ehrbarer Rath fertigte die Unglücklichen kurz ab mit der Entſcheidung: Denen von Leipheim ſollen ihre Steuern nicht nachgelaſſen werden. Wie ganze Gemeinden, ſo ſahen ſich noch mehr Einzelne mißhandelt. Jakob Ehinger der Aeltere zu Ulm forderte an Hans von Rechberg, den Pfleger zu Kirchberg, daß er ein paar ſeiner Leibeigenen, die zu Kirchberg ſaßen, mit Weib und Kind aus der Herrſchaft vertreiben ſolle, weil ſie ſich weigern, ihm die Leibhennen zu geben.

Beſonders bedrückt waren noch immer und immer mehr die Bauern des Fürſtabts von Kempten. Eine endliche Rechtsentſcheidung des Bundes war nicht erfolgt. Der verhaßte Fürſtabt Johannes ſtarb 1507. Aber es kam nichts Beſſeres nach. Der neue Fürſtabt war gegen die Zinſer und freien Leute ſo deſpotiſch als ſeine Vorgänger, ja noch härter. Wer jetzt ein Gotteshausgut beſtand, Zinſer und Leibeigene, mußten ſich ver⸗ ſchreiben, die Gülten zu leiſten, ohne alle Rückſicht, ob und wie viel ſie Schaden von den Elementen erlitten. Ja er erzwang Zins, wo er nicht das geringſte Recht dazu hatte. Benz Funk aus der Pfarrei Günzburg hatte zu Rom ſich eine Abſolution ausgewirkt, daß ſeine Ehefrau, eine Freie, nicht in ſeinen Stand herabſinken, ſondern frei bleiben ſolle, und war im Begriff, ſein Schloß zu Illerberg an die Stadt oder einen Bürger zu verkaufen. Aus dieſen beiden Urſachen legte ihn der Abt gefangen in den Thurm zu Liebentann. Im Gefängniß ließ er ihn durch ſeine Söldner bedrohen, er ſolle in Stücke gehauen werden, wenn er dem Fürſten nicht zu Willen ſei und ſowohl ſeine Frau als ſein Schloß ihm zu Eigen über⸗ laſſe. Der Schrecken machte den ſchon gealterten Mann krank; auf dieſes hin ließ ihn der Abt aus dem Thurm in eine Kammer legen. Er ſuchte zu entfliehen, knüpfte ſeine Bettgurten und Leintücher zuſammen und ließ ſich an dem Schloß herab, verunglückte aber ſo, daß er ein halb Jahr darauf an den Folgen des Sturzes ſtarb. Der Abt nahm gleich am Morgen nach dem Fluchtverſuch das Schloß zu Illerberg mit Gewalt ein, legte auf Koſten Funks eine Beſatzung darein, warf die freie Frau des Schloſſes ins Gefängniß und zwang ihrem gefangenen kranken Mann eine Verſchreibung ab, daß er ſeine Frau in ſeinen Stand bringen und das Schloß Illerberg an Niemand als an das Stift verkaufen wolle, um einen durch vier Schiedsmänner zu beſtimmenden Kaufpreis. Aber nicht einmal dieſe Uebereinkunft hielt der Abt, ſondern zog nach Funks Tode die Sache hin und brachte ſeine Erben in großen Schaden. Zu Boden⸗ walz ſaß der Müller frei auf ſeiner Mühle. Der Abt forderte von ihm einen Zins daraus, der Müller weigerte ſich, zu zahlen, was er nicht ſchuldig war. Da drohte ihm der geiſtliche Fürſt, bei längerer Weigerung die Mühle niederbrennen zu laſſen, und der Unterdrückte, Schutzloſe mußte Zimmermann,Der Bauernkrieg. 13