RNNR ad WEngler, über das Erdöl von Baku. 13men verlautbaren, ist ganz natürlich gegenüber einem so unberechen-baren Vorrath, wie es ja fast alle unsere Petroleumvorkommen sind.Dieser Fall hat sich aber auch bei den amerikanischen Feldern schonmehrere Male wiederholt. So wird z. B. in der Times(August 1882)béerechnet, daſs der pennsylvanische Oelreichthum nur noch bis zumJ. 1895 vorhalte. Auch hier kommt man aber immer wieder auf neuereOelaufschlüsse. Auf Grund der ungemein zahlreichen Aufschlüsse vonNaphta, die sich innerhalb des groſsen Viereckes Kertsch-Batum-Lenkoran-Petrowsk, also zwischen Schwarzem und Kaspischem Meer, finden, inRücksicht auch auf die groſse Unwahrscheinlichkeit, daſs ein so massigesVorkommen wie das von Baku auf einen Kessel von vielleicht 174łmbeschränkt ist, bin ich der Ueberzeugung, daſs man es im Kaukasus-gebiet denn doch mit einem nachhaltigeren Vorrathe zu thun hat. Eskommt dazu, daſs durch Vertiefung der Bohrlöcher jeweils wiederNaphta erscheint, was wichtig ist, wenn man bedenkt, daſs dieamerikanischen Petroleumbohrlöcher durchschnittlich mehr als dop-pelt so tief als die von Baku sind. Immerhin muſs zugegeben wer-den, daſs der Beweis des Vorhandenseins so groſser Naphtavorräthe,wie sie von Marvin, Redwood u. A. angenommen werden, noch zu er-bringen ist.Auf Apscheron sind es bis jetat die Felder von Balalthani, Sabuntschi,Suraltfiani und Bibieybat gewesen, welche ausgebeutet wurden. Beiweitem die bedeutendste Gewinnung findet auf den beiden, ungefährgleichbedeutenden und neben einander liegenden Oelfeldern von Balak-hani und Sabuntschi statt, welche etwa 10m landeinwärts von Baku,ziemlich inmitten der Halbinsel Apscheron und 53mu über dem Spiegeldes Kaspischen Meeres(der Spiegel dieses Meeres liegt bekanntlich26m unter dem des Weltmeéeres) sich befinden. Das 64km östlich davongelegene Surakhani, der Sitz der alten Feueranbetung, hat zwar vielGas, doch nur ganz wenig Oel, welches in der dortigen Raffinerieder Bahu'schen Naphta-Gesellschaft gereinigt wird. Die Quellen vonBibieybat befinden sich am Golf von Baku südlich der Stadt und inder Nähe der kaiserlichen Rhede. Das hier gewonnene Oel wird inder einzigen dort befindlichen Raffinerie von Tagjeſf und Sarhisoſf ver—arbeitet.Man hat zwischen Gasquellen und Oelquellen àu unterscheiden. Ausden ersteren strömt ein farbloses Gas aus, welches mit wenig leuch-