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fragen, ob er ein Boot nach der Hansabrücke bekommen kann." Fernspruch von der Station: Noch heute Geheimsachen ab­holen lassen, durch Portepeeunteroffizier!"Die verheirateten Deckoffiziere bitten, an Land gehen zu dürfen." Na, wenn die Frage erst kommt, ist's ein Zeichen, daß der Betrieb ab- zufiauen beginnt, und freudig antworte ich zurück:Ja, bitte, viel Vergnügen!" Wer es so haben kann!

Ein Glanzstück unserer Messeausrüstung war eine von unserer Patenstadt Karlsruhe gestiftete Silberkiste, enthaltend Bestecke für 20 Personen, jedes einzelne Stück ge­schmückt mit dem Wappen der badischen Haupt- und Residenz­stadt. Auch durch Spendung von Gemälden und Stichen zur Ausschmückung der Offizier- und Deckoffizierwohnräume hatte sie sich ein dankbar anerkanntes Verdienst um ihr Patenschiff erworben.

Die Indienststellung S. M. S.Karlsruhe" war für den 15. Januar befohlen, um 12 Uhr mittags mußte Flagge und Wimpel geheißt sein. Ich hatte meinem Kommandanten, Fre­gattenkapitän Lüdecke, 9 Uhr vormittags als geeigneten Zeitpunkt genannt. Bis dahin konnte die Mannschaft sich ge­waschen, gefrühstückt und das beste Päckchen angelegt haben, wie es die Feierlichkeit der Flaggenhissung erfordert.

Eine kurze, kernige Ansprache des Kommandanten wies die auf dem Achterdeck angetretene Besatzung auf den be­deutungsvollen Augenblick hin, an dem der neueste Kreuzer unter die Flagge trat, bestimmt, sie in fernen Gewässern zu zeigen. Unter drei begeisterten Hurra's auf den Allerhöchsten Kriegsherrn wurde die Kriegsflagge an der Gaffel und der Kommandowimpel im Topp geheißt, der jüngste Kreuzer Sr. Majestät war im Dienst.

Nicht einfach war die Verteilung des zur Verfügung stehenden Stauraums, es sollte ja nicht, wie auf Jnlands- schiffen üblich, eine Ausrüstung für ein halbes oder nur