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ladung eines englischen Klubs zu Tee und Tanz im Polo- Klubhaus Folge geleistet. Von einem Essen beim deutschen Konsul kam ich gerade noch zurecht, um den letzten Teil des Festes mit zu erleben. Man tanzte in einer offenen Halle, ein neu angekommenes englisches Paar ließ sich in einem graziösen Tango bewundern, in den Pausen trat man hinaus in den duftdurchströmten Park und genoß den Zauber der tropischen Nacht.
Die erste programmwidrige Unterbrechung erfuhr unser Aufenthalt, als wir telegraphischen Befehl erhielten, Verbindung mit der „Dresden" zu suchen, die mit dem Expräsidenten Huerta an Bord von Mexiko herüberkommen sollte. Wir gingen in See, drehten aber, nachdem die Funkenverbindung hergestellt war, wieder um und kamen, sehr zu unserer Freude, zum zweiten Male in das nette Kingston.
Aber es sollte doch nicht dazu kommen, daß wir hier Wurzel schlugen. Wir hatten gerade wieder Kohlen ausgefüllt, da rief uns ein alarmierendes Telegramm der „Straßburg" nach Port au Prince. Dieses Schiff war der letzte Rest der sogenannten „detachierten Division", bestehend aus den Großlinienschiffen „Kaiser" und „König Albert", die an den südamerikanischen Küsten gekreuzt hatte. „Straßburg" hatte die Heimreise abbrechen und nach dem revolutionsschwangeren Mittelamerika gehen müssen. „Ich habe selbst die Heimreise über St. Thomas angetreten, gemäß Befehls des Admiralstabs der Marine", lautete der lakonische Schlußsatz des Telegramms, dessen tieferer Sinn uns erst später klar werden sollte.
In Port au Prince war man ziemlich entrüstet über die plötzliche Abreise der „Straßburg", die wir selbst, in Unkenntnis der wahren Gründe, zunächst auch nicht entschuldigen konnten.
Der Zweck unserer Anwesenheit in Port au Prince war