Ich könnte noch anführen, daß das Theater noch viel häufiger Musikalien aus der
Orchesterbibliothek benöthigt und was die Benutzung der Instrumente betrifft
so sind die Seiteninstrumente des Theaters großentheils so schlecht, daß sich die Mit‐
glieder bei den Konzerten ihrer eigenen bedienen.
Der zweite Punkt betrifft das Versammlungszimmer der Orchestermitglieder,
ein Raum den jedes anständige Theater nöthig hat, damit dort die Kleider ab‐
gelegt, die Instrumente gewärmt und eingestimmt werden können. Das für diesen
Zweck dienende Lokal vor dem Theaterumbau war eine dunkle, niedrige Kammer,
aber es bot wenigstens den nöthigen Raum. Das heutige Versammlungszimmer aber
ist ein, wie es scheint, erst nach vollendetem Bau noch aufgefundener Winkel, in
welchem sich keine zehn Personen bewegen können, ein Raum, nicht größer u. besser
als gewisse Anstalten hinter den Logengängen. Zum Ueberfluß herrscht darin
wegen des Heitzungsapparates, der |wie es scheint auch| zu Nutz und Frommen der
Orchestermitglieder geradehier angebracht werden mußte, eine Hitze, die den
Aufenthalt daselbst eben so ungesund als unerträglich macht. Eine weitere Folge
davon ist, daß die dort aufbewahrten Instrumente ausgedörrt werden, wodurch der Ton leidet und
das Holz leicht zerbrechlich wird. Noch ein anderes mit diesem Schlupfwinkel verbundenes
Uebel ist geradezu eckelhaft. –
Ein weiterer Grund zur Verstimmung der Orchestermitglieder liegt darin
daß von Seite des Theaters für den Wittwen‐ u. Waisenfond des Orchesters noch
nie das Mindeste geschah, während der Chor seit langer Zeit ein alljährliches
Benefiz erhält, dessen Ertrag durchschnittlich auf mindestens 500 fl berechnet
werden darf. Nicht als Ausgleichung sondern als billige Rücksichtnahme habe
zum Hauptmenü