Hier muß ich ihn erretten! Mein Gott, mein Gott, verlaß mich nicht! (Poſaunentöne aus der Ferne.) Sie nahen! Volk und Richter nah'n Bald iſt's um ihn und mich gethan! (Ab rechts in's Gebüſch.) (Volksmaſſen, erſt in einzelnen Gruppen, dann immer dichter, auch größere Kinder dabei, füllen den Raum rechts bis zum Strom und nahe zur Brücke zwiſchen Brücke und Portal hervorkommend.) Chor. Der arme Sünder weh' dem Mann! Gefangen in der Hölle Bann, So harret ſein der Tod allein. Gott ſchütz' uns alle vor dem Stein! Der Gerichtszug. Voran: Berthold von Sunneborne im Harniſch und mit dem Schwert an der Seite, in der Hand den weißen Stab, der über den Verbrecher zu brechen iſt. Neben ihm die ſieben Schöffen, dabei Ethelerus. Alle(Schultheiß und Schöffen) bleiben vor der Gerichtsſtätte ſtehen. Wenn die Gruppen geordnet ſind, die Schöffen um den Schultheiß ſtehen(der Bürgermeiſter und ſeine ſieben Zeugen ſtehen noch beim Volk) läutet auf dem Thurm der Kirche das Armeſünderglöckchen zum erſten Mal als Zeichen für den Anfang des Gerichts. Stadtſchultheiß Berthold von Sunneborne (tritt an den Steintiſch vor dem Steinſitz und legt den weißen Stab auf denſelben. Indem er dann ſein Schwert zieht, entblößen ſich alle Häupter des Volks, Verneigung, und zweites Läuten der Hochgerichtsglocke. Schultheiß und Schöffen nehmen ihre Plätze um den Steintiſch ein. Bewegung im Volk, das nach rechts hin blickt, von wo⸗ her Hunold gefeſſelt geführt wird, während die Glocke zum dritten Mal läutet. Sobald Hunold vor dem Tiſch ſteht, Todtenſtille. Der Schultheiß klopft mit dem Gerichtsſtab.) Schöffen des Gerichts, ich frage: Stehen wir an Ort und Tage Heut' zu Freigericht und Klage? Ethelerus(als Schöffe). Ja, Herr Schultheiß! Recht zu pflegen, Heute Freigericht zu hegen Fordr' ich auf zum erſten Male, Fordr' ich auf zum zweiten Male, Fordr' ich auf zum dritten Male! Schultheiß. Ward es kund auf allen Wegen, Daß ein Freigericht wir hegen?