Iiee 8 16 5 Engler, über das Erdöl von Baku. 45 nur aufgespritzt und nicht mehr besonders mit dem Oele gemischt wird, weil die Wiederscheidung eine zu langwierige würde. Nach etwa einstündiger Klärung folgt das Ablassen und Ueberleiten in den tiefer stehenden Behälter und die Behandlung mit Vatronlauge. Dabei empfiehlt es sich, zuerst eine stärkere(1,28 bis 1,35 8p. G.), dann, für leichtere Klärung, eine dünnere Lauge zu nehmen, also 2 mal hinter ein- ander zu laugen. Die Menge des Aetznatrons richtet sich nach dem Säure- gehalte des Oeles; bei richtiger Vorarbeit sollen nicht über 0,3 Proc. gebraucht werden. Manche arbeiten dabei mit Lackmuspapier genau auf neutrale Reaction. Nach Behandlung mit Natronlauge darf nicht mehr mit Wasser gewaschen werden, weil die geringe Menge gelöster Natronseife dabei sich zersetzt und nur schwer zu beseitigende Trü⸗ bung bewirkt. In einer Raffinerie sah ich den Waschprozeſs mit Wasser bezieh. verdünnter Lauge durch eine Behandlung des Oeles mit Wasserdampf ersetat. Das fertige Brennöl flieſst entweder noch durch einen oder mehrere Klärbehälter, oder gleich in die Kerosinbehälter, wo dann häufig noch eine Nachklärung eintritt. Auch ohne schlieſsliches Waschen mit Wasser beträgt der Aschengehalt des Kerosins bei richtiger Arbeit nur Z3ug in 11 und ein Kohlen am Dochte beim Brennen desselben tritt nicht ein. C) Die Prufung des Herosins. In den meisten gröſseren Raffinerien Bakus finden sich sehr gut eingerichtete chemische Laboratorien, welche in Bezug auf Ausstattung vielen Laboratorien unserer chemischen Industrie zum Vorbilde dienen könnten. Auch habe ich darin eine ganze Reihe sehr tüchtiger junger Chemiker, meist aus der Schule Beilstein's oder Markoꝛonilkoſf's, kennen gelernt. In diesen Laboratorien werden die End- und Zwischenproducte einer fortwährenden genauen Prüfung unterworfen. Zur Priſung des Lerosins auf organische Säuren, welche noch aus der Naphta stammen, schüttelt man dasselbe mit etwa 2 Procent einer Natronlauge von 1,2 sp. G., läſst absitzen und säuert die getrennte Natron- flüssigkeit an. Die entstehende Trübung bildet den Maſsstab für die Menge der noch vorhandenen Säure. Zur Priifung auf genügende Behandlung mit Scunbefelsäure schüttelt man eine Probe des Oeles gleichfalls mit einigen Tropfen Natronlauge