Offenburger Nachrichten
Mehrarbeitsvergiitung auch bei Krankheit
* Eint Entscheidung des KeUhsarheitsgeruhts
Bei der Beantwortung der Frage, ob die Ueber- «tundenvergütung dem Gefolgsmann im Falle einer Erkrankung weiter zu gewähren ist, muß zunächst geklart werden, was unter „Vergütung“ im Sinne j Ortsbestimmungen zu verstehen ist. Nach der Rechtsprechung des Reichsarbeitsgerichts ist dabei zunächst an den vereinbarten oder tariflich bestimmten Arbeitslohn, den Grundlohn, zu denken. Es kommt für die" Frage der Fortgewährung der Vergütung auch nicht, wie beim Urlaub darauf an, was der Gefolgsmann gerade während der Zeit der Erkrankung verdient hätte, wenn er gearbeitet hätte, sondern darauf, was nach der Gestaltung seines Arbeitsverhältnisses allgemein als eine Arbeitsvergütung Zu gelten hat, Leistet der Gefolgsmann nidit nur vorübergehend, sondern längere Zeit hindurch regelmäßig über die Normalarbeitszeit hinaus Mehrarbeit durch Ueberstunden, so gewinnt .diese verlängerte Arbeitszeit den Charakter der Normalarbeitszeit ««nentsprchend sind auch im Krankheitsfalle die Ueberstunden mit zu vergüten. Der Umstand, daß eine Mehrarbeit krigesbedingt ist, nimmt ihr, wenn sie sonst längere Zeit hindurch geleistet worden ist, nicht den Charakter der Regelmäßigkeit.
. 1® einem Sonderfalle hatten nun Ingenieure in einem Entwiilungslaboratorium Ueberstunden geleistet, und zwar nicht täglich in ununterbrochener Folge, sondern entsprechend der Besonderheit ihrer Arbeiten je nadi deren Anfall und Eilbedürftigkeit. Eine ununterbrochene Folge von Ueberstunden ist aber, so entschied das. Reichsarbeitsgericht zur Bejahung der Regelmäßigkeit der Mehrarbeit nicht erforderlich- Es -genügt vielmehr ihre Wiederkehr mit solcher Häufigkeit, daß eine zusammenhängende Folge der Arbeiten deutlich wird, die ihnen den Charatkter der Unregelmäßigkeit nimmt.
Der Anpsruch des Gefolgsmannes auf Mehrarbeitsvergütung im Kankheitsfalle besteht unabhängig davon, ob die ausfallende Mehrarbeit während seiner Erkrankung von anderer Seite mitverrichtet wird oder ob sie unverrichtet bleibt.
Offenburger Soldatenelf weiter erfolgreich VfB . B.-Baden — Offenburger Wehrmachtelf 1:5
Die Soldaten aus Offenburg waren am Sonntag in der Bäderstadt zu Gast und konnten ihre Erfolgserie mit einem glatten Sieg weiter fortsetzen. Es war ein forsches und schnelles Spiel, das die Soldaten in jeder Lage beherrschten. So erzielten die Offenburger durch ihr schönes Kombinationsspiel, bis zur Pause drei Tore, denen die Einheimischen nur eines durch Elfmeter entgegensetzen konnten. Nach der Pause trat die Ueberle- genheit der Soldaten noch klarer zutage. Durch die vielen Torgelegenheiten-, die sich boten, wurden schließlich noch zwei Chancen zu herrlichen Erfolgen verwandelt und der Endstand von 5:1 erreicht. Damit hat die Offenburger Elf bewiesen, daß sie eine kampfstarke Mannschaft is, und sie wird in den kommenden Spielen sehr zu beachten sein. F. P.
Kurse Stadtmeldungen
Zellensprechabende der Ortsgruppe West. Die Ortsgruppe Offenburg -West führt diese Woche folgende Sprechabende durch: Heute Mittwoch, 6. Oktober, Zelle 3 im Gasthaus „Zähringer Hof Morgen Donnerstag, 7. Oktober, Zelle 2 im Gasthaus zum „Schwanen“. Uebermorgen Freitag, den 8. Oktober, Zelle 4 im Gasthaus zum „Engel “, und Zellen 5 und 6 im Gasthaus „Tritschler“. Am Samstag, 9. Oktober, Zelle 1 im „Ziegelhof.
Sämtliche Zellensprechabende finden jeweils um 20 Uhr statt. Sämtliche Parteigenossen und Parteigenossinnen, einschließlich die umquartierten Parteigenossen, sowie die Blockleiter, Walter und Warte der DAF. und NSV . und die Zellen- und Blockfrauen der NS. -Frauenscfaaft nehmen an dem Sprechabend ihrer Zelle teil.
Fahrgebührermäßigung für Kinderreiche auf Kraftposten. Auf Anordnung des Reichspostministers erhalten Angehörige von kinderreichen Familien mit mindestens vier unverheirateten leiblichen Kindern bis zu 21 Jahren, die dem Hausstand der Eltern angehören, bei Benutzung der Kraftposten eine Fahrgebührermäßigung von 50 v. H. Als dem elterlichen Hausstand angehörend werden auch die Kinder angesehen, die
vorübergehend, z. B. zur weiterem Ausbildung, vom Elternhause abwesend sind, aber von den Eltern noch vollständig unterhalten werden. Dies gilt auch für Kinder, die ihrer Dienstpflicht beim Reicksarbeitsdienst oder bei der Wehrmacht genügen.
Lieder- und Klaviernachmittag blinder Künstler. Zwei blinde Künstler, die schon so manches Mal die Herzen ihrer Zuhörer entzückt und erhoben haben, werden sich am Sonntagnachmittag im Dreikönigsaal hören lassen: Maria Kujawa aus Wiesbaden mit ihrem zierlichen Sopran — am Flügel begleitet vpn Liesel Wald-Bernhardt — und
Kreisleiter Pg. Rombach nahm das "Erntedankfest in Zunsweier zum Anlaß, um den Bauern und Landwirten seines Kreisgebietes für ihren Einsatz und ihre Leistungen zu danken und um des stillen Heldentums der deutschen Bäuerin zu gedenken. In seinen packenden Ausführungen streifte der Hoheitsträger die gegenwärtige Lage, sprach vom günstigen Ausfall der Ernte und bewies, daß die deutsche Ernährungslage für ein weiteres Jahr gesichert ist. Dass Gasthaus zum „Ochsen“ in Zunsweier, w6 die Einwohner sehr zahlreich erschienen waren, gab der Erntedankfeier den äußeren Rahmen. Nach den Begrüßungsworten gedeckte Ortsgruppenleiter Pg. 8chüly der rastlosen Arbeit des Bauern im verflossenen Jahr und erwähnte dabei besonders die Bauersfrau als die Trägerin der Hauptarbeitslast während des Krieges. Sodann ergriff Kreisleiter Pg. Romback das Wort. Mit gespannter Aufmerksamkeit folgten die Anwesenden den interessanten Ausführungen des Kreisleiters, der auf den deutschen Bauern und die deutsche Bauersfrau als die Träger der Ernährungssickerung unseres Volkes zu sprechen kam. In aufklärenden Worten wies der Kreisleiter auf die Bedeutung der Erzeugungs schiacht hin, die vom Führer in weiser Voraussicht schon lange vor Ze
der beliebte Pianist Otto Schneider aus Heidel berg . Eine geschmackvoll gewählte Vortragsfolge stellt eien wertvollen Kunstgenuß in Aussicht.
Der Rundfunk am Donnerstag
Reicksprogramm. 11 bis 11,40 Uhr: Kleines Konzert. 12 bis 12,30 Uhr: Operettenklänge. 12,35 bis 12,45 Uhr: Der Bericht zur Lage. 16 bis 17 Uhr: Aus Oper und Konzert. 17,15 bis 18,30 Uhr: Bunter Melodienstrauß. 18,30 bis 19 Uhr: Der Zeitspiegel. 19,20 bis 19,35 Uhr: Frontberichte. 20,15 bis 21 Uhr: Suite von Telemann, Konzert für Orgel und Orchester von Händel . 21 bis 22 Uhr: Szenen aus Lortzings Opern. — Deutschlandsender. 17,15 bis 18,30 Uhr: Sinfonische Musik und Opernspiele. 20,15 bis 21 Uhr: Bekannte Unterhaltungsmusik von der Kapelle Hans Busch. 21 bis 22 Uhr: Musik für dich.
ginn des Krieges in die Tat umgesetzt wurde und uns so in der Ernährungsfrage unabhängig vom Ausland gemacht hat. Sodann kam der Kreisleiter auf den uns aufgezwungenen Krieg vom Beginn bis in die heutigen Tage zu sprechen. In einem flammenden Appell ermahnte der Kreisleiter die Anwesenden, auch weiterhin treu und in unermüdlichem Einsatz hinter dem Führer zu stehen.
Die aufschlußreichen Ausführungen des Kreisleiters wurden mit großem Beifall aufgenommen. Im weiteren Verlauf der Feier wechselten Lieder, Gedickte und Vorführungen einer Mädelgruppe auf der Bühne ab. Ein prächtig ausgestatteter Erntekorb mit verschiedenen Erzeugnissen der heimischen Landwirtschaft wurde sodann dem Kreisleiter übergeben, den dieser sodann einem anwesenden Soldaten des Reservelazaretts von Of fenburg zur weiteren Uebergabe und Verwendung für amputierte Kameraden unter Worten des Dankes überreichte. Mit dem Gedenken an den Führer und den Nationalliedern wurde sodann der offizielle Teil der eindrucksvollen ^Kundgebung beendet. Der hierauf folgende gemütliche Teil hielt die Einwohner bei frohen Weisen in kameradschaftlichem Beisammensein noch einige Stunden beisammen. F. V.
Dia Lebensmittelrationen vom 18. Oktober bis 14. November
Neuregelung der Roggen- und Weizenzuteilung
Der Reichsernährungsminister gibt jetzt die Bestimmungen über die Lebensmittelverteilung in der 35. Zuteilungsperiode vom 18. Oktober bis 14. November 1943 bekannt. Wie bereits mitgeteilt, wird die Brotration für alle Versorgungsberechtigten je Zuteilungsperiode um 400 Gramm Weizenbackwaren erhöht. Darüber hinaus bekommen die Kinder von sechs bis zehn Jahren 500 Gramm Roggenbrot und die Lang- und Nahtarbeiter auf ihre Zulagekarten 400 Gramm Roggenbrot zusätzlich. Die Rationen der ausländischen Zivilarbeiter, der Inhaber der AZ-Karten, werden ebenso erhöht wie die der Normalverbraucher. Ferner erfahren die Rationen der Selbstversorger (Inhaber der Mahlkarten oder der Selbstversorgerbrotkarten} eine Erhöhung um 300 Gramm Röggen oder 400 Gramm Roggenbrot je Zuteilungsperiode. Da die diesjährige Ernte außerdem in der anteiligen Aufbringung von Roggen und Weizen wieder normale Verhältnisse aufweist, ist es möglich, den Weizenverb rauch überhaupt im Rahmen der Gesamtbrotration unter Aufhebung der bisher notwendigen Einschränkungen wieder zu erhöhen. Es wird deshalb eine Regelung eingeführt, wie sie in ähnlicher Form bereits früher für längere Zeit gegolten hat. Das Reihsgebiet wird, in Anlehnung an die Verzehrsgewohnten der Vorkriegszeit, in drei Zonen mit einem unterschiedlichen Verbrauchsverhältnis von Roggen zu Weizen eingeteilt. Die Brotkarte B ist hierbei im gesamten Reihsgebiet einheitlich ausgestaltet worden. Sie enthält je Periode Abschnitte über 3000 Gramm Brot, die sämtlich zum Bezüge von Weizenerzeugnissen berechtigen. Außerdem enthalten die Brotkarten A und A/Jgd. in den Zonen eins und zwei Abschnitte, die nickt durch den ,,R"-Aufdruck gekennzeichnet sind und ebenfalls zum Bezüge von Weizenerzeugnissen berechtigten.
Die Möglichkeit des Mehlbezuges ist gegeben auf sämtliche Abschnitte der Brotkarte B sowie auf diejenigen Abschnitte der Brotkarte
A und der übrigen Brotkarten, die einen entsprechenden Aufdruck tragen. Die Rationserhöhung wird bereits mit Wirkung ab 20. 9. 43 gewährt. Zur Zone I gehören die Bezirke der Landesernährungsämter: Württemberg, Baden,
Reihshauptstadt Berlin , Hamburg , Wien , Kärnten , Niederdonau , Oberdonau , Salzburg , Steiermark und Tirol-Vorarlberg, zur Zone II: Bayern , Rhein- Main , Westmark, Sachsen , Thüringen , Weser-Ems , Hessen-Nassau , Rheinland , Sahsen-Anhalt, Schles wig-Holstein , Westfalen und Sudetenland . Die übrigen Bezirke fallen in die Zone UI. Zone I bekommt, entsprechend den früheren Verbrauhs- gewohnheiten, den höchsten Weizenmehlanteil. Wenn man hier nämlich alle ausgegebenen Brotkarten zusammenrehnet, wobei ja die Kleinstkinderkarten nur Weizenzuteilung enthalten, dann kommt man auf ein Mengenverhältnis von Weizen zu Roggen wie 50 zu 50, In Zone II beträgt dieses Verhältnis 60 Teile Roggen zu 40 Teilen Weizen, in Zone III 70 Teile Roggen zu 30 Teilen Weizen. Da die Karten für die am 20. September 1943 begönne Periode bereits ausgegeben waren, konnten die Erhöhungen hier nickt mehr berücksichtigt werden. Die für die jetzt laufende Zuteilungsperiode vorgesehenen Brotzulagen werden daher in der am 18. Oktober beginnenden Zuteilungsperiode nachträglich gewährt. Auf entsprechenden Kartenabschnitten ist durch Aufdruck gestattet, die darauf entfallenden Backwaren schon eine Woche vor Beginn der 55. Zuteilungsperiode zu beziehen.
Die Gesamtration bleibt unverän : dert. Entsprechend der Jahreszeitlichen Erzeugung wird jedock an die Versorgungsberechtigten über 14 Jahre weniger Butter und dafür mehr Shlahtfett und wieder Speiseöl ausgegeben. Bei den Kindern von 6 bis 14 Jahren wird ein Teil der Butterration durch Margarine ersetzt. Um Käsesonderzuteilungen künftig einfacher verteilen zu können, enthält der Käsebestellschein einen Mengenaufdruck mehr.
Deutschlands Ernährungslage ein weiteres Jahr gesichert
Der Rreisleiter würdigte beim Erntedankfest in Zunsweier die Leistungen des Bauern
Das leise Kommando
Roman von Willy Harms
Urheber-Redrtsgdnitj: Verlag Dm Beratend - Buch, Salzburg
26. Fortsetzung
Wolter blieb wütend zurück. Warum gab er dem Hinuntersteigenden keinen Fußtritt und nahm dadurch Rache für die Unbill, die ihm widerfahren war? Er preßte die Faust um den kalten Lauf. Es wäre nur ausgleichende Gerechtigkeit, wenn er schnell lud und dem Davongehenden eine Kugel nachschickte, die diesmal aber keine leere Demonstration sein würde. Warum tat er es nicht? Wie war es möglich gewesen, daß er sich dem Willen des Schulmeisters beugte? Ob Lehnert keine Angst hatte? Nicht ein einziges Mal sah er sich um, ging nicht schneller als sonst. Ein weiteres Verweilen auf der Kanzel war unmöglich. Wolter stieg die Leiter hinab. Er wollte 'zum Dorfkrug, um dort den Schimpf vergessen.
12 .
Aeußerlich war es Jan Lehnert kaum anzumerken, daß er diesem Abend viel verdankte: vielleicht war sein Schritt etwas sicherer, seine Haltung etwas straffer — aber das war alles.
Größer war die Auswirkung für den inneren Menschen. Durch sein Eintreten für Sabine war er gedanklich endgültig frei geworden von Kor- tendieck. Es drückte ihn nicht mehr, welche Rolle ihm von einem Georg Mulsow zugedacht gewesen war und daß der Bauer Leppin ihn an die Gruft gezerrt und dadurch zum Schuldigen gestempelt hatte. Jene Wochen lagen weit zurück. Etwas Neues war geschehen, etwas, das alles Vergangene in den Schatten stellte. Sabine hatte in ihrer Not nach ihm gerufen! Dieser Ruf hatte ihn umgekrempelt, hatte das Gestern ausgelöscht. Es war,
als hätte es nur dieses Anstoßes bedurft, damit er in den nächsten Tagen wie ein unvergleichliches Geschenk die Erkenntnis gewann, daß er Sabine lieb hatte. An sie dachte er, wenn er vor der Klasse stand und in der Geschichtsstunde den Kindern erzählte von der Wiedereroberung Mecklenburgs durch westfälische Siedler, wenn er Hefte korrigierte und sich dabei ertappte, daß er seit Minuten auf den gleichen Fleck starrte, wenn er durch die Räume des weitläufigen Sdiulhauses ging und überlegte, wie die Wohnung später aus- sehen mochte — später, das hieß, wenn Sabine hier die Hausfrau war. Würde sie je zu ihm kommen wollen? Nach seinem Empfinden stand sie turmhoch über ihm.
Mutter Lembke, die eine Art Haushälterin bei ihm spielte und jeden Vormittag in Haus und Garten herumwirtschaftete, freute sich, /als Lehnert sich jetzt auch tüchtig bei den Blumen- und Gemüsebeeten betätigte. Der Grund lag freilich nicht in einem plötzlich erwachten gärtnerischen Interesse. Aber bei dieser Arbeit sah Jan Sabine manchmal am Fenster, konnte, obwohl die Hecke zwischen den Gärten recht hoch war, heimlich beobachten, wie sie Salat holte oder Erbsen pflückte. Trotz der Hecke hätte sich wohl ihn und wieder eine Gelegenheit zu kurzer Unterhaltung finden lassen. Aber Jan Lehnert suchte sie nicht. Jene Minute, in der Sabine ihn um seine Verschwiegenheit gebeten hatte, war für ihn so eindrucksvoll gewesen, daß sie keine Fortsetzung in einem gewaltsam herbeigezerrten Alltagsgespräch vertrug. Darum tat Jan Lehnert, als wisse er nicht, daß Sabine bei den Stachelbeerbüschen beschäftigt war.
Und die, der seine Gedanken galten, merkte auch, daß ihr Verhältnis zu ihm durch jenen Abend ein anderes Gesicht erhalten hatte. Zu keinem Menschen, auch nicht, zu den Ekern, hatte sie ein Wort von dem Ueberfall gesagt. Nur Lehnert wußte darum, und sie fühlte sich durch
sein Mitwissen nicht beengt. Ex sollte den Abend
vergessen-das war ein närrisches Verlangen
gewesen. Sie selber konnte es ja nicht, und sie war nicht einmal unglücklich darüber, hatte die halbe Stunde nach dem Zusammenstoß doch gezeigt, daß sie den Nachbarn nicht umsonst um seinen Schutz gebeten hatte. Aber hatte sie ihn wirklich darum gebeten? Oder hatte er ihn von sich aus übernommen? Alles war so schnell geschehen, daß feich die Einzelheiten verwischten. Aber wenn er aus eigener Machtvollkommenheit gehandelt hatte, so hatte er es um ihretwillen getan, und sie konnte ihm nur dankbar sein und war es auch. Ungefähr konnte Sabine sich vorstelle«, wie der Abend sich weiter gestaltet hatte, auch wenn sie nur Zuschauer gewesen war.
Als der Vater ihren Bericht über Hamanns Zustand gehört hatte, war die junge Frau Behrens, die in der Wiese beim Heuen gewesen war, mit dem Rad herangekommen. Lotte Behrens war vor einigen Jahren im Arzthause Mädchen gewesen, nur ein paar Worte brauchte Papenbrink zu sagen, als sie ihm schon das Rad zur Fahrt zu dem Kranken anbot
Die beiden Frauen gingen nebeneinander zurück. Sabine war noch viel zu erregt, als daß sie fähig gewesen wäre, sich mit Lotte Behrens eingehend zu unterhalten. So ließ sie ihre Begleiterin ausführlich von ihren beiden Zwillingen erzählen. Der Schuß, der dicht an Lehnerts Kopf vorbeiging, störte Lotte nicht; sie berichtete weiter von ihren Kindern. Dann sah Sabine aus der Ferne, daß Jan Lehnert die Stufen zur Jagdkanzel emporstieg, und wußte augenblicklich, daß die Männer von ihr sprechen würden. Immer wieder mußte sie den Kopf nach rechts wenden, in den Schläfen hämmerte das Blut, und jäh fiel ihr ein, aus welchem besonder Grunde Lehnert die Kanzel aufsuchte. Es ging um ihren Ruf, er wollte Manfred Wolter den Mund verschließen. Ob es ihm gelang? Sie ahnte, daß es hart zwischen den Männern her-
Die Ernährungsämter bewerten den Bestellschein mit der festgesetzten Grundmenge von 125 Gram« und zählen dazu jeweils die Menge, die etwa durch besonderen Erlaß als Sonderzuteilung gewährt wird. Infolgedessen verbleibt der F-Abschnitt nunmehr grundsätzlich bei der Käseabgabe, unter Entwertung, an der Karte. Für die 55. bis 58. Zuteilungsperiode (18. 10. bis 6. 2. 1944) werden neue Reichskarten für Marmelade (wahlweise Zucker), Eier und entrahmte Frischmilch ausgegeben. Die Verbraucher erhalten wieder die Möglichkeit, den wahlweise zu beziehenden Zucker auf die Reichskarte für Marmelade innerhalb der Gesamtgültigkeitsdauer der Karte vorweg zu beziehen. Beim Zuckerbezug selbst können die Verbraucher wie bisher jeweils auf die Abschnitte der nächsten Zuteilungsperiode vorgreifen.
Marktberichte
f Haslach i. K. (Mickaelimarkt.) Der km Montag abgehaltene Michaelimarkt hat mit dem Schweinemarkt begonnen, auf dem 148 Ferkel aufgeführt wurden. Für das Paar Ferkel wurden von 49 bis 140 RM bezahlt. Der Geschäftsgang war lebhaft. Auf dem anschließenden Großviehmarkt ist keine Anfuhr zu verzeichnen. Der inzwischen aufgebaute Krämermarkt füllte sich allmählich an und eine große Schar von Kaufliebhaber hatten sich eingefunden. Ein reger Geschäftsgang konnte wahrgenommen werden. Die Kauflust lag in den Vormittagsstunden, so daß der Jahrmarkt am Nachmittag ein rasches Ende nahm. Am 15. November findet der Martinimarkt statt, bei dem noch ein größerer Zulauf zu erwarten ist.
Lahr . Der Schweinemarkt war mit 51 Ferkeln befahren. Je nach Größe und Gewicht der Ferkel wurden diese zum Preis von 90 bis 120 RM pro Paar je nach Ware verkauft. Der Geschäftsgang war gut.
Rottweil . (Schweinemarkt.} Zugeführt wurden 87 Milchschweine. Handel lebhaft. Bezahlt wurden die vorgeschriebenen Höchstpreise. Diese betragen 1,75 RM je ein halbes Kilo.
SA. -Sturm 11 und N/169 Offenburg. Heute Mittwoch: Antreten um 20 Uhr in Zivil in der Turnhalle der Schillerschule. Sportkleidung mitbringen.
SA. -Sturm 15/169 (SanL) Offenburg . Heute Mittwoch 20 Uhr: Antreten in Uniform in der Handelsschule.
Gefolgschaft 1/170 Offenburg. Heute Mittwoch findet der Dienst in der Schule statt. Antreten 19,55 Uhr Oto-Wacker-Schulhof.. Pünktliches und vollzähliges Erscheinen ist Pflicht.
Motor-Gefolgschaft 1/170 Offenburg. Heute um 20 Uhr ist Dienst in der Handsschule (Zimmer 3). Erscheinen wird jedem zur Pflicht gemacht.
Nadirichten-HJ. Offenburg. Die gesamte Einheit tritt heute Mittwoch um 19,45 Uhr am Heim an. Erscheinen ist Pflicht.
Flieger-Gefolgschaft 1/170 Offenburg. Die gesamte Flieger-Gefolgschaft tritt heute um 19,40 Uhr an der Gewerbeschule an.
Marine-Gefolgschaft 1/170 Offenburg. Heute Mittwoch tritt die gesamte Gefolgschaft um 20 Uhr am Gymnasium an.
SRD.-Gefolgschaft 1/170 Offenburg. Die SRD.- Gefolgschaft tritt am Mittwoch um 19,45 Uhr in tadelloser Uniform an der SRD.-Dienststelle an. 1,10 RM sind mitzubringen.
NS. -Frauensdiaft, Offenburg -West Heute Mittwoch, 20 Uhr: Heimabend mit Lichtbildervortrag.
NS. -Frauenschaft, Ortsgruppe Offenburg -Nord. Morgen Donnerstag 20 Uhr findet im Heim ein Lichtbildervortrag statt.
BDM. -Spielschar Offenburg . Sämtliche Mädel treten heute um 19,45 Uhr in Uniform auf dem Schulhof zum Dienst an. Material für Werkarbeit ist mitzubringen. Dienstschluß 21,30 Uhr.
Mädelgruppe 1/170 Offenburg. Heute um 19,45 Uhr treten sämtliche Mädel auf ‘dem Hofe der Otto-Wacker-Schule zum Dienst an. Material für Werkarbeit mitbringen. Dienstschluß 21,30 Uhr.
Mädelgruppe 2/170 Offenburg. Alle Mädel treten heute pünktlich um 19,30 Uhr mit Material für die Werkarbeit (Stoffreste, Bleistifte usw.) in der Otto-Wacker-Schule an. Dienstschluß spätestens 21,15 Uhr.
Jungmädelgruppe 2 Offenburg, Heute Mittwoch um 14,30 Uhr treten alle Jungmädel in tadelloser Uniform auf dem Schulhof an. Es findet die Aufnahme der Zehnjährigen statt. Es ist deshalb eine Selbstverständlichkeit für jedes Jungmädel, daß alle vollzählig erscheinen. Vor allem müssen die Zehnjährigen in tadelloser Uniform kommen.
gehen werde, und atmete auf, als nach etwa zehn Minuten Lehnert die Jagdanzel wieder verließ; sie konnte ihn gerade noch erkennen, Lotte und sie waren schon in die Nähe der ersten Häuser gekommen . . .
Oft mußte Sabine Papenbrink an dies Erlebnis denken. Was geschehen wäre, wenn Lehnert nicht in ihrer Nähe gewesen wäre? Nickt daran denken! Sie fühlte die Verpflichtung, ihm noch einmal ihren Dank zu sagen und hoffte auf einen Zufall, der ihr Gelegenheit dazu geben würde. Doch als der Zufall sie dann zusammenführte, war keine Möglichkeit zum Danken, Jan
Lehnert lag auf dem weißen Sand d.\ Si.vns- dorfer Badeanstalt wie ein Toter.
» 13.
Auf Veranlassung Papenbrinks war vor mehreren Jahren an einer günstigen Stelle der Sude eine Badeanstalt errichtet worden. Wenn die Stoindorfer gegen die neumodische Einrichtung zunächst auch recht mißtrauisch gewesen waren und die Benutzung zumeist der Jugend überlassen hatten, so hatte sich diese Einstellung doch mit der Zeit geändert. Wenn man den ganzen Tag Roggen abgestakt hat und aussah, als wäre man wochenlang nicht mit Seife und Wasser in Berührung gekommen, war die Gelegenheit zu einer gründilhen Säuberung schon etwas wert. Auch ältere Leute gingen nun am Abend zur Badeanstalt. Freilich mußten Nichtschwimmer sich vorsehen; die Sude war heimtückisch, Strudel waren entstanden, die für Ungeschickte gefährlich werden konnten. Bei Papenbrink war es feste Gewohnheit, daß er jeden Morgen, bevor er die Tagesarbeit begann, sein Bad nahm. Meistens schlossen Frau und Tochter sich an. Sonst kam Sabine nachmittags und lag nach dem Bad noch eine Weile in der Sonne.
(Fortsetzung folgt)
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