44 Wulf. Zu Ende ſing' ich noch mein Lied, 8 Das ſchafft mir Muth, wenn auch nicht Fried'. Un Den Hammer in Ehren! Eiſen, du Knecht, Dich zu bezwingen, iſt Luſt ihm und Recht! Nimmer, o Eiſen, ſei falſch du und ſchlecht! Aber für mich iſt kein Panzer ſo feſt, Daß er das Herz mir bewache; Mir hilft nur Eins für des Herzens Gebreſt: Mir hilf, o Eiſen, zur Rache! Gluth und Fluth ꝛc. Chor der Männer. Gluth und Fluth und Windesbrauſen, Sprühe, Erz, in glüher Kammer! Glüh' und ſprüh'! Mit Sturmesſauſen 0 Donnere, du Hammer! Chor der Frauen. So friedlich war das Abendroth, Und jetzt wie es am Himmel droht! O betet, daß der Vater wacht, 9 Und haltet eine gute Nacht! 1 Wulf f (noch einen wüthenden Schlag auf den Amboß führend). Gute Nacht! (Er ſchließt raſch ſeine Werkſtatt. Die Nachbarn gehen langſam ab.) (In den Häuſern erliſcht Licht um Licht. Die Geſichter an den Fenſtern verſchwinden erſt, nachdem der Nachtwächter geſungen hat.) Der Nachtwächter (die Straße herabkommend, bläſt). Bewahr' uns, Herr, zu dieſer Stund' Vor aller böſen Geiſter Bund Und ſchütze uns, Herr Jeſu Chriſt, Vor Höllenzwang und Teufelsliſt. (Bläſt. Links ab. Man hört ſein Tuten noch aus der Ferne. Der Mond ſchimmert matt durch darüberziehende Wolken, die immer ärgere Unthiergeſtalten annehmen.) Hunold (hinter Wulfs Schmiede hervorkommend). Der Weg iſt offen, der zur Weſer führt, Der Strom bereit,