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SÜDKURIER

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Nr. 128 I Seite 5

K’ottftanj

ben 10. fibtobec 1950 Gang öurch Öen Sonntagnachmittag

Versonnen geht der Herbet durch die Wälder. Den Menschen, die an einem der letzten schönen Sonnensonntage einen be­sinnlichen Gang durch das leise Abechied- nehmen in der Natur machen, wird ein kleines, beglückendes Erleben geschenkt. Wie dunkler Mollakkord schwingt zarte Wehmut durch dies Scheiden von Som­merfreud’ und Sommerlust. Silberner Schleierdunst hängt über dem Wald; langsam fällt da und dort ein vergilbtes Blatt vom Ast. Auf einmal ist die Sonne da! Aufflammende Strahlen zaubern flim­mernde Dichter und Streifen über den Waldweg und ein geheimnisvolles Gefun- kel webt zwischen Aesten und Zweigen. Die Blätter, die schon ihr herbstliches Farbenkleid tragen, flammen auf wie Goldschimmer und Purpurleuchten. Ein sanfter, warmer Atem weht durch den Wald, der herbsüße Duft von leisem Ver­blühen.

Irgendwo Kinderlachen .. Einige Blond­köpfe sitzen abseits und suchen zwischen welkem Laub nach den kleinen „Buche­len“. Voll Stolz zeigen sie ihre schon bei­nahe vollen Beutel. Familien kommen des Wegs, sie haben die Taschen voll Pilze und sind beglückt über den Erfolg ihrer nahrhaften, vegetarischen „Sonntagsjäge­rei“.

Auf der Lichtung ist alles von Sonne überstrahlt. Noch blühen ein paar letzte Margeriten und kleine Gänseblümchen im Wiesengras. Ueber den Brombeerhecken am Wegrand mit den scharlachfarbenen Herbstblättem schimmern taufunkelnde Spinnwebfäden...

Fremde, letzte Sommerferiengäste wohl, kommen den Waldpfad entlang, fragen, wohin der Weg führt und sagen dann: „Wie wunderschön ist doch dieser Wald. Man möchte immer noch mehr von seiner herbstlichen Schönheit erleben!“

Die Sonne erlischt... wieder webt Silber­dunst über den Bäumen, verdichtet sich ... man denkt an den Heimweg. Zu Hause steht dann ein großer, buntfarbener Herbststrauß auf dem Tisch und erzählt eine ganze Woche von den sonnigem, be­glückenden sonntäglichen Stunden im herbstlichen Wald. —y—

Zwei Brände am Sonntag

Der Löschzug der Freiw. Feuerwehr mußte am Sonntag zweimal ausrücken. Zum erstenmal wurde der Löschzug um 18.25 Uhr alarmiert, weil im Hause Eich­hornstraße 42 ein Zimmerbrand ausgebro­chen war. Dort hatte eine Frau um 15 Uhr einen elektrischen Kocher eingeschaltet und beim Fortgehen vergessen, den Stecker herauszunehmen. Als der Ehemann nach 18 Uhr nach Hause kam, entdeckte er den inzwischen ausgebrochenen Brand. Der

Löschzug hatte nur noch geringe Arbeit zu verrichten.

Am Montagfrüh gegen 3 Uhr bemerkte ein Polizeibeamter im Stadtteil Wollmatin­ gen auf seinem Rundgang starke Rauch­entwicklung im Hause Fürstenbergstraße 91. In einem Zimmer, das über einem Stall lag, war wahrscheinlich infolge Kurzschluß ein Balken angekohlt. Die alarmierten Hausbewohner löschten den Brand, so daß der Löschzug kaum noch einzugreifen brauchte. Bemerkenswert ist die Tatsache, daß der Löschzug jeweils wenige Minuten nach der Alarmierung an der Brandstelle war.

215 000 fuhren mit städtischen Omnibussen

Die Städtischen Verkehrsbetriebe geben für den Monat September 1950 folgende Betriebsergebnisse bekannt: Beförderte Personen im städtischen Kraftwagenbe­trieb 215 071. (Die Besatzungsmitglieder sind hierbei nicht mitgezählt.) Mit den städtischen Motorbooten wurden ein­schließlich Besatzungsangehörigen 33 011 Personen befördert. Mit den städtischen Fährschiffen wurden befördert: 22102 PKW, 3027 LKW, 7322 Motorräder, 1270 Anhängerwagen, 16 239 Fahrräder, 248 Zugmaschinen, 27 Fuhrwerke, 140 148 Per­sonen (einschließlich Besatzungsmitglie­der), 21 Stück Vieh, 28 Möbelwagen und 598 Sonstiges.

Internationales Tanzturnier in Konstanz

Das Turnieramt des Allgemeinen Deut­schen Tanzlehrerverbandes beabsichtigt, am 21. Oktober im I.. " 1 -Hotel ein internatio­nales Tanzturnier zu veranstalten, an dem sich die besten Berufs-Tanzpaare von Deutschland , Frankreich , der Schweiz und voraussichtlich auch Oesterreich beteiligen werden. Um gleichzeitig eine Uebersicht über den Stand des heutigen Gesell­schaftstanzes zu geben, findet am Nach­mittag und Abend des 22. Oktober eben­falls im Insel-Hotel eine Tanzschau statt, an dem die Turnierpaare alle augenblick­lich gepflegten Tanzarten vorführen wer­den.

Falfche Höflichkeit

Der „Südkurier“ veröffentlichte kürz­lich eine Notiz aus Luzern , in der geschil­dert worden war, wie höflich die Stadt­polizei von Luzern einem Deutschen mit­geteilt hatte, daß er gegen die Verkehrs­vorschriften verstoßen habe. Diese Notiz im „Südkurier“ wurde von einem Belgier gelesen- Er übermittelte uns das Schrei­ben eines Konstanzer Geschäftsmannes, das er in seinem Auto vorfand, als er vor dem betr. Geschäft geparkt hatte. Dieses Schreiben lautet: „Wenn Sie ein Ge­schäftsmann wären, würden Sie sicher nicht Ihren Wagen so lange vor mein Schaufenster stellen.' Ich glaube sicher, daß Sie sich des Verhaltens mir gegen­über nicht bewußt sind, und bitte ich Sie, dies zu unterlassen. Ich möchte Sie nur noch darauf aufmerksam machen, daß das Parken auf Gehwegen nicht statthaft ist. Sie könnten im Ernstfälle, wenn es ge­rade ein Schutzmann zu sehen bekommt, mit einer Strafanzeige rechnen. Ich glaube Sie verstehen mich aber auch ohne Zaun­pfahl und stellen sicher mir zu liebe die­ses Uebel ab“.

Das Schreiben des Konstanzers ist nicht gerade unfreundlich. Aber wir hätten uns vorstellen können, daß es in einem noch freundlicheren Ton abgefaßt worden v äre. Sicherlich hat das auch der ausländische Besucher so empfunden. Gerade Konstanz als Fremdenstadt hat einen Ruf zu ver­lieren; er darf auch nicht durch solche Briefe gefährdet werden.

Landjugend kann in die USA reisen

Der Landjugend im Alter bis zu 20 Jah­ren ist erneut Gelegenheit geboten, für ein Jahr in die Vereinigten Staaten zu reisen. Auch landwirtschaftliche und haus­wirtschaftliche Fachleute in der Alters­gruppe von 24 bis 30 Jahren können sich dafür melden. Wer Interesse daran hat, sollte sich umgehend beim Ortsvorstand des BLHV über die näheren Einzelheiten erkundigen.

ßauftellen flnö hein Spielplatz für KlnOer l

Eitern achtet besser auf Eure Schutzbefohlenen

Von einem Baufadimann erhalten wir fol­gende Zuschrift, die wir ihrer Wichtigkeit wegen unseren Lesern gerne verm.tteln:

Die verstärkte Bautätigkeit läßt überall neue Bauten erstehen. Für unsere Jugend ist das etwas Neues und wir haben wohl alle Verständnis dafür, daß eie eine solche Baustelle gründlich untersuchen möchte. Wunderbar, wie man die Rampe rauf und runter springen kann. Und erst das Ge­rüst, dann die Stein- und Balkenstapel! Einfach Klasse! Was stört da schon das Schild „Betreten der Baustelle ist Unbe­fugten verboten!“ Und doch hat dieses Verbot seinen Grund. Wie leicht kann sich ein Stein oder Brett lösen! Bretter- oder Steinstapel können Umstürzen und die Spielenden unter sich begraben. Die Ver­letzungen sind dann meist sehr schwerer

Sic fint) befchulOigt, Daß Sie am ...

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Polizeistrafverfahren nunmehr vom

Strafverfügung nennt man eine porto­pflichtige Dienstsache des Landratsamtes, die damit beginnt „Sie sind beschuldigt, daß Sie am ...“ Und dann folgt mehr oder weniger die Schilderung einer Tat, deren Wert oder Unwert je nachdem mit einer Geldstrafe von drei DM bis zu 150 DM oder mit Haft bis zu vier Wochen bemes­sen wurde. Die Kosten hatte der „Uebel- täter“ selbstverständlich auch noch zu tra­gen, ebenso das Porto für Zahlkarte, Post­anweisung usw. Wurde eine Vorführung durch die Polizei nötig, so gab es noch eine Vorführgebühr; sie betrug 2 DM. Sol­che „Untaten”, bei denen das Landratsamt ein Polizeistrafverfahren einleitete, waren u. a. Ruhestörungen der verschiedensten Art, Bettelei, Uebertretung der Polizei­stunde, kleinere Verkehrsunfälle und dergleichen Dinge mehr. Diese Ueibertre- tungen machten dem Landratsamt Kon­ stanz manchmal doch sehr zu schaffen, denn es Wurden im Durchschnitt für den Stadt- und Landkreis Konstanz im Monat 500 solcher Strafverfügungen ausgestellt.

Ab 1. Oktober 1950 ist das nun anders geworden. Nicht als ob nichts mehr zu be-

Das ist uns aufgefallen:

Eine D«Marh auf Anruf

Der Staat will leben, ich will es und alle Mitmenschen auch. Damit jeder vom an­deren leben kann und der Staat mit sei­nen Bürgern „ins Geschäft“ kommt, gibt es im Badischen seit Jahr und Tag die „Gebührenpflichtige Verwarnung“. Ver­warnt werden, wie auf der Rüdeseite der Quittung zu ersehen ist, Verkehrssünder, die im Straßenverkehr gegen eine Reihe von Paragraphen verstoßen, von deren Existenz ein großer Teil noch nie etwas gehört hat. Zum eigenen Nachteil übrigens, denn Unwissenheit schützt nicht vor Strafe.

Pech, ausgesprochenes Pech bedeutet es, wenn man am Montagmorgen aus dem Wochenendschlaf vom Rad geholt wird. „Die Hüetlinstraße ist eine Einbahnstraße, Sie müssen eine Mark als gebührenpflich­tige Verwarnung bezahlen“, höre ich den Polizeibeamten sagen, der seinen Kassen­block zückt, sich nach meiner Kennkarte erkundigt und mir eine Mark abknöpft.

Inzwischen habe ich die Mark schon wieder vergessen. Nicht ganz in den Kopf gehen will mir aber, weshalb die zwei Mann starke Polizeistreife fast jeden Tag und fast zur selben Stunde und am sel­ben Ort kontrolliert und nur der Ein- Bahn-Sünder harrt, während andererorts just zur selben Stunde die Verkehrs-Akro­baten die tollsten Kapriolen schlagen.

Amtsgericht übernommen

zahlen wäre, wenn jemand sich gegen die vorgeschriebenen Gesetze vergeht. Nein, das nicht! Aber das Landratsamt wird in Zukunft keine solchen Strafverfügungen mehr ausschreiben. Dafür haben die Amts­gerichte diese Tätigkeit übernommen. Nur ' sind sich die „Gelehrten“ noch nicht ganz einig, welche Uebertretungen endgültig in die Zuständigkeit des Amtsgerichts fallen, weil bis jetzt noch die entsprechenden Ausführungsbestimmungen fehlen. Eines steht jedoch schon fest: Die gebühren­pflichtigen Verwarnungen durch die Poli­zei bleiben bestehen. Es hüte sich also jedermann, nun einfach entgegen allen Verkehrsvorschriften wild darauf los zu fahren! Sonst wird er nach wie vor, um etliche Märker erleichtert werden!

Von zuständiger Stelle wird uns hierzu noch geschrieben: Der Zweck dieser „Straf­zettel“, wie die polizeilichen Strafverfü­gungen auch genannt wurden, war vor allem, die sogenannten Bagatellsachen in einem schnellen, verfahrensmäßig einfa­chen und nicht zuletzt billigen Verfahren zu erledigen. Dieser Zweck wurde auch im allgemeinen vollauf erreicht. Die Ver­waltungsbehörden boten auf Grund ihrer langjährigen bewährten Erfahrung auf diesem Gebiet in jeder Hinsicht die Ge­währ, daß diese polizeilichen Strafverfü­gungen nicht nur rasch, sondern auch sach­lich und rechtlich einwandfrei erledigt wurden, so daß in den seltensten Fällen ein Grund zur Beschwerde gegeben war. Aber selbst wenn sich jemand zu Unrecht bestraft glaubte, so hat er die Möglichkeit, den Schutz des Gerichtes in Anspruch zu nehmen. Von diesem Recht wurde jedoch kaum Gebrauch gemacht. Nach den ge­machten Erfahrungen war der Bevölkerung diese Verfahrensweise angenehm, vor allem schon deshalb, weil die meisten Leute mit dem Gericht nichts zu tun haben wollen. Jedermann weiß, daß ein Ver­fahren vor dem Amtsgericht kostspieliger ist, als vor dem Landratsamt.

Nach der neuen Bestimmung hat das Landratsamt bei Anzeigen wegen Ueber­tretungen lediglich noch die erforderlichen Ermittlungen anzustellen und die Anzei­genakten mit einem Vorschlag zum Straf­maß dem Amtsgericht zu übersenden, das die Strafe festsetzt. Damit ist nun die Idealform des Rechtsstaates auf diesem Gebiet erreicht mit der Folge, daß z. B. ein Radfahrer, gegen den Anzeige erstat­tet wurde, weil er mit einem Fahrrad ohne Glocke fuhr, gegebenenfalls vom Amts­gericht bestraft wird. Daß dieses Verfah­ren den Staat und den einzelnen mehr kostet, als das bisherige, soll nur noch ab­schließend erwähnt werden.

Schon rotrö öie Sommerfaifon 1951 oorbereitet

Die diesjährige Saison war besser wie letztes Jahr

Seitdem die Sonne lange Schatten wirft, ist der Fremdenverkehr rasch zurückgegan- uen. Rund 30 Kongresse und Tagungen wur­den in diesem Sommer in Konstanz abge- haiten, eine beachtliche Zahl, zumal man vor dem Kriege höchstens ein halbes Dut­zend zählte. Die geographische Lage und der Nimbus der Internationalität, nicht zu vergessen natürlich auch die für die Som­mergäste immer wieder unvergleichlich schöne Landschaft, haben Konstanz seit 1949 zu einer ausgesprochenen Kongreßstadt werden lassen.

Inzwischen ist die „Nachsaison“ angelau­fen. Das ist seit jeher die Zeit, in der es, wie die Einheimischen zu sagen pflegen, am See am ruhigsten und daher wohl auch am schönsten ist. „Im Herbst reisen mehr oder weniger die älteren Jahrgänge, Herren und Damen, die die Ruhe suchen: auch solche, die Zeit und — Geld haben“ sagte Hans

Art, wenn nicht gar mit dem Schlimmsten gerechnet werden muß.

Eltern! Belehrt eure Kinder! Macht sie auf die Gefahren, die auf einer Baustelle lauern, aufmerksam. Eine Baustelle ist kein Kinderspielplatz, auch nicht, wenn die Bauarbeiter fort sind. Helft damit Un­fälle vermeiden und schützt so die Ge­sundheit eure Kinder. Bedenkt, daß ihr bei solchen Unfällen zum Kummer und Leid noch Aerger und Scherereien wegen mangelnder Aufsicht habt. Also: Kinder weg von der Baustelle!

Die Stadtkapelle in Aarau

Die Konstanzer Stadtkapelle unter Lei­tung von Walter Bemhagen weilte über das Wochenende zu den MAG-Tagen in Aarau (Schweiz ), wo am Sonntag im städ­tischen Saalbau drei Konzerte, die allein die Konstanzer Stadtkapelle bestritt, statt­fanden, Die Konstanzer wurden bei ihrem Eintreffen am Aarauer Bahnhof von zwei Musikkapellen und von Trachtenjung­frauen begrüßt und dann unter Musikge­leit nach dem Saalbau geführt, wo dann vormittags, am Nachmittag und am Abend drei große und stark besuchte Konzerte stattfanden, wobei klassische Werke von Richard Strauß , Richard Wagner, Franz v. Suppe sowie Charakterstücke und Rhapsodien von Walter Bemhagen und dem ehemaligen einheimischen Dirigenten Friedrich W. Rust aufgeführt wurden. Die Konzerte der Konstanzer Stadtkapelle ! fanden begeisterten Beifall.

Uraufführung im „Theater am Bodensee“

Am kommenden Donnerstag bringt das Konstanzer Theater am Bodensee die Ur­aufführung der neuen Komödie „Der Lieb­haber“ von Friedrich Schreyvogl . Der be­kannte österreichische Dichter wird an dem Abend selbst anwesend sein. Wer sich noch der reizvollen Komödie Schreyvogls „Titania“ erinnert, die am Ende der letzten Spielzeit hier aufgeführt wurde, wird mit Interesse auch dem „Liebhaber“ entgegen­sehen. Auch diese Komödie wirkt ganz aus der Klugheit des Herzens, die Schreyvogls Bühnenwerken ihren Charme gibt. In der Inszenierung von Hans Hennen spielen: Elfriede Paust und Werner Ehret als Gäste aus Karlsruhe neben den einheimischen Künstlern Max Dietz, Gerhard Kauffmann , Gudrun Bayer, Rosemarie Reymann.

Max und Moritz kommen

Mit der ersten Aufführung von „Max und Mcritz“ (in einer ganz neuen Bear­beitung von Richard Nagy) beginnt am kommenden Samstagnachmcttag nun auch eine regelrechte Kinder-Spielzeit in un­serem Theater. Diese Aufführung, in der unsere Schauspieler und Tänzerinnen die berühmten Streiche der beiden Buben, frei nach Wilhelm Busch , vorführen, bildet den Anfang einer ganzen Reihe von Auf­führungen für Kinder, die mit einem Weihnachtsmärchen, (dessen Titel heute noch nicht verraten wird), und mit einem dritten Spiel im nächsten Jahre fortgesetzt werden soll.

„Neptun“-Bootshaus zurückgegeben

Dieser Tage hielt der RV „Neptun“ im Boothaus eine gutbesuchte Mitglieder­versammlung ab, die in erster Linie der Vorbereitung der am 28. Oktober statt­findenden Hauptversammlung galt. Wie groß das Interesse der Mitglieder gerad'» dafür war, bewiesen die vielen Wünsche und Anträge, die aus der Versammlung heraus gestellt wurden. Der traditionelle Herrenabend wird am 9. Dezember statt­finden. — Das Amt für Kontrollierte Ver­mögen in Freiburg het das Bootshaus ein­schließlich Inventar dem RV .Neptun“ die- I ser Tage zurückerstattet

Die Sonne ist wieder kostbar geworden

(Bild: Schneider-Ressel)

Brügel, der Leiter des Stadt. Verkehrsamtes. Und wer sich an diesen herbstlichen Son­nentagen umsieht, für den sind die Bänke am See genau so besetzt wie vorher, nur das Publikum hat gewechselt. An Stelle der bunten Bodensee -Mützen ist der Borsalmo, der Homburger oder die Sportmütze der alten Herren getreten. In den Straßen herrscht weniger Trubel und Heiterkeit. Einheimische sagen: „Jetzt beginnt der Winterschlaf:“

Aber geschlafen wird nicht, zumindest nicht beim Verkehrsamt und beim Bodensee - Reisebüro. Zwar werden die beiden näch­sten Monate weiter ruhig verlaufen. Sie sind die Urlaubsmonate der Angestellten, die in der vergangenen Saison keine Ruhe kannten und für die der Achtstundentag wur noch ein Wunsch bedeutete.

Obwohl die Fremdensaison also noch nicht offiziell beendet ist, werden schon jetzt die Vorbereitungen für das nächste Jahr ge­troffen. Hans Brügel ist schon seit Tagen wie im letzten Jahr wieder nach dem Rhein­ land und dem Ruhrgebiet unterwegs, um für die Fremdensaison 1951 Sonderzüge, Tagungen und Kongresse abzuschließen. In Bonn - wird er z. B. die Verbindung zur Ab­haltung von neuen politisdien Kongressen aufnehmen und die Versprechungen, auch in diesem Winter Tagungen in Konstanz ab­zuhalten, zu einem gewissen Abschluß brin­gen. Voraussichtlich werden im nächsten Sommer die Tapetenfabrikanten und die Sparkassen des Bundesgebietes in Konstanz ihre Verbandstage abhalten. Ferner bemüht sich das Verkehrsamt schon jetzt um die Bundestagung 1951 der Fremdenverkehrs- verbände.

Inzwischen wurde das Werbebüro in Oberammerqaiu geschlossen, das manchen Besucher der Passiansspiele an den See und besonders nach Konstanz vermittelt haben dürfte. Genaue Zahlen lassen sich noch nicht feststellen, weil das Oberammergauer Werbebüro für den gesamten Fremdenver­kehr am Bodensee tätig war. Um die vor dem Krieg besonders gepflegten Ferienrei­sen von Engländern wieder aufzunehmen, besuchte dieser Tage ein Vertreter des be­kannten Reisebüros „Cook“ unsere Stadt. Im nächsten Jahr sollen bei diesen engli­schen Gesellschaftsfahrten durch West­deutschland allein drei Tage in Konstanz verbracht werden.

Nach überschlägigen Berichten war es um das Geschäft der führenden Hotellerie gün­stiger gestellt, als am Saisonbeginn zu ver­muten war. Nur bei den kleineren Gast­häusern, besonders bei denen, die über keine Fremdenzimmer verfügen, war von einer „Saison“ weniger zu spüren. Nicht ganz den Erwartungen entsprach in diesem Sommer der Ausländerbesuch. Die inter­nationale Devisenbewirtschaftung hat sich in diesem Falle gerade hier negativ ausge­wirkt. Dennoch erwiesen sich die Franzosen vor den Amerikanern, Schweizern und Bel­giern am reisefreudigsten. Vielleicht hat sich hier auch die Besatzung als indirekter Werbemittler erwiesen.

Neu ist Werbung unter dem Motto „Besucht Konstanz auf dem Weg nach dem Süden“, die besonders in Norddeu'uschland angesetzt wird und die Reisenden daran er­innern. soll, daß der Ferien-Weg nach der Schweiz oder Italien über Konstanz und den Bodensee führt. Eine gute Idee, dieses Motto, das außerdem ganz der internationalen Lage der Stadt entspricht. Da, wie bekannt, Kon­gresse und Tagungen jene Anlässe sind, die für Konstanz am meisten werbend wirken, empfiehlt die Stadtverwaltung den lokalen Berufsorganisationen, sich um weitere Ta­gungen bemühen zu wollen.

Mit der Tagung des Vereins Deutscher Ingenieure für Wärmeforschung vom 16. bis 17. Oktober findet die diesjährige Fremdensaison gewissermaßen ihren offi­ziellen Abschluß. Wenn es die herbstlichen Sonnentage noch zulassen und der Nebel nicht zu sehr drückt, werden immer noch, vereinzelte Feriengäste den goldenen Herbst am See genießen. Bis dahin wird dann auch die endgültige Bilanz über den Fremdenscmmer 1950 gezogen sein. wh.

Konstanz vor den deutschen Hausforschem

Die deutschen Hausforscher tagten unter Vorsitz von Prof. Wolf, Münster i. W., in Büdingen/Hessen . In Einzelreferaten wurde der Stand der Bauemhausforschung dar- gelegt. Das Ziel ist, im Gesamtwerk „Haus und Hof deutscher Bauern“ für jedes Land einen eigenen Band herauszubringen. Der Band für Schleswig-Holstein ist erschie­nen, der für Westfalen-Lippe bald zu er­warten. In den anderen Ländern, eso auch in Baden , sind die Vorarbeiten im Gange.

— Ueber den Stand der Bürgerhausfor- schiing berichtete Dr. habil . Bernt, Kon­ stanz . Sie befindet sich — nach bedeuten­den Leistungen in den Jahren 1897—1944

— heute in einer Krise. In Lichtbildern wurde u. a. der nunmehr fertig vermes­sene mittelalterliche Häuserblock zwischen „Elefanten“ und „Hohem Haus“ in Kon­ stanz vorgeführt, um zu zeigen, welche großen Geschichtswerte heute noch in den ältesten deutschen Städten zu finden sind.

— Aus den schweren Erschütterungen un­

serer Kultur heraus wird die deutsche Hausforschung erneut ihr Werk aufgrei­fen, hoffentlich mit entsprechender Unter­stützung von Ländern und Gemeinden, ohne die ein heute immer noch fehlendes Werk der Baukunst nicht vollendet wer­den kann. »

Wer mar Otto Wlnterer ?

Ehrung für einen frfiheren Konstanzer Oberbürgermeister

In Ettenheim bei Freiburg wurde ge­stern Sonntag eine Gedenktafel für Dr. Otto Winterer der Gemeinde übergeben. Dr. Otto Winterer , war von 1877 bis 1888 Oberbürgermeister von Konstanz . Der Winterersteig, der auf dem linken Rhein­ufer rheinwärts führt, trägt seinen Namen. Die Stadt Konstanz war bei der gestri­gen Gedenkfeier durch Bürgermeister Hermann Schneider vertreten.

Otto Winterer wurde im Jahre 1846 als Sohn eines Bäckermeisters in Ettenheim geboren. Er widmete sich dem Studium der Rechts- und Staatswissenschaften. Mit 22 Jahren bestand er das erste Staats­examen, 1871 das zweite und trat dann in den badischen Staatsdienst ein. Im Jahre 1874 wurde er Amtmann in Mannheim und 1876 — mit 30 Jahren — Amtsvorstand in Buchen.

Die rasche Karriere des tatenvollen jungen Beamten war nicht unbeachtet ge­blieben und als die Stadt Konstanz , deren Finanzen zerrüttet waren, ein Stadtober­haupt suchte, das die städtische Verwal­tung vor dem Zusammenbruch retten sollte, fiel die Wahl auf den verheißungs­vollen Oberamtmann Winterer in Buchen. Die Konstanzer sollten in ihren Erwartun­gen nicht enttäuscht werden. Es gelang dem neuen Oberbürgermeister in verhält­nismäßig kurzer Zeit, das städtische Finanzwesen in Ordnung zu bringen und den gestörten Bürgerfrieden wieder her­zustellen. In Konstanz waren in jener Zeit Unternehmungen ins Leben gerufen wor­den, die weit über die bestehenden Ver­hältnisse hinausgingen. Otto Winterer ver­stand es meisterhaft, das Ueberspannte in einfachere Verhältnisse zu lenken und mit

den Erfordernissen der modernen Gegen­wart in Einklang zu bringen. Trotzdem Winterer sein Amt in Konstanz mit der Hauptaufgabe kluger Zurückhaltung und „Bremse“-Politik angetreten hatte, wurde das Aufblühen der schönen Bodenseestadt unter seiner elfjährigen Leitung weit mehr gefördert, als dies vorher der Fall war.

Jedenfalls war Konstanz für den streb­samen Oberbürgermeister insoweit eine vorzügliche Schule, als er seine großzü­gigen Pläne stets in Einklang mit den beschränkten materiellen Mitteln zu brin­gen wußte. Er machte seine Erziehung zum Lenker einer Stadtregierung hier nach dem bewährten Satz: In der Be­schränkung zeigt sich erst der Meister.

Es war daher nicht verwunderlich, daß Otto Winterer im Jahre 1888 fast ein­stimmig zum Oberbürgermeister von Frei­ burg gewählt wurde. Die Breisgaumetro­pole leitete er 25 Jahre mit sicherer Hand. Im Laufe der Jahre wurde Dr. Otto Win­ terer zu einer der markantesten Persön­lichkeiten unter den Oberbürgermeistern der süddeutschen Städte um die Jahrhun­dertwende. Seine Bürgermeister-Kollegen machten ihn zum ständigen Vorsitzenden der Tagungen der badischen Oberbürger­meister. Er war ein unternehmungsfreu­diger Kommunal- und Sozialpolitiker. In Freiburg schuf Dr. Winterer neue Volks­und Mittelschulen, sowie neue Straßen. An den Eingemeindungen von Günterstal , Haslach , Zähringen wirkte er maßgebend mit, ferner galt sein besonderes Interesse der Kultur, Kunst und Wissenschaft. Für alle diese Verdienste wurde er zum Ehren­bürger ernannt. Dr. Otto Winterer starb im Jahre 1915