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mit drei bis fünf Schützen-Divisionen und etwa) 80 Panzern an. Den Sowjets, die zunächst einige örtliche Erfolge erzielten, warfen sidi unsere' Truppen entgegen und fingen sie auf. Panzer­grenadiere bereinigten in engem Zusammenwir­ken mit der Artillerie, deren Vernichtungsfeuer mitten in den Reihen der Angreifer lag. einige Einbrucksstellen und schossen 32 sowjetische Pan- 1 zer ab. Im nördlichen Nachbarabschnitt griffen die Bolschewisten nach heftigster Artillerievor­bereitung mit 10 Schützendivisionen an, die eben­falls von Panzern unterstützt waren. Sie wollten hier einen Durchbruck erzwingen. Es gelang ihnen zunächst auch, unsere Truppen zurückzudrücken, sie wurden aber dann durch wiederholte erbit­terte Gegenstöße unserer Grenadiere unter Ver­nichtung von 19 Panzerkampfwagen zum Stehen gebracht

Im Raum nordwestlich Krementschug stie­ßen die Bolschewisten, von einigen Panzern be­gleitet, aus einem älteren Brückenkopf heraus vor, wurden jedoch abgewiesen. Nordwestlich Tscherkassy setzten sie mit zwei Regimen­tern und Artillerie über den Dnjepr . Unsere Grena­diere warfen den Feind nach erbittertem Kampf wieder über den Fluß zurück.

Ein aus Panzern, Pak und verlasteter Infanterie bestehende feindliche Kampfgruppe, die südwest­lich Kiew vorgestoßen war, wurde von unseren Truppen, die außerdem mehrere Ortschaften gegen zähen Widerstand des Feindes wieder eroberten, zum Kampf gestellt und zerschlagen. Südöstlich der Stadt Sdiitomir wiesen Grenadiere meh­rere örtliche Angriffe des Feindes ab und schlugen die Sowjets nach Inbesitznahme verschiedener Ort­schaften über eine wichtige Bahnlinie nach Nor­den zurück.

Seit Tagen versuchen die Bolschewisten, süd­westlich Gomel einen Durchbruch durch die deut­ schen Stellungen zu erzwingen, um gegen die Stadt Retsckiza vorzustoßen, einer aus Panzern und Kavallerie bestehenden feindlichen Kampfgruppe glückte ein Einbruch. Der von ihr beabsichtigte Handstreich gegen Retsckiza mißglückte jedoch. Die Kampfgruppe wurde von unseren Truppen vernichtet. Die beiderseits Gomel zu gleicher Zeit unternommenen Angriffe der Sowjets zur Fesse­lung unserer Verbände scheiterten unter emp­findlichen Verlusten für den Feind.

Westlich Smolensk rannten die Bolschewi­sten in mehreren Wellen gegen unsere Stellungen an, wurden.jedoch zurückgeschlagen. Die deutsche Hauptkampflinie lag dann mehrere Stunden unter einem pausenlosen Trommelfeuer der feindlichen Artillerie, Granatwerfer und Salvengeschütze, Unterstützt von vier Panzerbrigaden stießen die Sowjets anschließend mit etwa 15 Schützenbriga­den vor. Sie konnten zunächst einige örtliche Er­folge erzielen. Bereitgestellte Reserven warfen den Feind aber zurück. Um einige Ortschaften wird noch gekämpft. Der Durchbruchsversuch des Feindes, der hier allein 56 Panzer verlor, miß­glückte und die Hauptkampflinie befand sich gegen Abend mit Ausnahme zweier kleinerer Einbruchs­stellen fest in der Hand unserer Truppen.

Trotz ungünstiger Wetterlage griffen auch am 14. November Verbände der Luftwaffe erfolgreich in die Erdkämpfe des Heeres im Raum von Kertsch sowie bei Perekop und Cherson ein. Bei Schitomir bekämpften Kampf- und Schlachtflieger die feind­lichen Angriffsspitzen, Panzer- und Fahrzeugan­sammlungen sowie Truppenbereitstellungen mit Bomben und Bordwaffen. In der Nacht zum 15. November waren Truppenansammlungen im Raum von Kriwoj Rog und die hinter der Front von Kiöw Regenden Eisenbahnen und Brücken das Ziel unserer Kampf- und Schlachtflugzeuge. Der Nackschubverkehr der Sowjets erlitt durch die Luftangriffe empfindliche Störungen.

Stärkere Aktivität der Achse

dnb. Tokio , 15. Nov. Die deutsh-japanisch-ita- Ilenische Freundschaftsgesellschaft veranstaltete am Montag mit Unterstützung des japanischen Außenamtes eine Zusammenkunft, um die Möglich­keiten einer noch weiteren Vertiefung der Achsen­freundschaft und zur Abwehr der achsenfeind­lichen Propaganda zu besprechen. Neben zahl­reichen Persönlichkeiten des japanischen politi­schen Lebens nahmen seitens der Achsenmächte der deutsche Botschafter Stahmer der bulgarische Gesandte, sowie der italienische, rumänische und der chinesische Geschäftsträger teil.

Madrid . Spanische Arbeiter veranstalteten am Sonntag Kundgebungen, in denen sie sich zu Franco bekannten.

Eine Milliarde Menschen in 6ro8-0stasien auf dem Marsch

dpz. „Der Aufbau des größeren OstasiensI beiden Distrikte der südlichen Schanstaaten Keng- mackt mit jedem Tage rasche Fortschritte und diel tun und Möngpan, die ihm die Briten im Vertrag Grundlage der die Sphäre des gemeinsamen von Bangkok 1909 widerrechtlich geraubt hatten, Wohlstandes bildenden Länder werden weiterhin.seine endgültigen Grenzen erhielt, umfaßt damit

gefestigt. Burma und die Philippinen haben schon ihre so lang ersehnte Unabhängigkeit verwirk­licht; Indien hat eine vorläufige Regierung er­richtet und ist dabei, sich von den Fesseln der britischen Tyrannei zu befreien, während

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Tschungking-Regime jeden Grund für eine Ver­längerung seines Widerstandes verloren hat, " so heißt es u. a. in der Resolution des japanischen Repräsentatenhauses, die das gesamte Ostasien , „eine Milliarde Menschen in Ostasien “, zum ge­meinsamen Befreiungskämpfe und Schaffung eines wirklichen Weltfriedens aufruft. Japan hat be­reits sein hohes Ideal durch die Tat bewiesen, indem es China den Chinesen zurückgab, die von den Engländern geraubten thalländischen Provin­zen an Thailand zurückerstattete. Burma , den Philippinen und der Inneren Mongolei, Menklang, die Unabhängigkeit gewährte und der Freiheits­bewegung Indiens seine Unterstützung zuteil wer­den ließ.

Unsere Karte zeigt diese werdende Neuordnung Großostasiens. Thailand , das letztmalig im Juli d. J. durch Rückgabe der 4 Malaienstaaten Kedah , Perlis , Kelantan und Trenganu swie der

heute 640 000 qkm mit 18 Millionen Einwohnern. Burma , das durch das Abkommen vom Sep­tember d. J. sein Gebiet noch um die an seiner nördlichen Grenze gelegenen Schanstaaten und das'das Gebiet von Karen- ni und der Wa erweitern konnte, hat damit einen Gesamtumfang von 735 150 qkm mit rund 16 Millionen Menschen er­halten.

National-China mit der Regierung in Nanking kann schon heute von den 18 Provinzen j des alten Stamm-Chinas 10 als ihm zugehörig betrachten und hat durch die Unterstützung Japans sich von allen Konzessionen, die ihm fremde Mächte innerhalb seines Hoheitsgebietes auferlegten, freimachen können. Es umfaßt heute nahezu 1 750 000 qkm mit über 260 Millionen Einwohnern. Dabei geht sein Zuwachs durch Abfall der Anhänger des Tschungking-Regimes und durch Fortschreiten der mit Japan gemeinsam gegen Tschiangkaischek geführten Offensive stän­dig weiter.

Die kürzlich für frei, und selbständig erklärten Philippinen umfassen einen Gesamtraum von 296 284 qkm mit etwas über 13 Millionen Einwohnern. Hinzu kommt noch der jetzt neu gegründete Staat „Freies Indien ", mit dem vor­läufigen Regierungssitz in Schonan, mit einem Gebietsbereich von 4 310 884 qkm and fast 400 Millionen Einwohnern.

Di? in der Inneren Mongolei zwischen Nord­china, Mandschukuo und der Wüste Gobi leben­den Mongolenstämme konnten durch die Unter­stützung Japans im Mai d. J. zu dem Staate Mengkiang, unter dem Fürsten Te Wang ver­einigt werden. Ein Gebiet von 845 299 qkm mit 5 143 000 Einwohnern.

Schließlich ist in diesem Zusammenhang auch noch Mandschukuo zu erwähnen, das bereits am 10. September d. J. auf seine zehnjährige Selbständigkeit zurückblicken konnte, mit 1,3 Mil­lionen qkm Flächenraum und über 43 Millionen Einwohnern. Das sind die ersten großen Grund­lagen dieser Neuordung Großostasiens unter dem Leitspruck: „Asien den Asiaten!“

Ereignisse aus aller Welt kurz gemeldet

Stockholm . „Die Schiffe, die Leih- und Pacht­güter nach der Sowjetunion bringen, kehren nach den USA . mit Tonnen von Propagandamaterial, in Form von Tausenden von Zeitungen und Zeit­schriften zurück“, erklärte nach Meldungen aus Washington das republikanische Kongreßmitglied für Michigan , Dondero, im Repräsentantenhaus. Die sensationelle Entlarvung des grotesken Schwindelmanövers mit der angeblichen „Auf­lösung“ der Komintern hat in weiten Kreisen der USA . lebhaftes Aufsehen erregt.

Stockholm . Badoglio hat eine „technische" Re­gierung gebildet die aus ihm selbst als Premier­minister und einer Reihe von Unterstaatssekre­tären besteht. Diese Umbildung wurde laut Reuter durch die Weigerung Sforzas, sich der Regierung anzuschließen, erzwungen. #

Stockholm , Ein neuer Schweigefeldzug wurde, wie „Sveyska Dagbladet" aus London meldet, in England eingeleitet, um zu verhindern, daß Infor­mationen über militärische Vorbereitungen zum Feind gelangen.

Stockholm . Der Vorsitzende des Londoner Städtebauausschusses erklärte, England werde wahrscheinlich nach dem Kriege acht Millionen Neubauten benötigen.

Stockholm . Am Sonntagmorgen wurden nach einer Reutermeldung aus Madras bei einem Eisen­bahnunglück des nach Madras fahrenden Indien - Ceylon-Expreß 100 Meilen von Madras entfernt 30 Personen getötet und 100 verletzt. Die Loko­motive und die ersten fünf Wagen entgleisten.

Stockholm . Frau Roosevelt erklärte, so meldet Reuter, ln einer Rede in Essex (Connecticout), Stalin habe zu Cordeil Hüll geäußert, die bisheri­gen amerikanischen Verluste seien „ungefähr gleich groß mit den Verlusten, die die Russen je den Morgen vor dem Frühstück meldeten“.

Paris , Eine neue Zeitung ist am Montag in Paris erschienen. Sie trägt den Namen „L'Ecko de la France“. In Einern Leitartikel wird als Aufgabe

des Blattes bezeichnet, die nationale Einheit zu verwirklichen.

Paris . Der 74jährige französische General der Reserve Philippen wurde am Sonntag in Toulouse von zwei französischen Attentätern ermordet. Der General war Mitglied der französischen Miliz und hatte am Sonntag einer Kundgebung der Miliz bei­gewohnt Die Täter sind entkommen.

Genf . Rafvaele Piccardi, der einzige zivile Mi­nister der Badoglio -„Regierung" trat zurück und erklärt, er habe sich aus politischen Gründen von der Regierung zurückgezogen.

Genf . Ueber Nordafrika kam, „Daily Tele­ graph " zufolge, der englische Vizeadmiral Ronold Halifax ums Leben. Halifax war Befehlshaber der Zerstörerflottille der Heimatflotte und als solcher hauptsächlich für den Schutz der Konvois verant wörtlich.

Venedig . Der Duce hat Mareello Vaceari zum Kommissar für die Faschistische Republikanische Partei in Deutschland berufen; der neue Kommis­sar hat seine Tätigkeit in der Landesstelle der Faschistischen Republikanischen Partei in Berlin bereits aufgenommen.

Bukarest „Wer dem bolschewistischen Koloß so nahe ist, wie wir es sind, der weiß, warum wir in der russischen Steppe kämpfen und warum un­sere Soldaten in den Deutschen ihre größeren Kameraden sehen“, erklärte der ehemalige rumä­nische , Propagandaminister Professor Nicfaifor Carinio.

Sofia . Am Sonntag überflogen feindliche Flug­zeuge Bulgarien . Es wurden Bomben über Sofia abgeworfen, von denen einige Bürger getötet und verwundet wurden, unter ihnen Frauen und Kin­der. Es wurden auch einige Häuser in den äuße­ren Vierteln zerstört.

Sofia . Die bulgarische Zeitung „Retsch“ unter­streicht in einem Leitartikel die Bestrebungen der USA . und der Sowjetunion , immer weiter im Nahen Osten vorzudringen.

Elf neue Ritterkreuzträger

dnb. Führerbauptquarder, 15. Nov. Der Führ»; verlieh das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an- General der Infanterie Friedrich M i e t h, Koni mandierender General eines Armeekorps; Ger »! ralleutnant Athur Kullmer, Kommandeur eia» Infanterie-Division; Oberst Gerhard Schm Id. h u b e r, Kommandeur eines Panzergrenadier! Regiments; Hauptmann Wilhelm Drewes, B*. taillonsführer in einem Panzergrenadier-Regiment* Hauptmann Julius Grund, Bataillonskomnuml deur in einem Gebirgsjäger-Regiment; Oberleut­nant der Reserve Max Johne, Kompaniechef (a einem Grenadier-Regiment und Wachtmeister Adolf 8 tueck , vorgeschobener Beobachter ^ einem Artillerie-Regiment Auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der Luftwaffe an: General­major Roth, Fliegerführer; Major Nocken Gruppenkommandeur in einem Kampfgeschwader' und Hauptmann K i p f m ü 11 e r, Staffelkapitän' in einem Kampfgeschwader. Auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der Kriegsmarine erhielt dag Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes Oberleutnant (ing.) d. R. Karl-August Land!ehrmann, der L. I., der Leitende Ingenieur von Lueth. Auf sei­nen Schultern lag während der berühmt geworde­nen, bisher längsten U-Bootfahrt der Seekrieg», geschickte die Verantwortung für Boot und Boots­manöver.

Amerika verschweigt seine Niederlage

d. Tokio , 15. Nov. Der USA. -Marineminister Knox enthält der amerikanischen Oeffentlichkeit noch immer die Nachrichten von den schwere» Verlusten bei Bougainville vor, so erklärte der Sprecher der japanischen Regierung auf der Ans- = Iandspressekonferenz am Montag Man geht in Amerika sogar so weit, zu behaupten, daß seit de» 6. Oktober an der südpazifischen Front überhaupt : keine größeren Kämpfe stattgefunden hätten. Dis nordamerikanischen Behörden befürchten schwer» moralische Rückschläge, wenn das Volk die Wahr- heit erfahren würde. Amerika sei, wie aus de» Aussprüchen zahlreicher Kriegsgefangener hervor­gehe, kriegsmüde und sehe nicht mehr ein, warn» Zehntausende von Menschenleben geopfert werde» müßten, um asiatische Landstriche, die den Asia­ten gehörten, diesen zu entreißen.

Im Kampfraum beiderseits Gomel

dpz. Unsere Karte zeigt den Kampfraum beider­seits Gomel . Auch hier versuchten sich die Sowjet» in den letzten Tagen in ergebnislosen Anstürme» gegen unsere Linien. Unter schweren Verluste» an Menschen und Material, besonders an schwere»

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Panzern, wurden sie blutig abgewiesen. Ihren Angriffen lag wohl die Absicht zugrunde, die eng­ste Stelle zwischen den Flüssen Sosh und Dnjepr schnell zu Überwinden, ein vergebliches Bemühe». Er wurde entweder abgewiesen oder im Gegen­stoß zurückgeworfen.

Straßburg am „Tag cfer Hausmusik“

(okn) Nachdem Straßburg die Reichsführung zum diesjährigen Tag der deutschen Hausmusik erteilt war, vollzog sich im Kleinen Haus des Theaters Straßburg die Eröffnung in Anwesenheit zahlreicher Gäste aus dem Reich und aus dem Oberrheingebiet am Samstagnachmittag in einem entsprechend festlichen Rahmen.

Der Präsident der Reichsmusikkammer , Prof. Dr. R a a b e , konnte, nachdem der Oberbürger­meister von Straßburg , Dr. E r n s t, in seiner Be­grüßungsansprache darauf verwiesen hatte, daß Straßburg , obgleich alte Soldatenstadt immer die Pflegestätte edler deutscher Musik gewesen sei, mit besonderer Betonung darauf abheben, wie die Reichsmusikkammer der Hausmusik stets ein be­sonderes Augenmerk geschenkt habe, aufbauend auf der Arbeit bedeutender Vorkämpfer für den Hausmusikgedanken, dem 1933 seine erste große Verwirklichung gegeben werden konnte. Musik ist niemals eine Luxusangelegenheit, wie eine frühere beschränkte Anschauung meinte, sondern ein der Allgemeinheit dienendes Kulturgut. Kammermusik und Lied zeugen davon, daß Deutschland das Größte für die Hausmusik geleistet hat. Aus der Erkenntnis, daß vielbändiges Klavierspiel grund­legend für das Verständnis und die Vertiefung der konzertanten und Opernmusik ist, wurde für das Jahr 1943 das „Straßburger Klavierbuch“ ins Le­ben gerufen, eine Sammlung originalvierhändiger Klavierkompositionen zeitgenössischer Komponi­sten, die für den Gebrauch des häuslichen Musi- zierens bestimmt sind. Welch besonderen Raum das Kammermusikspiei in der deutschen Haus­musikpflege einnimmt, ist an der Arbeit des Ber­ liner Hausmusikkreises zu sehen, der seit 1942 1500 Partner für häusliche Quartette vermittelt hat. Zahlreiche aus dem Felde kommende Wünsche wurden ebenfalls erfüllt und in einem kurzen Zeitraum 2000 Instrumente ins Feld gesandt Auch der Deutsche Rundfunk hat sich unterstützend in

die Bestrebungen zur Pflege der deutschen Haus­musik eingeschaltet und einen Preis für Haus­musikkompositionen ausgeschrieben, den 549 Ein­sendungen erstrebten. Aus alledem geht hervor, daß der Krieg der Pflege der Hausmusik nicht den geringsten Abbruch getan hat. Mit einem Wort Storms, das die Versonnenheit der Deutschen in Verschmelzung mit seiner Wehrhaftigkeit an­spricht, schloß Dr. Raabe, daß wir auch heute die Trompete blasen.

Diese Gedanken führte der Leiter des Haupt­kulturamtes der Reichspropagandaleitung, Bri­gadeführer C e r f f, weiter, indem er betonte, wie die Hausmusik in den Zeiten schwerster Kriegs­bedingungen zu den echten Bedürfnissen unserer Nation gehören. Die NSDAP , unterstützte deshalb die Hausmusik mit allen Mitteln, weil sie wisse, daß die Laienkräfte den Nährboden bilden für die leuchtenden Werke der deutschen Kunst. Die Hausmusiktage bildeten einen Appell an alle Musikfreunde, aus Ihnen den Antrieb zu holen, sich selbst und anderen durch die Werte der Mu­sik im häuslichen Kreise Freude zu bereiten. Durch die Ausübung der echten Hausmusik wird die Jugend gewonnen und durch dieses Erziehungsgut werden ihr Werte für das spätere Leben mitgege­ben, Laßt die Musik starke Herzen und einen frohen Sinn für unseren Kampf schaffen.

Zwei Barockwerke, davon eines von dem im Elsaß geborenen Georg Muffat und eine .Festliche Musik" des Straßburger L. J. Kauffmann, geboten vom Opernorchester unter Generalmusikdirektor Rosbauds Leitung, gaben der Eröffnungsstunde das feierliche Gepräge ausklingend mit der Füh- rerehrung und den nationalen Liedern.

Festlicher „Palestrina “ in Straßbarg

okn. Das sehr reichhaltige, die Tage bis zum Samstag, 13. November füllende Programm der Straßburger Hausmusiktage wurde eingeleitet mit einer Hausmusikstunde der Kameradschaft der Künstler und Kunstfreunde am Oberrhein, bei dem

erste Kräfte der Straßburger Oper und des Orche­sters mitwirkten. Dann folgte am Sonntagvormit­tag ein Konzert des Sinfonie- und Kammerorche­sters Straßburg , das unter Leitung von Philipp Acker Werke von Mozart, Volkmann und Harald Genzmer brockte. Die Jugend wird sich ln den folgenden Tagen sehr oft hören lassen, zum ersten Mal trat sie am Sonntagnachmittag ln einer schö­nen Musizierstunde von Schülern der Städtischen Jugendmusikschule hervor.

Einen der Höhepunkte der geradezu als Musik­woche anzusprechenden Veranstaltungen bildete am Sonntag die Wiedergabe von Pfitzner’s „Pale­strina", der bekanntlich in Straßburg gedichtet und komponiert wurde und nun zum ersten Mal am Ort seiner Entstehung erklang. Die bis zum letz­ten ausgefeilte Aufführung machte auf das aus­verkaufte Haus erkennbar tiefen Eindruck. Die Voraussetzungen hierfür ergaben sich aus der von dem Wiener Gast Josef Witt — zugleich ein Pale­strina eindringlichen Formats — sorgsam abgewo­genen, die einzelnen Gestalten zu starkem Profil herausarbeitenden Spielleitung und der von GMD Hans Rosbaud einfühlsam und großgestalteten, Werktreuen Interpretation dieses bedeutenden Werkes, das damit dank der restlosen Hingabe vor Orchester, Chor und der großen Zahl der an­spruchsvollen Solopartien zu dem von Pfitzner erdachten Preisgesang auf die Musik wurde.

Ernst Stolz.

Bildhauer Karl Wahl f

In Straßburg, wo er in letzter Zeit noch an verschiedenen privaten und öffentlichen Bauten den Bildschmuck geschaffen hatte, verschied der aus Karlsruhe stammende Bildhauer Karl Wahl an den Folgen eines langwierigen Nierenleides im 60. Lebensjahr. 8rill ging der Künstler von uns, wie er auch still und ohne Aufhebens in seinem Schaffen war. Aber ungeteilt war darum sein Leben auch diesem seinem Werken und Wir­ken gewidmet. Mit unerschrockener Ausdauer

gegen die Härten der durch die Teilnahme am er­sten Weltkrieg geschwächten Gesundheit kämp­fend, schuf er seine stillen nachdenklichen Bild­werke, mit seltener Werk-Kenntnis ausgestattet, errichtete er in der spröden Materie des Granits seine Grabdenkmale landauf, landab. Viele Ge­meinden des Oberlandes besitzen von des Künst­lers fleißigen Händen sinnige, dem Volksempfin- den angepaßte Ehrenmale und Krieger-Gedächtnis­statuen. Vom gleichen gediegenen Geschmack und Kunstsinn in der Auswertung gegebener Anlagen und kennerischer Maßbehandlung zeugen die zahl­reichen freien bildnerischen Arbeiten. In wohl­gegründeter Werktreue stellt sich beispielsweise der originelle Kinderbrunnen „Zwerg Nase" (nach« Hauff) auf dem Karlsruher Sonntagsplatz dar. Neben der geistvollen Porträtbildniskunst Wahls (Medaillons am Reichspostdirektionsgebäude Karls­ruhe) ist auch der bildnerische Schmuck im Karls­ ruher Landtagsgebäude und in der Freiburger Universitätsklinik zu nennen, sowie zuletzt die Ausschmückung des Erlenbades bei Ackern, wo der KünSlter noch vor kurzem Erholung gesucht hatte. Karl Wahl stammt mit seinem heute als Bildhauer in Stuttgart wirkenden Bruder aus ei­ner Karlsruher Künstlerfamilie. Der Vater betrieb schon eine seinerzeit anerkannte Grabmal- und Bildhauer-Werksätte, darin die hochbegabten Brüder frühe die ersten bildnerischen Anregungen erhielten. Später vervollständigte Karl Wahl seine Studien auf der Kunstakademie bei Voiz , um in den Jahrzehnten nach dem Weltkrieg seinen Na­men weiterhin zu festigen und unauslöschlich in das Bild und Gedächtnis des badischen Kunstlebens einzuprägen. Dr. Carl Hessemer.

Verleger: Alfred Reiff (bei der Wehrmacht ) Druck und Verlag: A Reiff & Cie Offenburg Verlagsleiter: R. Hack (bei dei Wehrmacht ), Stell­vertreter und Anzeigenleiter Rudolf Bertoo; >Hauptschriftleiter: Carl Fürst. (Preisliste Nr. 8).