i*(2) 28doch die erſte Grund⸗Regeln gegeben, wornach bißher das teutſcheReich, in einer nicht unfüglichen Ordnung, unter dem Zepter ei⸗nes Kayſerlichen Oberhaupts iſt regieret worden,Nach und nach wurden zwar, nach Anleitung dieſer guͤld⸗nen Bull, noch viele heilſame Ordnungen und Geſetze gemacht,welche als Reichs⸗Ab ſchiede und Wahl⸗Capitulationen von den gezmeinſchaftlich verfeimleten Staͤnden ihre Rechts⸗Kraft erlangethaben. Dem ungeacht aber, ſo finden verſchiedene klugeMaͤnner an dieſer Reichs Verfaſſung noch vieles auszuſetzen.Puffendorf, unter dem Nahmen von Monzambano, und dernoch nicht voͤllig entdeckte Hyppolitus a Lapide nannt folche eineRen publicam monſtroſam, da viele Koͤpfe nur einen Leib be⸗herrſchten; Allein es ſchicket ſich gar wohl, daß die Menſchen ihreHandlungen nach dem Gutduͤncken vieler klugen Koͤpfe einrichten;da im Gegentheil eine gantz unumſchraͤnckte Gewalt, mit welcherſonſt ein eintziges Haupt einen gantzen Staat nach eigenmaͤchti⸗gen Willen regieret, weder ihrer natuͤrlichen Freyheit gemaͤß,noch ihrer allgemeinen Gluͤckſeeligkeit zutraͤglich iſt. Wo aberder Weiſen viel ſind, da iſt des Volckes Heil; und wo man nachvernuͤnftigen Gruͤnden, in einerley Abſichten, friedſam zuſam⸗men ſtinnnet; da wird das gemeine Wohl ungleich beſſer beſor⸗als wo ein Freimaͤchtiger Beherrſcher, an ſtatt der Billigkeit,ofters das fuͤrchterliche Urtheil ſpricht: ich will.Menſchen wollen als Menſchen, das iſt, als freigebohrneGeſchoͤpfe, mit Recht und Vernunft, regieret werden. DieTeutſche, unſere Vorfahren, ſind deswegen Francken, ein freiesVolck, genennet worden; weil ſie weder der Bottmaͤſigkeit einesRoͤmiſchen Stadthalters, nach den ſtreifenden Koͤnigen, die nurihre Laͤnder verwuͤſteten, ſich unterwerfen wolten. Sie opfertenihrer Freyheit Gut und Blut auf; und ſchuͤttelten jederzeit, dasihnen verhaßte Joch des Depotilmi mit Muth und Dapferkeit vonihren Haͤlſen, ſo bald ihnen ſolches einer von ihren Fuͤrſten aufle⸗gen wolte.Kayſer——