61Ethelerus(eilig, aus des Bürgermeiſters Haus zu ihm eilend).Hunold, Hunold! Euch zu ſuchenMacht Ihr Eurem Freunde ſchwer!Kommt, Ihr ſollt der Stadt nicht fluchen—Seht, der Beutel iſt nicht leer.Daß Ihr Euer Werk vollführt:Die fünf Ratten auch gefangenUnd am Thore aufgehangen,Hat den alten Herrn gerührt,Und er gibt's Euch von dem Seinen!Seid zufrieden mit dem kleinenUnd verſchmerzt den großen Lohn!Um den ausgeſtand'nen HohnEuch zu ſühnen offenbar,Ladet zu der Gäſte ScharEr als Gaſt Euch heute ein—Und die Wette? Laßt ſie ſein!Kommt, die Freunde ſind Euch nah'!Reicht die Hand mir! Kommt Ihr?Hunold.Ja!(Ethelerus raſch wieder ins Haus ab.)Ja, ja, und ja! Der BettellohnSei, Roland, dein— der Stadt zum Hohn!(Wirft den Beutel zu Füßen der Bildſäule; Rolands Schwert zuckt.)Jetzt, Bild(die Wurzel erhebend), an deine Stelle!In Feſtespracht— o Racheluſt!—Fliegſt du zum Kuß an meine Bruſt!Und jubelnd lacht die Hölle!Sie iſt des Rattenfängers Schatz!—Nun, Zauber, raſch an deinen Platz!(Verſteckt die Wurzel in die Bruſt und eilt des Bürgermeiſters Haus zu)Gertrud(von der Straße neben dem Haus her ihm entgegeneilend).Hunold! Allen Engeln Dank!Endlich hab' ich Dich gefunden!Suchen muß Dich ſehnſuchtkrankDeine Gertrud, Stund' auf Stunden!