungsträgem keine eigentliche Abstimmung erfolgen wird. In welchem Umfang es zu einem Wahlgang kommt, wird sich infolgedessen erst im Februar 1953 übersehen lassen. Auch ist noch nicht entschieden, ob die Wahlen der Vertreter der Selbst­verwaltung bei der Kranken-, Renten- und Unfall­versicherung an einem Tage angesetzt werden oder ob für jeden Zweig der Sozialversicherung an einem besonderen Tage gewählt werden wird. Es wird all­gemein für zweckmäßig gehalten, die Vertreter der Kranken- und Rentenversicherung an einem Tage gemeinsam wählen zu lassen, da die Forderung, die Orgaiwertreter der Rentenversicherung wie vor 1953 in indirekter Wahl aus den Vertretern der Kranken­versicherung zu bestimmen, nicht verwirklicht wird.

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Hochöfen - zu günstigen Preisen ...

Entnationalisierung der britischen Eisen- und Stahlindustrie stößt auf Schwierigkeiten

Nachdem es Churchill und seiner Regierung nun glücklich gelungen ist, die von dem früheren Labour- Regime durchgeführte Nationalisierung der engli­ schen Eisen- und Stahlindustrie wieder rückgängig zu machen, stellt sich heraus, daß die Entnationali­sierung dieser Industrien auf beträchtliche Schwie­rigkeiten stößt.

Churchill hat es versäumt, mit den früheren Be­sitzern dieser Unternehmen Fühlung zu nehmen und sich eingehend über die Stimmung in diesen Kreisen zu unterrichten. Jetzt aber zeigt sich, daß die früheren Eigentümer der britischen Eisen- und Stahlindustrie zum größten Teil gar nicht dafür zu haben sind, ihre seinerzeit von der Labour-Regie- rung nationalisierten Betriebe wieder zurück zu erwerben. Die meisten von ihnen haben die Gelder, die sie als Abfindung für die Nationalisierung er­hielten, inzwischen anderweitig investiert und zwar vorwiegend in kleineren und mittleren Industrie­unternehmen, von denen nach menschlichem Ermes­sen nicht zu fürchten ist, daß sie eines Tages natio­nalisiert werden.

Die Scheu der früheren Eigentümer der britischen Eisen- und Stahlindustrien, ihre Unternehmen zu­rück zu erwerben, ist aber nicht nur durch den Ka­pital-Mangel bedingt, der bei vielen eingetreten ist. Ebenso ausschlaggebend ist dabei die Ueberle- gung, daß die Regierung Churchill sehr wohl in ab­sehbarer Zeit wieder durch eine Labour-Regierung abgelöst werden kann, die dann zweifellos erneut die Nationalisierung durchführen wird.

Ausführungen Butschkaus für eine Altsparer-Rege­lung dann der Grundsatz gelten, keine neuen Diffe­renzierungen und kein neues Unrecht zu schaffen. Deshalb müssen gleichwertige Forderungen materiell gleich behandelt werden, soviel Verfahrensunter­schiede man sonst auch in Anpassung an die ver­schiedenen Sparformen machen könne. Es gehe ins­besondere nicht an, die jeweilige Deckungsmasse zum Maßstab für den Wert der Sparanlagen zu nehmen oder im Lastenausgleich, der als Entschädigung für Menschen gedacht sei, den Kreis der Berechtigten auch auf Kapitalgesellschaften und andere juristische Personen auszudehnen. Butschkau erklärte offen, daß die Sparkassen und ihre Sparer in eine ablehnende Haltung gedrängt würden, wenn nicht innerhalb der Lastenausgleichsregelung zunächst die Kopfquoten­anrechnung auf Sparkonten, die eine ebenso große Ungerechtigkeit wie Dummheit gewesen sei, wieder gutgemacht würde.

560 000 Motorröder im Jahre 1952

Nachdem im Jahre 1951 bereits 408 976 motorisierte Zweiradfahrzeuge produziert wurden, hat die deut­sche Zweiradindustrie in diesem Jahr 560 000 moto­risierte Zweiräder (Motorräder, Motorroller , Mofas und Fahrräder mit Hilfsmotor) in den Verkehr ge­

bracht. Damit hat ein Industriezweig, der nach unge­heuren Verlusten durch Kriegseinwirkungen wieder aufgebaut werden mußte, seine Weltgeltung endgül­tig erreicht. Deutsche Maschinen sind heute in allen Ländern der Erde bekannt und legen durch ihre aus­gereiften Konstruktionen, ihre Zuverlässigkeit und Formschönheit überall Zeugnis deutscher Wertarbeit ab. Heute kommen in der Bundesrepublik auf 1 000 Einwohner bereits 30 Motorräder. 70 von 100 der im vergangenen Jahr ermittelten Käufer waren Arbeiter und Angestellte. Am 1. Oktober 1952 befanden sich 1,7 ■Mill. zulassungs-, führerschein- und steuerpflich­tige motorisierte Zweiradfahrzeuge, also Motorrä­der, Roller und Mofas im Verkehr.

Interessant ist die Entwicklung der einzelnen Hub­raumklassen. Der Zug vom kleinen zum größeren Hubraum wird immer unverkennbarer. Die Zahl der Käufer von Maschinen mit 200 bis 250 ccm ist stark angestiegen. Das gilt auch für die 350er Klasse. Für schwerere 500er bis 600er Motorräder ist der Abneh­merkreis (außer Polizei und sonstigen Behörden) be­schränkt. Mit dem Wunsche nach größerer Leistung ging Hand in Hand die Nachfrage nach sportlicher Linie, die sich bei der westdeutschen Motorradindu­strie allgemein durchsetzt. Alle Firmen tragen dem sportlichen Charakter Rechnung und finden hiermit größten Anklang. Die westdeutsche Motorradindu­strie besteht gegen die Konkurrenz ausländischer Maschinen durch Formschönheit und Ausstattung; ihre Leistungsfähigkeit steht den ausländischen Spit­zenfabrikaten in nichts nach.

Kredifaklion jetzt auch für das Handwerk

16,5 Millionen Mark för Investitionen - Ein erfreulicher Anfang

Die Regierung Churchill wird deshalb dazu über­gehen müssen, die nationalisierten Eisen- und Stahl­werke meistbietend versteigern zu lassen. Den frü­heren Besitzern soll dabei die Möglichkeit eines Vorangebots edngeräumt werden. In Regierungskrei­sen wird damit gerechnet, daß in vielen Fällen — man spricht sogar von 70 Prozent — die britische Regierung selbst als Käufer wird auftreten müs­sen, weil sich sonst niemand findet, der zum jetzi­gen Zeitpunkt das Risiko der Erwerbung von Eisen- und Stahlwerken,- die unversehens erneut von einer Nationalisierung erfaßt werden können, auf sich zu nehmen.

Kopfquote und Sparerenfschödigung

Zum Problem der Sparerentsdiädigung, das gegen­wärtig in einem besonderen Ausschuß des Bundes­tages und in laufenden Beratungen der beteiligten ßundesressorts einer gesetzlichen Regelung entge­gengeführt wird, hat für die Sparkassenorganisation Fritz Butschkau den Standpunkt der Sparer zu eini­gen grundlegenden Fragen dargelegt. 15 Millionen Sparer haben durch die Anrechnung der Kopfquote bei der Währungsreform ihr Sparguthaben restlos verloren. Hierzu erklärte die Sparkassenorganisation, daß eine Wiedergutmachung der Währungsschäden damit beginnen müsse, die Kopfquote zum Umstel­lungssatz von 6,5 Prozent zurückzugeben. Eine solche Vorwegleistung, die erst einmal allen Kontensparern diesen einheitlichen Umstellungssatz zubilligen wür­de, entspricht, wie Butschkau schon am Weltspartag in Gegenwart des Bundespräsidenten auf der Stutt­ garter Sparkassentagung ausführte, nicht nur den einfachsten Erfordernissen der Gerechtigkeit, sondern dient auch der allgemeinen Vertrauensrückkehr und damit in erheblichem Ausmaß der Belebung des Ka­pitalmarktes, und zwar auf breiter Basis. Entschei­dend sei aber das Rechtsgefühl: Es geht hier um mehr als um Geld.

Der vielfach vorgebrachte Einwand, es würde ja schon wieder gespart und dem deutschen Volke ginge es dem Augenschein nach gut, sei ein Zynismus, wenn man an das Schicksal zahlloser alter Sparer denke, die dem Staat, dem Recht und der Notenbank vertraut hätten. Die enttäuscht und verbittert ab­seitsstehenden ehemaligen Sparer sind eine andere Gruppe von Menschen als diejenigen, die mit ihren Einzahlungen den Spareinlagenzuwachs seit der letz­ten Jahreswende herbeigeführt haben. Nach Befrie­digung der Kopfquoten-Ansprüche muß nach den

Die Oeffentlichkeit wird von Zeit zu Zeit mit optimistischen Meldungen über größere globale Kre­dithilfen aus dem zentral gelenkten Mitteln an die mittelständische Wirtschaft bedacht. Hierbei handelt es sich meist um übertriebene, zumindest aber um verfrühte Angaben, die geeignet sind, irrige Hoff­nungen im Kreis der möglichen Kreditnehmer zu erwecken.

Immerhin hat sich in den letzten Tagen der reale Kern einer Kreditaktion für den gewerblichen Mit­telstand herausgeschält, zunächst für den Einzelhan­del und soeben auch für das Handwerk. Er handelt sich um einen gewissen Anteil an jener zentralen Kreditquelle, die aus den Zins- und Tilgungsraten der ausgeliehenen ERP-Gegenwertmittel gespeist wird. Der Zentralvorstand des Deutschen Handwerks hat schon seit längerer Zeit um die Erschließung die­ser Quelle für die Handwerkswirtschaft' gekämpft, und zwar unter dem besonderen Hinweis darauf, daß dieser wichtige Zweig der Gesamtwirtschaft von dem Milliardensegen der Marshallpian-Hilfe prak­tisch ausgeschaltet gewesen ist.

Nunmehr sollen zwölf Millionen Mark aus den Rückflüssen bereitgestellt werden, wovon neun Mil­lionen Mark für Handwerksbetriebe ohne Geschä­digteneigenschaft und drei Millionen Mark für hei- matvertriebene Handwerker bestimmt sind. Der Be­trag von neun Millionen Mark soll durch Zufluß von 4,5 Millionen Mark aus eigenen Mitteln der Kredit­anstalt für Wiederaufbau aufgestockt werden. Hier ergäbe sich dann ein Mischzins von 7,5 Prozent. Insgesamt umfaßt che Aktion einen Betrag von 16,5 Millionen. Die Kredite werden in der Regel für eine Laufzeit bis zu fünf Jahren begeben, und zwar als Inviesititions-, nicht als Betriebsmittelkredite. Auch sind Neugründungen diesmal nicht berück­sichtigt. Die Absicherung ist also die bei Investitioris- kerditen übliche: Grundbucheintragung oder Ueber- edgnung oder Bürgschaftsstellung. Die Aufschlüsse­lung erfolgt länderweise nach dem jeweiligen Ver­hältnis von Bevölkerung, Betriebs- und Beschäf­tigtenzahl im Handwerk des einzelnen Landes.

Als Hausbanken fungieren Sparkassen oder Kre­ditgenossenschaften. Die Wahl des Kreditinstituts bleibt der Entscheidung des Letztkreditnehmers Vor­behalten. Die Banken reichen die Anträge an die regionale Girozentrale oder genossenschaftliche Zen­tralkasse weiter, wo nach Einholung einer Stellung­nahme der Landwirtschaftsb ehörde über die An-

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Kurze Wirischafisnolizen vom Tage

Die Paraphierung eines Protokolls zum Handelsabkom­men zwischen der Bundesrepublik und Pakistan ln Karat­ schi schließt die durch die Außerkraftsetzung der Open Ge­neral License durch Pakistan verursachte Lücke. Pakistan räumt nun der Bundesrepublik bilaterale Kontingente Im Rahmen der Importglobalquoten bis Ende dieses Jahres ein.

Zum vierten Male wird vom 8. bis 17. Mai nächsten Jah­res in Friedrichshafen die Internationale Bodenseemesse (IBO) stattflnden.

Bei den deutsch -belgischen Wirtschaftsverhandlungen ln Brüssel wird z. Zt. geprüft, wie dem belgischen Wunsch nach Erweiterung der deutschen Einfuhrfreiliste für bel­gische Waren entsprochen werden kann. Unter Hinweis aiuf die sehr weitgehende belgische Liberalisierung für deutsche Erzeugnisse verlangt der belgische Verhandlungs­partner eine Aufhebung der noch bestehenden deutschen Einfuhrbeschränkungen für Wollteppiche, Wollgewetoe, Strümpfe und Socken.

Die Wertpapier-Tagung 1953 in Hamburg ist nunmehr endgültig auf den 22. bis 24 Januar festgesetzt worden.

Zur Düsseldorfer Verkaufs- und Modewoche vom 4. bis 9. Januar 1953 haben sich bisher über 750 Firmen der deut­ schen Damenoberbekleidungs-industrie angemeldet.

Bund und Länder (einschließlich Berlin ) haben im Sep­tember zusammen 2945 Millionen Mark Steuern eingenom­men. Das sind fast eine Milliarde mehr als im August und rund 300 Millionen mehr als Im vergleichbaren Monat Juni. Gegenüber dem September 1951 liegen die Einnahmen um rund 500 Millionen höher.

Das neue deutsch -dänische Handelsabkommen wurde ln Kopenhagen unterzeichnet und sieht einen Warenaustausch in Höhe von rund 1,2 Milliarden DM vor.

Durch die Schließung der Raffinerie der Anglo-Iranlsöhen Oelgesellschaft ln Abadan im Sommer 1951 haben die fran­ zösischen Raffinerien bisher eine zusätzliche Einnahme von netto 60 Millionen Dollar erzielen können.

träge kurzfristig entschieden wird. Der Kreditbetrag soll im Einzelfall nicht unter 3000 Mark und nicht über 35 000 Mark liegen.

Der Zentralverband des Deutschen Handwerks begrüßt diesen Schritt zur Belebung des Handwerks- kreddtes. Allerdings wird erwartet, daß die Maß­nahme nicht isoliert bleibt, sondern nur als ein er­ster Schritt angesehen wird. Die finanzielle Unter­versorgung der Handwerkswirtschaft ist offensicht­lich, als daß sie noch länger übersehen werden konnte. Die jetzt eingeleitete Aktion bedarf jedoch noch einer wirksamen und zielstrebigen Er­weiterung. Dr. Wilhelm Reinermann.

Erfolgreiche Benelux-Konferenz

Der Neun-Ministerausschuß der drei Benelux- Länder Holland , Belgien und Luxemburg führte am Sonnabend in Annevüle in der holländischen Provinz Nordbrabant erfolgreiche Besprechungen über eine Beschränkung des niederländischen Exports nach Belgien . Nach Ansicht der belgischen Industrie be­drohen die büligen holländischen Waren die Wirt­schaft Belgiens . Aus diesem Grunde ist zwischen den einzelnen Industriezweigen beider Länder vereinbart worden, die Ausfuhr holländischer Waren nach Bel­ gien freiwillig zu begrenzen.

Hinweise für Zeichner der Bundesanleihe

Falls die Bundesanleihe, die auf 500 Milionen Mark begrenzt ist, überzeichnet werden sollte, ist nach Mitteüung des Bundesfinanzministeriums mit einer Repatrierung der Zeichnungsbeträge zu rech­nen. Die Zeichner brauchten aber nicht zu befürch­ten, daß die von ihnen unter steuerlichen Gesichts­punkten getroffenen Dispositionen durch eine Repar­tierung der Zeichnungsbeträge beeinträchtigt werden könnten. Obwohl die Zeichmmgsfrist der Anleihe bis zum 17. Januar 1953 läuft, könnten steuerliche Ver-A günsttgungen für den Ersterwerb im Jahre 1952 in- Anspruch genommen werden, wenn der Zeichnungs­betrag spätestens bis 31. Dezember 1952 eingezahlt werde.

Hochbetrieb in der Kerzenindustrie

■ Bei einer auf Hochtouren laufenden Produktion und einem alle Erwartungen übersteigenden Auf­tragseingang im letzten Quartal rechnet die Kerzen­industrie in der Bundesrepublik für 1952 mit einem Jahresumsatz in der Höhe des Vorjahres, in dem rund fünf Millionen kg Kerzen abgesetzt wurden. Der Kerzenverbrauch dürfte nach Mitteilung aus Fachkreisen aber noch unter dem Vorkriegsstand liegen, obwohl die Fabrikpreise außerordentlich nied­rig sind. Nach anfänglich vorsichtigem Disponieren des Handels besteht jetzt reißende Nachfrage nach Kerzen guter Qualität ohne Rücksicht auf die Preise. Neben Weihnachtskerzen sind auch Gebrauchs- und Zierkerzen stärker begehrt.

„Polarisiertes Licht " gegen Blendung /

Im fiufoschelnwerfer *auf nächtlicher Landstraße - Neue Beleuchtung soll Gefahren bannen

Eine der größten Gefahren im Straßenverkehr ist noch immer die Blendung der Verkehrsteilnehmer durch die Fahrzeugscheinwerfer auf nächtlicher Landstraße. Alle Bemühungen, mit dem gebräuch­lichen Beleuchtungssystem eine wirkliche Besserung zu erzielen, haben bisher zu kaum einem nen­nenswerten Ergebnis geführt. Deshalb hat man jetzt auf eine Lösung zurückgegriffen, die bereits vor dem Krieg in Fachkreisen diskutiert wurde, damals aber in den Anfängen der Entwicklung stecken­blieb. Es ist das „polarisierte“ Licht, das dem eigenen Fahrer volle Sicht gewährleisten soll, ohne den entgegenkommenden zu blenden.

von den üblichen Hauptsdieinwerfem erzeugt wird. Für das polarisierte Abblendlicht werden Zusatz­scheinwerfer verwendet. Der Abblendscheinwerfer des neuen Systems erhält eine Einfadenlampe, deren Wendel wie beim Fernlicht im Brennpunkt des para­bolischen Spiegels liegt, der Strahlengang also pa­rallel ist Somit entfällt die Notwendigkeit einer Abschirmung der unteren Spiegelhälfte wie bei den Biluxlampen. Der Abblendscheinwerfer ermöglicht

Ein auf Veranlassung des Bundesverkehrsministe­riums gebildeter Arbeitskreis hat im Laufe des Jahres in Versuchsreihen neue Polarisations-Scheinwerfer entwickelt und sie kürzlich auf dem Nürburgring der Oeffentlichkeit vorgeführt. Ein abschließendes Urteil über dieses neue Verfahren läßt sich noch nicht geben. Man will den eingeechlagenen Weg weiter verfolgen, damit es

künftig keine „Fährt auf Verdacht"

Deutsche Tankeriloüe hilft Devisen spuren

- Neubauten größer als bisheriger Bestand

Der jüngste Aufschwung der westdeutschen Mine­ralölindustrie ist gekennzeichnet durch eine erheb­liche Kapazitätserweiterung der Raffinerien von ca. 1,2 Will, t im Jahre 1945 auf gegenwärtig 7,6 Mill. t Dies bedeutet eine umfassende Wiederaufbau- und Erweiterungsarbeit. Die Errichtung neuer Anlagen ermöglichte es der Mineralöliadustrie, den Anteil der Fertigprodukte an der Oeleinfuhr von mehr als 65 Prozent im Jahre 1938 auf nur noch 15 Prozent im Jahre 1951 herabzudrücken. Dadurch konnten allein im Jahre 1951 130 bis 140 Mill. Mark in Devisen ein­gespart werden. Für 1952 rechnet man sogar infolge des gewachsenen Verbrauchsvolumens mit einer Ein­sparung in der Größenordnung von 150 bis 160 Mill. Mark.

Neben der günstigen Entwicklung auf der Verar- beitangsseite ist der Aufschwung der Mineralölwirt- schaft gekennzeichnet durch eine immer stärkere Verwendung eigenen Schiffsraums für den Oelim- port; Auch hier gilt es, die erheblichen Devisenaus­gaben für den Antransport von Mineralöl auf aus­ländischen Tankern einzudämmen und den Tanker­bau- und Betriebsaufwand der eigenen Volkswirt­schaft zu erhalten.

Bei einem Anteü der heimischen Erdölgewinnung von ca. einem Viertel des westdeutschen Rohölbe-

- Tankerflotte in ständigem Anwachsen

darfs liegt zwangsläufig das Schwergewicht der Ver­sorgung nach wie vor auf den aus Uebersee heran­gebrachten! und nunmehr in Deutschland verarbeite­ten Rohölen. 1951 betrug dieses Transportvolumen mehr als 4 Mill. t, aber schon im Jahre 1955 wird man mit einem Transportvolumen an Rohöl und in ge­ringem Umfang Fertigprodukten von ca. 8 Mill. t rechnen müssen, so daß die Bedeutung der eigenen deutschen Tankschiffahrt von Jahr zu Jahr wächst. Um allein eine Einfuhrmenge wie die des Jahres 1951 mit deutschen Tankern bewältigen zu können, hätte die Bundesrepublik über eine Tankerflotte von ca. 550 000 dwt Nettotragfähigkeit verfügen müssen. Da­bei ist zu berücksichtigen, daß auf Grund der Tran- sportanteüe von Mittelost - und Venezuela -Oel sowie des durchschnittlichen Reparaturausfalls mit einer solchen Tankertonnage jährlich nur etwa 10 beladene Reisen durchgeführt werden können. Tatsächlich stellte die westdeutsche Tankerflotte aber im Som­mer 1952 erst ca. 170 000 dwt. Sie wird sich nach Fertigstellung der bis zu diesem Zeitpunkt an die Werften erteilten Neubauaufträge um 271720 dwt vergrößern. Diese Flotte, mit deren Erweiterung in den kommenden Jahren noch zu rechnen ist, wird da­zu beitragen, in einem erheblichen Maße der deut­ schen Volkswirtschaft bei der Mineralölversorgung Devisen und insbesondere Dollar zu sparen.

mehr gibt, wie sie jetzt bei Fahrzeugbegegnungen gang und gäbe ist. Die Kraftfahrzeugbeleuchtung soll die Straße und die auf ihr befindlichen Hinder­nisse mindestens in so großer Entfernung aufhellen, daß das Fahrzeug beim Erkennen einer Gefahr noch rechtzeitig zum Stehen gebracht werden kann. Bei den bisher üblichen Beleuchtungssystemen läßt es sich nicht vermeiden, daß die Fahrer geblendet wer­den. Nun will man das Scheinwerferlicht so beein­flussen, es „polarisieren“, daß es durch besondere Filter, sogenannte „Analysatoren“, unterschiedliche Eigenschaften hat,, je nachdem es vom eigenen Schein­werfer oder vom Scheinwerfer des entgegenkommen­den Fahrzeuges stammt Der etwa als Brille oder in der Windschutzscheibe vor das Auge des Fahrers geschaltete Analysator

verschluckt das Blendlicht des anderen Fahrzeuges

und läßt das Licht des eigenen Scheinwerfers durch. Der Idealfall wäre das vollpolarisierte Fernlicht. Hier­bei aber würden alle Verkehrsteilnehmer, auch Fuhrleute und Radfahrer, praktisch gezwungen, sich durch eine Analysatorenbrille gegen die Blendung zu schützen. Auch ist der bei der Polarisation des Fernlichtes auftretende Lichtverlust so groß, daß er mit der vorhandenen elektrischen Anlagen des Kraft­fahrzeuges nicht ausgeglichen werden kann. Als er­folgversprechende Lösung will man

grundsätzlich am Abblendsystem festhalten, die Blendung bei der Begegnung aber durch Pola­risation des Abblendlichtes ausschalten. Das vorge­schlagene System hat unpolarisiertes Fernlicht, das

eine wesentlich günstigere Lichtverteilung und eine bessere Ausnutzung des Lichtstromes, so daß der durch die Polarisation bedingte Lichtverlust selbst bei unveränderter Stromaufnahme der Glüh­lampe ausgeglichen wird.

Der polarisierte Abblendscheinwerfer ergibt schon bei der Begegnung mit einem Fahrzeug mit Büux- scheinwerfer größere Sehweiten. Bei der Begegnung zweier Fahrzeuge, die mit polarisiertem Abblendlicht ausgerüstet sind, wird die Sehweite beträchtlich er­höht, bei einer 50-Watt-Lampe etwa verdoppelt, dpa

Lohnsteueiberedinungea in den Monaten Januar bis März

Nach einer Mitteilung des badisch-württembergi- sthen Finanzministeriums darf der Arbeitgeber bei den Lohnzahlungen für die Monate Januar bis März 1953 die Lohnsteuer vorläufig nach den Ein­tragungen auf der Lohnsteuerkarte berechnen, wenn der Arbeitnehmer die Lohnsteuerkarte 1953 dem Arbeitgeber deshalb nicht vorlegen kann, weil sie sich wegen Eintragung eines steuerfreien Betrags beim Finanzamt befindet. In diesem Falle darf jedoch ein auf der Lohnsteuerkarte 1952 eingetra­gener und am 31. 12. 1952 noch geltender steuer­freier Jahresbetrag bei monatlicher Lohnzahlung nur mit V« und bei wöchentlicher Lohnzahlung nur mit V52 - berücksichtigt werden. Nach Vorlage der ergänz­ten Lohnsteuerkarte 1953 muß der Arbeitgeber ei­nen etwa erforderlichen Ausgleich in der Lohn­steuerberechnung unverzüglich vornehmen.