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Montag, 18. September 1950

Luigi Canali mußte sterben

Oberst Valeria und der Dongo-Schat(

„Als wir mit dem Wagen an dem Ort ange­kommen waren, an dem wir ihn zu richten beabsichtigten“, so beschreibt der Buchhalter a. D. und italienische Parlamentsabgeordnete Walter Audisio augenzwinkernd die Erschie­ßung Mussolinis , „da machte ich ihm klar, daß er sich still zu verhalten habe. Ich befahl ihm, sich mit dem Rücken gegen die Wand zu lehnen, dicht neben dem Eingang der Villa Belmonte. Daneben, rechts von ihm, postierten wir die Petacci . Ich verlas den UrteUsspruch. Clara Petacci versuchte zu sprechen, wurde aber daran gehindert. Dann ging ich an die beiden bis auf drei Meter heran, nahm die Maschinenpistole hoch und drückte ab. Aber die Mitra versagte. Ich handhabte den Ver­schluß und versuchte es noch einmal. Verge­bens. Da gab ich Guido die Mitra und nahm die Pistole. Aber auch die Pistole ging nicht, los. Pietro, der hinter mir stand, gab mir seine ,Mas’. Damit zielte ich auf den Duce und feuerte fünf Schüsse auf ihn ab. Er war nicht sofort tot. Er glitt an der Mauer auf die Knie und beugte den Kopf auf die Brust, und die Petacci warf sich über ihn. Ich schoß noch mal. Vier Schüsse knallte ich los, und die Petacci fiel sofort tot um. Aber Mussolini lebte immer noch. Er atmete gurgelnd. Erst danach, als ich Ihn direkt in die Schlagader traf, war er still. Jetzt war er erledigt , . .“

Walter Audisio erinnert sich genau an alle Einzelheiten. Er hat sie seinen kommunisti­schen Fraktionskollegen, hat sie in einer aus­führlichen Darstellung in der Parteizeitung .finita' und unter Eid vor dem Mailänder

Heißwasserbürste zum Geschirrwaschen

Ein neues Gerät zum Spülen von Schüsseln und Tellern ist die schlagende Neuheit in schwedischen Haushalten. Es handelt sich um eine an einen Wasserboiler angeschlossene Ge­schirrbürste, durch die auf 60 Grad erhitztes Wasser fließt und die das Geschirrspülen zu „einem Vergnügen“ machen soll.

Kriegsgericht im Jahre 1947 wiederholt. Er hat auch, um die Legalität der Ereignisse vom 28. April 1945 zu beweisen, eine sehr- ausführ­liche Darstellung der Vorgeschichte und der späteren Ereignisse gegeben. Nur in einem Punkt hat sich sein Gedächtnis als unzuver­lässig erwiesen. Audisio, der ehemalige Parti- sanen-Oberst .Valerie', der schießlustige Füh­rer des Exekutionskommandos von Dongo , be­dauert aufrichtig, über die materiellen Güter, die Mussolini bei seiner Flucht an die Schwei­ zer Grenze mit sich führte, weiß er nichts, rein gar nichts. Nicht .einen Cent von den fünf Millionen Dollar, nicht ein Gramm Gold von 30 Kilogramm, nicht einen Lire von den ge­bündelten 22 Millionen, nicht einen Brillanten hat er gesehen. Nichts weiß er, und auch die anderen können nichts darüber sagen. Denn die anderen sind tot.

Luigi Canali , Como , Kommandant der 52. Partisanen-Brigade .Garibaldi’, lebt nicht mehr. Auch Guiseppina Tuissi, Canaüs Ver­lobte, die mit dabei war, als Luigi die Wagen­kolonne Mussolinis 16 Kilometer vor der Schweiz zum Stehen und gewisse Gegen­stände in Sicherheit brachte, ist nicht mehr imstande, irgendwelche Aussagen zu machen. Luigi Canali und Guiseppina Tuissi sind im Corner See ertrunken. Und auch die Anti­faschistin Anna Bianchi, die dabei war, als der Chef, als Canali den Schatz der .Republik von Salo’ auf einen Panzerwagen umladen und genau registrieren ließ, mußte ihr Wissen in einem Straßengraben am Waldrand von Dongo mit ihrem Leben bezahlen. Ihr Vater Michele Bianchi , der am Grabe seiner Tochter unter Tränen ein paar unvorsichtige Bemer­kungen gemacht hatte, wurde auf der Stelle durch zwei Schüsse aus dem Gebüsch zum Schweigen gebracht. Franco de Agazio, Chefre­dakteur dei; rechtsradikalen Zeitung „Mendiano d'Itaiia“, der seinen Lesern die sensationelle Aufklärung, der millionenschweren Geheimnisse versprochen hatte, wurde zwei Tage darauf vor seinem Redaktionszimmer von drei Unbe­kannten erschossen. Nein, es ist niemand mehr da, der noch etwas sagen könnte.

General Leone Zingales, der als Beauftrag­ter eines Malländer Kriegsgerichts die Vor­untersuchung über das Verschwinden des Schatzes von Dongo leitete, trat plötzlich von seinem Amt zurück. Kurz danach brach in jenem Gerichtsgebäude, in dem Zingales die Untersuchung geführt und die Protokolle ge­stapelt hatte, Feuer aus. Ein sehr erfolgreiches Feuer, das General Zingales’ Untersuchungs­ergebnisse über Nacht in Dreck und Asche verwandelte. Das italienische Justizministe­rium ließ die Verhandlungen nach Padua ver­legen. Padua war, wenn auch unzuständig, po­litisch neutraler. Und außerdem verfügte Pa­ dua über eine ausgezeichnete Feuerwehr mit wohlfunktionierenden Wasserspritzen und löschfreudigen Beamten, die eine Wiederho­lung ähnlicher Schadenfeuer zu verhindern versprachen. Es gab keinen Aktenbrand im Gerichtsgebäude von Padua . Im Gegenteil, nach dreijährigen Forschungen schien sich dort alles aufklärend zu entwickeln. Am 15. Juni 1950 sollte der Gesamtkomplex der Er­eignisse vom 28. April 1945 endlich gerichtlich verhandelt, sollte .Oberst Valeries' Gedächtnis in aller Oeffentlichkeit aufgefrischt und das untergründige Verteilernetz des Dongo - Schatzes endlich entwirrt werden. Sollte! Aber kurz zuvor wurde der Prozeß abermals — auf unbestimmte Zeit — vertagt, und Walter Au disio alias .Oberst Valerio' konnte beruhigt auf seinen Parlamentssitz im Kreise der kom­ munistischen Fraktion zurückkehren, die gela­dene Pistole im Rockärmel.

In Bozen verhafteten italienische Karabiner! jetzt den ehemaligen Leutnant Franz Spögler und Signor Michele di Domenico, Clara Pe- taccis Leibwächter a. D. „Ich habe Schrift­stücke“, so erklärte Spögler nachdrücklich, die das Urteil über manche Männer der .Re­gierung von Salo’ wesentlich verändern wer­den.“ Schriftstücke, als deren Absender Win- ston Churchill, Allan Dulles und der deutsche SS-Genefai Wolff genannt sind. Empfänger: Mussolini , Auch hier spielt der Tod wieder eine untergründige und geheimnisvolle Rolle. Als Spögler mit Di Domenico im besten Zuge war, Dokumente und Wertgegenstände aus Clara Petacci « Besitz .wegzuschaffen’, empörte sich Clarettas Chauffeur, Gasperini, dagegen. Mit dem Ergebnis, daß er erdrosselt in einen Sack genäht und in den See bei Gardone ge­worfen wurde..

Aber Spögler hat nicht das Geringste mit dem Dongo -Schatz zu tun. Darüber wird ne­ben dem kommunistischen Kammermitglied Walter Audisio aUerhöchstens der Verwalter der kommunistischen Parteikasse Auskunft ge­ben können, der mit ungeheurem Kapitalauf­wand die kostspieligen Wahlkämpfe und die monatlichen Gehaltszahlungen des Funktio­närstabes seiner Partei finanzierte. Verschwen­derisch und — wie versichert wird — ohne die geringsten Schwierigkeiten. Aber er wird sich hüten. (Copyright 1950 by INA)

Goldene, silberne und grüne Hochzeit

Der „Weiße Zug" nach Lourdes

250 Unheilbare fuhren zur Grotte von Massabiele

Einmal im Jahr verläßt ein sonderbarer Zug den Bahnhof Austerlitz in Paris . Es ist der train blanc, der weiße Zug. Von Kranken­trägern und den Schwestern des Ordens „de l’Assomption“ begleitet, verläßt dieser Zug mit Kranken und Krüppeln den Pariser Bahnhof und fährt direkt bis zur Grotte von Massabiele in Lourdes . Dieses Jahr brachte der Zug 250 Unheilbare zur Wundergrotte der Mutter Got­tes von Lourdes . Wird sich diesmal das dritte Wunder ereignen, Zwei sind in diesem Som­mer bereits geschehen.

Der erste Fall war der einer Italienerin, die in hoffnungslosem Zustand mit einer Tuber­kulose der Magenwand nach Lourdes kam. Nach zwei Bädern konnte die Kranke gehen, und die Aerzte konstatierten die beginnende Gesundung. Das zweite Wunder war der Fall eines Blinden aus Arras , der in Lourdes se­hend wurde, obwohl die Aerzte jede Heilung für unmöglich hielten.

Alle Fälle werden dem Bureau des Consta- tations Medicales gemeldet, welches sie nach Prüfung der Commission Medicales überweist. Die offizielle Anerkennung einer wunderbaren Heilung geschieht nicht sehr schnell; langwie­rige Untersuchungen über die Krankheit, über die Kontrolle der ärztlichen' Ueberprüfimgen gehen ihr voran und die lange Wartezeit, um

auch von Dauer ist, machen das Verfahren endlos.

Die religiösen Autoritäten zeigen eine noch größere Vorsicht in der Anerkennung wunder­barer Heilungen. Jetzt erst befaßt sich die Ka­nonische Kommission von Nizza mit dem Fall der damals 45jährigen Rose Martin. Seit 1945 zeigte sie Symptome von Halskrebs. Trotz zweier Operationen im Jahre 1946 war ein drit­ter chirurgischer Eingriff notwendig geworden. Ein Jahr später wurde die Kranke wieder ins Spital gebracht, wo ihr keinerlei Hoffnung mehr gegeben wurde. Täglich erhielt sie vier Morphiumspritzen von 8 cg, um die Schmer­zen zu lindern. In diesem Zustand wurde sie nach Lourdes gebracht. Nach dem dritten Bad stand sie auf und ging ...

Im Spital in Nizza stellte man das völlige Verschwinden jeder Krebs Wucherung fest.

Der zweite Fall, der jetzt erst anerkannt wurde, ist der des jungen Francis Pascal aus Beaucaire . Nach kurzer Krankheit wurde er im Alter von 12 Monaten gelähmt und blind. Die Aerzte waren machtlos und gaben schließ­lich den Fall auf. Francis war drei Jahre alt geworden, als sich seine Mutter entschloß, nach Lourdes zu gehen. Nach drei Tagen sah das Kind und begann, nach Beaucaire heimge­kehrt, die Beine zu rühren. Der Junge, der jetzt 9 Jahre alt ist, spielt nicht schlechter Fuß-

Drei Generationen einer Berliner Familie mit dem klassischen Namen Müller feierten ihren Hochzeitstag. Großvater, Rentner Max Müller , 73 Jahre alt, und Frau Elisabeth, schlossen vor genau 50 Jahren, Sohn Walter Müller und Frau Sophie (49 und 48 Jahre alt) vor 25 Jahren den Bund fürs Leben. Enkelin Elvira, geb Müller (rechts) und der frisch­gebackene Ehemann Gerhard Tiedtke wählten den gleichen Tag für ihre „grüne “ Hochzeit. Unser Bild zeigt links das „silberne“, in der Mitte das „goldene“ und rechts das „grüne“ Paar.

Der Mann mit den sieben Frauen

Ein Spanier hält den Witwer-Rekord - Er würde gerne wieder heiraten

Für Krieg interessiert man sich nicht mehr so stark und setzt sich mit größerer Begeiste­rung für den Frieden ein, wenn man glücklich verheiratet ist — das jedenfalls ist die Ansicht von Senor Alejandro BurdeUlo, der es unbe­dingt wissen muß, denn er hat sieben Ehen geführt

Senor BurdieUo, der jetzt 71 Jahre alt ist, kann als der Inhaber eines wohl einzig da stehenden Rekords angesehen werden. Er wurde nämlich sieben Mal Witwer in seinem Leben. Daß er keine einzige seiner Eheschlie­ßungen bedauert, geht aus einer Erklärung her­vor, die er einer spanischen Wochenzeitung ge­genüber abgab: durch nichts wird das ganze Lebensinteresse eines Mannes so gefesselt, und nichts veranlaßt ihn so sehr, auf den Welt­frieden zu hoffen, als der Ehestand.

Das erste Mal heiratete Don Alejandro Bur- diello, als er 19 Jahre alt war. Nach zwei­einhalb Jahren starb seine Frau. Mit 23 Jahren heiratete er wieder und zog mit seiner Frau nach Havanna, Später übersiedelte er nach Mexiko , wo seine zweite Frau starb. Hier hei­ratete er die dritte, die ebenfalls das Leben an seiner Seite gegen das Dasein in einer bes­seren Welt eintauschte. Seine vierte Frau fiel einem Eisenbahnunglück zum Opfer.

Nach den vorangegangenen Verlusten setzte mir dieses Unglück sehr zu“, erzählte Senor BurdieUo“, aber immer noch war ich von dem Wunsch beseelt, ein ruhiges Eheleben zu füh­ren, und ich wollte mich nicht unterkriegen lassen“. Dann lernte er in Coruna eine Dame kennen und heiratete sie. Sie lebten nur drei Jahre zusammen — dann starb sie an einer fiebrigen Infektion. Zwei Jahre später heirate­te unser Ehebeflissener eine Französin, mit der er wenigstens fünf Jahre Zusammenleben durfte. Dann starb sie an Gehirnhautentzün­dung. Noch eine Frau erhörte sein Flehen, und sie war es, die am längsten bei ihm blieb. Vor zwei Jahren starb sie nach zehnjähriger glück­licher Ehe.

Senor BurdieUo hat eine Tochter aus erster Ehe, zwei Söhne aus der zweiten einen Sohn aus der vierten und einen aus der sechsten Ehe.

„Nun bin ich alt geworden“, sagt Don Ale­jandro. „Aber wenn ich könnte würde ich be­stimmt wieder heiraten.“ Und warum kann er nicht? Well jede Frau, die von dem Schicksal der sieben Frauen hört, sich bestens dafür be­dankt, die achte zu werden. Und Senor Bur- diello befürchtet nun ernstlich, sein Erden­dasein als Witwer beschließen zu müssen.

Dreißigtausend farbige Mäuse

Fräulein Bluwers hatte einen rentablen Einfall

die Sicherheit zu gewinnen, daß die Heilung ball als seine Klassenkameraden,

Fräulein Bluwers hat’s mit den Mäusen. Nicht erst jetzt, nein, es ist schon ein paar Jahre her, als sie und noch ein paar Leutchen in England auf den Gedanken kamen, diese Schädlinge zu züchten. Sie hätten ein so au­ßerordentlich zartes Fell, meinte man, und da die Tiere sonst keinen Nutzen abwarfen, wollte man ihnen das Fell über die Ohren ziehen. Also gründete man einen Klub, der ja die Keimzelle mancher englischer Einrichtung ist, und begann ein eifriges Mäusezüchten. Selbstverständlich blieb man dabei nicht nur auf Gedeih. Vermehrung bedacht, sondern be mühte sich in erster Linie, der Natur ins Hand­werk zu pfuschen und solche Mäuse zu produ­zieren, die bisher von der Natur nicht oder doch nur in unvollkommener Weise hervorge­bracht wurden.

Die Mäuse sollten nämlich bunt sein. Rot. blau und grün allein genügte noch nicht, nein, es mußten auch lila, schokoladenbraune und weizenblonde Mäuschen darunter sein. Und die Felle mußten ein Aussehen annehmen, daß man sie vom Chinchilla oder Silberfuchspelz nicht mehr unterscheiden konnte.

Was Bluwers nun anbetrifft, so war sie die Sekretärin des Stammklubs der Mäusezüchter, die mit Emst und Umsicht auf ihrer Färm in Hampstead großartige Zuchtergebnisse verbu­chen konnten. Aus ganz England kamen schließlich Interessenten, um von ihrer Mäu­sefarm Anregungen und Entwicklungsmöglich­keiten mit nach Hause zu nehmen. Denn in Hampstead war es gelungen, die vom Stamm­klub der Mäusezüchter aufgestellten Ziele zu erreichen und Mäuse in den verschiedensten Farben zu züchten.

Nicht weniger als 30000 bunte Mäuslein piep­sen heute auf der Hampstead -Farm. Ihnen verdankt Miß Bluwers den ersten Preis für Mäusezüchter und die Tatsache, daß viele Nachahmer sich bemühen, einen ebenso her­vorragenden Mäusestall einzurichten. Schließ­lich, so meinte die Preisgekrönte in einem Interview, sei es auch garnicht so kostspielig, wie es auf den ersten Blick vielleicht erscheine Die Unterhaltung der 30 000 Mäuslein beispiel­weise koste sie wöchentlich nicht mehr als DM 60 —

Als amerikanische Soldaten, die während des Krieges in England stationiert waren, zu Hause davon berichteten, nahm man es mit einigem Kopfschütteln zur Kenntnis. Und das will dort drüben etwas heißen! Aber dann hat

man doch darüber nachgedacht und Miß Blu­wers Idee importiert, was in Hampstead mit großer Genugtuung verzeichnet wurde. Da es jedoch in Uebersee noch an genügenden Er­fahrungen in der Züchtung von roten, blauen und grünen Mäusen fehlt, hat der Starnmklub in Hampstead beschlossen, sein preisgekröntes Mitglied im Herbst nach Amerika zu schicken, um den. Bewohnern der Neuen Welt das rich­tige Mäusezüchten beizubringen. Man ver­spricht sich sehr viel davon, und wenn alles gut geht, dann entsteht am Ende hier noch eine weltumspannende Organisation von — hoffentlich nicht — bunten Wühlmäusen. Denn wie gesagt, ein jeder hat so seine Sorgen . . .

200000 Kunstgliederträger

Rund 200 000 Menschen in der Bundesrepu­blik tragen künstliche Glieder, erklärte Mini­sterialrat Pätzold "vom Bundesarbeitsministe­rium bei Eröffnung der 38. Tagung der deut­schen Orthopädischen Gesellschaft in Hanno­ ver . Nach den Ausführungen Pätzolds leben in der Bundesrepublik gegenwärtig 151729 Beinamputierte, 6 361 Doppel-Beinamputierte, 47 568 Armamputierte, 832 Ohnhänder; 84 Blinde oh. Hände, 819 Doppelamputierte (1 Arm und ein Bein), 83 dreifach Amputierte und 9 vierfach Amputierte. In Anbetracht dieser er­schreckenden Zahlen sei eine Weiterentwick­lung der Prothesen unbedingt erforderlich, betonte Pätzold, der im Namen der Bundes­regierung der Orthopädischen Gesellschaft jede mögliche Hilfe zusagte. Durch die außerordent­lich vielen Verwundungen im letzten Welt­krieg, das Ansteigen der Kinderlähmung und die Knochen- und Gelenktuberkulose seien die deutschen Aerzte heute vor ungewöhnlich schwierige Aufgaben gestellt.

Hanttuberkulose hat ihre Schrecken verloren

Einige Formen der Tuberkulose, insbeson­dere die Haut- und Schleimhaut-Tuberkulose und die Kehlkopf-Turberkulose, haben nach Referaten, die Professor Kalkoff, Hamburg , und Dr. Schmiedel, Berlin-Spandau, im Ver­lauf der interzonalen wissenschaftlichen Ta­gung der Berliner Dermatologischen Gesell­schaft hielten, ihre Schrecken verloren. Der Erfolg sei der modernen Chemo-Theraphie zu verdanken. Diese Leiden seien jetzt heilbar, wenn sich der Kranke rechtzeitig in fach- ärztlichs Behandlung begebe. (fr.)