Probesahrtszeit.

Wenn ein Schiff in Dienst gestellt ist und seine mili­tärische Besatzung erhalten Hatz ist es noch nichts weniger als frontbereit. Es soll erst noch der ganze verwickelte Mechanismus, den es in seinem grauen Stahlleib birgt, auf Herz und Nieren geprüft werden: die Maschinen und Kessel, zahllose Hilfsmaschinen, die Geschütze und Torpedorohre, die seemännischen Einrichtungen, die Unterbringungsverhältnisse der Besatzung, alles dies muß daraufhin untersucht werden, ob die Baufirma den von der Marineverwaltung gestellten Anforderungen gerecht geworden ist.

Hierzu gehört Zeit und Geduld. Zeit läßt sich in erster Linie die Kaiserliche Werft, die dafür verantwortlich ist, daß der Lieferfirma nichts nachgesehen wird, die Geduld ist Sache des Kommandos. Ist doch wohl noch nie ein deutsches Kriegs­schiff unter die Flagge getreten, von dem die Front nicht ver­langt hätte, daß es möglichst bald verwendungsbereit würde. Da kollidieren oft die Bestrebungen des Kommandos mit dem Arbeitsplan der Werft, es sind dadurch eine Menge Reibungs­flächen geschaffen, die zu Nutz und Frommen des Ganzen auszuschalten vonbeiden Parteien" versucht werden muß.

Damit beginnt die verantwortungsreiche Tätigkeit des 1. Offiziers. Ist er auch in erster Linie Vertreter des Kommandos, d. h. der Front, so hat er doch, ebenso wie der leitende Ingenieur, das größte Interesse daran, daß das Schiff in allen seinen Teilen tadellos gebaut und erprobt ist, wenn es in die Front tritt.