$(38) 2atrocinii ſeu deductio nullitatum præſcriptionis Cæſareæ, welchefich in feinen confiliis politicis befinden, weitlaͤufftig nachgeleſenwerden. Carl Ludewig hatte alle Muͤh von der Welt, wiederzu den Wuͤrden und Laͤndern ſeines ungluͤcklichen Batere zu gezlangen. Endlich geſchah ſolches durch den Weſtphaͤliſchen Frie⸗den: Doch ſo, daß Bayern deſſen uͤberkommene Stelle zu demErtz⸗Truchſeſſen⸗Aint behielt, Pfaltz aber dargegen mit der ach⸗ten Stelle im Churfuͤrſtlichen und dem Reichs Schatzmeiſter⸗Aint ſich begnuůgen muſte. Wegen dem Vicariat aber blich dieSache unentſchieden. Pfaltz wolte behaupten, es waͤre daſſelbeein Recht, welches auf ſeinen Pfaͤitziſchen Laͤndern hafftete.Bayern aber gruͤndete ſich auf den Weſtphaͤliſchen Frieden, wo⸗durch er in dem Beſitz der Chur und des Ertz⸗Amts mit allen da⸗von abhangenden Wuͤrden und Rechten ſey beſtaͤttiget worden.Dieſer Streit wurde nicht ausgemacht. Bayern feste fichinzwiſchen, wie bereits unter dem Capttel von dieſer Chur ge⸗meldet worden, durch Liſt in Polleſſton. Den Churfürſten vonPfaltz Carl Ludewig, verdroß dieſes ungemein; Er konte deß⸗wegen ſeinen Eyfer nicht baͤndigen, da, bey erfolgten Reichstagzu Regenſpurg, in ſeiner Gegenwart, in pleno, von dem Bayeri⸗ſchen Geſandten eine ſehr anzuͤgliche Schrifft gegen ihm verleſenwurde. Er ermahnte den Geſandten mit Ableſung dieſer Schriffteinzuhalten; allein Oexel, der Bayeriſche Geſandte, ließ ſichdadurch nicht ſtoͤhren, ſondern fuhr darinn gantz gelaſſen fort; bißendlich die Worte: Daß wegen verwuͤrckter Chur als anBayern kommen ꝛc dem aufmerckenden Churfuͤrſten den ſchonaufgebrachten Sinn dergeſtalt erhitzten, daß er aller Uniſtaͤndevergaß, das Dintenfaß ergriff, und ſolches dein leſenden Ge⸗fandten nach dem Geſichte ſchmiß. Dadurch aber wurde die Sa⸗che am wenigſten entſchieden, und ſcheinet die Vermittelung die⸗fer wichtigen Streit⸗Sache unſeren gegenwaͤrtigen Zeiten vorbe⸗halten zu ſeyn.Die uͤbrige Rechten und Præroativen welche ſonſten dieſes ho⸗he Chur⸗Hauß noch beſitzet, ſind folgende:(.) Hat derſelbe dieGe⸗