28 BDeß Simpliclaniſch⸗keutſchen Michels Iſt ein ſchlimm omen, wann eine Nation den Auslaͤndern nach⸗ oͤhm̃et Ja es iſt ein Schand/ wañ ein ſonſt von Art hartes/ ernſthaf⸗ tig und graviraͤtiſch Volck allerley laͤppiſche Uppichkeiten annimbt/ und micten in dem Vatterland ſeiner maͤnnlichen Vorfahren/ ſo zaͤrtlich wie die Weiber zu leben anfaͤngt So bald scipio die Aſta⸗ tiſch niedliche Wolluſtbarkeiten nach Rom gepflantzt/ geriethe die Serrlichkeit und Majeſtaͤt der groſſen Weltherrſcherin ins Abnehmen/ biß ſie endlich zum Raub vieler Voͤlcker wurde; Wie übel dem Hannidal ſein fettes Quartier zu Capua bekommen/ hat er mit Schmertzen beklagt aber wann man ein Volck mit Waffen nit zwingen noch im Zaum halten kan/ ſo muß man Seitenſpiel ge⸗ brauchen. Darum lobe ich die Ruſſen oder Moſcowitter/ daß ſie ihre Inheimiſche zu Hauf behalten/ und ſich nach Muͤglichkeit be⸗ fleiſſen/ keine ſolche ſchaͤdliche Neuerungen bey ihnen einſchleichen zu laſſen. Ob wir fie im übrigen gleich vor grobe Barbaren halten mochten. a 7(móhtemander fagen) follman drum Feine Sprechen Ternensfondernein unwiſſender gEſell bleiben/ wie du vielleicht ei⸗ ner biſt? Nein/ mein Freundlbehüt Gott/ das rath ich nicht, die frembde Sprachẽ yaar an ſich ſelbſt nichts/ ſondern die angenom⸗ mene mit eingeſchlichene Sitten; Als einsmals ein Schmied mit neuen Aexten durch einen Wald zu Marckt gieng/ erſchracken alle Baͤum und aviſirten ihren Rönig/ was vor eine groſſe Menge ihreꝛ Feind und Verderber vorhanden waͤre! Der K Koͤnig fragte:ob auch jemand aus ihnen bey den Feinden ſich befaͤnde? das iſt:ob die Mert auh Helm haͤtten?Und als ihm darauffmit Nein geantwor⸗ tet wurde/ ſagte er:ſo hats noch lans keine Noth mit uns Wie wer⸗ den aber wir beſtehen/ wann uns ein Volck bekriegen und unter ſich zwingen wolte/ deſſen Sprache wir ſchon reden/ deſſen Lebens⸗Art uns wolgefaͤllt/ deſſen Kleidung wir bereits tragen/ deſſeu Thun Wandel wir lieben/ und ihme in allem nachaͤffen? Ich ſchlieſſe aber hiemit kurtz und ſage noch einmal/ gegenwertiger Zeit Worter mag man ſich woöl gebrauchen/ man ſoll aber de;Alten Sitten:vornemlich aber ihrer Standhafftigkeit und Tugend nachfolgen; Und diß iſt das hierinn geſuchte Ziel und Ende. ADis iſt das End vom Erſten Theile/ Es mercke dieſe letzte Zeile/ Wer ſich dis Werek zu Nutz will machen a Errede/ wie es löblich heiſſe/ Zi Und wie man ſich Rein⸗Teutſch befleiſſe/ Sonſt daͤrft man ſeiner Narrheit lachen. Dis hab mein Leſer in der Gůten/ Bitt/ woll ſich vor dem Mißbrauch huͤten. ENDE