Die Ausreise auf die amerikanische Station.
Kriegsausbruch.
Am 14. Juni 1914 verließ S. M. S. „Karlsruhe" die Heimat. In der Brunsbütteler Kaualschleuse lagen wir zum letztenmal mit der heimischen Erde vertäut, die das Schiff nie wieder sehen sollte. Zweimal noch, ganz zu Anfang, bekamen wir Post nachgesandt, eben so oft mag schriftliche Kunde von uns nach Hause gelangt sein. Dann aber hörte man nichts mehr von der „Karlsruhe" bis nach langen Monaten, nach dem Eintreffen der „Crefeld" mit den Besatzungen von dreizehn aufgebrachten Dampfern in Teneriffa der Ruhm des schneidigen Kreuzers in ganz Deutschland einen Widerhall fand. Und dann verstummte er für immer.
In schlanker Fahrt ging es zunächst mit südlichem Kurs nach den Azoren. Im Hafen von Ponta Delgada fiel nach viertägiger Überfahrt der Anker. Dicht bei uns lag ein altes portugiesisches Kanonenboot, das mit einer Mannschaft, die von früh bis spät Zigaretten rauchend in der Sonne lungerte, uns wenig Eindruck machen konnte. Ab und zu klangen schmetternde Fanfaren, die einem Glauben machen konnten, jetzt „geschähe" drüben etwas, aber es geschah nichts, von Dienstbetrieb war nichts zu sehen. Nach dem Austausch der offiziellen Besuche wurde vom Kommandanten der Berkehr mit dem Lande freigegeben, und jeder, den nicht Wache oder sonstiger Dienst an Bord zurückhielt, ging an Land, sich die Gegend zu besehen und die Beine zu vertreten.
Im Hinblick auf die bevorstehende anstrengende Überfahrt nach Amerika sollte der Hafenaufenthalt in erster Linie der Ruhe gewidmet sein, doch sollte sie nicht lange dauern, denn