o 08(19 JgAbſehen auf Franckreich dergeſtalt nach der Hand aus der achtgelaſſen worden/ daß die Staͤnde deß Reichs derſelben Cron viel⸗mehr zu ihrem groſſen Wachsthum geholffen/ und ſich angeſtel.let/ als ob ſie mit allem Fleiß in eine Fraͤntzoͤſiſche Dienſtbarkeitverfallen wolten.Was war aber bey Franckreich der Danck davon? Nichtsals die Undanckbarkeit und die Unterdruͤckung ihrer Freyheitzu Lohn/ diejenige/ welche ihm hier und da geholffen/ wurden ſowohl als andere/ die in gleiche Gefahr ſich nicht ſtuͤrtzen wolten/unter das Joch gebracht/ worunter aber/ wie es einem zumuthſey/ man nur diejenige Fuͤrſten und Staͤnde im Reich fragenwolle/ welche eine Zeit lang darunter geweſen/ als dann die dengroſſen Unterſchied zwiſchen dem Schütz und Freyheit im Reichund der Frantzoͤſiſchen Regierung und ſelbiger Agnition wohlzu ſagen wiſſen werden. Wann auch der Koͤnig in Franckreichdann und wann an das teutſche Hauß Oeſterreich allein wolte/es ihm gleich waͤre/ ob er ſeine von denen Staͤnden an ſich gebrach⸗te Freunde damit bekriegte oder nicht/ und in ihren Laͤndern/ alsob er darinnen Herr waͤre/ hauſete/ ob es ihnen wohl oder uͤbeldabey gienge/ wie dann ein gewiſſer teutſcher Fuͤrſt/ der nachdem Nimwegiſchen Frieden auch ungluͤckſeeliger weiß unter dasFrantzoͤſiſche Joch gebracht worden/ oͤffters in ſeinen Diſcurſengedacht/ wie ſeine Vor⸗Eltern viele Huͤlff und Vorſchub demHauß Bourbon oder denen Vorfahren des jetzigen Koͤnigs inFrauckreich ehe deſſen gethan/ er aber nun zum Danck nichts an⸗ders davon genieſſe/ als daß er feiner Freyheit von ihm ſey berau⸗bet/ und in die Frantzoͤſiſche Dienſtbarkeit dafür geſtecket wor⸗den/ wovor er doch alle ehrliche teutſche Fuͤrſten treulich warnenſteher ¿pie von einer Sach die erſchrecklich und nicht auszu⸗tehen ſey.Was haben die Staͤnde des Reichs an dem Rhein wohnendbey dem letztern Einfall An. 1688. gethan/ da der Koͤnig in Franck⸗reich ſie feindlich uͤberzogen? Nichts/ ſie waren theils ja ſchonunter ſeinem Joch und ſcuffzeten darunter/ theils aber ſo a2 l