Donnerstag, 20. Dezember 1651
SUDKURIER
Nt. 199 I Seite 4
Schweizer Wirfscfaaftsbrief
Steigende Preise — 35'/» des Steueraufkommens Verbrauchs- und Aufwandsteuern
Zürich . (Dr.-S.-Etgenbericht) Professor Dr. Eugen Böhler, Zürich , Präsident der Eidgenössischen Preiskontrollkommassion und Mitglied der Eidgenössischen Kommission für Konjunkturbeobachtung, erklärte kürzlich in Basel, die günstige WarenVersorgung und die starke Konkurrenz dürften nicht darüber hinwegtäuschen, daß auch in der Schweiz preissteigemde Tendenzen bestehen. Diese Tendenzen könnten nur gebrochen werden durch Geld- und Kreditbeschränk ung, durch Begrenzung der Nachfrage nach Gütern oder durch Verzicht auf Einkommenserhöhung. Der Bundesrat erblickt in der Finanzierung des neuen Rüstungsprogramms, die die Einführung neuer, bzw. die Erhöhung vorhandener Steuern vorsieht, ein Mittel zur Kaufkraltabschöpfung und damit eine Maßnahme gegen den sogenannten Inflationsdruck. Würde auf dieses Mittel der Inflationsbekämpfung verzichtet, so wäre nach Auffassung des Bundesrats der Erfolg aller übrigen Abwehrmaßnahinen gefährdet
Für die Bundeskasse wichtiger ist jedoch der finanzielle Ertrag der neuen Finaneie- rungsvorlage, die 110 Milt Franken erbringen soll, und zwar durch Zuschläge von 10 his 30 v. H. zur Wehrsteuer, Rüstungszuschläge auf die Lieferung, den Eigenverbrauch, den Bezug und die Einfuhr von Getränken und durch die Wiederherstellung der Umsatzsteuer auf Feingebäck, Zuckerwaren, Schokolade und Delikatessen mit den früheren Vorzugssätzen von 2 v. H. und 2,5 v. H. (en-gros-Lieferungen).
Die Vorlage dürfte die Eidg. Räte in der am 27. Januar 1952 beginnenden Session beschäftigen, auf deren Tagesordnung auch die kommunistische Initiative gegen die Warenumsatzsteuer (Wust) als solche stehen wird. Diese Initiative ist im April 1950 mit der gültigen Mindestzahl von Unterschriften eingereicht worden und hat dazu Anlaß gegeben, eingehend die tatsächliche Steuerbelastung in der Schweiz zu untersuchen. Dabei hat sich ergeben, daß die Warenumsatzsteuer einen durchschnittlichen Familienh aushalt mit 1 bis 1,1 v. H.
Die Verordnung über Maßnahmen auf dem Gebiete des Mietpreisrechts, die zwar, wie gemeldet, noch vor den Bundestag kommt, aber zur Zeit jedenfalls in Kraft ist, enthält einen kleinen Paragraphen (§ 17), der sich mit den Entgelten für Ueber- nachtungen befaßt. Es heißt dort, daß die Gewährung von Uebemachtungen nicht mehr den Preisvorschriften unterliegt. Ob die Freigabe der Hotelzimmerpreise nun aber auch auf der ganzen Linie zu deren Erhöhung führen wird, ist durchaus nicht so sicher.
Gewiß, die Spielregeln von Angebot und Nachfrage werden wieder wirksam werden. Das kann natürlich besonders in den Monaten der Hochsaison, wenn der Fremdenverkehr stark anschwillt, wie z. B. in der vergangenen Saison, zu Preiserhöhungen führen. Es hat sich aber gerade in den beiden letzten Jahren erwiesen, daß die Zim- merknappheit auch in den Monaten der stärksten Nachfrage keine Allgemein- enscbeinung mehr ist, sondern sich nur auf einige besonders bevorzugte Reisegebiete und Fremdenveikebrsplätze erstreckt.
Die Hotelzimmer- und Bettenknappheit der ersten Naehkriegsjahre gehört schon der Vergangenheit an. Seither kannte die Beherbergumgskapazität des Hotel- und Gaststättengewerbes durch Errichtung neuer, Ausbau veralteter oder ausgebamb- ter Betriebe, durch Freigabe seitens der Besatzungsmächte u. a. wieder wesentlich erweitert werden. Bettenknappheit besteht nur noch an einigen Orten und in den wenigen Wochen der Hochsaison. Die Hoteliers und Gastwirte würden sich unter diesen
belastet. Im Haushalt des Bundes steht jedoch die Warenumsatzsteuer (jährlich über 400 Mill. Fr.) mit den Zöllen weitaus an der Spitze der einzelnen Einnahmeposten. Das gesamte Steueraufkommen in der Schweiz wird durch 35 v. H. allein von den Verbrauchs- und Aufwandsteuern aufgebracht.
Auch die neue Vorlage zur Einführung der Getränkesteuer wird, wie die bisherigen Vorschläge des Bundesrats, vcn den Weinproduzenten und dem Wirtsgewerbe abgelehnt. Der schweizerische Wirteverein macht darauf aufmerksam, daß die erhöhte Umsatzsteuer auf Getränke zu einem Umsatzrückgang führen müsse, wenn der einzelne Gastwirt nicht selber die Steuer übernehme. Es ist zwar vorgesehen, daß die Steuer aus dem Umsatz von Getränken, die aus den Erzeugnissen des inländischen Wein- und Obstbaues hergestellt werden, nicht auf die Produzenten dieser Erzeugnisse abgewälzt werden dürfe. Aber der zu erwartende Umsatzrückgamg erschwert den Absatz der inländischen Produkte.
Frankfurt . Auf 1000 Einwohner im Bundesgebiet kommen heute nur halb soviel Reisezugwagen wie 1936. In einer Bilanz für das Jahr 1951 betont die Hauptverwaltung der Deutschen Bundesbahn jedoch, daß die Bundesbahn trotz der Schrumpfung des Fahrzeugbestandes und des Verschleißes 'der Geleiseanlagen alles daransetzen werde, die ihr von der deutschen Wirtschaft gestellten Aufgaben auch künftig zu erfüllen.
Die Verwaltung weist darauf hin, daß die Leistungen trotz der angespannten Finanzlage verbessert werden konnten. Das verdanke die Bundesbahn der inneren Rationalisierung. „Wenn 1951 mit nur 60 Prozent der betriebsfähigen Reisezugwagen und 70 Prozent des normalen Friedensbestandes an Güterwagen über 100 Prozent der damals geleisteten Zug-Kilometer gefahren
I Umständen woihl ins eigene Fleisch schneiden, wenn sie die Freigabe der Zimmerpreise als Anlaß zu starken Preisheraufsetzungen benutzen wollten.
Uebrigens bleibt, unabhängig von der Freigabe der Zimimerpreise die Preisauszeichnungspflicht aufrecht erhalten. Denn die entsprechenden Bestimmungen der Verordnung über Preisauszeichnung in der Fassung vom 6. April 1944 sind weiterhin in Kraft. —ch—
Neue Spar-Methode
In Nordrhein-Westfalen , Hessen , Nord- und Südwürttemberg sowie in Schleswig . Holstein, starten die öffentlichen Sparkassen am 1. Januar 1952 unter der Bezeichnung „PS” (Prämien-Sparen) eine neue Sparform. Die Kassen in den anderen Ländern werden folgen. Wer 13 Wochen lang wöchentlich eine Sparmarke für 2 DM erwirbt und in eine Prämden- Sparkarte klebt, erzielt damit eine Spareinlage von 24 DM und nimmt gleichzeitig an drei Auslosungen teil, wobei als Höchstgewinn insgesamt 20 060 DM gewonnen werden können. Auf je 60 000 Sparer entfallen 5672 Gewinne über insgesamt 102 500 DM, so daß jeder elfte Sparer eine Gewinnchance hat.
Der Prämienfonds für diese Auslosungen wird aus der dreizehnten Wochenrate von 2 DM und den Zinsen aus den Spareinlagen gebildet. Die erste Auslosung findet in der Mitte, die zweite binnen eines Monats nach Ablauf der Sparzeit (13 Wochen) und die dritte Auslosung neun Monate später statt.
Farbenfabrfcen Bayer AG gegründet
Leverkusen . In Leverkusen wurden die Farbenfabriken Bayer A.G. gegründet, nach den Farbwerken Hoechst der zweite selbständige Werkskomplex aus dem Verband der früheren XG-Farbenindustrie. Die neue Gesellschaft umfaßt die Werke Lever kusen mit 20 500 Betriebsangehörigen, Wuppertal -Elbferfeld mit 1500 und Uer dingen mit 3500 Arbeitskräften. Ihr Grundkapital beträgt zunächst 100 000 DM.
Das Vermögen des Bayer-Komplexes wird auf 15—20 Prozent des früheren IG- Vermögens geschätzt. Nach der Übertragung der Vermögenswerte wird die Gesellschaft ihr Aktienkapital um mehrere hundert Millionen DM erhöhen. Die Aktien der neuen A.G. sollen im Zuge des Aktienumtausches im Laufe des nächsten Jahres den früheren IG-Aktionären übergeben werden.
Für Forschungsaufgaben wenden die Bayer-Werke jährlich etwa 30 Millionen D-lMark auf. Der Exportanteil, der vor dem Kriege bei mehr als 50 */o der Produktion lag, hat gegenwärtig erst 34 °/o der Erzeugung erreicht.
wurden, dann nur. weil in der Ausnutzung des Fahrzeugparks Höchstwerte erreicht werden konnten.”
In der Uebersicht heißt es, die Lage der Bundesbahn sei trotz aller Verbesserungen im Reise- und Güterverkehr, der Tariferhöhungen, der Leistungen im Werkstättendienst usw. finanziell noch immer nicht entscheidend verbessert. Eine besondere Belastung sei „das niedrige Tarifhiveau des Berufs- und Schülerverkehrs. Dieser Verkehr ist für die Bundesbahn ein Zuschuß- geschäft größten Stiles“.
Staat hattet für Au^enhandekbanken
Die Tatsache, daß in der Devisenbewirtschaftung nicht nur den Landeszentralbanken, sondern auch den fast ausschließlich privatrechtlich gestalteten Außenhandelsbanken hoheitliche Befugnisse obliegen, hat die Frage der staatlichen Haftung für die Außenhandelsbanken akut werden lassen. Ein Aufsatz von Dr. Jürgen Mees in der „Zeitschrift für das gesamte Kreditwesen” kommt zu folgenden Feststellungen: Der Staat haftet in jedem Falle für vorsätzliche Amtspflichtverletzungen von Außenhandels-Bankangestellten. Für fahrlässige Amtspflichtverletzung haftet er nur, soweit der Geschädigte von seiner Außenhandelsbank keinen Ersatz zu erlangen vermag, sei es nun, daß sich die Bank von ihrer vertraglichen Schadensersatzpflicht freigezeichnet hat, sei es, daß sie diese wegen Insolvenz nicht erfüllen kann. Träger der Staatshaftung ist der Bund. w
Apfelsinen-Einfuhr ausreichend
Allein in dieser Saison sollen auf Grund eines zusätzlichen Handelsabkommens mit Spanien in Westdeutschland 100 000 t Apfelsinen abgesetzt werden. Außerdem sind seit kurzem die ersten Einfuhren aus Italien und Französisch- Marokko in der Bundesrepublik eingetroffen, so daß die Versorgung mit Apfelsinen als reichlich angesehen werden kann.
In franz. Marokko und Algerien sind Spanien ernstliche Konkurrenten entstanden. Die marokkanische und algerische Apfelsine hat die Qualität der spanischen Ware erreichen können, so daß Frank reich bis zu einem gewissen Grade auf spanische Apfelsinen glaubt verzichten zu können und bis Februar 1952 eine Einfuhrsperre für spanische Apfelsinen erlassen hat. w
Der neue deutsch -dänische Handelsvertrag für das Kalenderjahr 1952 wurde in Hamburg unterzeichnet. Man rechnet mit einem Warenaustausch in Höhe von insgesamt einer Milliarde DM.
Was wird mit den Hotelzimmer-Preisen?
Zar Freigabe der Preisgestaltung — In der Regel keine Bettenknappheit mehr
Lasten und Leistungen der Eisenbahn
Bilanz für 1951 — Berufs- nnd Schülerverkehr „Zuschußgeschäft größten Stils“
ßporidiemt des Södkurier
Unter den Angen des Rekord-Skifliegers
(Z.-R.-Eigenbericht) Seit zehn Tagen trainiert die deutsche Spitzenklasse der Skispringer mit dem Rekordskiflieger von 1950, Dan Netzei, und fünf weiteren schwedischen Skispringern in Bayern . Noch vier Tage werden die Deutschen (Sepp Weiler und Toni Brutscher , Oberstdorf ; Sepp Kleisl , Sepp Hohenleitner, Sepp Vogg und Franz Dengg aus Partenkirchen i Ewald Roscher, Füssen ? Xaver Diener, Traunstein , und 'Franz Eder-Berchtesgaden und die beiden Kombinierten Franz Schifferer, Reichenhall , und Reinhold Karg, Nesselwang ) üben.
Dan Netzell macht es sich nicht leicht, obwohl er selbst auch noch in beste Form kommen will, denn er ist Mitglied der schwedischen Olympia- mannschaft. Schon 12 Stunden nach seiner Ankunft in Oberstdorf , nach einer 48-Stunden-Bahn- reise, sprang er auf den langen Brettern über den 30-m-Bock. Am Tag darauf begann er damit, seine deutschen Schüler, die ihn Dani nennen und viel Vertrauen zu ihm haben, auf Fehler aufmerksam zu machen, Ratschläge zu geben, wie es besser gemacht werden könnte. ,,Wir wollen den Skisprung als Ganzes tiainieren, nicht nur Absprung oder Landung üben, sondern auch auf ruhige, beherrschte Haltung in der Luft achten!“
Der Betreuer der deutschen Skispringer, der „gewichtige" PartenkirchneT Franz Rappenglück, strahlt über das ganze Gesicht, wenn es um seine Springer geht. „Ich weiß, daß wir noch sehr hart arbeiten müssen und daß die Olympia-Konkurrenz am Holmenkolbakken scharf sein wird! Wir wollen aber versuchen, so gut wir irgend möglich abzuschneiden! Und auch das wird schwer sein!" Rappenglüdc hofft, daß vier Springer — mehr sind in der olympischen Konkurrenz von jedem Land nicht zugelassen — und zwei Ersatzleute nach Oslo geschickt werden können. Er bedauert es, daß die Springer durch die Ausscheidungsspringen vor den Olympischen Winter spielen wenig Gelegenheit zu internationalen
Starts haben, weil dadurch bessere Vergleichsmöglichkeiten fehlen. „Aber wir werden in der besten Form in Oslo antreten!"
Nach dem zweiwöchigen Training im Nove®. ber bei Exweltmeister Sepp Bradl im Salzburgs sehen und den zwei Wochen mit dem Schweden Dan Netzell — übrigens beide voraussichtlich Olympiateilnehmer! — haben die deutschen Springer mindestens fünf Ausscheidungskonkurrenzen zu bestreiten. Eine erste Probe, zumindest der Allgäuer, wird am 26. Dezember im Immen städter Stefanispringen vonstatten gehen, wo auch die sechs Schweden am Start sein werden. Am 30. Dezember steht Oberstdorf (Schattenberg) auf dem Programm, am 31. Dezember folgt der 90-m-Bakken von Füssen , am 1. Januar das Neujahrsspringen von Garmisch-Partenkirchen , am 13. Januar der Sprunglauf der Bayerischen Nordischen Meisterschaft in Kreuth/Tegernsee , am 27. Januar der Abschlußsprunglauf der Gar mischer Wintersportwoche.
Sepp Weiler konnte bisher in Oberstdorf noch keinen einzigen Trainingssprung machen! Während alle anderen, die Jungen besonders, die dem Altmeister in diesem Winter besonders zusetzen wollen, mit ungeheurem Eifor an der Arbeit sind, muß Weiler Zusehen. An einem der letzten Tage des Bradl-Kurses verknackste er sich einen Knöchel. Aus der bitteren Erfahrung des letzten Winters, als er mit einer Gehirnerschütterung, die er sich am 7. Januar schon zugezogen hatte, weitersprang, hat Weiler gelernt und kuriert erst seinen Knöchel aus. Dann aber wird er wohl wieder da sein und den Jungen etwas vormachen. Heini Klopfer , auf dessem jüngsten Werk (der Nesselwanger Wankschanze, die dem Holmenkolprofil angeglichen ist), der Kurs zweimal trainierte, zeigte bei gelegentlichen Versuchen eine überraschend gute Form und verblüffte vor allem durch seinen sicheren Aufsprung. Ob es Heini Klopfer in diesem Winter wissen will? Nun, wir werden sehen!
Forderung des Sports ist Aufgabe der Bundesländer
Bund leistete bereits große finanzielle Unterstützung
Zwischen dem Bundesinnenministerium und dem deutschen Sport finden zur Zeit Verhandlungen über die Hergabe von Bundesmitteln für den Sport statt, in deren Verlauf auch die Frage nach der Verwendung der Totogelder durch die Sportverbände aufgeworfen worden ist.
Von seiten des Sportes ist der Bundesregierung wiederholt vorgehalten worden, sie stelle zu wenig Geld für den Sport zur Verfügung. Das Bundesinnenministerium hat demgegenüber immer wieder darauf verwiesen, daß die Förderung des Sportes nach dem Grundgesetz zu den Aufgaben der Länder gehört. Dennoch hat der Bundestag 500 000 DM für die olympischen Spiele und mehrere hunderttausend D-Mark für die Förderung des deutschen Sportes zur Verfügung gestellt. Bevor das Bundesinnenministerium sich aber entschließt, weitere Gelder für den Sport beim Bundestag zu beantragen bzw. herzugeben, wünscht es darüber Aufschluß, wie die an den Sport fließenden Totogelder verwendet sind. Nach Ansicht des Ministeriums würde es, wie man hört, beispielsweise nicht vertretbar sein, wenn Totogelder für die Sportverwaltung ausgegeben würden.
In einem Schreiben an den deutschen Sportbund hat Bundesinnenminister Dr. Lehr bereits vor einiger Zeit: wie. man hört, folgende Fragen gestellt: War die Errichtung großer und luxuriös
ausgestatteter Sportschulen, die während der Wochentage in der Regel nur wenig, wenn überhaupt belegt sind, vordringlicher als der Wiederaufbau zerstörter Turnhallen, Schwimmbäder usw.? Sind diese Anlagen so zweckmäßig beschaffen und verkehrstechnisch so gelegen, daß sich die Ausgaben für sie durch völlige Ausnutzung der Anlagen rechtfertigen? Sind bei der Verteilung der Mittel gerade diejenigen Sportarten und Vereine vordringlich berücksichtigt worden, die sich nicht auf Zuschauer-Einnahmen stüzen können? Ist der Sport mit der ihm zumutbaren Energie gegen die materialistischen Auswüchse, des Berufsspielertum usw. vorgegangen?
Nachdem über das vergangene Wochenende in Zürich ein weiterer Kurs mit Ausscheidungen abgehalten wurde, gehören der Schweizer Turner- Olympiamannschaft für Helsinki noch folgende 26 Turner an: Josef Stalder, Jean Tschabold , Jack Günthard , Hans Eugster, Ernst Gebendinger, Edi Thomi, Melchior Thalmann, Othmar Hüsler, Robert Lucy, Christian Kipfer, Hans Bründler, Michael Reusch, Roger Fehlhaum, Oswald Buhler, Rudolf Nobs, Josef Knecht , Ernst Fivian, Hans Schwarzentruber, Karl Frei , H. Rickart,
I Jean Rossier, Hans Käser. — Außer Klassement: Walter Lehmann, Werner Gerber, Charles Bür?U, Hermann Thomi.
Kreuz und quer durch die Sportwelt
Schleswig-Holsteins Amateurboxer unterlagen in ihrem ersten Kampf in der Sowjetzone in Leipzig gegen eine Sachsen -Auswahl mit 8:12 Punkten.
Georg Dietrich, der Präsident des Deutschen Amateur-Boxverbandes, stellte fest, daß sich der Vorstand des DABV an den Beschluß des deutschen olympischen Komitees halten und 1952 im Anschluß an die deutschen Meisterschaften in Stuttgart Ausscheidungskämpfe mit Auswahl- boxem der Sowjetzone austragen werde.
Schwedischer Landesmeister im Achtkampf (ohne ruhende Ringe und Pauschenpferd) wurde Boere Staatin.
Mit einem klaren 9:2-Sieg über den VfL Bad Nauheim holte sich der SC Riessersee seine ersten beiden Punkte in der Endrunde zur deutschen Eishockeymeisterschaft. In einem weiteren Spiel besiegte Riessersee den Krefelder EV 8:4.
Beim 10-km-Abschlußlauf der seit acht Tagen unter Juku Pent in Oberjoch zusammengezogenen Langläufer-Kernmannschaft des Schwäbischen Ski
verbandes erwiesen sich die Isnyer Bär und König ihren Kameraden aus dem Schwarzwald und Nordwürttemberg überlegen.
Ein neuer deutscher Rekord in der 10^50-m- Bruststaffel wurde mit 5:31 Minuten von den Schwimmern der BSB-Aufbau Börde/Magdeburg aufgestellt (bisher Hellas Magdeburg 5:31,4 Min.).
Der spanische Radsportverband übermittelte dem Bund Deutscher Radfahrer eine Einladung für acht deutsche Fahrer zur Teilnahme an der Rundfahrt der Iberischen Halbinsel 1952.
Obwohl Angebote in großer Zahl vorliegen, beabsichtigt das Weltmeisterpaar im Eiskunst- und Rollschuhkunstlauf, Ria und Paul Falk , vorerst (I) nicht, ins Profilager überzuwechseln.
In der Gesamtwertung der europäischen Billardmeisterschaft in der freien Partie belegte Siegfried Spielmann (Immigrath) den 7. Platz.
Der Argentinier Juan Galvez gewaiin das Tau- send-Meilen-Rennen auf den Straßen der Provinz Buenos Aires und erzielte dabei mit seinem Ford ein Stundenmittel von 131,640 km.
Ilmbeltr om tioftenfee
17) Roman von Karl Uneelt
Während Peter die gewundene Treppe Ihinaufstieg, überkam ihn wieder das heiße Glücksgefiühl. Degenhardt — bester alter Freund, daß ich dich jetzt habe! Es war ihm, als wehte ihm eine heimatliche Dult entgegen.
Oben auf der Treppe im hellen Licht des Fensters stand breitbeinig, das Hemd offen, die Hände in den grauen Hosen, in hohen alten Stiefeln Werner Degenhardt. „Sei mir gegrüßt, Petrus“, sagte er und streckte Peter beide Hände entgegen. Als Peter sie nahm und scharf in Degenhardts Gesicht sah, erschrak er plötzlich. Das war gar nicht Degenhardts Gesicht, so hatte Degenhardt nie ausgesehen! Und diese flackernden unruhigen Augen gehörten auch nicht Degenhardt! Er riß sich zusammen. ..Guten Tag, Degenhardt. Ich freue mich, daß ich wieder bei dir bin“, sagte er hastig und überstürzt.
„Schon gut, Petrus. Rin in den Saftladen. Ich gehe mal vor." Degenherdt trat in eine Tür.
Peter folgte ihm zögernd und mit einem beklemmenden Druck in der Brust. Er kam sich plötzlich wie ein Schiffbrüchiger vor, dem eben die letzte rettende Planke entglitten war.
5. Kapitel
An einem der vergangenen Tage hatte der Prokurist Hermann Zwirle plötzlich einen Traum verwirklicht, dem er seit Peters Ausscheiden vollkommen verfallen war. Eines Morgens war er nicht an seinen Platz in der Buchhaltung gegangen, sondern direkt in das Privatbüro seines früheren. Chefs und hatte sich an dessen Schreibtisch gesetzt. Die Welt sah von diesem großen Tisch mit einem Male ganz anders aus. Sie war weit und hell wie eine besonnte Ebene, es schien in ihr gar keine Schwierigkeiten ru geben. Es dauerte zwei Tage,
bis das Getuschel und das Gelächle in. den Büros, der Fabrik und den Laboratorien aufhörte, dann zog Zwirle den hellgrauen lockeren Anzug an, den er sich bei Peters Schneider hatte anfertigen lassen. Noch einmal spritzten halblaute Bemerkungen und Kichern hinter ihm auf, aber da er sich sonst nicht änderte und mit dem gleichen Eifer und der gleichen Gewissenhaftigkeit seine Arbeit tat wie vorher, beruhigte man sich bald.
Zwirle hatte sich einen Plan zurechtgelegt, wie er aus eigener Kraft die Firma retten könnte, aber er mußte bald ein- sehen, daß dieser Plan in der Praxis nicht so einfach durchzuführen war. Es fehlte ihm dazu an den technischen Kenntnissen und Erfahrungen. Deshalb saß er bis in die späte Nacht über Lehrbüchern und Fachzeitschriften, um sich einen tieferen Einblick in den technischen Aufbau der keramischen Erzeugnisse zu verschaffen. Aber auch das nutzte nicht viel, es brachte ihn nicht weiter. Sein angelesenes Wissen trug ihm, wenn er es einmal an den Mann bringen wollte, ein mitleidiges Lächeln der Fachleute — der Chemiker, der Former oder der Leute am Brennofen — ein.
Und dann war auch noch der alte Habermann mit seinen bissigen Bemerkungen und seinen durchdringenden mißtrauischen Blicken da. Wenn Habermann in den Betrieb kam, verschwand Zwirle aus Peters Zimmer, oder tat so, als sei er zufällig darin, um etwas zu suchen. Er kam sich Habermann gegenüber wie ein Verschwörer vor, dessen Zeit noch nicht gekommen war. Er tat dann oft überlegen und geheimnisvoll, als wüßte er bereits um zukünftige Dinge, die sich jetzt schon heimlich vorbereiteten. Bis ihn gestern Habermann ziemlich grob angefahren hatte: er solle sich doch endlich mal um die faulen Vertreter kümmern, staitt hier wie ein Chef herumstolzieren und sich wichtig zu tun. Seit der Stunde haßte er Habermann. Er haßte ihn, weil er sich von ihm durchschaut sah. Habermann war
sein Feind, der ihn daran hindern würde, die größte Chance seines Lebens, die sich nur einmal bot, auszunützen, nämlich den gewaltigen Schritt zu tun vom Prokuristen zum Teilhaber oder gar zum Inhaber der Firma. Ja, diesen kühnen Schritt hatte er vor, das gestand sich Zwirle jetzt offen ein.
Und nun saß ihm da in dem Sessel ein Mann gegenüber, der ihm die Möglichkeit bot, diesen Traum zu verwirklichen. Der Besuch dieses Mannes galt eigentlich nicht ihm, sondern Doktor Peter Hardeland. Er schien seltsamerweise nichts von dem Rücktritt Hardelands gewußt zu haben, und das hatte Zwirle zunächst ein wenig stutzig und mißtraurisch gemacht, denn dieser elegante Herr mit dem schmalen Bärtchen, das wie zwei Pinselstriche von den Nasenlöchern in die Mundwinkel lief, war Fred E. Lexer, der Sohn des Bankiers Lexer. Albert Lexer hatte ihn schnei] beruhigt, er sei auf einer längeren Auslandsreise gewesen und habe naturgemäß nichts von den Vorgängen in der Firma Hardeland und Sohn erfahren können.
„Wie gesagt, Herr Zwirle“, Fred E. Lexer richtete sich ein wenig aus seiner lässigen Haltung auf und stellte die gespreizten Finger gegeneinander, „ich wittere da für Ihre Firma ein großes Geschäft. Und wir wollen uns beide nichts vorma- chen, Hardeland und Sohn kann ein gutes Geschäft gebrauchen.“ Er zog ein schweres goldenes Zigarettenetui hervor und steckte sich eine Zigarette an. „Mein Freund Peter scheint ja ziemlich wild gewirtschaf- tet zu haben, schade, war ein netter Kerl, aber doch wohl kein Kaufmann.“ Er schnippte das Streichholz aus und warf es in den Aschenbecher , dabei studierte er verstohlen Zwirles Gesicht, in dem Zweifel und Unglauben allmählich zu verlöschen schienen. Er stand plötzlich auf und trat an den Schreibtisch herein. „Ich will Ihnen einmal etwas offen sagen, Herr Zwirle, es soll beileibe kein Kompliment
san: ich halte Sie persönlich für den Mann mit der festen Hand, die diesem Hause gefehlt hat. Ich darf mir dieses Urteil erlauben, denn ich kenne die Firma Hardeland und Sohn wohl besser als irgendein anderer außenstehender Mensch. Ich war hierhergekommen, um Hardeland auf ein Geschäft aufmerksam zu machen, weil ich mich in einer gewissen Schuld der Firma gegenüber befinde, insofern ich Doktor Hardeland zu einer Beteiligung an einem Geschäft veranlaßt habe, das sich leider nicht so entwickelt hat, wie ich es erwartete, aber schließlich ist ein Spekulationsgeschäft nie hundertprozentig sicher, sonst wäre es eben keins. Um also diese Schuld wenigstens zum Teil abzutragen, wollte ich Hardeland auf eine Entdeckung hin- weisen, die einer meiner Freunde gemacht hat, und von der außer mir niemand etwas weiß. Hardeland ist nicht mehr da, und das ist vielleicht ganz gut so, denn ich weiß nach dem Vorgefallenen nicht, ob die Entdeckung meines Freundes in seiner Hand gut aufgehoben wäre. Sie sind kein Chemiker und Bildhauer, sondern ein nüchterner Kaufmann, der — wie ich — gewohnt ist, mit sachlichen Zahlen zu rechnen. Ich habe den Eindruck, als ob sie von dem Material meines Freundes den richtigen Gebrauch machen werden, so daß auch mein Freund das Gefühl haben wird, gut aufgehoben zu sein. Denn darauf kommt es mir natürlich an.“
Zwirle nickte vor sich hin. Hinter seiner heißen Stirn jagten die Gedanken. Irgendein natürlicher Instinkt warnte ihn vor diesem lässig-eleganten Menschen mit seiner angenehmen schmeichelnden Stimme und dem leisen Lächeln, das dauernd um seine weichen Lippen lag. Er traute dem Glück nicht, das sich ihm da in letzter Minute bot, denn er hatte noch nie im Leben Glück gehabt.
„Ich muß erst einmal Näheres über die Entdeckung oder Erfindung Ihres Freun
des hören“, meinte er vorsichtig, ohne Lexer anzusehen, „denn wie ich Ihren Worten vorhin entnehmen zu können glaube, wird dazu Geld nötig sein.“ Kleiner mickriger Beamter! dachte Fred E., enttäuscht und zugleich ärgerlich darüber, daß er noch so weit von seinem Ziele entfernt war. Er hatte keine Zeit zu verlieren, er brauchte Zdringend Geld. „Natürlich gehört Geld dazu, aber das ist nicht so erheblich“, sagte er merklich kühler und drückte seine Zigarette aus. „Wichtiger sind meiner Ansicht nach Mut und geschäftlicher Weitblick, Leider scheint mir, als ob Sie doch noch zu viele Bedenken halben. Das kann ich natürlich verstehen- Aber dann muß ich Sie bitten, mir sofort klar und bündig nein zu sagen, damit ich nicht mit langen Verhandlungen unnötig Zeit verliere.“
Diese Worte schüchterten Zwirle ein. Ei erhob sich, in seinem Gesicht standen rote Flecken. „Bitte, sagen Sie mir genau, um was es sich handelt, und wer der Herr ist. Dann werde ich mich entscheiden, ob ich es machen kann oder nicht. Vielleicht muß ich dann noch mit Herrn Habermann sprechen“, fügte er, sich für alle Fälle den Rücken deckend, hinzu.
Fred E. Lexer steckte die Hände in die Rocktaschen und lächelte nachsichtig. Dann beugte er sich vor und sagte leise: „Wozu Hem Habermann? Seien Sie doch nicht 50 töricht, Menschenskind. Wenn Sie den Spatz in der Hand haben, dann lassen Sie Herrn Habermann mal hineinsehen: hier, Verehrtester, gucken Sie sich das mal an, was meinen Sie, was das kostet? So macht man das. — Aber was rede ich, das geht mich ja schließlich nichts an, das müssen Sie ja selbst wissen.“
„Das weiß ich auch“, sagte Zwirle mit betonter Festigkeit. „Ich weiß genau, was ich will, Herr Lexer.“
„Na, also. Das ist doch ein Wort. Dann ist ja alles in schönster Ordnung.“
„Um was handelt es sich nun?“
(Fortsetzung folgt)
gÜDKU!
Wohl übe alljährliche {rauen ein gitüberkom fangen vo: Springerie, Jvusstechei stets wech die wohlgeJ lustigen Zu ständüch i muß. Die K heißen, sül »frig gerüh jusgesteche ße Kleinst ,wuzeln“ ai m ihrem I [ert haben
Durch di Hörle-Park und Staad durch die S mer das v wüchsen i werden. E daß die Ze zu Jahr wi fene Zeltlag ist Bürg« dem Stadtr Dienstag v Park um i das Wassei tem. Trot glaubhafter rungen heg hinwies, d£ Konstanz Verfügung kommt, wi sein”) fan beim Stadt
Es gab e sich vor al. zur Sprech mannsdorf bei Erricht würden dii 6ten Plätze die Staadei
Wer früt die schlafe großen Gel kommt ahi Mauern be gesetzt hat sich wie ii vor, die der zeit so vie men haben Und sie Gerade jet wir uns ül Grüßen un sie unentb Fest nur 1 Wie freuen Tagen Brie ten und B< der Weite c packen Ges Lieben, m lichkeit hal gehen. Der in mühevol Ueberlastui se freudige zeitig unte:
Seit Nov Hochbetriel noch zu, ur er langsam 130 Beamt Betrieb hs ihnen kom Berührung, zweimal tr laufene Br Jeder von bis zu 300 Hände. Vi Weihnachts ketpost. U kete und 1 zur t Wagen, dei betreut, le von 42 Kil net das T: amten.
Das ist c kommen, j V orarbeit! Bahnpost in unsere sich die Pa rend die I die großer Schnell ist zirken sort großen Tas 8 Uhr kar beginnen.
Die Verl Postgebäuc Morgenstu; Hafens. Ei kete staue und ausge Händen 60 sammenge: hier ab in