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Offenburger Nachrichten

von 8. Strauß und Christian Jinding, Ceflokem-I

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w WI» helrat« ich meine FraeT"

Wenn der Schiffsoffizier, der zu Beginn der Handlung einen blinden Passagier suchte, nur halb so »1*1 Fantasie gehabt hätte wie der Autor dieses Lustspiels, Paul von der Burk, dann wäre der Vorhang wohl schon nach sehn Minuten gefallen, deal der einfachste Laie hätte schließlich zuerst in der Truhe nachgesehen, die direkt herausfor­dernd in der Schiffskabine stand. Doch Fantasie und Erfindungsgabe gehören zur Fabrikation eines Lustspiels und der Autor hat so ziemlich alles an Verwechslungsmöglichkeiten und Verwicklungen herein gebracht, um der unmöglichen Handlung zu dem einzig möglichen Ende zu verhelfen, daß von den zwei. irrtümlich verheirateten Paaren jedes seinen richtigen Partner findet Gespielt wurde Sott, gesprochen nicht immer vernehmlich — die Unruhe der zu spät kommenden Besucher trug dazu wesentlich bei — und manche Feinheit der Dialoge Btt darunter. Alles in allem gaben sich die Darsteller rädlich Mühe, die etwas dünne Kost schmackhaft und gefällig zu servieren. Der Bei­fall des überfüllten Hauses für die Freiburger Gäste, war wie immer stark und herzlich und galt vor allem dem Regisseur und Darsteller des blin­den Passagiers Karl Ludwig Lindt dessen trockene Art imponierte, dem Ehemann Paolino, dessen dauernde Nöte Karl Heinz Welke sehr glaubhaft nacherlebte und den beiden Damen Ose Bork van Enden als temperamentvolle und sehr aparte Chlquitha und dm resoluten Oberstewardeß Lia Anders. Er war aber auch Ausdruck des Dankes an das Stadttheater Offenburg NSG. „Kraft durch Freude ", den Veranstaltern des Abends.

Carl Fürst

O

Vortragsabend der Stadt Musikschule

Anläßlich der Tage der Deutschen Hausmusik gab (He Städtische Musikschule Offenburg unter Leitung von Musikdirektor— Dr. Heinz Knüll ern abend lm Singsaal der Schillerschule ihre eißlgste Konzertveranstaltung seit Ihrem nun­mehr zehnjährigen Bestehen und gewährte damit den sehr zahlreich erschienenen Musikfreunden Einblick in ihr reiches, wertvolles Schaffen. Mit technischem und vertraglichem Können wurde von den Schülerinnen und Schülern ein reichhaltiges Programm bestritten, das sich von Meistern des Barocks und Frilhklassikern. wie Georg Friedrich Händel (neben anderem wurde auch sein be­rühmtes „Largo** zu Gehör gebracht), von Beetho­ ven und den beiden großen Vertretern des Wiene? Klassizismus, Haydn und Mozart („Ave verum", 4 . Satz aus der „Kleinen Nachtmusik ") über den romantischen C. M. v. Weber, über Bruckner, Brahms und Grieg auf Max Reger erstreckte. Von «fiesem Meister spielte Dr. Heinz RnöII selbst virtuos vier kleinere Kompositionen: „Moment musical" in cis-Moll, „Burletta" in G-MoII, „Ca­priccio" in C-Dur und ein als „Älbumblatt" be­titelte« kurzes, empfindsames Musikstück. (Wie »Ich die Besucher von der Feierstunde am Sams­tagabend entsinnen werden, trug Dr. Knüll die­selben Stücke auch dort vor.) — Der reichlich gespendete Beifall galt den Lehrkräften der Mu­sikschule wie den jungen Ausführenden in glei­chem Maße. oe-

aber auch den vielen Offesbarger Musikfreunden einen sehr anregenden Einblick in ihre Arbeit gibt. Mancher wird erstaunt sein über die großen Auf­gaben, die die Hnndhanaonikn spielend meistert Hermann Sdüttcahelm. schon längst ein Begriff auf dem Gebiet der Handharmonika , und das Trossinjtr Mundharm c nika- S extett, wirken eben­falls mit Den B esuche r n stritt also noch ein be­sonderer Genuß bevor, wir wir hören, sind noch noch Ueberrasdmngen vorgesehen. Karten im Vor­verkauf für die Samstag- und die Sonntag-Veran­staltung sind noch zu haben im Zigarrenhaus Busam, Offenburg , Ädolf-Hitler-Straß*.

Der ^ Rundfunk am Donnerstag

Bekhsprogruam: 8—8.30 Uhr: Zum Hören und Behalten: Verteidigung des Reiches im Osten. 10—11 Uhr: Komponisten im Waffdnrock. 11 Hs 11.40 Uhr: Kleines tänzerisches Konzert 12.35 bis 12.45 Uhr: Der Bericht zur Lage. 15—16 Uhr: Lieder, Tänze und Klänge von der „Heimat am Meer". 16—17 Uhr: Von Operette zu Operette. 17.15—15.30 Uhr: Volkstümliche Unterhaltung. 18.30—19 Uhr: Der Zeitspiegel. 19.15—19.» Uhr: Frontberichte. 19.45—20 Uhr: Prof. Koskenniemi, Helsinki : „Die europäische Bedeutung des {to­nischen Nationaldichters Runeberg “. 20.15—21 Uhr: Konzert der Wiener Symphoniker : Havdn, W. A. Mozart und Leopold Mozart . 21—22 Uhr: Opernsendung „Wie es Euch gefällt“. — Deutsch - landsender: 17.15—18.30 Uhr: Sinfonische Musik

zert von Max Trapp . 20.15—21 Uhr: Unterhai tnngssendung mit vertrauten Melodien. 21—22 Uhr: „Musik für dkh“.

Der U hre n ver der ber

„Ja. ich bin klug und weise" denkt .der kluge Hans“, „ich gehe den Dingen auf den Grund“, und so ging er auch der feinen Damenuhr auf den Grund, die ihm die werte Frau Trauauleicbt zum Nachsehen und evtL Reparatur übergab — ver­traulich natürlich, denn Hans ist ja kein gelernter Uhrmacher, sondern ein Schwarzkünstler.

„Sie geht täglich fast eine Stande nach“ meinte Frau Trauzuleicht. „Ist ja ganz einfach, fehlt nur Ori“. Und so gibt Hans mit einer Federpose ein paar Tropfen besonders fernes Oel an das Uhr­werk. Diese Gabe hatte zur Folge, daß die Uhr nunmehr 2—3 Stunden am Tage vorging.

Nack 3 Tagen kommt Frau Trauzuleicbt mit der­selben Uhr wieder. Sie stritt. Hans „taunt. Er pustet hinein, legt die Uhr in Benzin, schüttelt sie, klc.. * • ' ' ‘

Von der Arbeit des Schwarzwaidvereins

Freiburg. Trotz dem Kriege und der damit be­dingten Schwierigkeiten sind auch in diesem Jahre wieder umfangreiche Weg- und Mwkierungssrbei- tea diirchgefüftrt worden. Durch den Ausfall vie­ler Zweigvereinswarte ruht die größte Last heote auf den Wegveteranen and einigen jüngeren Ka­meraden. Das Feldberg -. Schauinsfand- und Bel­chengebiet wird von seinem Betreuer mit großem Fleiß und Ausdauer in Ordnung gehalten, hn Si- monswäkiertaä wurde unter zum Teil großen Schwierigkeiten der staubfreie Weg zur Tekh- schlmht in Wildgutacb fertiggerteilt. Einer An­regung des Präsidenten des Schwarz waldvereins, Universitätsprofessor Dt Schneiderhöhn, folgend, wurde der staubfrei« Weg in den neuen Querweg Schwarzwald—Kaiserstuht—Vogesen geleitet. Alle Vorarbeiten hierzu sind im Laufe des Frühjahrs und Sommers getroffen worden ünd der größte Teil von Don&ueschingen über Furtwangen bis Waldkirch markiert. Wiederum haben rührige Wanderfreunde an der Anlage dieser Wegstrecke größte Verdienste. Die Fortsetzung des neuen 102

zu sieht Er hätte ruhig den Hammer nehmen kön­nen, denn die Uhr war durch das viele und zu dicke Ori so verharrt, daß kein Lösemittel der Welt sie wieder retten konnte.

Und der gelernte Uhrmacher weiß, was für Ori und wieviel er davon für dieses oder jenes Werk nehmen kann und welche Teile er ölen muß. Uhren sind heute kaum metzbare Kostbarkeiten! Darum gebt «ie dem gelernten Uhrmacher in die Hände, auck wenn es etwas länger dauert als beim „klugen Hans".

Kurze Stadtmeidungen

klopft zie auf die Tischkante. „Nimm doch einen

Hammer rät trocken sein Freund, der ihm dabei ^Treis^ a z?m AniÄ

Lebensmittelkarten besser aufbewahren

Erschreckend groß ist die Zahl der täglich als verloren gemeldeten Lebensmittelkarten. In den allermeisten Fällen aber trifft den Verlierer die Schuld selbst. Beim Einkauf im Geschäft wird die Markentasche herausgenommen und hinterher ver­gißt man sie wieder an sich zu nehmen. Häufig schickt man auch kleine Kinder zum Einkauf, die den Wert der Karten überhaupt nicht kennen und auf die es besondere „Spezialisten“ abgesehen haben. Wichtig ist, daß man sofort seinem Stamm­geschäft und dem Wirtschaftsamt den Verlust mel­det, denn bestimmte Waren sind ja an ein be­stimmtes Geschäft gebunden. Besonders gefähr­lich ist es, wenn Urlauber- und Reisemarken ab­handen kommen, weil sie ja nicht fristgebunden sind. Sehr wichtig ist es, daß man unmittelbar nach dem Empfang die Karten mit Tinte gut leser­lich mit seiner Anschrift versieht. Waren nach Umdekoration der Schaufenster an

• Vater und zwei Söhne auf Urlaub. Ein freu- Reflektanten, die sich rechtzeitig dafür haben - diges Ereignis erlebte die Offenburger Familie vormerken lassen, zur Verfügung gestellt werden.

* Karl Amaun, Schanzstraße 6, zur Zeit Lok.- yj ere gehören nickt in den Luftschuuraunii Die

Vorschriften der zehnten Durchführungsverord-

Anorijhunigen derNSj)|P-

Die Handharmonika im Konzerts aal

Wie eng verbunden der deutsche Mensch mit der Musik ist und wie nahe verwandt die Liebe zur Musik mit der Liebe zu Heimat und Vaterland ist, das erlebt man besonders stark ira musizierfreu­digen Offenburg . Kaum ist der Tag der deutschen Hausmusik verklungen, so stehen wieder drei große Veranstaltungen in Aussicht und zwar drei Konzerte mit der vielumstrittensn Handharmonika, dem Liebling unserer Soldaten und dem verbreitet- sten Musikinstrument der Gegenwart. Warum ist eigentlich die Handharmonika so volkstümlich geworden? In erster Linie wohl wegen der wieder­erwachten Freude am Selbstmusizieren. Auch die leichte Erlernbarkeit des Spiels und die große Beweglichkeit des Instrumentes mögen viel dazu beigetragen haben. Gerade das Handharmonika­spiel ist eine gesunde Grundlage *ür eine boden­ständige Musikpflege, es ist ein Bekenntnis zur lebendigen deutschen Laienmusik und zum deut­schen Volkslied. Wir freuen uns deshalb, daß die Handharmonikaschule von Frau Johanna Jack mit ihren Schülern wieder einmal an die Oeffent-

Etihrer. Vater und Sohn Hans, der bei der Ma­rine steht, .trafen sich vor einiger Zeit unerwar­tet in der Stadt Saloniki, und freuten sich des Wiedersehens. Aber noch ein größeres freudi­ges Wiedersehen ereignete sich dieser Tage in dieser Familie. Das Glück wollte, daß der Vater und seine beiden Söhne Karl und Hans alle drei zu gleicher Zeit nach Hause in Urlaub kamen.

Barnabas von Geczi spielt. Es ist erfreulich, daß Barnabas von Geczi bei seinem diesmal!-

nung zum Luftschutzgesetz besagen, daß Tiere nicht mit in den Luftschntzraum genommen wer­den dürfen. Sie müssen während des Flieger­alarms in ihren Ställen bezw. in den Wohnungen verbleiben. Ausgenommen von diesem Verbot sind Blindenhunde und Diensthunde, die mit Maul­korb versehen und an der Leine zu führen sind. Luftschutzwarte können deshalb Blinden die Mit­nahme ihrer Hunde in den Luftschntzraum nicht

gen, durch „Kraft durch Freude " vermittelten • verbieten.

Vorschläge zur Steigerung der Wehrkraft auf Feldpost-Nr. 08800

Totale Ausrichtung unseres ganzes Schaffens auf den Endsieg

Die gegenwärtige Kriegführung verlangt die Konzentration aller Kräfte auf die Erfüllung un­serer Rüstungsfragen und eine totale Ausrich­tung unseres ganzen Schaffens auf den Endsieg, dessen wichtigste Voraussetzung neben der straf­fen und einheitlichen Planung und Lenkung des Bedarfs und der Produktion, der Arbeitswille und die höchste Leistungsbereitschaft aller deutschen Frauen und Männer und der sparsamste Einsatz der vorhandenen Arbeitskräfte und Konstruk­teure ist.

Um die technischen und organisatorischen Er­fahrungen der Oeffentficfakett und die volle Aus­nutzung aller wirtschaftlichen Kräfte nutzbringend der deutschen Rüstuqgswirtschaft zuzuführen, bat der Reicksminister für Rüstung und Kriegsproduk

lldikeit tritt und vor allem unseren Verwundeten, tlon Speer, der die gesamte Kriegsproduktion

nunmehr ln einheitlicher Form führt und für die Betreuung, Lenkung und Durchführung der Er­zeugung der gewerblichen Kriegswirtschaft verant­wortlich Ist, die Möglichkeit geschaffen, daß jeder, der auf Grand seiner gewonnenen Erkenntnisse glaubt, ikertvolle Anregungen, Ver- besserungs Vorschläge oder Wünsche auf den Gebieten der Rüstung und Kriegsproduk­tion geben zu können, berechtigt und ver­pflichtet ist, diese Tatsachen'unter der neuge- schaffenen Feldpostnummer 08 000 einzureichen.

Klare und sachliche Vorschläge dienen der Lei­stungssteigerung unserer Rüstung und Wehrkraft unseres Volkes. Sie helfen mit, den in der Heimat durch feindliche Terrorangriffe an Hab und Gut schwer geschädigten Volksgenossen die notwen­digsten Erzeugnisse für ihren dringendsten Bedarf zu schaffen.

äfi4R f O ian! *t in den Tod

Roman von Hermann Weick Alte Rwbte dar* Hermen» Weick, KafUrehe, Eiseclohrstr. 16 11. Fortsetzung

Die Verführungsszene zwischen Münch und Si­mone Reti wurde probiert. Der „große Zauberer*', den Münch spielte,' ein liebenswürdiger Vagant und Abenteurer, der überall, wohin er kommt, die Frauen betört, aber bei der schönen Sängerin Isa­belle zum ersten Male seine Herrin findet, war so recht eine Rolle nach Münchs Veranlagung. Aber heute war er sichtlich nicht bei der Sacke.

Immer und immer wieder ließ Oppermann den gleichen Auftritt wiederholen.

„Das war gar nichts, Münch!" sagte er jetzt und fuhr sich verzweifelt durch seinen dichten Haaarschopf. „Bist du denn heute von allen guten Geistern verlassen? Mehr Feuer, wenn ich bitten darf! Du willst doch die Dame verführen, nicht wahr! Statt dessen spielst du, als ob du in einer Kinderbewahrahstalt seist!“

Trotz Oppermanns energischem Zuspruch wollte die Szene nicht klappen. Münch schien ohne jeg­liches Interesse, ohne alle Anteilnahme zu spielen. Sein sieghaftes, strahlendes Lächeln, das sonst von der Leinwand herab die Leute bezauberte, war ge­zwungen, unecht; seine Stimme klang völlig unbe­teiligt.

Dem Regisseur riß sdiließlidi die Geduld.

„So macke ick nicht weiter!" schrie er wütend „Wenn du keine Lust hast, Mündi, dann sage es freundlichstl Jede Minute kostet Geld; ick habe kein Verlangen, deinetwegen mich bei der Direktion in die Nesseln zu setzen I“

Auch die Reti war über die häufigen, ermüden­den Wiederholungen ungehalten.

„Da kann man ja beim besten Willen nicht in Stimmung bleiben I" sagte sie ärgerlich.

Sie setzte sich in einen der herumstehenden Sessel, gleichsam als wolle sie damit zu verstehen geben, daß sie unter den vorliegenden Verhält­nissen nicht gewillt sei, weiterzuarbeiten.

Münch kam jäh zum Bewußtsein, daß in dem Aufnahmeraum alles gegen ihn war. Er riß sich zusammen. Was war mit einehi Male in ihn ge­fahren, daß er sich so gehen ließ? ... Zum Teufel mit diesen törichten Gedanken, die ihn verwirrten und zu Jeder anständigen Tätigkeit unfähig mach­ten!

„Ick habe Kopfschmerzen! Verzeiht!" sagte er verlegen. Und zu Simone Reti gewandt, in bitten­dem Tone;. „Wir wollen die Szene nochmals spie­len; ich denke, daß es jetzt gehen wird!"

Er sckob gewaltsam alles Störende von sich weg und brachte es auch fertig, sich ganz seiner Auf­gabe hinzugeben. Nun war er wieder der charman­te Darsteller, seine Mienen lebten, Faszinierendes ging von seiner Erscheinung aus. Leidenschaftliche Glut war in seinem Spiel, schwang durch seine Worte und riß auch die Reti, die erst langsam wie­der in Stimmung gekommen war, schließlich mit fort.

„Na also!" sagte Oppermann zufrieden, als die Szene vorüber war. „Warum zuerst dieses Ge- murkse? Ich bitte mir aber aus. daß ihr euch jetzt bei der Aufnahme ebenso ins Zeug legt, Herr­schaften!“

Als Mündt sich nachher zum Heimgehen umklei­dete, kam Sommer in die Garderobe. Er hatte zwar jetzt hier nichts zu tun, setzte sich aber be­haglich auf das alte, abgenützte Sofa und begann ein Gespräch.

Münck gab nur widerstrebend Antworten.

„Oppermann hatte heute wieder seinen schwar­zen Tag!" meinte da Sommer. „Wenn er in die­ser Laune Ist, ist er einfach nicht zufrieden zu be­

kommen! Ihnen hat er ja gehörig zugesetzt, alle Wetter, Sie haben mir rechtschaffen leid getan!"

Münch, dem das aufdringliche Geschwätz des Komikers ohnehin schon auf die Nerven gegan­gen war und den es nun ärgerte, daß Oppermann, den er als Regisseur außerordentlich schätzte, von Sommer abfällig kritisiert wurde, sagte darauf abweisend:

„Ihr Mitleid war vollkommen überflüssig, lieber Sommer! Wenn Herr Oppermann an mir etwas auszusetzen hatte, so geschah dies mit Recht; ich war anfangs wirklich schlecht, niemand weiß das besser als ich!“

Ein hinterhältiges Lächeln machte sich in dem Gesicht des Komikers breit. Wie obenhin sprach er, während er jeden Zug in Münchs Antlitz be­obachtete :

„Vielleicht war Ihnen die Nachricht von Marios Vergiftung in die Glieder gefahren, Münck!"

Im ersten Augenblick war Walter Münck sprach­los.

Hatte Sommer die Gedanken, die ihn gerade jetzt wieder quälend beschäftigten, ihm von der Stirne abgelesen? --

Sogleich aber hatte er sich wieder gefaßt. Er drehte sich kurz zu-Sommer um und sagte gleich mütig:

„Ich wüßte wirklich nicht, warum diese Nachricht gerade mir hätte in die Glieder fuhren sollen!“

„Ick kam auf diesen Gedanken, weil Sie vor einigen Tagen einen heftigen Streit mit Mario hatten!"

Für wenige Sekunden zeigte sich Unsicherheit in Münchs Mienen; er sah den anderen an, als wolle er ergründen, was er mit dieser Aeußerung habe sagen wollen. Aber Sommer lächelte harm­los.

Trotzdem hatte Mündi das unklare Empfinden, als verberge sldi hinter diesen lächelnden Mienen etwas ihm Feindliches. Wut überfiel 9m plötzlich.

an die Vogesen konnte in diesem Heckt noch be­endet werden. Diese Nenschöpfung wird sickerlick von allen Wänderfreuden begrüßt werden, ebenso die auch in Vorbereitung befindliche Erschließung des Kaiserstuhls mit einem Nord—Süd-Weg, Win­zerweg und verschiedenen Zugängen zum neuen Querweg. — Im mittleren Teil des Wegnetzes war ans forstwirtschaftlichen Gründen die VerieguM einer Wegstrecke am Mittelweg notwendig und der Zugang vcm St. Georgen 'Schw. nach Königsfeld wird von der Landstraße auf einen staubfreien Pfad gelegt. — Auch das Hegau - und Randenge­biet wird nach wie vor in bester Ordnung ge­halten. — In dem erst vor einigen Jahren er­schlossenen Hotzenwald sind außer einigen Ver- Gastspiel an zwei Abenden, und zwar am Moa- Besserungen auch ein weiterer Zugangsweg vom tag, «fern 22., und am Dienstag, dem 23. No- Hochrhem sum Feldberg geplant So wird auch vember, zu hören sein wird. Damit werden die hn fünften Kriegs jahr im Schwarz waldverein wich- Offenburger Freunde bester Unterhaltungsmusik tiger Heimatdienst geleistet und nicht nur Unter­wohl alle Gelegenheit haben, den großen Geiger hahtmgsarbehen, sondern auch Neuanlagen wur- und seine Selistenkapeile zu hören. fden geschaffen.

Dritte RekhsstraßcBsaamliwg. Das Kriegswin­terhilf swark ruft am 2Q. und 2L November bei der 3. Reichsstmßensainmluag zum Spenden auf.

Es wird uns wie stets gebefreudig finden.

Verkauf, von Schaufenster» aren. Nach einer Mitteilung der Wirtschafts gruppe Einzelhandel, die sich auf eine Anordnung des Werberats der deut- sehen Wirtschaft stützt, ist es nicht zutreffend, daß Waren, die im Schaufenster ausgestellt sind, vorzeitig an Fiiegergeschädigte abgegeben werden müssen. Selbstverständlich müssen aber diese

SA.-Stum 11 und N/169 Offenburg. Heute An­treten um 20 Uhr im Dienstanzug im Singsaal der Schillerschule.

DRK.-Bereitschaft (w) Offenhurg 1. Heute um

20.15 Uhr: Vortrag im Landratsamt. Um 20 Uhr: Beginn des Grundkurses im Rathaussaal.

NS. -F rauen Schaft Offenburg -Nord. Morgen Don­nerstag um 19,45 Uhr: Heimabend.

Streifendienst-Gefolgschaft 1/70 Offenburg. Die SRD.-Gefolgschaft tritt heute um 20 Uhr am Heim in tadelloser Uniform an. Ich erwarte vollzähliges und pünktliches Erscheinen.

Gefolgschaft 1 170 Offenburg - Der Dienst am Mittwoch findet in der Schule statt. Antreten 19,50 Uhr im Schulhof der Otto-Wacker-Schule. Pünktliches und vollzähliges Erscheinen wird er­wartet.

Marinegefolgschaft 1/170 Offenburg. Heute um 20 Uhr tritt die gesamte Gefolgschaft am Gymna­sium an. Schar 1 mit Sport.

Motorgefolgschaft 1/170 Offenburg. Heute um

19.15 Uhr: Antreten an der Handelsschule. Pünkt­liches Erscheinen ist Pflicht

Motorgefolgschaft 1/170 Offenburg. Donnerstag um 20 Uhr: Antreten zum teck. Dienst am NS.- KK.-Hehn. Erscheinen ist Pflicht. Entschuldigungen werden nur schriftlich entgegengenommen.

Mädelgruppe 1 170 Offenburg. Heute um 19,45 Uhr treten sämtliche Mädel auf dem Hof der Otto-Wacker-Schule zum Dienst an. Kerzen und Werkarbeiten sind mitzubringen.

Mädelgruppe 2H70 Offenburg. Alle Mädel tre­ten heute pünktlich um 19,45 Uhr in der Otto- Wacker-Schule an. Nähzeug nicht vergessen. Bitte Kecken oder Kerzenstumpen mitbringen. Außer­dem 20 Rpf. für die Jugendfilmstunde. Dienst­schluß spätestens um 21.30 Uhr

BDM. -Spielschar Offenburg . Sämtliche Mädel, treten heute pünktlich um 19,30 Uhr in,AJniform mit den fertigen Werkarbeiten am Heim an. Dienstschluß 2115 Uhr.

BDM.-Werk „Glaube und Schönheit “. Die Ar­beitsgemeinschaft „Werkarbeit und Nähen“ findet heute um 20 Uhr im Handarbeitssaal der Mäd­chenschule statt — Die Arbeitsgemeinschaft „.Gymnastik" beginnt am kommenden Freitag um 20 Uhr in der Turnhalle des Gymnasiums. Der Beginn der Arbeitsgemeinschaft .Kochen" wird noch bekanntgegeben.

Wie kam Sommer, dieser minderwertige Schau­spieler, dem man nur aus Gnade und Barmherzig­keit hin und wieder neck eine Rolle zu spielen gab, dazu, ihn, den Star der Gesellschaft, in dieser unversdiämten Weise zu examinieren?

Münch schlug einen Ton eisigen Hochmuts an.

„Es wäre besser, wenn Sie sich um Ihre eigenen Sachen kümmern würden, Herr Sommer! Wenn § ich mit Mario Streit hatte, so ist das eine Sache, die mir mich angeht sonst niemanden! Sie ver­stehen mich dock, nicht wahr!“

Sommer verbarg seinen Zorn über diese Abfuhr hinter hämischem Grinsen.

„Warum diese Aufregung, Mündi? Man könnte ja meinen, Sie hätten aus meinen Worten mehr herausgehört, als ick habe sagen wollen!"

Mündien gab keine Antwort. Er tat. als sei der andere nicht mehr da, und verließ, nachdem er sich vollends angekleidet hatte, grußlos die Garderobe.

Die Fahrt nach Berlin zurück brachte ihn, da er seinen Wagen selbst lenkte, etwas von seinen vorherigen Gedanken ab und ließ die Unruhe in ihm verstummen.

Aber als er in die Nähe seiner Wohnung kam, j überfiel ihn der Gedanke an Marios Tod aufs neue. Beim nächsten Zeitungskiosk hielt er den Wagen an und stieg aus.

Er kaufte sich die neuesten Blätter, durchsuchte sie, bis er die Nackricht über den Tänzer Mario fand. In einer Erregtheit, die wie ein schweres i Fieber in ihm anstieg, las er das wenige, das die Zeitungen bisher zu melden wußten: daß Mario nicht, wie anfangs angenommen wurde, an Herz­schlag gestorben sei, sondern daß die Wirkung eines Giftes seinen plötzlichen Tod verursacht habe. Die Kriminalpolizei habe unter Leitung von Kriminalrat Bertram die Nachforschungen nach den näheren Umständen des seltsamen Verbrechens und dem Täter anfgenommen . . .

(Fortsetzung folgt)