8 25 5„ 3 7e K 8 4Engler, über das Erdöl von Baku. 39c) Der Destillationsbetrieb.In den kaukasischen Raffinerien sind zwei Arten der Destillationin Anwendung: die absatzweise und die stetige. Die erstere ist natur-gemäſs in allen kleinen Fabriken, aber auch in sehr bedeutenden Werken,die letztere in den gröſsten Raffinerieanlagen durchgeführt.Bei der absatzibeisen Deslillation werden in kleinen Anlagen die obenbeschriebenen stehenden, in den gröſseren Raffinerien sowohl diese, alsauch die sogen. Waggonkessel, neuerdings jedoch meist die Walzen-kessel verwendet.Die Rohnaphta wird in allen kleineren Anlagen aus dem eisernenBehälter unmittelbar in die Destillirkessel geleitet, die Forsunka(Brenner)wird angezündet, dadurch der Destillationsprozeſs eingeleitet und 80 langefortgesetzt, als noch Leuchtöl übergeht. Es kann nicht Zweck diesesBerichtes sein, über die Einzelheiten derartiger einfacher Destillations-betriebe, deren es bei Baku noch eine groſse Anzahl gibt, Mittheilungzu machen; von Interesse sind nur die in ihren Einrichtungen auf derHöhe der Zeit stehenden gröſseren Anlagen.Jede grölſsere Raffinierie besitzt einen oder mehrere frei stehendeeiserne Behälter, worin die Naphta vor der Destillation zum vollständigenAbsetzen von Sand, Wasser u. dgl. vor ihrer MWeiterverarbeitung immereinige Tage ruhig stehen soll. Diese Behälter stehen entweder 80 hoch,dals die Naphta durch die unten abzweigende Eisenrohrleitung vonselbst in die Destillirkessel abläuft, oder aber es sind Pumpen bezieh.Druckkessel in die Leitung eingeschaltet, durch welche die Naphta ge-hoben werden kann. Auſserdem flieſst die letztere in den besser ein-gerichteten Anlagen nicht unmittelbar in die Destillirkessel, sondernwird vorher mittels der von vorausgehenden Destillationen stammenden,sehr heilsen Rückstände auf 80 bis 1300 vorgewärmt. Es geschieht diesentweder in der Weise, daſs man die Rohnaphta in Röhren durch die ingrolsen Behältern befindlichen Rückstände hindurchflieſsen lälst, oderaber, indem man umgekehrt die heiſsen Rückstände auf dem Wegeihrer Ableitung aus Destillirkessel in die Auf bewahrungsbehälter ineisernen Röhren durch groſse Kasten aus Eisenblech hindurchleitet, inwelchen sich die nachher zu destillirende Kohnaphta befindet. Durchdieses Vorwärmen erzielt man den doppelten Vortheil einer Ersparungan Heizmaterial, sowie einer Schonung des Destillirkessels, welcher, selbstnoch heils, auf diese Art vor zu plötzlicher Abkühlung geschützt wird.NrNK