—0Zweite Seene.Dieſelbe Scenerie. Das Portal der Kirche mit Blumengewinden geſchmückt. BeimAufgehen des Vorhangs iſt der Hochzeitszug des jungen Sunneborne und der Reginabereits im Gang, der Platz rechts bis zum Strom mit Volksgruppen beſetzt. Der Zugkommt zwiſchen Kirche und Brücke hervor und geht um den Gerichtsplatz in's Portal.Das Glockenläuten dauert fort, bis der Zug, auch das Volk, in der Kirche iſt, dieſegeſchloſſen wird und der Orgelklang und Choralgeſang in der Kirche beginnt. DerPlatz iſt nun leer— nur jenſeit des Stroms kniet der alte Fiſcher Rögner mit Aennchenallein vor ſeiner Hütte. Aus der Ferne Hunolds Schalmei. Dann der Zug derKinder, bunte Reihe, alle ſtill dem Geſang Hunolds lauſchend. Um den Gerichts⸗ſtein, um welchen auch dieſer Zug geht, Stillſtand. Der alte Rögner erhebt ſich, wäh⸗rend Aennchen freudig nach der Kinderſchar die Händchen ausſtreckt.Trauungsgeſang en der Kirche).Erſchleuß, o Herr, des Himmels Thor!Durch deiner Gnade StrahlErheb' zu deinem Thron emporDie Herzen treuer Wahl.Feſt ſteht ihr Bund für alle Zeit,Wenn deine Vaterhand ihn weiht.Hunold.Rache hab' ich Dir geſchworen,Stadt, für meiner Gertrud Noth!Härter als durch jähen TodSei Dein Liebſtes Dir verloren!Nun folget mir fröhlich, Ihr Kinderlein,Wir wollen luſtwandeln und ſingen.Die Fiſchlein der Weſer die ſpielen ſo fein,Die ſehen wir ſchwimmen und ſpringen;Und über die Brücke und über den StegDa geh'n wir zum luſtigen Berge,Durch Beeren, ſo ſüß, und durch Blumen den WegZum goldigen Schloſſe der Zwerge.Das goldige Schloß, o das müſſet Ihr ſeh'n,Die ſpringenden Brunnen im Garten,Die Fahnen, die hoch auf den Thürmen weh'n,Und Lanzen für Euch und Standarten,Und Armbrüſte, Helm' und Trompeten genugUnd Panzer mit Schuppen und Spangen—