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Seite 2 / Nr. 34

SÜDKURIER

Dienstag, 4. Mai 1948

H &I nach Entscheidungsspiel Nord - Meister

Brüssel und einer militärischen Garantie der USA zu sprechen beginnt. Das Ziel, das sich der Sozialistenkongreß zu Paris vom 24. und 25. April setzte, hat Guy Mol- let, der Generalsekretär der französischen Sozialisten, gekennzeichnet mit den Worten: „Der Welt zuzurufen, daß es noch andere Lösungen als den Krieg gibt und daß es durchaus möglich ist, ein einiges Europa zu schaffen, ohne zwischen zwei rivali­sierenden Blocks wählen zu müssen.“ Man entschloß sich, in Paris ein sozialistisches Infonnations- und Propagandazentrum ein- i zuiichten, das die Auswirkungen des I

Jerusalem. Wie bereits gemeldet, sind in Palästina Verhandlungen um einen Waffenstillstand zwischen Juden und Ara­bern im Gange. Die Verhandlungen zwi­schen dem Hohen arabischen Komite und der Jewish Agency sowie der Waffenstill- s t a nds kommies i on der UN haben zur Ein­stellung der militärischen Operationen in der Stadt Jerusalem selbst geführt. Im Raume Jaffa—Tel Aviv wurde ferner der Waffenstillstand verlängert.

Die UN -Kommiseion, die sich aus den Koneulen der USA , Frankreichs und Bel­ giens zusammensetzt, sandte ein Tele­gramm an den Sicherheitsrat, in dem es heißt: ,,Die Lage in Palästina verschlech­tert sich weiter. Die Tätigkeit der Regie­rung und das normale Leben ist beinahe völlig zum Stillstand gekommen. Irf der jüdischen Zone hat die Jewish Agency die zentrale Verwaltung übernommen, wäh­rend die Araberviertel von den Ortsbehör­den verwaltet werden. Das Ausmaß der Kämpfe nimmt ständig zu. Die von den britischen Truppen geräumten Lager wer­den sofort zum Schlachtfeld und man er­wartet stündlich Kampfhandlungen von noch größerem Ausmaß als bei Haifa .” Die Jewish Agency hat sich der Kommission gegenüber bereiterklärt, einen Waffenstill­stand für ganz Palästina anzunehmen, wenn die freie Einwanderung, die Zu­rückziehung fremder arabischer Truppen und die Oeffnung deV Straße nach Jeru­ salem gewährleistet wird.. Eine arabische Stellungnahme zu den Verhandlungen steht bisher noch aus.

Am vergangenen Samstag haben arabi­sche Panzerkräfte die syrisch-palästinensi­sche Grenze überschritten und die jüdi­schen Kolonien in Obergaliläa mit Artil-

Marshallplanes und des Fünferpaktes unter* suchen und die Bemühungen der sozialisti­ schen Parteien um die europäische E i nhe it kooridieren soll.

Die internationale Verständigung der Parteien Europas — die Christlich-Demo- kraten, scheinen sich auch auf dem Wege zu einer ,.Internationalen“ zu befinden — scheint der einzige Weg za sein, der über die Nation, ohne „Soldatentum“ zum end­gültigen Frieden führt. Der Anfang ist gemacht, aber waren wir nicht vor 35 Jah- | ren schon einmal so weit? Wir dürfen I dieses Mal dabei nicht stehen bleiben!

lerie- und Tankunterstützung angegriffen. Das jüdische Hauptquartier beschuldigt die britischen Truppen, daß sie die Ara­ber unterstützten. Der jüdische Delegierte, Moshe Shertok , fordert in einem Tele­gramm an den Sicherheitsrat, daß dieser sofort eingreife, und der Invasion Palästi­nas durch arabische Truppen ein Ende set­ze. Die UN -Kommission hat ihrerseits Kö­nig Abdullah von Transjördanien gebeten, von jeglichen geplanten militärischen Ope­rationen Abstand zu nehmen. Abdullah hatte in einem Tagesbefehl an die trans­jordanische und palästinensische Armee zum Kampf gegen den „zionistischen Im­perialismus”, und die arabischen Truppen, die „unter dem Schutze der Vorsehung” marschierten, zum heiligen Krieg aufge­rufen.

In Jaffa wurden etwa 2000 Mann briti­ sche Soldaten an Land gesetzt. Ein engli­sches Panzerbataillon hat mit der Beset­zung des Kampfabschnittes zwischen Jaffa und Tel -Aviv begonnen, nachdem die Stellungen der Irgun durch Haganah - Streitteräfte besetzt wurden. Südlich von Haifa haben die Briten, wie die Haganah meidet, auf Ersuchen der Araber die jüdi­schen Stellungen von der Luft aus bom­bardiert. Weiter erklärte die Haganah , daß sie nicht Jaffa besetzen, sondern ledig­lich verhindern wollte, daß von hier aus Tel Aviv weiter mit Grangtwerferfeuer belegt würde.

Die Ergebnisse in von Bogota

Bogota. Die neunte panamerikanische Konferenz in Bogota hat am Freitag ihre Schlußsitzung abgehalten. Ais Ergebnis der Konferenz wurden drei Verträge unter­zeichnet: die Charta für die Organisation

der amerikanischen Staaten, der Pakt über die Regelung von Streitfragen auf fried­lichem Wege und der Vertrag über die panamerikanische wirtschaftliche Zusam­menarbeit.

Das Hauptwerk der Konferenz, die Charta, umfaßt die Grundrechte und Aufgaben der Staaten sowie die organisatorische Struk­tur Panamerikas. Die Konferenz der Au­ßenminister soll das politische Organ des interamerikanischen Systems sein, wäh­rend sich ein Organisationsrat mit solchen Fragen befaßt, die nicht der Einberufung einer Außenministerkonferenz bedürfen. Ein militärisches Organ hat bei den Au­ßenministerkonferenzen lediglich eine be­ratende Funktion.

Forderungen Belgrads abgelehnt

Wien . In der gestrigen Sitzung der mit der Ausarbeitung des Staatsvertrages mit Oesterreich betrauten stellvertretenden Außenminister haben die Vertreter der drei Westmächte die territoriale Forderung Ju­ goslawiens gegenüber Oesterreich (An­spruch auf Steiermark und Kärnten ) abge­lehnt. Sie sind der Auffassung, daß Oester­reich keine Reparationen zu bezahlen habe. Der Standpunkt Jugoslawiens wurde vom Vertreter der Sowjetunion unterstützt.

Stieik in Hannover gefährdet Exportmesse

Hannover. Dem Proteststreik gegen die unzureichende Lebensmittelversorgung, den die Industriegewerkschaft Metall in Hannover durchführt, haben sich 200 Ar­beiter und Angestellte der Koerting Ma­schinen- und Apparatebau AG angeschlos­sen. Die 10 000 Mann starke Belegschaft, der drei Hannoverischen Continental werke will ebenfalls in den Ausstand treten. Gleiche Maßnahmen werden von der Ge­werkschaft „Chemie, Keramik und Papier " erwartet. Zum Wochenende waren bereits außer der Metallgewerkschaft die Hanomag - Werke, das Eisenwerk Wülfel, die Lindener Eisen- und Stahlwerke, sowie eine- Ma­schinenfabrik in den Ausstand getreten. Die 120Qköpfige Belegschaft der Messe-AG, die bei der Vorbereitung der Hannoverischen Exportmesse nach Angaben des Betriebs­rates genau So viele Ueberstunden gemacht hatte, als die normale Arbeitszeit beträgt, will sich ebenfalls dem Streik anschließen und kann damit die Durchführung der Exportmesse in Frage stellen.

Der niedersächsische Ministerpräsident Kopf erklärte den Gewerkschaften, daß er den Forderungen der niedersächsischen Arbeiterschaft auf gleichmäßige Lebens­mittelzuteilungen in allen Ländern der Bi- zone vollkommen zustimme und diese im­mer unterstützen werde. Er gab eine Er­höhung der Brotration um 500 Gramm be­kannt, beurteilte jedoch die für den 1. Juli vorgesehene Erhöhung der Normalverbrau­cherrationen auf 1800 Kalorien äußerst pes­simistisch. Er erklärte, es sei sehr traurig, daß die verantwortlichen Männer der Bi- zone von dem Grundsatz einer gleichmäßi­gen Belieferung aller Normalverbraucher der Bizone abgerückt seien.

Schnelle Kairiere

Nürnberg . Nachdem, wie schon ge­meldet, in Schwäbisch-Gmünd ein frühe­rer Nazibürgermeister, der schon von 1938 bi© 1945 diesen Poeten inne hatte, wieder Bürgermeister wurde, ist auch in Brücke­ nau bei den Gemeindewahlen ein ehemali­ger Kreisleiter der NSDAP , der sich oben­drein noch im Internierungslager befin­det, als Bürgermeister* gewählt worden. Er konnte die meisten Stimmen auf sich ver­einigen, nachdem er von einer Spruch­kammer vor dem Wahlsonntag in die Gruppe der Mitläufer eingereiht wurde.

In Herboldsberg bei Nürnberg wurde der parteilos kandidierende ehemalige Na­zibürgermeister mit absoluter Mehrheit, d. h. 64 Prozent der abgegebenen Stim­men, gewählt. Er war seit 1933 Pg., seif 1938 Ortsgruppenleiter und von 1938 bis 1945 Bürgermeister am gleichen Ort. Im ersten Spruchkammerverfahren war er Minderbelasteter und ging aus der Beru­fung als Mitläufer hervor.

Oberliga .Nord (brit. Zone): Entscheidungsspiel: Hamburger SV ,— FC St. Paul : 2:1; Osnabrück — Werder ; Bremen 1:3; Viktoria Hamburg — BTaunsdiw eäg 0:3. — Die punktgleichen Spitzen­reiter Hamburger SV und FC St. Pauli trennten sich im Meisterschafts-Entscheidungsspiel vor 32 000 Zuschauern mit einem 2:1-Sieg des HSV , nachdem die Partie bei Halbzeit noch 0:0 stand. Innerhalb einer knappen Viertelstunde erzielten die Hamburger durch Adamkiewicz 72. und 85. Min. die beiden entscheidenden Tore, denen zwei Minuten später ein Gegentreffer folgte.

Oberliga West (brit. Zone): Vohwinkel — Preußen Dellirrüdc 1:1. Hier steht Borussia Dort­ mund als Minister bereits fest.

Pokalendspielteilnehmer stehen fest

Pokalspiele. Vorschlußrunde in Baden : SV Of­feniburg — ASW Villingen 1:0: Vorschlußrunde in Württemljedtj: Tübingen — Reutlingen 3:2 (nach zweimaliger Verlängerung); Trossingen — Weingarten 3hfl. — In Baden und Württemberg fanden am 2. Misi die Vorschhißrundenspiele um die Fußball pokal.e der beiden Länder statt. In Offeoburg hattta der Zonenliga-Tafoellenführer größte Mühe, «den starken Landesligisten mit Glück 1:0 niedfilzuhalten. Im badischen Endspiel stehen sich nyj. Offenburg und Eintracht Singen (hatte Freilos.) giegenüber. In Württemberg schal, tete der Lanäesl'gist Tübingen den Zonen­ligavertreter Reutlingen nach schwerem Kampf aus und bestreiks t die Endpartie mit Trossingen , das Olympia Laripheim sicher ausschaltete, tn beiden Ländern haben damit Zonenliganeulinge (Trossingen und. Singen) den Weg zum End­spiel erkämpft.

Offenburg und .Rastatt mit Abstand voraus

Zonenliga Süd:, .Biberach — Fortuna Freiburg 3:1 (!); Schwenrüug>en — Laupheim 5:0. — Das Programm war ifts» zwei Spielen, klein; aber durch das Biber.wiher Ergebnis doch aufschluß­reich. Es zeigte,, daß die Spitzen vereine ohne Ausnahme keine nn an tastbare Vorherrschaft ge­nießen. Anders ißt die Fortuna-Niederlage nicht zu werten. Andei’emeits bedeutet sie einen Ach­tungserfolg der Wflirttemlberger, die damit den Vorsprung des O ffrn'burg — Rastatter Spitzen- duos vergrößerten. Laupheim steuert Konstant dem Abstieg entg eigen, wes das immerhin hohe Schwenninger 5:0 unterstreicht Von den Zo­nenligavereinen steinen noch drei im Pokalwett- streit der Länder. Offenburg und Singen in Ba­ den , Trossingen (vo er, Abstieg bedroht!) in Würt­ temberg . Um die S piielherechtigung des Ex-Ham- burgers Boiler (jetzt Trossingen ) scheint der Streit noch nicht eüxtschied^n zu sein. Immer­hin wirkte der NordIdiautsdie auch im Trossinger Pokalspiel mit, was micht anders zu werten ist, als daß man sich in. der Hohnerstadt der Sache sicherfühlt. Stand: OtSSenburg 19 Spiele 27 Punkte, Rastatt 19/25, Fortuna FreSburg 20/23, VfL Kon­stanz 19'22, Singen 1S'/21, Reutlingen 18/20, Bi- beradi 20/20, Schwenningen 18/17, Friedrichshafen 18/16, VfL Freiburg ' 18/24, Trossingen 19/12, Laupheim 17/07.

Zonenliga Nord: Nipuendorf — Mainz 1:0; SV Saarbrücken -» FC Riaiserslautern 0:7; Trier — Pirmasens 1:0; Wornsa tia Worms — FC Saar­ brücken 4:0; Neunkmiben — Völklingen 7:0. — Stand: Kaiserslaiutern /(Torverhältnis 131:13!) 22

Zweites Entscheiden gsbpiel im Zonenhandball: Rot-weiß Lörrach — Ifül gingen 7:4. Nach ihrem Erfolg beim Vorspiel Lu Tübingen haben die Handballer von Rot-Weill Lörrach gegen den Landesmeister Württemba rg. Tübingen, mit 7:4 erneut die Oberhaud behgdten und sich damit die Meisterschaft der ZonewMgyi Süd erworben.

Handballpokal der Etaraen. Der Offenburger SV hat sich mit einem, 6s5-5ieg gegen den ba­dischen Meister 1947, Meersburg , für das Po­kalendspiel qualifiziert.

Um den D avispokal

Der Wettbewerb rtpn <äen von allen Tennisin- teressenten der Welt nmt Spannung verfolgten Davispokal ist in deT 1. Runde in vollem Gange. Heber das Wochenende '.wurden bereits folgende Entscheidungen verzeichn, M : Oesterreich — Un­garn 5:0; Italien — Polen 5:0; Schweden führt gegen Spanien 2:0; ebenso Irland gegen Luxem­ burg ; Schweiz — Pakistcpn 3:2; Rumänien führt gegen Frankreich 2:0 (!).

Saarsport von Deutsc triand abgeschnitten

Bei einer Tagung des Französischen Fußbali- verbandes unter Vorsitz s eines Präsidenten Jules Rimet irr Anwesenheit vonr Vertretern der saar­ländischen Regierung und 1 des saarländischen Sports wurde beschlossen, cirß ab 20. Mai keine Freundschaftsspiele mehr zairischen saarländischen und deutschen Fußbaltoanrus chaiten ausgetragen werden dürfen. Ab sofort können alle saarlän­dischen Vereine mit französischen Fußballmann­schaften Freundschaftsspiele,, .austragen. Die vier

Spiele 41 Punkte; Neuendorf 2138; Neunkirchen 21/36; FC Saarbrücken 22/36; Worms 21/26.

Abwechselndes Rennen tun den 2. Platz Südd. Oberliga (US -Zone): Stuttgarter Kickers — Aschaffenburg 5:0; Bayern München — Rot­weiß Frankfurt 1:0; FC Nürnberg — VfR Mann­heim 4:1; Neckarau — Schweinfurt 0:1; Eintracht Frankfurt — VfB Stuttgart 3:2; Spfr Stuttgart — SpVgg Fürth 1:4; Ulm 46 — München 1860 3:2 (!)r Offenbach — Mühlburg 5:0; Wacker Mün­chen — WaWhof 1:2. — Die konstante Form des FC Nürnberg bedeutet nun allmählich den siche­ren Titelgewinn des „Club". Diese Feststellung unterstreichen die Verfolger, die im Kampf um den begehrten zweiten Platz abwechselnd Ein­bußen erleiden. Diesmal waren es 1860 München und VfB Stuttgart , die in Ulm (-) bsw. bei Ein­tracht Frankfurt mit der gleichen Niederlage (3:2) die Punkte abgeben mußten. Am Ende wehrten sich Fürth und AschaffenbuTg mit doppeltem Punktgewinn gegen das Abstiegsgespenst. Stand: FG Nürnberg 30 Spiele 48 Punkte; 1860 München 31/43; Bayern München 31/42 ; Stuttgarter Kickers 30'41; Waldhof 31/39; VfB Stuttgart 30/38; die letzten sechs (bekanntlich steigen sechs Ver­eine ab): Aschaffenburg 31/23; Neckarau 3922; Rotweiß Frankfurt 30/20; Wadcer München 31/20; SpVgg Fürth (!) 31/21; Spfr Stuttgart 31/10.

Trügerische Tabellen!ührung Bad. Landesliga: Lahr — Ottenau 3:2; Baden- Baden — Stockadi 7:1 (I); Engen — Emmendin­ gen 1:1; Donaueschingen — Rlheinfelden 0:1. — Die Inanspruchnahme durch den Pokalkampf brachte den ASV Villingen in einem weiteren Spielrüdcstand und verursachte eine Aenderung in der Tabellenführung, die zu Trugschlüssen al­lerdings nicht verleiten darf. Lahr dürfte sich der nunmehr übernommenen Spitze wohl kaum auf Dauer erfreuen; dafür sollten die Schwarz­wälder sorgen. Aus der Ergebnisliste springt die hohe Stockacher Niederlage ins Auge, sowie das 1:1 der abstiegsbedrohten Engener. Stand; Lahr 20 Spiele 31 Punkte; Villingen 18/30; Otte­nau 21/26; Stockach und Baden-Baden 20/25: Em­ mendingen 19/23; Rheinfelden 19/22; Gutach 20/19; Schopfheim 21/14; Donaueschingen 20/8; Engen 22/9; Fahrnau 19/6.

Württembergischer Spitzenreiter gefährdet Württ. Landesliga: Gruppe Süd: Riedlin­ gen — Ravensburg 4:4; Lindau — Lindenberg 3:3; Ehingen — Mengen 1:1; Wangen — Buchau 4:3. Die Ergebnisse, von denen allein drei Punkteteilungen ergaben, brachten als einzige Tabellenänderung nur den Rückgang von Buchau vom 5 auf den 7. Platz der Tabelle. Stand: Weingarten 16/29, Baienfurt 15/20, Riedlingen 17/19; Lindenberg, Wangen beide 17/18, Ravens­ burg 16/6, Buchau 17/16, Ehingen 17/15, Mengen 17/10, Lindau 17/5 . — Gruppe Nord: Hechin- gen — Spaichingen 2:2 (!), Rottenburg — Gos- heim 0:1; Pfullingen — Ebingen 1:0(1). Auch hier keine großen Aenderungen in der Tabelle. Aber immerhin interessante Resultate Ebingen hat man nur noch einen Punkt Vorsprung vor Tailfingen . Pfullingen rückt um 1 Stufe höher. Tabelle: Ebingen 20/30; Tailfingen 20/29 ; Hechin- gen 22/26; Tübingen 19/26; Gosheim 22/25 ; Schramberg 21/23, Pfullingen 22/23; Metzingen 21/22; Tuttlingen 19/18, Mössingen 21/13;

saarländischen Zonenligavereine dürfen, die Mei­sterschaft zu Ende führen, allerdings nur bis Ende Juni (an der deutschen Meisterschaft kann gegebenenfalls demzufolge kein Saarverecn teil- nehmen). Ab 1. Juni können die Saarvereine im Einverständnis mit dem französischen Fuß- ballverband auch internationale Fußballspiele durchführen. Eine französisch-saarländische Kom­mission regelt die künftigen Sportbeziehungen zwischen beiden Ländern.

Kurz notiert

Da« Fußball-Länderspiel Oesterreich — Ungarn in Wien endete mit einem österreichischen 3:2- Sieg.

Schottland schlug Belgien im Fußball-Länder­spiel in Glasgow 2:0.

Der Italiener Farina gewann auf Maserati mit 98,853 Stundenkilometer vor dem Schweizer De Graffenried den großen Automobiilpreis der Na­tionen in Genf . Sieger des großen Preises von Genf wurde der Franzose Sommer auf Simca- Gordini mit 98,820 km-Std. vor Prinz Birea (Siam).

Im Kampf um die süddeutsche Handballmeister- schaft (US -Zone) führt Waldhof vor Dietzenbach , Göppingen und FC Nürnberg .

Der Olympiasieger im Kunstturnen Stangl (München ) begeisterte bei einem Schauturnen rn Karlsruhe , wo auch der Mannheimer Anna, so­wie Püttner (Nürnberg ) und Bayerl (Aschaffea- burg) besonders gefielen.

Prekäre Ernährungslage in Bayern

Fernspruch unseres

M ü n ch e n. Die über ,60 000 Demon­stranten der Maifeier des Bayerischen Ge­werkschaftsbundes, die sich am Vormittag des 1. Mai auf dem Königsplatz in Mün­ chen einfanden, sahen sich von roten Fah­nen. und revolutionär«! Emblemen umge­ben, unter denen auch die der SED nicht fehlten. „Nieder mit Bizonesien” und „Für die deutsche Einheit”' forderten zahlreiche Aufschriften. Die KPD hatte vor der An­kündigung der Gewerkschaftsdemonstra­tion in der Stadt Plakate anschlagen lassen, in denen eie ihre Anhänger auf gefordert hatte, die Kundgebung zu besuchen. Dar­auf antwortete das Gewerkschaftsbüro so­fort mit einer Gegenerklärung, in der es sich die Sympathieerklärungen der KPD verbat und ihre strenge Ueberparteilichkeit- betonte, aber die Propagandawirkung für ciie KPD war nicht mehr aus der Welt zu schaffen.

Während auf dem Königsplatz kräftige Worte gesprochen wurden, fand eine Pa­rallelveranstaltung des Bayerischen Ge­werkschaftsbundes in Gegenwart des ame­ rikanischen Militärgouverneurs und des Ministerpräsidenten sowie eines Teils der Staatsregierung in der Kongreßhalle des Deutschen Museums statt. Hier allerdings wurde weniger Fraktur geredet.

Die gegenwärtige politische Situation, in erster Linie beeinflußt durch die prekäre Emährung&’.age, ist ohnehin gespannt ge-

C. S. -Korrespondenten

Dr. Alois Schlögl hat in der letzten Sitzung des Bayerischen Landtages massive Vor­würfe aus allen Fraktionen ein-stecken müssen und konnte sich nur mit Mühe be­haupten. Er führte Klage darüber, daß die von ihm in Frankfurt erzielten Ergebnisse äußerst mager seien. Er habe versucht, mit Frankfurt in ein gutes Verhältnis zu kom­men, die Art, in der Bayern dort behandelt wurde, müsse er jedoch verurteilen.

Die scharfen Angriffe der Parteien gegen die Frankfurter Organisation werden ver­ständlich, wenn man weiß, daß in Bayern in den nächsten acht Tagen nicht ge­schlachtet werden wird, daß es für den Mo­nat Mai nur 100 Gramm Fleisch gibt und auch bis zum heutigen Tage für die lau­fende Periode noch kein Fett aufgerufen wurde. Man geht wohl nicht*fehl in der Annahme, daß der Zeitpunkt nicht mehr weit ist, wo die Bevölkerung der ständigen Versprechungen der Frankfurter Behörden überdrüssig wird, die sich bisher nie erfüllt haben.

Solange sie aber keine größeren Erfolge zu verzeichnen hat als die Zuteilung einer Zitrone pro Kopf der Münchner Bevölke­rung als erster Auswirkung des Marshall- Plans , wird ihr Prestige weiter beängstigend abnehmen und es könnten diejenigen Poli­tiker recht behalten, die bereits heute von einer grundlegenden Verschiebung des poli­tischen Kräfteverhältnisses in Bayern wis­sen wollen.

nug. Der bayerische Ernährungsminieter

Die Lage in Palästina verschlechtert sieh

Lörrachs Handballer Zonenmeister Süd

Eine englische GeseUschaftskomödie

„Love in Idleness"

im Konstanzer Stadttheater

Die Engländer haben eine Gesellschafts- komödie kultiviert, in der sie unnachahm­lich sind und die sich selbst in unseren aufgeregten Zeitläuften mit beharrlichem Erfolg behauptet. Sie ist nicht sentimental, nicht frivol, nicht pathetisch, nicht einmal resigniert. Dafür ein wenig skeptisch und ironisch und vor allem weltmännisch-phi­losophisch. Um nichts wird großer Lärm gemacht und selbst die Moral kommt nicht mit Spießen und Stangen. Man fühlt sich in der wohltuenden Atmosphäre der guten Gesellschaft, in der die Umgangsfarmen letaiich nicht dem Cant, sondern einer na­türlichen menschlichen Duldsamkeit ent­springen, die laute Leidenschaft verpönt und den Dingen, die sich im Raum zuwei­len hart stoßen, die Kantigkeit zu nehmen trachtet.

„Love in Idleness“ von Terence Rattigan ist ein neueres Beispiel\dieser dramatischen Gattung. „Olivia und ihre Männer“ ist nicht die sinn- und wortgetreue Uebertra-t gung, eher „Liebe in Mußestunden”. Das Stück* spielt 1944. Ein englischer Minister für Kriegsmaterialbeschaffung, Sir John, gereiften Alters, kein. Aristokrat von Ge­burt, sondern von Lebensart, sogar ein Heraufgekommener, hat eine nicht mehr ganz junge Witwe, Olivia, gefunden und sich mit ihr zusammengetan, nachdem seine gesetzliche Gattin Diana an einem Leutnant mehr Gefallen gefunden hatte. Weniger aus Leidenschaft, als aus häus­lichen Bedürfnissen. Bei ihr kann er be­haglich seine Hausschuhe anziehen, wenn er abends müde heimkommt, und in ihrer Nähe mit halbem Ohr auf ihr Geplauder hören, in dem sie nach naiver Frauenart Abendgesellschaften, Tanks und neue Hüte ln einem Atem zusammenbringt, ynd Olivia fühlt sich hier zum erstenmal als Mensch, nachdem sie mit ihrem verstorbe­nen Gatten schwere Zeiten kennen gelernt

hatte. Es geht recht bürgerlich zu in die­sem Milieu und selbst die alte Haushälte­rin Polton findet trotz ihren durchaus fest­stehenden Anschauungen über Moral und Unmoral, daß es in diesem Fall „etwas an­deres” und ihr Verbleiben in diesem Haus nicht unwürdig sei. Sir John und Olivia hätten übrigens die standesamtliche Sank- Uonierung erwirkt, wenn die lebenslustige Gattin Sir Johns aus diesem imgeregelten Zustand «ich nicht eine Einnahmequelle erschlossen hätte. Da kommt aus der neuen Welt der 18jährige Sprößling Olivias, Michael, mit Brausen in dieses friedliche Idyll, voll von umstürzenden Ideen über eine neue Gesellschaftsordnung. Sogleich wittert er Unrat und, ha!, er gibt es ihm, Sir John, dem Verführer seiner Mama und noch mehr dem Vertreter einer überlebten Zeit, deren Tage, nach einhelligem Urteil seines Schülerklubs in Kanada , ohnehin gezählt sind. Auch die Mama kann sich sei­nen eindringlichen Vorhaltungen nicht verschließen und verläßt mit ihm das ruch­lose Haus, in dem ihr so wohl war, und zieht mit dem Jüngling in die Vorstadt, kocht und wäscht Geschirr und beteiligt sich an den Gesprächen über Klassenkampf und Sozialprodukt, während sie mit einem Auge nach-der neuen Nummer der Mode­zeitschrift schielt Da läuft dem Moral­inquisitor ein Häslein übern Weg, eine Sylvia. Er heftet sich an ihre Spuren und läßt Sozialprodukt und moralische Säube­rung vorläufig auf sich beruhen. Auch das andere Hindernis, die prozessierende Gat­tin, wird überwunden, und Sir John und Olivia können nun mit bereitwilliger Zu­stimmung des um die erste Enttäuschung bereicherten Jünglings auf gesetzlicher Grundlage ihr Heim wieder aufsuchen.

Stefan Dahlen traf mit seiner überlege­nen Inszenierung Geist und ' Atmosphäre des Stückes vorbildlich. Sein Hauptaugen­merk war auf ein ab gestimmtes Ensemble- spiel gerichtet, in dem jede Sensation mit feinem Geschmack vermieden war. Durch­dachte und sorgfältig ausgeführte Bühnen­bilder von Richard Lamey waren eine

stimmungsvolle Unterstützung. Als Olivia war Erika van Draz elegant und sympa­thisch, manchmal ein bißchen herb; routi­niert, aber ohne schärfere Zeichnung R. Bürkner als Sir John, ein rechter Brause- sekopf, aber billige Mittel verschmähend E. Hegarth als Michael, vorzüglich die trockene, sittlich gefestigte Haushälterin von Maria Havemann, amüsant und ohne Uebertreibung das lockere Dämchen Diana von Elisabeth Scherer und famos die ver­kniffene Sekretärin von Irmgard Solm. Die Regie Dahlens achtete auch darauf, daß der vielfach witzige Dialog voll, aber un­aufdringlich zur Wirkung gebracht wurde. Die Aufführung verfehlte ihre Wirkung auf die Zuschauer nicht, die an feinerer, nachdenklicher Kpst ihren Geschmack finden. Friedrich Munding

Kulturwoche io einer Ruinenstadt

Nach der „Quinzaine artistique" in Konstanz und der Herbstwoche in Lindau hat nun auch Friedrichshafen vom 17. April bis 2. Mai eine Kulturwoche abgehalten. Eine Kulturwcxhe in der Stadt, die im Bodenseegebiet am meisten unter dem Borobenkrieg gelitten hat, mußte in vollem Maße die Schwierigkeiten aufzeigen, die es zu überwinden gilt, um in einer Zeit bit* er­ster materieller Not wieder zu den unvergäng­lichen, unzerstörbaren Werten des Geistes hin­zuführen — heute die einzige Kraftquelle, daß man vor der fast übermenschlichen Aufgabe des Wiederaufbaus hicht mutlos die Hände sinken läßt. So diente z. B. als Konzertsaal der Ro- : tationsmaschinensaal einer Druckerei; die St. Ni­kolauskirche, aus der vom Südwestfunk eine“ Missa choralis übertragen wurde, ist mit Hilte von Schweizer Spenden erst teilweise wieder­errichtet. Bewußt wurde auch darauf verzichtet, einfach mit Hilfe von fremden Künstlern an­spruchsvolle, den örtlichen kulturellen Verhält­nissen nicht entsprechende Starleistungen zu inszenieren. Für eine bemerkenswerte Auffüh­rung des „Messias ", ein Sinfonie-, ein Chor­konzert und eine Schüleroper wurde in erster Lime auf Träger des eigenen kulturellen Lebens und auf die nähere Umgebung — Konstanz, Tü­ bingen und Reutlingen — zurückgegriffen. Eine schlichte Gedenkstunde war dem in Friedriehs- hafen geborenen Schweizer Lyrik* Emanuel von Bodman gewidmet, und damit der Ehrenpflicht

nachgekommen, tn einer Z Vit, in der man die „Stillen im Lande" gerne überhört, im Namen der Heimat, die Bodman. wScs kein zweiter be­sungen, die Erinnerung an ediesen scheuen, zu wenig beachteten Dichter v faichzuhalten. Audi die künstlerisch, bedeutendste Ausstellung — „Zeitgenössische Malerei und) Plastik" — be­schränkte sich darauf, einen, allerdings impo­santen Ueberblick über die G egenwartsentwick­lung der bildenden Kunst im süddeutschen Raum zu geben. Trotz dieser Beseht änkung de« Pro­gramms auf den Bodenseeuaiim leistete die Friedrichshafener Kulturwodve keinen geringen Beitrag, jenen Schutt, der einem besseren Ver­stehen unter den Völkern im M/ege liegt, weg- zuräumen und alte Bande zwischen Süd- u.'Nord­ufer des Sees neu zu knüpfe n. Ueber 22 000 Gäste aus der Schweiz , von d en en die meisten sich mit Verwandten auf unsetem Ufer tieften konnten, hatten Gelegenheit, sich von dem schweren Leben in einer zerstörten Stadt zu überzeugen, die als solche zwar’ die einzige im Bodenseegebiet ist, mit ihren SJorgen aber für alle Ruinenstädte in Deutschl ^ad spricht.

W. Quenzer

KULTUR UND LEBEN

Ehrung Max Plancks . Der-: in den Ver­ einigten Staaten lebende Forscher" Albert Ein­ stein übersandte anläßlich des 90.. "Geburtstages von Professor Max Planck im Na.mun der „Na­ tional Academy of Sciences of th e, united Sta­ tes of America " eine Botschaft, die 'während der Gedenkfeier in der Göttinger U nuversität in englischer und deutscher Sprache '»erlesen wur­de. Sie hat folgenden Wortlaut: „Wem es ver­gönnt war, der Menschheit einen großen schöp­ferischen Gedanken zu schenken, den lat es nicht nötig, von der Nachwelt gepriesen au werden. Ihm ward höheres zuteil durch sein;» eigene Tat. Und doch ist es gut, ja sogar nötsfj, daß sich hier an diesem Tage Abgesandte der nach Wahr­heit und Erkenntnis strebenden Fors ch er aus al­len Teilen der Erde vereinigen. Sie legen Zeug­nis dafür ab, daß auch in diesen Zaitiin, in de­nen politische Leidenschaft und roh«: Gewalt so große Sorgen und Leiden über Menschen verhängen, das Ideal der Erkenntnis unvermin­dert hoch gehalten wird. Dies Ideal, das von jeher die Forschenden aller Nationen «ad Zeiten eng verbunden hat, war in Max Plamdc. mit sel­tener Vollkommenheit verkörpert In d em sich die „National academy of Sciences " v-oir diesen Männern verneigt, spricht sie die Hoffnung aus.

daß die freie Forschung um der reinen Erkennt­nis willen und ungeschmälert erhalten bleiben möge."

„Tierischer Ernst" am Theater. In seiner schon kurz erwähnten Rede auf der Tagung der Theaterdirektoren in Stuttgart sagte Gründgens u. a. auch Bemerkenswertes üiber den Geist am heutigen Theater, der eine manchmal unbegreifliche Nervosität erkennen läßt. Gründ­ gens kritisierte die Sucht bei Inszenierungen durch abstrakte Übersteigerungen wirken zu wollen, er vermißt die Naivität, die selbstver­ständliche Darstellung des alltäglichen Lebens. Wichtig erscheint ihm vor allem die Heranbil­dung eines Ensemblegeistes. Vergnüglich war schließlich seine Mahnung an die Schauspieler, bei aller künstlerischen Besessenheit sich doch nicht so tierisch ernst zu nehmen. „Das ist die Berufskrankheit von uns, die Quelle des Aer- gers im Theater. Wenn wir mit geziemendem Ernst an unsere Arbeit gehen und das Vergnü­gen, das sie uns macht, nicht wegleugnen, dann sollten wir imstande sein, die Chance des Neu­anfangs zum Wohle des Theaters zu nützen'.

Der Nachfolger Hilperts. General­musikdirektor Vondenhoüf, der bisherige musi­kalische Leiter der Frankfurter Bühnen wurde als Intendant in Frankfurt eingesetzt. Er ist nach den Intendanten Impekoven und Hilpert der dritte Lizenzträger der Frankfurter Bühnen nach dem Kriege. Richard Wuchert wird seine bis­herige Tätigkeit als Direktor des Schauspiels fortsetzen.

45 Sekunden sind zu viel. Die bri­tische Filmzensur war nicht damit einverstan­den, daß im Film „Keine Orchideen für Miß Blandish" ein Kuß der Titelheldin 45 Sekunden dauert Die Zensur hat eine Verkürzung des Kusses auf 20 Sekunden verlangt.

NEUE BÜCHER

Raum, Zeit- und Einstein. Dr. Wer­ner Bloch ist es in dieser, 56 Seiten umfassenden Broschüre des Condor-Veriages, Berlin-Frohnau, gelungen, die Relativitätstheorie populär zu er­klären, ohne flach und unkorrekt zu werden. Bei der Bedeutung der Relativitätstheorie für das gesamte Geistesleben des 20. Jahrhunderts und bei dem großen, Wirrwarr, den sogenannte po­puläre Darstellungen dieser Theorie bisher ge­stiftet haben, ist der Wert dieses Büchleins, dem ein Fremdwörterverzeichnis beigegeben ist, hoch einzuschätzen. Der Condor-Verlag erfreute uns schon mehrfach mit derartigen Leistungen, heg.