22Engler, über das Erdöl von Baku.Nobel auf den Petroleumfeldern zu Balakhani noch 65 Stationspumpen,auch 95 Dampfkessel(insgesammt mit Rohnaphta geheizt, deren Ver—brauch hierfür etwa 1 Procent der Gesammtgewinnung beträgt) und75 Dampfmaschinen.Ein kleinerer Theil der Rohnaphta geht auf der Eisenbahn inCisternenwagen zu je 100 MC.(600 Pud) nach dem Bahnhofe zu Baku.Man wählt dieses immerhin theurere Transportmittel jedoch meist nurdann, wenn die Rohnaphta auf der Hauptbahn über Batum weiter be—fördert werden soll, was dann selbstverständlich in denselben Cisternen—wagen geschieht. Uebrigens geht auch eine Rohrleitung von Balak-hani an den Bahnhof Baku, woselbst mehrere groſse Sammelbehältersich befinden.Endlich sei erwähnt, daſs immer noch kleine Mengen Rohnaphtavon Balakhani aus auf Kamelen in die benachbarten Gebiète, nachDaghestan, auch nach Persien bis Kurdistan verführt werden, wo dasungereinigte Oel in primitiven Ampeln gebrannt wird. Ein Kamel be-fördert etwa 300k Oel. Desgleichen wird auch noch von gan/ kleinenUnternehmern eine geringe Menge Rohöl auf den dort allgemein ge-bräuchlichen zweiräderigen persischen Wagen, Arba genannt, in dieRaffinerien der schwarzen Stadt gefahren, wobei immer ein Faſs Oelim Wagen liegt, während das andere zwischen den oft über 2m, 5 hohenKädern hängt. Bis zum J. 1875, da Gebrüder Vobel die erste Rohr-leitung legten, geschah die gesammte Oelverfrachtung fast ausschlieſslichin solchen Arbas und dieselbe bildete für die umwohnenden Tartareneinen sehr bedeutenden Nebenverdienst. Die Ausgaben für diesen Ver-sandt sollen im letzten Jahre vor Einführung der Rohrleitungen nichtweniger als etwa 2 Mill. Mark betragen haben und es ist deshalb leichtbegreiflich, daſs es nothwendig wurde, die Rohrleitungen 2u Anfangvor Zerstörung durch die erbitterten Fuhrleute zu schützen.EN