40 Engler, über das Erdöl von Baku.Auch jetzt fliefst die Rohnaphta nicht immer unmittelbar in denKerosinkessel; ich habe vielmehr in einer groſsen Raffinerie die Einrich-tung gesehen, daſs über den Kerosinkesseln ebenso viele„Benzinkessel“in treppenartiger Anordnung aufgestellt waren, aus denen zunächst dieleichtesten, unter dem Kerosin übergehenden Theile durch Erhitzungmittels Dampfschlangen abgetrieben wurden, worauf man dann die Rück-stände erst in die unten stehenden Kerosinkessel abliefs. Es empfiehltsich dieses Verfahren besonders für Naphta, welche reich an leicht-siedenden Theilen ist.Die kalte oder vorgewärmte Rohnaphta wird in den Destillirkesselbis zu/ oder d Füllung desselben eingeleitet. Noch während desFüllens wird die Forsunka angezündet und erst wieder gelöscht, wenndie letzten Theile Kerosin übergegangen sind. Der bei der Kerosin-destillation allgemein verwendete gespannte Dampf wird entweder baldnach Anheizen des Kessels, oder erst in späteren Stadien angestelltund tritt meist durch ein der ganzen Länge des Kessels nach liegendes,verzweigtes, und durchlochtes Dampfrohr in die Naphta ein. Die aus demKessel entweichenden Dämpfe gehen entweder unmittelbar in den Kühler,oder, wie bereits erwähnt, erst in die Separatoren, wo die schwererenTheile zurückgehalten werden. Beim Auslaufe des Oeles wird dessenspecifisches Gewicht unter ununterbrochener Prüfung gehalten und jenach diesem Befunde leitet man das Produet in Rinnen, welche nachden Behältern für Benzine und Kerosine führen. Seltener für die Ben-zine, meist dagegen für die Kerosine theilt man den Ablauf noch inverschiedene Unterfractionen, durch deren Vermischung in bestimmtenVerhältnissen man dann die Handelsmarken verschiedenster Art her⸗stellt: die feinsten nur aus den Mittelfractionen, den sogen. Herzbestand-theilen, die geringsten aus den Anfangs- und Endfractionen unter Aus-schlufs der Herzbestandtheile, mittlere Sorten durch Untereinandermengender verschiedensten Theile. Es kommt auch vor, daſs nach dem Kerosinnoch ein Produet übergetrieben und mit Benzin zu einem, dann aller-dings sehr geringwerthigen, Leuchtöle vermischt wird. Die Ausbeutensind demgemäſs auch sehr verschieden(siehe weiter unten).Die meist über 3000 heifsen Rückstände läfst man durch Oeffnendes Ablafsventiles unmittelbar oder unter Benutzung ihrer Hitze zumVorwärmen der Naphta in gemauerte und gut cementirte Behälter ab-laufen. Letztere besitzen bei den grofsen Massen der Rückstände einen