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Der 1. Offizier ist dem Führer des Schiffes, dem Komman­danten, späterhin für den kriegsmäßigen Zustand von Schiff und Besatzung verantwortlich. Es gibt, abgesehen von dem rein technischen Betrieb der Maschinenanlagen und anderer Gruppen, für den die betreffenden Vorstände haften, nichts im ganzen Schiff, was nicht in den Kreis seiner Verantwort­ung fiele.

Am Nachmittag vor dem befohlenen Jndienststellungs- termin kommt die Besatzung mit Kleidersäcken, die ihre ganze Habe bergen, unter der Führung ihrer Offiziere auf dem Werftkai längsseit des Schiffes. Die Namen werden ver­lesen, die Offiziere, Ärzte und Beamten melden sich beim 1. Offizier zum Antritt ihres neuen Kommandos und erfahren von ihm ihre Stationen.

Inmitten einer Brandung von Fragen, Gesuchen und Bitten steht der 1. Offizier, sein Faktotum, den Rollenschreiber mit den Listen in Staffel Steuerbord hinter sich. Hier hat ein Mann die eben erst verlesene Schiffsnummer vergessen, dort ist einer, der hat überhaupt keine.Wie so?"Ich bin nachträglich an Bord kommandiert."Warum?"Ich bin musikalisch." Lächeln bei den Offizieren, denn demErsten" geht der Ruf voraus, daß bei ihm alles mit Musik ge­macht wird, sogar Schwerverbrecher soll er an Bord nehmen, wenn sie nur was blasen können!! So schlimm war es nun, glaube ich, nicht, aber Tatsache ist, daß ich mit den Musi­kanten viel Kummer gehabt habe.

Dann ruft mich der Dienst unter Deck. Ich wußte schon, da steht eine Kette von Menschen vor meiner Kammer­tür aufgereiht, sie wollen Unterschriften haben oder haben irgendwelche privaten Anliegen, wieder andere haben den 1. Offiziernirgends finden" können und warten hier, bis er in seinem Bau wechselt.Soll der Proviantprahm vorn oder hinten festmachen?"Der Navigationsoffizier läßt