Unser 6. August.
Ausrüstung des Hilfskreuzers „Kronprinz Wilhelm".
Die Funken sind das unentbehrliche Verständigungsmittel, wenn es gilt, Ozeane zu überbrücken, und doch unsichere Kantonisten, die in einem Atem Freund und Feind verraten. Zudem hatten wir an Bord S. M. S. „Karlsruhe" Apparate System „Telefunken", deren Ton von dem in der englischen Marine gebräuchlichen Marconi-System sehr wohl zu unterscheiden ist, ganz abgesehen von dem Unterschied in der Sprechweise. Unfern Funkenverkehr konnten die Engländer mit anhören und nur zu bald sollten wir sie auf dem Halse haben.
Am 6. August im Morgengrauen wurde voraus eine Rauchwolke und beim Näherkommen ein Fahrzeug gemeldet. Es konnte der von uns Gesuchte, Lloyddampfer „Kronprinz Wilhelm", es konnte aber auch der Feind sein, drum: herum das Ruder, Heck gezeigt, klar zum Weglaufen, wenn der Gegensegler sich als englischer Panzerkreuzer entpuppen sollte.
„Klarschiff zum Gefecht" mit Trommel und Horn, ein Signal, noch nie gehört, gellte der Besatzung in die Ohren, und alles stürzte auf seine Gefechtsstationen, bereit, dem Feinde einen würdigen Empfang zu bereiten. Die Kampfbegeisterung war jedoch umsonst geweckt: unser Partner macht, Wohl mit Absicht, eine Schwenkung, und läßt den Schattenriß eines Lloyddampfers erkennen. Nun flattern auch die ersten Signale, verabredete Erkennungszeichen, von Mast zu Mast. Stecken