58Die Bürger.Einhundert Mark— wir ſind ſie los.Bürgermeiſter.So, meint Ihr, läßt man mit ſich handeln?Hunold.Und weil ich oft die Stadt erfreutBei Mittagruh' und AbendwandelnMit manchem Tanz und frohem Sang,So gönnt dem Spielmann, der nun ziehtZur Ferne fort mit Sang und Klang,Die Spende würdig ſeinem Lied!Nicht theure Weine will ich nippen,Nicht prangen in des Golds Genuß,Mich lohne von Regina's Lippen,Herr Bürgermeiſter, nur ein Kuß!(Während der Bürgermeiſter, die Hände über dem Kopf zuſammenſchlagend, nochſprachlos daſteht, Regina auch von der Ueberraſchung betäubt, aber ſichtlich nicht un⸗angenehm betroffen, in Dorothea's Armen nach Hunold hinblickt und Ethelerus denHeribert feſthält, der auf Singuf losſtürzen will:)Heribert.An die Kehle, an die KehleDieſem Teufel! Seine SeeleSoll erſticken meine Wuth!Chor der Weiber und Müdchen.Ei, wie ſtolz, wie unbeſcheidenIſt der Ritter hochgemuth!Aber ſie iſt zu beneiden!Ob die ſchöne Braut es thut?Chor der Männer.Ha, wie frech, wie unbeſcheidenIſt der Ritter hochgemuth!Solch Gelüſt nicht zu vermeiden—Wehe ihm, das wird nicht gut!Bürgermeiſter.Herr aller Dinge! Sind die WorteGeſprochen wirklich hier am Orte?Hier vor des Raths und Volkes RundeKam ſolch ein Wort aus einem Munde?